Urlaubstipp: Zoo Rostock

Auch wenn dieser Sommer seinen Namen nicht verdient: Wir haben Sommerferien in Bayern. Sollte der eine oder andere meiner Leser vorhaben, im Urlaub an die Ostsee zu fahren, dann hätte ich einen guten Tipp für einen Schlechtwetter-Tag – und davon haben die meisten Feriengäste dort oben zur Zeit ja jede Menge.

Also: Der Besuch des Rostocker Zoos ist auf  jeden Fall lohnenswert. Ich war vor ein paar Wochen selbst dort und kann die Einrichtung nur jedem ans Herz legen. In dem Zoologischen Garten leben rund 1700 Tiere aus 250 Arten. Von einem „Garten“ kann man beim Rostocker Zoo übrigens mit Fug und Recht sprechen – er ist nämlich auch unter botanischen Gesichtspunkten äußerst reizvoll. So gibt es dort zum Beispiel einen Riesen-Mammut-Baum, eine altehrwürdige Eichenallee, und in der Zoo-Gärtnerei werden über 170 Dahliensorten gezüchtet; die dürften ja zurzeit alle blühen.  Viele Pflanzen auf dem Zoogelände sind auch mit Namensschildern versehen.

Aber natürlich besucht man einen Zoo nicht wegen besonders schöner Pflanzen, sondern in erster Linie wegen der Tiere. Wenn ich anderswo in einem Zoo bin, erkundige ich mich immer, ob es dort Tiere gibt, die aus dem Nürnberger Tiergarten stammen. Das ist in Rostock im Augenblick nicht der Fall. Zwar war die letzte Nürnberger Elefantendame Yvonne im Sommer 2008 nach Rostock gezogen, sie musste aber im Frühjahr 2009 eingeschläfert werden, wie hier berichtet. Yvonne lebte in ihrer kurzen Rostocker Zeit mit der Afrikanischen Elefantin Sara zusammen, die man im Zoo noch besuchen kann: trotz ihres hohen Alters ein, wie ich finde, majestätisches Tier, das mich durch seine Größe und Haltung sehr beeindruckt hat. Sara, die nach dem Tod von Yvonne ihr Dasein leider ohne Artgenossen fristen muss, wurde übrigens mit Afrikanischen Ziegen vergesellschaftet; beiden Tierarten scheint das zu gefallen.

Im Rostocker Zoo lebt außerdem Vienna. Die Eisbärin ist die Mutter von Vilma, die – alle Nürnberger Tiergarten-Fans werden sich wohl erinnern – eine Zeitlang im Nürnberger Tiergarten lebte. Im Dezember 2007 hatte Vilma zwei Babys geboren, die fast gleichzeitig mit Flocke zur Welt kamen. Vilma hatte die beiden Jungen jedoch nach ein paar Wochen verloren.

Während die Eisbären-Anlage auf der „Bärenburg“  in Rostock leider völlig veraltet ist, gibt es in dem Zoo eine ganze Reihe anderer, äußerst attraktiv gestalteter Tiergehege und -häuser. So kann man durch eine Glasscheibe in einer künstlichen Höhle die Erdmännchen von ganz nahe beobachten (leider ist das Foto wegen des Regens an meinem Zootag in Rostock nicht besser gelungen). Auch für die Schneeleoparden hat man eine riesige Anlage eingerichtet, in die man vom Inneren eines Felsens durch einige Gucklöcher besonders beeindruckende Einblicke hat. Weitere Attraktionen sind das Südamerika-Haus, die Krokodil-Halle, die Eulen-Scheune und der Regenwald-Pavillon. Auf keinen Fall verpassen sollte man die Fütterung der Fischotter, die gemeinsam mit Waschbären in einem Gehege leben. Die meisten Waschbären sieht man erst, wenn sie zur Fütterung von den Bäumen herunterkommen, wo sie sich sonst meistens gut verstecken.

Der Rostocker Zoo ist außerdem eine sehr familienfreundliche Einrichtung, die eine Menge für Kinder jeden Alters bietet: Wasserspiele entlang eines eigenen Wasserweges, Erfahrungs- und Experimentierstationen, Abenteuerspielplatz und Streichelzoo. Besonders interessant für Kinder finde ich das Verwandlungs-Haus, in dem man z. B. den Weg vom Ei zum Küken oder von der Raupe über die Puppe zum Schmetterling verfolgen kann. Auch der „Magische Tierpfad“ mit geheimnisvollen Wissensbüchern dürfte allen Kindern Spaß machen.

Nicht mehr zeitgemäß ist in Rostock außer der „Bärenburg“ auch die Anlage für Menschenaffen. Das hat aber einen besonderen Grund: Im nächsten Jahr eröffnet der Zoo Rostock das Darwineum, in dem er das „Abenteuer Evolution“ für die Zoobesucher nacherlebbar machen will. Bis dahin müssen sich die Primaten noch gedulden, dann bekommen sie eine echtes Luxus-Gehege.

Noch ein letzter Tipp für den Zoobesuch in der Hansestadt: Es gibt mehrere Eingänge in den Zoo. Ich empfehle den Eingang Trotzenburg (auch erreichbar mit den Straßenbahn-Zoolinien 3 und 6): Man gelangt dort zunächst in den alten Teil des Zoos, der auf einem ehemaligen Parkgelände eingerichtet wurde, und gelangt denn beim Rundgang durch einen Tunnel, der unter einer Straße hindurchführt, in den neuen Teil des Zoos. – Weitere Infos zum Zoo Rostock sind hier zu finden.

