Zuchtbulle hat Angst vor Kühen

Nach dem Waschbären im Bundesverwaltungsgericht habe ich schon wieder eine Tiergeschichte ausgegraben, wie sie nicht alle Tage vorkommt. Diesmal spielt ein Zuchtbulle die Hauptrolle.

Besagtes Tier hatte ein Bauer im Westerwald neu gekauft. Als der Landwirt den Bullen zum ersten Mal auf die Weide zu den Kühen brachte, damit er seines Amtes waltete, bekam der Zuchtbulle plötzlich die Panik. Statt die Kühe zu decken, ergriff er die Flucht. Offenbar war ihm die weibliche Überzahl einfach zu viel.

Der Bulle rannte also wie besessen auf und davon, brach aus der umzäunten Weide aus und stürzte dahinter prompt in eine Güllegrube. In dem fast 1,80 Meter tiefen Loch versank das Tier fast ganz. Und so musste zuguterletzt auch noch die Feuerwehr mit 30 Mann anrücken, um den Bullen zu befreien.

Toter Wolf, Teil 2

Weil es auch bei meinen Kommentatoren Zweifel gab, ob der tote Wolf im Westerwald wirklich ein Wolf war, und weil nun doch alles aufgeklärt ist, hier noch ein Nachschlag zu dem Thema.

Also: Wissenschaftler des Senckenberg-Forschungsinstituts haben herausgefunden, dass es sich bei dem erschossenen Tier tatsächlich um einen Wolf handelt. Das hat dann im ganzen Land zu einer heftigen Auseinandersetzung über das Thema Tierschutz geführt. Denn bekanntlich dürfen Wölfe in Deutschland nicht abgeschossen werden. Sie gelten als streng geschützte Art, weil sie hierzulande vom Aussterben bedroht sind.

Derjenige, der den Wolf getötet hat, hat sich in dieser Woche selbst bei der Polizei gemeldet. Es war ein 71-jähriger Jäger. Er behauptet, er habe das Tier auf einem Waldgrundstück, das er gepachtet hat, erschossen: Angeblich hat er ihn für einen wildernden Hund gehalten. Jetzt tut dem Mann die Sache furchtbar leid. Ob der Jäger noch strafrechtlich belangt wird, hängt von der Staatsanwaltschaft ab, die den Vorfall prüft.

Der Tierschutzbeirat Rheinland-Pfalz will nun die Tötung von Haustieren wie Hunden und Katzen durch Jäger ein für allemal verbieten lassen. Unabhängig davon plant das Umweltministerium in Rheinland-Pfalz, nun einen Wolfsmanagement-Plan aufzustellen. Der hat zum Ziel, die Bevölkerung umfassend darüber zu informieren, dass Wölfe künftig auch in Nordrhein-Westfalen eine willkommene Art sind. Es wird allerdings einer Menge Aufklärungsarbeit bedürfen, um den Menschen begreiflich zu machen, dass Wölfe für sie nicht gefährlich sind. Dafür hat der „böse Wolf“, wie er schon aus dem Märchen bekannt ist, einen zu schlechten Ruf.

Der Wolf ist tot!

Das ist ja mal wieder unmöglich gelaufen: Der Wolf, der während der letzten Wochen durch die Medien als „Westerwald-Wolf“ bekannt wurde, ist tot. (Das Foto rechts stammt vom Naturschutzbund NABU.)

Es war das erste Mal seit mehr als 130 Jahren, dass im Westerwald wieder ein Wolf auftauchte. Spaziergänger hatten das Tier Ende März entdeckt und auch gleich fotografiert. Seitdem kam der Wolf allerdings kaum noch zur Ruhe. In verschiedenen Gegenden in Ostdeutschland haben sich Wölfe seit dem Jahr 2000, als die ersten Exemplare dort gesichtet wurden, mittlerweile wieder ansiedeln können. Ungefähr 100 Tiere leben dort zurückgezogen in den Wäldern.

Doch im Westerwald (Rheinland-Pfalz) musste auf einen einsamen Wolfsrüden unbedingt Jagd gemacht werden. Angeblich allerdings nicht von offizieller Seite. Der Landesjagdverband hat es sogar bedauert, als das Tier erschossen aufgefunden wurde. Die Jäger haben in dem Revier keine Jagd veranstaltet, nicht einmal die zuständigen Jagdpächter waren dort anwesend. Der Landesjagdverband hält den Vorfall für äußerst dubios. Wölfe sind seit 1990 in Deutschland geschützt. Weil es sich deshalb um einen schwerwiegenden Verstoß gegen das Naturschutzgesetz handelt, hat der Verband sogar eine Belohnung ausgesetzt für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen. Und auch die Polizei ermittelt.

Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass dieser Fall tatsächlich aufgeklärt wird. Genauso wenig wie es eine Antwort darauf geben wird, warum das Tier sterben musste.