Stolz wie ein Pfau

pfau.jpg„Stolz wie ein Pfau“ sagt man ja üblicherweise. Wie es zu dieser Redensart kommt, konnte ich kürzlich bei meinem Besuch im Karlsruher Zoo  richtig nachvollziehen. Als ich dort gemeinsam mit vielen Besuchern zuschaute, wie die beiden alten Elefantendamen auf der Freianlage von ihrem Pfleger mit Wasser abgespritzt wurden, fühlte sich ein anderer Zoobewohner offensichtlich nicht genügend beachtet: ein Pfau. Kurzerhand marschierte er an die Stelle des Geheges, wo das Publikum beste Sicht auf ihn hatte und legte los. Er entfaltete die ganze Pracht seiner Schwanzfedern und schlug mit ihnen das berühmte fächerförmige Rad, bei dem man die schillernden Federn mit den blau irisierenden „Augen“ so gut bewundern kann.

In dieser Macho-Pose stolzierte er ein paar kleine Tippelschrittchen hin und her und drehte sich mal ein wenig nach der einen, mal nach der anderen Seite – gerade so, als wollte er den Besuchern, die sofort Fotoapparate, Handys und Kameraus zückten, ideale Bedingungen bieten. Das Schauspiel hielt so lange an, wie die Elefanten von ihrem Pfleger betreut wurden. Offenbar konnte es der Pfau nicht ertragen, dass andere Tiere als er im Mittelpunkt des Interesses standen und produzierte sich dementsprechend.

Übrigens dienen die Pfauen-„Augen“ eigentlich dazu, Feinde abzuschrecken: Die sollen denken, die Augen gehörten zu großen Säugetieren. Ein Pfauen-Hahn kann die Schwanzfedern außerdem in laut rasselnde Bewegung versetzen,  um Feinde in die Flucht zu schlagen. Und dann sollen sie auch noch die „Angebetete“ beeindrucken. Es gibt sogar die Theorie, dass Pfauen-Hennen umso mehr Nachwuchs kriegen, je mehr Augen das Männchen auf seinen Schwanzfedern vorweisen kann.

Ja, so geht es zu auf dem tierischen Jahrmarkt der Eitelkeit. Vorsicht ist dabei allerdings geboten: Sonst ergeht es einem schnell wie dem Frosch in der römischen Fabel, der sich vor lauter Stolz so weit aufblies, bis er schließlich platzte.  

Hippo-Fieber in Karlsruhe

hippos1.jpgBei meinem Besuch im Karlsruher Zoo habe ich ein Highlight entdeckt: das „Dickhäuterhaus“ mit Elefanten (zwei alten Kühen, aber bestens drauf!)  und Flusspferden. Da ist mir wieder bewusst geworden, wie sehr im Nürnberger Tiergarten diese liebenswerten Kolosse fehlen.

Das Paar in Karlsruhe heißt Platsch und Käthi. Obwohl beide schon 22 Jahre alt sind, bieten sie dem Besucher noch eine Menge für sein Geld. Noch nie habe ich in einem Zoo so lebhafte Hippos gesehen wie in Karlsruhe. Im Freigehege hinter dem „Dickhäuterhaus“ haben sie eine kleine Wasserlandschaft. Dort scheinen sie sich pudelwohl zu fühlen, stehen nicht träge im Wasser herum, sondern schwimmen und amüsieren sich sichtlich.

Als ich da war, entschlossen sich Platsch und Käthi, Jagd auf eine Graugans zu machen. Der Vogel war wohl zufällig im Gehege gelandet und wollte auch ein kleines Bad nehmen. Platsch und Käthi tauchten unter, um ganz knapp vor der Gans wieder an die Oberfläche zu kommen und sie gehörig zu erschrecken. Die Gans flatterte aufgeregt weg, beruhigte sich dann und landete wieder auf dem Wasser. Da begannen Platsch und Käthi, sie von zwei Seiten zu beobachten und einzukesseln. „Die Gans isch in dr Falle!“, schrie ein kleiner – offenbar aus der Schweiz kommender – Bub neben mir. Und tatsächlich machten sich die beiden Flusspferde daran, den Wasservogel in die Zange zu nehmen. In welche Richtung er auch zu entkommen versuchte – immer war ein Flusspferd da und versperrte ihm den Weg. Fast wie beim Hasen und dem Igel.

hippos2.jpgDas Ganze ging dann doch gut aus: Die Gans flatterte unversehrt – wenn auch deutlich entnervt – davon. Und die beiden Dickhäuter konnten sich auf ihr „Abendbrot“ freuen, das ihnen kurz danach im Inneren des Hauses serviert wurde. Die vielen Besucher hatten eine Riesenfreude, zu verfolgen, wie ganze Gemüse- und Heuberge im Bauch von Platsch und Käthi verschwanden.

