Manche Tierliebe ist für die Katz´

Immer wenn es Herbst wird, schlagen sie wieder zu, die vermeintlichen Tierfreunde, die überall Vogelhäuschen aufstellen. Dorthinein  streuen sie Vogelfutter in rauen Mengen und sind überzeugt, mit dazu beizutragen, unsere Wildvögel über den Winter zu retten.

Allerdings berücksichtigen sie nicht, dass die Winter bei uns meist nicht mehr so streng sind. Längere Frostperioden, in denen der Boden gefroren oder dick von Schnee bedeckt ist, kommen hierzulande nur noch selten vor. Nur dann aber macht das Vogelfüttern Sinn.

VogelhausWer die Vögel unbedingt verwöhnen möchte, sollte folgendes bedenken: Vogelhäuschen, die fürs Auge schön aussehen, sind für die Tiere gar nicht so gut geeignet. Denn das Futter wird darin meist nass und gefriert leicht. Wenn die Vögel es dann fressen, werden sie krank. Außerdem besteht bei Vogelfutter, das auf einer Fläche ausgestreut ist, die Gefahr, dass die Vögel darin herumhüpfen und es durch ihren Kot verunreinigen. Krankheiten breiten sich auf diese Weise unter den Körnerfressern schnell aus.

Deshalb raten Tierschützer zu Futtersilos statt zu Vogelhäuschen – auch wenn die längst nicht so nett aussehen. Die Röhren haben aber den Vorteil, dass das Körnerfutter darin vor Nässe, Kälte und Verschmutzung geschützt ist, denn es gibt nur am unteren Ende einen kleinen Auslass, an dem die Vögel das Futter wegpicken.

Die meisten Menschen denken auch nicht daran, dass nicht alle Vogelarten nur Körner fressen. Amseln oder Rotkehlchen zum Beispiel ziehen Weichfutter vor. Für sie eignen sich Äpfel, die man in Holzgestelle stecken kann. Am leichtesten tut man sich bei der Wahl des  richtigen Futters bei Meisen: Die herkömmlichen Meisenknödel oder Meisenringe sind für diese Vögel gut geeignet.