Erdmännchen erobern Nürnberger Tiergarten

Sie stehen auf der Beliebtheitsskala in deutschen Tiergärten ganz weit oben: Die Erdmännchen. Ob in den Zoos von Rostock, Köln, Frankfurt oder Leipzig – weit vor Elefanten, Löwen und Affen faszinieren die kleinen Kerle Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Seit heute gibt es auch im Tiergarten Nürnberg eine Erdmännchenanlage. Hier sind die Erdmänner zusammen mit  Fuchsmangusten untergebracht. Die Tiere stammen aus Zoos in vier EU-Nationen: die Fuchsmangusten kamen aus Großbritannien (London) und Belgien (Antwerpen), die Erdmännchen aus den Niederlanden (Emmen) und Deutschland (Leipzig).
Das Erdmännchen (Suricata suricatta) ist eine Säugetierart aus der Familie der Mangusten (Herpestidae). Mit ca. 750 Gramm Lebendgewicht ist es eine der kleinsten Arten, es hat ein hellgraues Fell mit unauffälligen Querstreifen. Erdmännchen leben ursprünglich in Gruppen von vier bis neun Tieren in trockenen Regionen im südlichen Afrika. Auffallend und für Zoobesucher besonders witzig ist ihr ausgeprägtes Sozialverhalten. Oft steht eines der Tiere exponiert auf seinem Wachposten und beobachet mit höchster Aufmerksamkeit, ob sich potenzielle Feinde nähern könnten. Die anderen Erdmänner vertrauen ihrem Wächter vollkommen und fressen, putzen sich oder spielen. Erdmännchen ernähren sich vorwiegend von Insekten. Und: Sie zählen nicht zu den bedrohten Tierarten. Übrigens werden Erdmännchen ab und zu mit den in Nordamerika lebenden Präriehunden verwechselt. Diese sind allerdings Nagetiere und mit den Erdmännchen nicht näher verwandt.
In der Nürnberger Anlage wurde der Lebensraum der Tiere, die Savanne des südlichen Afrikas, detailliert nachgebaut: Gräser, Büsche und Felshöhlen bereichern die Anlage. Damit sich die kleinen Mangusten nicht auf und davon machen, und um eine gute Sicht auf die Tiere freizugeben, wurde eine Gehegeeinzäunung mit sehr eng gesetzten Drähten, ähnlich der Besaitung einer Harfe, gewählt.

Weil Erdmännchen so putzige Tier sind, gab es auch immer wieder interessante Filme über sie : In der BBC-TV-Dokumentation „Die letzten Drachen“ wurde z.B. gezeigt, wie abgerichtete Erdmännchen zum Aufspüren von Schlangen in städtischen Wohnungen eingesetzt werden. Und in der Walt-Disney-Produktion „Der König der Löwen“, einem Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1994, ist eine der Hauptfiguren ein Erdmännchen namens Timon. Gleich um eine komplette Familie von Erdmännchen dreht sich die Handlung im Kinofilm „Wächter der Wüste“ von James Honeyborne aus dem Jahre 2008.

Ich bin gespannt, wie schnell sich die Nürnberger Erdmännchen und Fuchsmangusten zu Publikumslieblingen entwickeln!

Die schielende Heidi ist tot

Typisch. Kaum fährt die Autorin dieses Tierblogs Ute Wolf alias uwo mal ein paar Tage in den Urlaub, schon überstürzen sich die Ereignisse. Die traurige Nachricht des Tages: Heute früh musste im Leipziger Zoo das weltberühmte schielende Opossum Heidi eingeschläfert werden. uwo hat hier natürlich schon mehrfach über Heidi als tierisches Phänomen geschrieben. Noch Ende August war in ihrem Beitrag „Wenn Beutelratten alt werden“ alles Wissenswerte über den sächsischen Star zu lesen. Ich erspare Ihnen deshalb weitere Details – als Greuther-Weib stecke ich sowieso nicht so im Thema drin.
Um es also kurz zu machen: Heidi hatte mit 3,5 Jahren ein – offensichtlich – biblisches Opossum-Alter erreicht. Möge sie mit Krake Paul, Eisbär Knut, der Elefantendame Yvonne und dem Nürnberger Flusspferd Webbi vom Tierhimmel aus auf alle Zoos und Tiergärten dieser Welt herabblicken und sich – vielleicht – ihren Teil denken.
Einen ausführlichen Artikel zu Heidis Tod kann man hier lesen.

Der Heidi-Rummel geht weiter

Die meisten werden sich an das schielende Opossum Heidi erinnern, das vor ein paar Monaten weltweit zum Superstar wurde. In letzter Zeit war es still geworden um die Beutelratte im Leipziger Zoo. Heidi, die aus einem dänischen Zoo nach Sachsen kam, musste während der vergangenen Monate in der Quarantänestation des Leipziger Zoos ausharren. Das heißt: Zoobesucher bekamen sie nicht zu Gesicht. Sie sollte während der Quarantäne auch eine Abmagerungskur machen. Denn man vermutet, die Fehlstellung ihrer Glupschaugen ist auf Fetteinlagerungen in ihren Augenhöhlen zurückzuführen.

