Waschbären und Muntjaks dürfen in Zoos bleiben

Auf der Grünen Woche in Berlin gab es ein Treffen von Vertretern des Verbandes der Zoologischen Gärten (VdZ) sowie des Landeszooverbandes Mecklenburg-Vorpommern mit dem Minister für Landwirtschaft und Umwelt von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus. Dabei ging es auch um den Umgang mit den invasiven Tierarten in Zoos. Eine EU-Verordnung regelt ja bekanntlich, dass einige gebietsfremde Tierarten nicht mehr gehalten und gezüchtet werden dürfen, zum Beispiel Waschbären (Foto: dpa) und Chinesische Muntjaks. Ich habe das Thema in diesem Blog ja auch schon behandelt, etwa hier oder hier. Minister Backhaus teilt die Auffassung, dass Zoologische Gärten auch diese invasiven Arten weiterhin halten können. Er versprach den Tierparks und Zoos in Mecklenburg-Vorpommern, entsprechende Ausnahmegenehmigungen zu erteilen, wenn die Zoos alle notwendigen Voraussetzungen für die Haltung solcher Tiere erfüllen. Die Zoos müssen also die Haltung der betroffenen Arten nicht auslaufen lassen.

Waschbär fährt auf Kirchenglocken ab

KINA - Wie der Waschbär nach Deutschland kamWir haben zwar erst Januar – aber folgende Meldung aus dem fabelhaften Reich der Tiere landet am Ende dieses Jahres mit Sicherheit unter den „Top Ten“ der witzigsten Nachrichten über Tiere (oder sie schafft es in die „Top Twelve“, wenn man jeden Monat eine auswählt).

Die Geschichte hat sich kürzlich im romantischen Bad Nauheim (Hessen) zugetragen. Haupt“person“ ist ein Waschbär, der offenbar das Geräusch von Kirchenglocken heiß und innig liebt. Weil das Geläut einer Nauheimer Kirche gerade keinen Ton von sich gab, entschloss sich der Waschbär zur Selbsthilfe: Für das Tier war es dank seiner Kletterkünste ein Leichtes, vom Kirchdach aus in das Gebäude hineinzugelangen. Technisch versiert, wie dieses „Procyon“-Exemplar (so der wissenschaftliche Name) offenbar ist, ist es zielsicher zu dem Knopf gelaufen, mit dem sich die Glocken in Bewegung setzen lassen.

Der Kleinbär mag sich gefreut haben – die in der Nähe des Gotteshauses lebenden Menschen fanden die Angelegenheit weniger lustig. Es war nämlich vier Uhr morgens, als sie von dem Läuten unsanft aus dem Schlaf gerissen wurden. Der Herr Pfarrer und der Mesner hingegen scheinen so an das bimmelnde Geräusch gewöhnt zu sein, dass sie selig weiterschlummerten wie die Murmeltiere und erst nach hartnäckigem Klingeln an der Haustür aufwachten. Die Kirchenglocken hatten die Anwohner zu diesem Zeitpunkt schon seit ein paar Stunden genervt.

Der kleine Einbrecher kam übrigens auch nicht ganz unbeschadet davon: Er hatte sich beim Einstieg in die Kirche verletzt. Man konnte ihn einfangen und schaffte ihn ins Tierheim, wo er medizinisch versorgt wurde. Auf dem Krankenlager hat der gewiefte Räuber (ich meine natürlich: das gewiefte Raubtier) bestimmt schon von seinem nächsten Glocken-Konzert geträumt…

Ungebetener Hausgenosse

Manche Tiergeschichten sind so schön, dass man sie kaum glauben kann. So auch die folgende: Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat einen neuen Hausbewohner – einen Waschbären. Ja, stimmt tatsächlich.

Das Tier hat sich auf einem Sims unter Vorsprüngen an der Fassade des Gerichtsgebäudes häuslich eingerichtet. Dort schläft es seit einigen Tagen, und es schläft vor allem auch tagsüber. Denn Waschbären sind nachtaktiv. Und obwohl sie ursprünglich in Nordamerika heimisch waren, trifft man immer öfter auch in Mitteleuropa auf diese Tierart. Vor allem in Großstädten sind sie keine Seltenheit mehr. Dort finden sie in Gärten Früchte und Gemüse, und ganz  besonders haben sie es auf Speisereste aus dem Müll abgesehen.

Warum das Tier sich ausgerechnet das Bundesverwaltungsgericht ausgesucht hat, weiß niemand so genau. Man vermutet, dass der Waschbär im nahegelegenen Park auf Futtersuche war und sich dann einen geeigneten Schlafplatz gesucht hat. Waschbären können sehr gut klettern, sogar Dachrinnen sind ihnen nicht zu glatt.

Exoten auf dem Vormarsch

urn:newsml:dpa.com:20090101:100819-99-01113Auf den ersten Blick mag man das Phänomen belächeln, aber auf den zweiten muss man es ernst nehmen: In Deutschland machen sich nach und nach mehr gebietsfremde (im Fachjargon: invasive) Tierarten breit.

Der Deutsche Jagdschutz-Verband hat dazu jetzt eine neue Untersuchung von elf Tierarten auf 50 Prozent aller land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen Deutschlands abgeschlossen und erste Trends für einige Arten veröffentlicht. Das Ergebnis lässt sich so zusammenfassen: Waschbären, chinesische Marderhunde und afrikanische Nilgänse fühlen sich bei uns äußerst wohl und vermehren sich wesentlich schneller, als Fachleute ursprünglich angenommen hatten.

Das Problem dabei ist, dass diese Exoten, die in Sachen Lebensraum und Nahrung nicht sehr wählerisch sind, heimische Tiere verdrängen, die auf bestimmte Gebiete und Futterquellen angewiesen sind.
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