Jetzt jagen die Schweden Luchse

Vor ein paar Wochen hat es die Wölfe getroffen – jetzt sind einen Monat lang die Luchse dran: In Schweden hat offiziell die Jagd auf Luchse begonnen. 110 Tiere wurden zum Abschuss freigegeben. Und schon in den ersten Stunden nach Jagdbeginn fiel das erste Tier im Bezirk Västmanland einem Jäger zum Opfer.

Wie schon die Wolfsjagd führt auch die Jagd auf Luchse in Schweden wieder zu erbitterten Auseinandersetzungen zwischen Tier- und Naturschützern auf der einen Seite und Jägern und Bauern auf der anderen. Die Freizeitjäger sind ganz besonders wild auf die Luchse: 10 000 (!) haben sich zur Luchsjagd angemeldet. Dabei gehen Schätzungen davon aus, dass in Schweden gerade mal 1250 Luchse leben – der Bestand war zuletzt rückläufig. Deshalb haben die Behörden auch die Jagdquote heruntergesetzt: Letztes Jahr durften noch 209 Luchse abgeschossen werden. Jäger und Bauern hatten  für dieses Jahr höhere Jagdquoten gefordert. Ihr Argument: Die Luchse würden Rentiere, Rotwild und auch Haustiere anfallen.

Schweden bekriegen sich wegen Wolfsjagd

urn:newsml:dpa.com:20090101:110112-99-09308Schweden teilt sich ab sofort wieder in zwei Lager: Dort fällt am 15. Januar der Startschuss für die diesjährige Wolfsjagd – und dieses Ereignis führt dazu, dass Gegner und Befürworter der Jagd sich gegenseitig bekriegen. Im vergangenen Jahr hatten die schwedischen Behörden zum ersten Mal seit über 40 Jahren die Jagd auf Wölfe wieder erlaubt. Das war als zu großes Zugeständnis an die Jägerlobby kritisiert worden. In diesem Jahr dürfen bis Ende Februar von den gut 200 in Schweden lebenden Wölfen 20 abgeschossen werden.

Jäger, die an der Jagd teilnehmen wollen, bekommen in diesen Tagen Morddrohungen. Die Gegner der Jagd kündigen in den Medien Sabotageakte an und wollen sich Jägern in den Weg stellen. In der Bevölkerung gibt es aber auch Stimmen, denen die Quote der zur Jagd freigegebenen Wölfe viel zu niedrig ist. Sie meinen, dass alle, die den kompletten Schutz der Wölfe fordern, nie mit den Gefahren konfrontiert werden, die von den Wölfen ausgehen: Angeblich gefährden die Wölfe den Bestand von alten Kuh- und Schafrassen. Der Jägerverband tritt ebenfalls für eine höhere Abschussquote ein. Er empfindet die Wölfe außerdem als Konkurrenten bei der in Schweden beliebten Elchsjagd und beklagt, dass Wölfe immer wieder auch Jagdhunde reißen würden.

Die Behörden stehen auf dem Standpunkt, dass bei 20 zur Jagd freigegebenen Tieren der in Schweden lebende Wolfsstamm nicht gefährdet ist. Sie kündigen außerdem an, dass Wölfe aus Finnland und Russland eingeführt werden sollen, damit es nicht zu Inzucht kommt.

Allerdings sind die Behörden bisher machtlos gegen die illegale Wilderei, der jedes Jahr bis zu 35 Wölfe zum Opfer fallen. Tierschützer kritisieren, dass die Täter praktisch nie gefasst werden, und fordern schärfere Gesetze. Die werden von Politikern immer wieder angekündigt – doch bisher ist nichts in dieser Richtung passiert. Kommt man also den Jägern doch ein Stück zu weit entgegen?

Willkommen, Wolf!

urn:newsml:dpa.com:20090101:100824-10-10547Die Wölfe kehren zurück nach Deutschland. In der Lausitz gibt es bereits ein Rudel mit Jungtieren. In westlichen Bundesländern wurden zwar bisher nur selten einzelne umherstreifende Tiere gesichtet. Doch man stellt sich auch hier darauf ein, dass sich in den nächsten Jahren Rudel bilden, bei denen sich Nachwuchs einstellt.

