Dag Enckes Vater war kein Zirkusdirektor!

Der Nürnberger Tiergartendirektor Dag Encke ist in der Sendung „ZDF Nachtstudio“ aufgetreten. Dabei ging es um das Thema „Der Zoo – Arche Noah oder Tiergefängnis?“ Moderator Volker Panzer stellte Encke u.a. als Sohn eines „Zirkusdirektors“ und als „Flocke-Papa“ vor.

Es war interessant, während dieses Satzes Enckes Mienenspiel zu beobachten: Er zog ein wenig die Augenbrauen zusammen, grinste dann leicht – aber sagte kein einziges Wort. Aus Höflichkeit? Oder wollte er den Moderator nur nicht belehren und bloßstellen? – Wer weiß? Encke ist den Medien gegenüber eher zurückhaltend. So weigerte er sich zum Beispiel, in der ZDF-Doku-Soap „Nürnberger Schnauzen“ vor die Kamera zu treten. Das überließ er seinem Stellvertreter Helmut Mägdefrau, den Tierärzten Katrin Baumgartner und Bernhard Neurohr sowie verschiedenen Tierpflegern. 

Zurück zum „Zirkusdirektor“: Enckes Vater war in Wirklichkeit natürlich nicht Zirkus-, sondern Zoodirektor. Und zwar in Krefeld. Klein Dag hat also von Anfang an Zooluft geschnuppert, denn das reetgedeckte Haus des dortigen Zoodirektors steht mitten in der Anlage. Am liebsten, so hat Encke mir einmal erzählt, erinnert er sich an den Geruch von Mähnenwölfen. Wem diese Duftnote schon einmal in die Nase gestiegen ist, der mag sich vielleicht wundern – ein wenig streng ist sie nämlich schon. Aber Biologen haben da offenbar ihren eigenen Geschmack…

Abgesehen von dem Fauxpas, der dem Moderator da unterlaufen ist: Bei der Diskussion hat sich Encke wieder einmal als glänzender Rhetoriker gezeigt, wie wir das zum Beispiel schon im Stadtrat (beim Plädoyer für den Bau der Lagune) erlebt haben oder am Tag, als Flocke in ihr Freigehege eingezogen ist und der Weltpresse vorgestellt wurde. Nürnberg und sein Tiergarten haben sich mit diesem Direktor sehr sympathisch im Fernsehen darstellen können – keineswegs weniger einprägsam als Leipzig mit seinem Zoochef Jörg Junhold, der ebenfalls in der Runde saß und als äußerst medienerfahren gilt.

Leider nur dürften nicht allzu viele Zuschauer die Sendung gesehen haben: Sie läuft nämlich nach Mitternacht. Wer sie versäumt hat, wie ich übrigens auch, kann sie aber am Computer hier anschauen. Auf dieser ZDF-Startseite dann auf „Mediathek“ klicken,  weiter auf „Sendung verpasst?“ Dann muss man nur noch auf Sonntag, 26. April, und bei der Uhrzeit bis ans Ende des Tages gehen. Dauert gut ein Stunde. Viel Spaß!