Kampfhundsteuer – vor der Wahl doch nicht!

Was anstehende Wahlen so alles bewirken können: In Nürnberg sollte morgen im Ältestenrat die Steuer für Kampfhunde der Kategorie II mit dem sogenannten Negativzeugnis (ein Tier, von dem laut Gutachter keine gesteigerte Aggressivität oder Gefahr ausgeht) erhöht werden, von 132 Euro (das ist der Betrag für „normale“ Hunde) auf künftig 396 Euro im Jahr; für „echte“ Kampfhunde müssen die Besitzer 1056 Euro jährlich berappen. Nun macht die Verwaltung einen Rückzieher, weil sie keine Chance sieht, bei den Stadträten eine Mehrheit für die Erhöhung zu bekommen. Weil im März nächsten Jahres Kommunalwahlen stattfinden, lässt man lieber die Finger von einem solchen „heißen Eisen“. Dabei hätte das – bei 215 Kampfhunden besagter Kategorie in der Stadt – rund 50 000 Euro mehr in die klamme Stadtkasse gespült… Ist ja nicht unbedingt nur ein Klacks, oder?

Doch schon seit die geplante Erhöhung in der vergangenen Woche bekannt wurde, hagelte es Proteste. Vor allem Tierschützer übten Kritik. Mitarbeiter im Tierheim befürchteten, dass sie solche Hunde dann noch schwerer oder gar nicht mehr vermitteln könnten. Gerade  Hunde wie Bullterrier (siehe Foto), Rottweiler, Mastiff oder Alano werden aber in letzter Zeit aus finanziellen Notlagen heraus immer öfter ans Tierheim abgegeben. Die steuerliche Hochstufung hätte wohl auch dazu beigetragen, dass die genannten Rassen wieder einmal ins Gerede kommen und in die Schublade „Kampfmaschinen“ gesteckt werden – obwohl sie das zumindest von Natur aus nicht sind. Wenn, dann macht sie der Mensch – sprich: ein verantwortungsloser, bösartiger Halter – zu gefährlichen Angreifern. Ansonsten gilt auch für diese Rassen: Der will doch nur spielen!

Wahl-Werbung und Forschung mit Kuh

Ich finde ja die Niederländer in manchen Bereichen (natürlich nicht im Fußball!!!) sehr fortschrittlich. Dabei denke ich etwa an ihre Haltung gegenüber Homosexuellen, Drogen oder auch Abtreibung.

Nun beweisen unsere Nachbarn im Westen wieder einmal, dass sie uns oft einen Schritt voraus sind. Nicht nur, dass es in den Niederlanden eine „Partei für die Tiere“ gibt, die sich für einen respektvollen Umgang mit Tieren und der Natur stark macht – nein, die lässt sich auch noch eine originelle Werbung für die Parlamentswahl am 9. Juni einfallen: In der Nähe des Amsterdamer Flughafens wurde auf einem Kornfeld der schon von weitem erkennbare Kopf einer Kuh gesät, nebst dem Slogan: „Wähl´ jetzt die Partei für die Tiere“. Und das auf einer Fläche von 35 000 Quadratmetern, womit die Partei auch gleich einen Weltrekord im Guinness-Buch anstrebt.

urn:newsml:dpa.com:20090101:100528-10-11833Das passt ganz gut zu einer zweiten Nachricht zum Thema Kuh: Ein Forscher aus Niedersachsen hat jetzt ein Computerprogramm zur Entschlüsselung der Kuh-Sprache entwickelt. Die ungefähr 700 „Muh“-Laute, die er in Kuhställen aufgenommen hat, lassen sich seiner Ansicht nach auf  zehn verschiedene Bedeutungen reduzieren. Die hat der Forscher gespeichert, und Bauern können das Blöken ihrer Kühe nun damit vergleichen und ihnen ihre Bedürfnisse leichter erfüllen – etwa Hunger, Durst, zu pralles Euter etc.

Also, wenn ich einer Partei für Tiere angehören würde, wäre mein nächster Schritt klar: Eine Beschwerde bei diesem Forscher, weil er Kühe für dumm verkauft und ihnen nicht mehr als zehn verschiedene Signale zutraut.