Darauf will man sich nun vor allem in Niedersachsen gut vorbereiten. Es soll nicht wieder dazu kommen, dass ein Wolf abgeschossen wird, wie es dort bereits einmal geschehen ist. Man will die Bevölkerung darüber aufklären, dass Wölfe für Menschen nicht gefährlich sind. Die Jäger in Niedersachsen planen sogar ein Informationszentrum, wo die Besucher alles Wissenswerte über die Lebensgewohnheiten der Wölfe erfahren. Auch ehrenamtliche Wolfsberater sollen mithelfen, dass die Wölfe in Deutschland nicht gefürchtet werden. Der Naturschutzbund NABU schließlich will über das Projekt „Willkommen Wolf“ im Internet ausführlich über die Rückkehr der Wölfe informieren.

Klingt alles gut. Ob es dann auch so reibungslos läuft, wenn die Wölfe sich tatsächlich wieder in ihren ehemaligen Verbreitungsgebieten ansiedeln, bleibt abzuwarten. Ich hoffe es mal – so von Wolf zu Wolf!

Die mit den Wölfen leben

WolfUnsere Welt ist gläsern geworden: Wer an Daten herankommen will, kriegt sie auch: Das Paradies auf Erden für gezielte Kundenwerbung. So flatterte mir dieser Tage eine Karte aus Freyung ins Haus, die mich zu einem Natur-Erlebnis-Wochenende unter dem Motto „Auf den Spuren der Wölfe“ in den Bayerischen Wald locken soll.

Klingt nicht schlecht, muss ich zugeben: Geführte Tour durch das Tierfreigelände mit Besuch des Wolfsgeheges, das ist natürlich für mich der interessanteste Programmpunkt. Und das Schlossfest rund um das Schloss Wolfstein klingt ebenfalls recht vielversprechend. Auch die nicht wolfspezifischen Ausflugsziele treffen genau meinen Geschmack: Besichtigung des weltweit längsten Baumwipfelpfades mit 44 Meter hohem Baumturm. Dort wollte ich schon immer mal hin, seit meine Kollegen in der „Nürnberger Zeitung“ darüber einen Artikel veröffentlicht haben. Schließlich stelle ich mir auch die geführte Wanderung durch die Wildbachklamm „Buchberger Leite“ sehr reizvoll vor, die als eine der beeindruckendsten Schluchtenlandschaften Bayerns angepriesen wird.

Und dass dann obendrein ein gefüllter Rucksack unter dem Motto „Hungrig wie ein Wolf “ zu den „Inklusivleistungen“ gehört – ich muss mich wirklich wundern: Woher kennen die nur alle meine Vorlieben? Ist man im – von uns Mittelfranken oft ein wenig hochnäsig so genannten -Bayerisch Kongo derart vertraut mit den Wölfen, dass sogar die Tourist-Information genau weiß, wie sie unsere Art am einfachsten um den Finger wickelt? Es scheint so: Die mit den Wölfen leben, kennen eben am besten wölfische Stärken und Schwächen.

Vielleicht sollte ich mir ernsthaft überlegen, mein Blog „Achtung, Wolf!“ umzubenennen? Lieber irgendeinen Tarn-Namen suchen? – Aber das ist ja das Problem: Wölfe können sich schlecht verstellen – sonst wären wir womöglich Füchse. Und das wäre dann eine ganz andere Geschichte…

Schutzengel für Wölfe gesucht

urn:newsml:dpa.com:20090101:100126-99-03915„Die Wölfe kehren nach Deutschland zurück“, titelte kürzlich die Deutsche Presseagentur dpa einen Beitrag über Wolfsexperten in Sachsen-Anhalt. Dort haben sich in der Nähe des Truppenübungsplatzes Altengrabow sieben Wölfe angesiedelt – zwei erwachsene und fünf Jungtiere. Und das ist nicht der einzige Ort im Land, wo es wieder Wölfe gibt: Auch in der Oberlausitz (dort zuerst) sowie in Brandenburg sind sie heimisch geworden, in Bayern, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern wurden auch schon welche gesichtet. Deutschlandweit schätzt man ihren Bestand derzeit auf 60.