Heute nun kehrte Heidi ins Rampenlicht der Öffentlichkeit zurück. Sie ist in ihr Gehege in der neuen Tropenhalle „Gondwanaland“ des Leipziger Zoos umgezogen. Fotografen, Kamerateams und Journalisten durften dabei sein und über das Ereignis berichten. Heidi nahm den Medien-Hype gelassen. Zuerst lockte man sie mit einem Hunde-Leckerli und einem Stück Birne aus dem Transportkäfig. In ihrem neuen, 30 Quadratmeter großen Zuhause fühlte sich Heidi dann offensichtlich sehr schnell heimisch. Sie verschwand postwendend in einem hohlen Baumstamm und legte ein kleines Schläfchen ein. Übrigens hat die Diät funktioniert: Heidi hat ungefähr ein Kilo abgespeckt und wiegt jetzt 4,3 Kilo, das entspricht in etwa dem Normalgewicht. Ihren Silberblick hat sie allerdings beibehalten – aber der macht ja gerade Heidis Charme aus!

Für die Zoobesucher heißt es jedoch weiterhin: abwarten und Tee trinken. Sie können Heidi erst dann leibhaftig bewundern, wenn das „Gondwanaland“ am 1. Juli für das Publikum eröffnet wird.

Schöner als Flocke?

Flocke„Schöner als Flocke“: Mit diesem Slogan wird derzeit in einer Kleinanzeige in der Rubrik „Tiermarkt“ der „Nürnberger Zeitung“ geworben. Allerdings nicht für süße kleine Eisbären, sondern für weiße Schäferhund-Welpen, die natürlich reinrassig sind, außerdem gechipt, geimpft, entwurmt etc.

Sind jetzt also alle weißen, knuddeligen Tierbabys Flocke oder Knut? Nur weil die eine Zeitlang die Schlagzeilen in den Medien beherrscht haben? Da darf man direkt gespannt sein, ob sich demnächst auch flauschige weiße Angora-Zwergkaninchen mit Flocke vergleichen lassen müssen. Oder wird es bei denen – in Anspielung auf den den neuesten tierischen Medienstar, das berühmte schielende Opossum im Leipziger Zoo – eher heißen: „Putziger als Heidi“?

Leipziger Zoo-Chef spricht in Nürnberg

Der Zoo Leipzig (gegründet 1878) hat sich in den letzten Jahren mit fast atemberaubendem Tempo zu einem der modernsten und attraktivsten Zoologischen Gärten in der Bundesrepublik entwickelt. Er hat eine ganze Reihe Highlights zu bieten: Die Menschenaffenaffenanlage „Pongoland“, wo die Max-Planck-Gesellschaft eine Forschungseinrichtung betreibt, die Löwen-Savanne „Makasi Simba“, die „Tiger-Taiga“, die Lippenbärenschlucht,  die weitläufige „Kiwara-Savanne“ für Giraffen, Antilopen, Zebras und Gazellen, gleich daneben den Okapi-Wald  und den umwerfenden Elefanten-Tempel „Ganesha Mandir“. Das sind die wichtigesten neuen Anlagen, die in den vergangenen Jahren neu entstanden sind.

Der ursprünglich als städtischer Eigenbetrieb geführte Zoo wurde im Jahr 2000 in eine GmbH umgewandelt. Geschäftsführender Direktor ist Jörg Junhold, der seit 1997 den Zoologischen Garten in Leipzig leitet. Junhold gilt in der Zoowelt als Visionär, der den Leipziger Zoo auf den Weg zum „Zoo der Zukunft“ bringt. Junhold (Jahrgang 1964) hatte schon als Kind den Traum, später einmal Zoodirektor zu werden. Er studierte  Tiermedizin und begann ein Forschungsstudium an der chirurgischen Tierklinik der Uni Leipzig. Nach seiner Promotion war er drei Jahre lang im Marketing-Management eines großen Tierfutter-Herstellers tätig, bevor er die Leitung des Leipziger Zoos übernahm.

Seine Fähigkeiten als Manager hat er beeindruckend unter Beweis gestellt. Innerhalb eines Jahrzehnts hat er den Zoo völlig umgekrempelt und zu riesigem Erfolg geführt. Dabei hat ihn der Mitteldeutsche Rundfunk allerdings auch tatkräftig unterstützt: Die im Leipziger Zoo gedrehte Doku-Soap „Elefant, Tiger & Co“, die 2003 erstmals gesendet wurde, erreichte bundesweit hohe Zuschauerzahlen und machte eine Riesen-Werbung für den Tierpark, die Junhold geschickt zu nutzen wusste.

Alle Zoo-Freunde im Großraum Nürnberg dürfte es daher wohl interessieren, wenn Jörg Junhold Einblick in seine Arbeit gibt. Der Zoo-Chef kommt am Mittwoch,  8. Oktober, zu einem Vortrag nach Nürnberg. Um 18 Uhr spricht er im Historischen Rathaussaal der Stadt Nürnberg über „Anspruch und Wirklichkeit eines Zoos im 21. Jahrhundert“. Der Vortrag ist öffentlich.