Schade, dass wir in Nürnberg dieses Vergnügen nicht mehr haben. Wenn ich an unseren alten Webbi zurückdenke, der war ja auch ein echter Publikumsliebling. Pläne für Umbau und Neugestaltung des alten Nilpferdhauses gibt es zwar längst, aber bis zur Umsetzung dürfte es noch eine ganze Weile dauern. Das liebe Geld fehlt halt wieder einmal.  

"Eiskühe" im Karlsruher Zoo

eisk_he.jpgJeder Urlaub geht mal zu Ende, auch meiner. Die Arbeit hat mich wieder – frei nach Goethes „Faust“.

Gott sei Dank ist diesmal ja im Tiergarten nichts Schlimmes vorgefallen, so dass Marco Puschner auch nicht so viel Arbeit mit meiner Vertretung hatte wie früher schon.

Ich war tatsächlich im Karlsruher Zoo und habe mir u.a. die Eisbären-Anlage angeschaut. Da zurzeit auf diesem Zoogelände gleich drei große Baustellen im Gange sind, kam ich zuerst von hinten an das Gehege heran – und war doch ziemlich verblüfft, als ich folgendes sah: zwei Eisbären, die auf einer Wiese friedlich grasten wie Kühe! Nun weiß ich schon, dass auch Eisbären ab und zu Grünzeug für eine ausgewogene Ernährung brauchen. Aber dieses Bild fand ich doch ziemlich ungewöhnlich, deshalb möchte ich es hier zeigen.

Das große weiße Ding auf dem Foto ist übrigens der „künstliche Eisberg“, mit dem der Zoo Karlsruhe ziemlich viel Reklame macht, seit die neue Eisbären-Anlage eröffnet wurde. Also ich weiß ja nicht – besonders beeindruckt hat mich der „Eisberg“ nicht, war er doch schon ganz schön veralgt und fleckig. Vielleicht müsste man ihn mal generalreinigen. Auch sonst – hoffentlich nimmt mir das in Karlsruhe niemand übel – muss ich doch sagen: Das Eisbären-Gehege im Nürnberger Tiergarten finde ich viel schöner, vor allem auch abwechslungsreicher für die Tiere.

eisberg.jpgDie Karlsruher Eisbären heißen Vitus, Nika (beide im Jahr 2000 geboren) und Larissa (Jahrgang 1990). Auf der anderen Seite des „Eisbergs“ sieht ihre Anlage ziemlich zubetoniert aus, wie man auf dem zweiten Foto sieht. Der hier abgebildete Bär hat vermutlich Geräusche aus dem Pfleger-Eingang gehört, den man links sieht. Er ist nämlich immer wieder neugierig hingelaufen, kam aber natürlich nicht durch das Gitter hindurch. Die rechteckige Öffnung im künstlichen Felsen (rechts) ist der Zugang ins Innengehege für die Bären.

Wie finden Sie/findet Ihr die Eindrücke aus Karlsruhe? Ich würde mich sehr über andere Meinungen freuen.

Blogger-Burn-Out: ohne mich!

flockeshow.jpgKollegin Petra Nossek-Bock hat ja schon in ihrem Blog „Marienstraße“ über das gefürchtete Phänomen des „Blogger-Burn-Out“ geschrieben. Das habe ich mir sehr zu Herzen genommen. Schließlich gehe ich auch auf die Fünfzig zu und möchte nicht enden wie die beiden amerikanischen Blogger. Deshalb lege ich jetzt mal eine Pause ein und mache ein paar Tage Urlaub.

Als Zoo-Fan kann ich allerdings auch dann, wenn ich frei habe, nicht ganz darauf verzichten, mich mit Zoologischen Gärten zu beschäftigen. Eine Sucht darf sich jeder leisten, bei mir ist es eben die. Deshalb werde ich den Karlsruher Zoo besuchen. Kenner der Zoo-Szene erinnern sich bestimmt, dass von dort die vier Eisbären herkamen, die im Nürnberger Tiergarten im März 2000 erschossen wurden. Mal schauen, wie es jetzt mit der Eisbärenhaltung in Karlsruhe ausschaut.

Wenn ich mich in den nächsten Tagen erhole, wird mein Kollege Marco Puschner wieder ab und zu dafür sorgen, dass mein Blog auch während meines Urlaubs nicht völlig verwaist. Marco hat mich ja schon im Februar gut vertreten.

Hoffentlich naht im Tiergarten Nürnberg nicht wieder ein Unheil, wenn ich weg bin – das war ja schon öfter der Fall. Vor meinem letzten Urlaub hatte ich das in meinem Brief an Flocke auch befürchtet, und prompt haben die Muntjaks zugeschlagen und die Kleinen Pandas gemeuchelt. Wer weiß, was diesmal wieder passiert.

Also – allen, die weiterarbeiten müssen bis Pfingsten: eine gute Zeit! Vor allem natürlich unserer Flocke, die täglich mehrere „Vorstellungen“ in ihrem Gehege zu absolvieren hat. Für Pfingsten erwartet man ja wegen der zum „Dreegbären“ mutierten Eisprinzessin mit die höchsten Besucherzahlen. Da soll sie bloß nicht den Tiergarten und unsere Stadt blamieren!