Das freut mich als Namensvetter natürlich (gibt es zu diesem Ausdruck eigentlich auch ein weibliches Pendant, etwa „Namensvetterin“ oder, moderner, „Namenscousine“?). Ich finde es auch toll, dass Spezialisten beauftragt sind, die Tiere wissenschaftlich zu beobachten – auf Neudeutsch heißt das „Monitoring“. Das führt zum Beispiel ein Wildbiologisches Büro in Spreewitz (Sachsen) mit dem schönen Namen „lupus“ durch.

Nach den Schreckensmeldungen über die Wolfsjagd in Schweden bin ich froh, wieder einmal gute Nachrichten über diese Tierart zu hören, die mir sehr am Herzen liegt. Deshalb möchte ich die „good news“ auch meinen Lesern nicht vorenthalten. Die Frage, wo denn bitteschön das Positive bleibe, wurde ja schon dem großen Erich Kästner immer wieder gestellt; der tat sich allerdings bekanntlich schwer mit der Antwort.

Aber zurück zu den Wölfen. Nach dem Naturschutzbund NABU, der den Aktionsplan „Willkommen Wolf“ aufgestellt hat, macht sich jetzt der WWF für die Wölfe stark. „Werden Sie Schutzengel für die Wölfe“, konnte man heute zum Beispiel in einer Anzeige in der „Nürnberger Zeitung“ lesen, verbunden mit der Aufforderung, bei der Rettung der Wölfe mitzuhelfen. Wer sich darüber informieren will, kann das  hier tun.

Wölfe in Schweden einfach abschießen?

1rb20157Da bin ich schon ein wenig zusammengezuckt, als ich am Wochenende bei der Durchsicht der Meldungen von Nachrichtenagenturen auf folgende Überschrift der Deutschen Presseagentur (dpa) stieß: „Erste Wolfsjagd in Schweden seit über 40 Jahren“.

So was tut mir – namensbedingt – erst mal regelrecht weh. Doch beim Durchlesen der Meldung stellte sich mir eine grundsätzliche Frage: Kann das Töten von Tieren ein probates Mittel gegen genetische Defekte sein?

Doch zunächst mal die Tatsachen: Seit über vier Jahrzehnten war in Schweden die Jagd auf Wölfe verboten, da diese Tierart in Europa vom Aussterben bedroht war. Die derzeitige Wolfspopulation in Schweden, die rund 220 Tiere umfasst, geht auf drei (!) Wölfe zurück. Die waren in den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts aus Finnland und Russland „eingewandert“.

Durch Inzucht kam es bei den schwedischen Wölfen zu Herz- und Nierenleiden. Langfristig sei deshalb das Überleben der Tiere in Gefahr, meint der schwedische Umweltminister. Die gegenwärtige Population müsse sich erneuern. Aus diesem Grund hat das schwedische Parlament im vergangenen Jahr eine lizensierte Wolfsjagd beschlossen: Bis zum 15. Februar dieses Jahres sind 27 Wölfe zum Abschuss freigegeben.  Allein bei der ersten Jagd wurden 21 Wölfe erschossen.

Naturschützer haben Bedenken gegen die Freigabe der Wolfsjagd angemeldet: Dadurch werde eine vom Aussterben bedrohte Tierart gefährdet und eine Abkehr von der Naturschutz-Tradition in Schweden signalisiert.

Und was meint Ihr/meinen Sie dazu? Muss man die Wolfsjagd in Schweden akzeptieren, um genetisch bedingte Schwachpunkte auszumerzen?

Schützt die Wölfe in Deutschland!

Na, da  freut sich doch der Wolf  in mir:  Der Naturschutzbund NABU Deutschland macht sich  für die in Deutschland wiederangesiedelten Wölfe stark und fordert weiterhin ihren strengen Schutz.

wolfDerzeit leben in Deutschland rund 50 europäische Wölfe. Vor ungefähr zehn Jahren haben sich diese faszinierenden Tiere erstmals wieder in der Lausitz (also im Gebiet von Sachsen und Brandenburg) niedergelassen. Dort leben mittlerweile fünf Rudel und ein einzelnes Wolfspaar, das auch schon für Nachwuchs gesorgt hat. Wölfe wandern gern und weit. Deshalb wurden auch schon einige Wölfe  in angrenzenden Bundesländern gesichtet.

