Apr

9

2012

Stoppt die Nashorn-Jagd!

Veröffentlicht von uwo in der Kategorie Afrika, Asien, Bedrohte Tierarten, GefĂ€hrdete Tiere, Nashorn, SĂŒdafrika, Tiere, Tierschicksale, Tierschmuggel, TierschĂŒtzer, Vietnam | Die Kommentarfunktion ist hier deaktiviert

Tierschützer schlagen Alarm: Die Nashorn-Bestände in Südafrika sind so gefährdet wie schon lange nicht mehr. Wilderer töten diese gefährdeten Tiere derzeit in beängstigendem Tempo.

Der Grund dafür ist nach Informationen der Wildtierschutzorganisation TRAFFIC der Ansturm der Vietnamesen auf  Nashornpulver. Neureiche Vietnamesen sind derzeit ganz wild darauf. Dieses Wundermittelchen soll ja gegen alles Mögliche helfen. In China wurde ihm sogar Heilkraft gegen Krebs zugeschrieben. Einen Beweis für solche Wunderkräfte gibt es bisher nicht. In den letzten Jahren ist das Horn für viele Neureiche in Vietnam zum Luxusobjekt der Extraklasse geworden. Die Nachfrage ist so stark gestiegen, dass die Wilderei ein nie gekanntes Ausmaß angenommen hat.

In den 1970er Jahren befürchtete man bereits die Ausrottung der Nashörner in Südafrika. Verschiedene Rettungskampagnen waren aber erfolgreich, so dass sich der Bestand langsam wieder erholte. Heute geht man weltweit von 28 000 Tieren aus, wobei Südafrika das Hauptverbreitungsgebiet ist. Doch dort nimmt die Wilderei in erschreckendem Maße zu: Im Jahr 2009 wurden dort 122 Nashörner getötet, 2010 waren es 333 und im vergangenen Jahr 448. Heuer ist man in den ersten Monaten schon bei 150 getöteten Tieren angelangt. Südafrika hat Vietnam nun aufgerufen, gemeinsam gegen Wilderei und Schmuggel vorzugehen.

Übrigens: Die in Vietnam heimischen Java-Nashörner gelten bereits als ausgerottet. Das letzte Tier dieser Art wurde 2010 in einem Nationalpark tot gefunden, mit abgehacktem Horn und einer Schusswunde im Bein.

 

Nov

8

2011

Krieg der Nashorn-Mafia!

Auch wenn die Emotionen beim Thema Delfine wieder mal hochkochen – wechseln wir das Thema. Es gibt schließlich noch andere Tiere auf der Welt, um die man sich Sorgen machen muss. Zum Beispiel die Nashörner. Da ist leider eine ganz ungute Entwicklung in Südafrika zu beobachten. Mag sein, dass sich manche Tierfreunde weniger darüber aufregen, weil das weiter weg ist als die Delfinlagune vor der Haustür. Mag sein, dass Nashörner einfach nicht so gut rüberkommen wie die ewig lächelnden Delfine. Oder widmen ihnen die Medien nur weniger Aufmerksamkeit? Ich weiß es nicht.

Das sind jedenfalls die traurigen Fakten: In Südafrika ist die Jagd auf die Dickhäuter zwar verboten, aber die Wilderei nimmt leider weiter zu. So wurden im Laufe dieses Jahres, das ja noch gar nicht zu Ende ist, schon 341 Nashörner Opfer von Wilderei. Im letzten Jahr waren es insgesamt 333 tote Nashörner – und das waren dreimal so viele wie im Jahr 2007. Man kann also von einer verheerenden Entwicklung sprechen.

Ich finde es besonders schlimm, dass die Nashörner nicht (nur) durch schlechte Umwelt- bzw. Lebensbedingungen dezimiert werden, wie es – leider – bei vielen anderen Tieren der Fall ist. Wilderei: Das klingt irgendwie nach früheren Zeiten, hat sogar ein wenig den Beigeschmack von Abenteuer und mutigen Männern, die sich unter Einsatz ihres Lebens auf die Pirsch machen. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Die Nashorn-Wilderei hat fast schon mafiöse Züge angenommen, denn es geht um ein Millionengeschäft. Auf dem Schwarzmarkt stehen die Hörner vor allem in Vietnam, wo man ihnen Wunderwirkung in der Krebsbehandlung nachsagt, hoch im Kurs. Dort kann man mit einem einzigen Horn bis zu einer halben Millioen Dollar verdienen.

Die Regierung von Südafrika fährt scharfe Geschütze gegen die Jäger auf und setzt sogar das Militär gegen sie ein. Die Wilderer sind nämlich keine Einzelpersonen, die mal ein Tier abschießen, um ihre Familie durchzubringen. Man hat es vielmehr mit hochgerüsteten Wilderer-Banden zu tun, die über eine technische Maschinerie wie z.B. Hubschrauber, Nachtsichtgeräte und Hightech-Waffen verfügen.

In Vietnam aber schaut man offenbar untätig zu, wie der kriminelle Nashorn-Horn-Handel blüht. Nun hat der WWF Alarm geschlagen. Er fordert die Asiaten auf, sich ein Beispiel an Südafrika zu nehmen und etwas gegen die organisierten Verbrecher zu unternehmen. Der Bestand an freilebenden Nashörnern liegt in Südafrika bei 2200 Spitzmaul- und 18 800 Breitmaulnashörnern.

 

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