Die Kraniche fliegen nach Süden

Für dieses Wochenende rechnen Vogelschützer mit dem großen Abflug der Kraniche aus unseren Breiten in Richtung Süden. Denn die Vögel benötigen für den „Reiseantritt“ Frost und Kälte – und beides ist für das Wochenende vorhergesagt.

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) will die Flugstrecken der Kraniche genauer erforschen. Diese Vögel fliegen zwar seit Jahrtausenden auf festgelegten Routen, doch mittlerweile haben Ornithologen eine leichte Abweichung nach Westen festgestellt. Dafür gibt es auch einen Grund: Geschätzte 70 000 bis 80 000 Tiere sammeln sich seit einigen Jahren auf einem großen Rastplatz in der Diepholzer Moorniederung in Niedersachsen. Diese Kraniche ziehen auf einer weiter westlich gelegenen Strecke nach Südspanien als diejenigen, die sich im Havelland oder bei Rügen sammeln.

Am vergangenen Wochenende sind schon ungefähr 20 000 Kraniche über Hessen in Richtung Extremadura in Südspanien geflogen. Aber nun stehen wahre Massenflugtage mit 50 000 bis 70 000 Vögeln bevor. Sie fliegen in ihren typischen Keilformationen, wobei die erfahrenen Tiere die Anführer sind, denen Familien mit Eltern und Jungvögeln folgen. Damit sie sich nicht verlieren, stoßen die ausgewachsenen Kraniche trompetenartige Laute aus.

 

 

Ein Sieg für den Kormoran?

kormoranEr ist zwar Vogel des Jahres 2010, aber immer wieder gibt er Anlass zu Streit: der Kormoran. Fischer und Angler beschweren sich regelmäßig, dass dieser Vogel die Fischbestände in Flüssen und Seen ausdünne. Fischzüchter beklagen, dass er ihnen großen wirtschaftlichen Schaden zufüge, weil er ganze Teiche – zum Beispiel die Karpfenteiche in Mittelfranken – leerfresse.

Jetzt hat es in Niedersachsen eine gerichtliche Auseinandersetzung um die Kormorane am Steinhuder Meer gegeben. Dabei sind die Fischer als Verlierer nach Hause gegangen. Sie hatten geklagt, die Tiere seien verantwortlich für den Verlust von großen Mengen von Aalen, Zandern, Hechten und Barschen. Deshalb wollten sie die Kormorane abschießen. Das Gericht entschied jedoch, der Abschuss sei nicht zulässig.

Ich finde, das ist ein gutes Zeichen für den Tier- bzw. Vogelschutz. Die Naturschützer halten die Vorwürfe der Fischereiverbände seit langem für übertrieben und auch für nicht bewiesen.  – Eine Chance haben die Fischer am Steinhuder Meer aber noch: Sie können beim Oberverwaltungsgericht Berufung einlegen.

Schon einen Kuckuck gehört?

Eigentlich wollte ich heute ja über die Kühe und Schafe in Island schreiben, die doch etwas mehr unter dem Vulkanausbruch zu leiden haben als die Reisenden, die nicht mehr von A nach B kommen, weil der Luftverkehr gesperrt  ist. Die Bauern in der Gegend um den Eyjafjallajökull müssen ihr Vieh in Sicherheit bringen, bevor es zu viel von der Vulkanasche frisst, die sich auf den Weiden in einer schmierigen Schicht abgesetzt hat. Die Asche enthält Fluorid, und dieser Stoff führt dazu, dass im Magen der Tiere Säure entsteht, die den Darm stark angreift. Dadurch kommt es zu Blutungen. Außerdem verbindet sich das Fluorid im Blut mit Kalzium. Das hat zur Folge, dass Knochen und Zähne spröde werden. Deshalb bringen die Bauern ihr Vieh in den Stall, verrammeln den so dicht wie möglich und füttern es mit sauberem Futter und Wasser.

Aber dann haben mich die Fotos zu dieser Meldung mit der widerlichen dicken Ascheschicht auf den sonst herrlich grünen Weiden und den in der Aschewolke herumirrenden Kühen so deprimiert, dass ich lieber über ein anderes Thema schreiben wollte. Eines, das zum Frühling passt, der endlich bei uns eingekehrt ist.

KuckuckUnd da bin ich sehr schnell beim Landesbund für Vogelschutz fündig geworden. Der hat zum dritten Mal seine Aktion „Schon gehört?  – Die Ankunft des Kuckucks“ gestartet, und ich finde, das ist eine gute Sache, an der man sich unbedingt beteiligen sollte. Worum geht es dabei? – Ganz einfach: Der LBV bittet darum, zu melden, wann und wo man den ersten Kuckuck dieses Jahres rufen gehört hat. Das kann man entweder per Telefon tun unter den beiden
Nummern 0 91 74/47 75 34 und 0 91 74/47 75 38 oder direkt online hier beim LBV.

Mit dieser Aktion will man herausfinden, ob und wie sich der Kuckuck an den Klimawandel anpassen kann. Viele Vögel kehren nämlich immer früher aus ihren Winterquartieren in Afrika zu uns zurück, auch die Arten, in deren Nester der Kuckuck für gewöhnlich seine Eier legt. Das birgt die Gefahr, dass der Kuckuck zu spät dran ist, um noch geeignete Nester zu finden.

Also: Draußen spazierengehen, dabei nicht Musik hören, sondern den wunderbaren Frühlingsgeräuschen der Natur lauschen – und wenn man das Glück hat, einen Kuckuck zu hören, das dem LBV melden! Viel Spaß!