Seit in Mecklenburg-Vorpommern bekannt wurde, dass mehrmals weidende Schafe von einem Wolf gerissen wurden, flammt wieder die Debatte auf, ob die Jagd auf  Wölfe freigegeben werden sollte. Der NABU lehnt das als schwerwiegenden Verstoß gegen den Artenschutz ab und fordert, dass der Abschuss von Wölfen weiterhin streng geahndet werden müsse – so, wie es das Bundesnaturschutzgesetz schon bisher regelt: Wer illegal einen Wolf abschießt, der muss mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe rechnen.

Wollen wir mal hoffen, dass das auch so bleibt!

Auf in den verschneiten Tiergarten!

Nach diesem Tipp für Pinguin-Fans gleich noch ein Tipp für Fans des Nürnberger Tiergartens: Wer jetzt die Zeit hat, den Zoologischen Garten am Schmausenbuck zu besuchen, sollte es unbedingt tun. Denn so schön wie in diesen Tagen präsentiert sich der Tiergarten im Winter nur alle paar Jahre einmal: verschneit und zum Teil mit zugefrorenen Weihern und Wassergräben an verschiedenen Tier-Freigehegen.


Wann hat man schon einmal die Gelegenheit, mitten in Mittelfranken einen Eisbären auf einer Eisscholle zu beobachten, wie jetzt Vera, Flocke oder Rasputin? Wenn die weltweite Klimaerwärmung weitergeht wie bisher, wird man so etwas bald nicht mal mehr am Nordpol zu Gesicht bekommen. Die Robben – im Aquapark des Tiergartens gleich in der Nähe der Eisbärenanlage zu finden – scheinen sich über die derzeitigen Minusgrade ebenfalls zu freuen und die Kälte zu genießen. Einen tollen Anblick bieten auch die Giraffen, wenn sie in ihrem eleganten Zeitlupen-Tempo durch ihre verschneite Anlage galoppieren. Und die Wölfe oder die Buntmarder im Schnee zu beobachten, macht einfach Spaß. Also: Nichts wie hin, bevor es wieder wärmer wird!

Wölfe auf Tauchstation

Die spanischen Wölfe, die ich gerne mal sehen würde und die sich bei meinen Besuchen im Tiergarten regelmäßig verstecken, werden sich wohl auch am Samstag, 19. Juli, nicht blicken lassen. Denn am Familientag der Arbeiterwohlfahrt geht es vermutlich hoch her am Schmausenbuck, und da werden sie wohl ihre Rückzugsmöglichkeiten nutzen.

Dafür posiert Flocke, die zwischen 9 und 11, 13 und 14.30 sowie zwischen 15.30 und 17 UhrAusgang hat, wohl vor Publikum. Und nicht nur die Tiere sorgen für gute Laune bei den Besuchern. An der Hauptbühne beim Tiergartenhotel spielt „Redl auf der Bühne“, und in einem „Kinderland“ gibt es eine Hüpfburg, Kinderschminken und verschiedenste Bewegungsangebote. Das gesamte Programmangebot gibt es zwischen 10.30 und 18 Uhr zu den üblichen Tiergarten-Eintrittspreisen.

Die Tiergarten-Wölfe werden also abtauchen, doch daran nimmt sich ein anderer Wolf kein Beispiel: Ute Wolf kommt am Montag nämlich aus ihrem wohlverdienten Urlaub zurück und berichtet dann an dieser Stelle wieder regelmäßig über die Welt der Tiere. Wie ich sie kenne, wird sie in ihrem Urlaub wohl den einen oder anderen Zoo durchforstet haben und darüber auch im Blog erzählen – man darf also auf die nächsten Beiträge sehr gespannt sein. Pech hatte Ute, dass sie das jährliche Journalisten-Sommerfest der Stadt verpasst hat, denn das fand diesmal im Tiergarten statt. Es gab sogar eine kleine Nachtführung, in der Tiergarten-Chef Dag Encke für uns in einige Gehege geleuchtet hat. Turbo, der letzte Gepard Nürnbergs, für den der Tiergarten derzeit weibliche Gesellschaft sucht, war dabei ebenso zu sehen wie die flotten Buntmarder. Nur die Wölfe haben sich mal wieder rar gemacht…