 

 

 

Flocke bleibt noch bis Februar!

FlockeUnd wieder eine gute Nachricht – diesmal für alle Flocke-Fans: Die berühmte Eisbärin verlässt Nürnberg doch noch nicht im Januar 2010, wie es ursprünglich geplant war, sondern voraussichtlich erst Mitte Februar.

Grund für den späteren Umzug von Flocke und ihrem Gefährten Rasputin an die Côte d’Azur ist, dass die neue Meerwasser-Anlage für Eisbären im „Marineland“ in Antibes noch nicht fertig ist. Deshalb hat die Zooleitung beim Tiergarten angefragt, ob Flocke und Rasputin noch eine Zeitlang in Nürnberg bleiben könnten.

Der nun ins Auge gefasste Umzugstermin Mitte Februar lässt sich mit den Plänen, die man am Schmausenbuck in Sachen Eisbären-Haltung schmiedet, gut vereinbaren: Sobald Flocke und Rasputin in Südfrankreich sind, soll Felix, Flockes Papa, der zurzeit im Rostocker Zoo lebt, wieder nach Nürnberg zurückkehren und Flockes Mutter Vera möglichst wieder decken.

Wir Nürnberger freuen uns schon und hoffen auf gesunde Eisbärenbabys im nächsten Winter!

Yvonnes allerletzte Reise

Rüssel auf Halbmast: Yvonne, die letzte Nürnberger Elefanenkuh ist tot. Sie wurde heute im Zoo von Rostock eingeschläfert. Dorthin war sie im Sommer letzten Jahres umgezogen, weil sie im Nürnberger Tiergarten als einziger Dickhäuter übriggeblieben war.

Yvonne, die ihre Pfleger auch „Bibi“ nannten, hatte fast 40 Jahre am Schmausenbuck gelebt, von 1969 bis 2008. Geboren wurde sie in Afrika im Jahr 1967. Beim Zoopublikum war Yvonne sehr beliebt, und viele Tiergartenbesucher trauerten der alten Elefantenkuh nach, als sie ihre letzte Reise an die Ostsee antrat.

Doch dort hat sie noch ein paar angenehme Monate mit ihrer neuen Gefährtin Sara erleben dürfen. Auch die Elefanten-Anlage in Rostock war für sie bequemer – in Nürnberg war der Weg zum Freigehege zu beschwerlich für sie geworden, weil er ziemlich ansteigend verläuft. In Rostock dagegen ist das Gelände eben.

Heute fanden ihre Pfleger Yvonne auf dem Boden liegend vor. Selbst mit Unterstützung der Feuerwehr und eines Krans gelang es nicht, die alte Dame wieder aufzurichten und zu behandeln. Offenbar hatte sie eine Herz-Kreislauf-Attacke erlitten. Schließlich gab es keine andere Möglichkeit, als sie zu erlösen und einzuschläfern.

Kein Zickenkrieg in Rostock

Viele Nürnberger hatten mitgezittert, als Yvonne, „unsere“ afrikanische Elefantenkuh, vor ungefähr zwei Wochen Nürnberg für immer verlassen hat und in den Zoo Rostock umgezogen ist.

Würde so ein altes Tier – Yvonne lebte immerhin seit 1969 am Schmausenbuck – eine so weite Reise noch verkraften können?  Kann sie sich überhaupt noch an ein neues Zuhause gewöhnen? Und wie würde sie sich mit der Rostocker Elefantin Sara verstehen?

sara.jpgDass die Reise an die Ostsee gut verlaufen ist, habe ich ja hier schon vermelden können. Nun gibt es die nächste gute Nachricht: Yvonne und Sara haben sich schnell angefreundet, keine Rede von Zickenkrieg. Die Rostocker Zoobesucher können die zwei Seite an Seite im Freigehege beobachten.

Beide afrikanische Elefantendamen haben schon ein gesegnetes Alter erreicht: Yvonne ist 41, Sara 46. Sara ist zwar ein ganzes Stück kleiner  als Yvonne, doch das scheint die beiden Dickhäuter nicht zu stören.  

   

Mach´s gut, Yvonne!

yvonnecontainer.jpgDie Nürnberger unter den Lesern dieses Blogs hatte ich ja schon vor Monaten gewarnt: Wenn sie die alte Elefantendame Yvonne vor ihrer Abreise nach Rostock noch einmal im Nürnberger Tiergarten besuchen wollen, sollten sie es bald tun.

Nun ist es also so weit: Yvonne, die seit 1969 hier lebende afrikanische Elefantenkuh, hat Nürnberg verlassen. Ein Umzug, der es in sich hat: Die Feuerwehr hat einen Kran zur Verfügung gestellt, um einen mehrere Tonnen schweren Container mitsamt der Elefantin auf einen speziellen Schwertransporter zu verladen – echte Millimeterarbeit unter den beengten Verhältnissen im Elefantenhaus!

Begleitet wurde Yvonne auf ihrer Reise an die Ostsee von ihrem Pfleger Oliver Pürkel und Tierärztin Katrin Baumgartner. Die berichtete, Yvonne sei während des gesamten Transports ruhig und entspannt gewesen. Sie ist in Rostock bereits in ihr neues Haus gelaufen und soll in den nächsten Tagen Kontakt zu ihrer neuen Gefährtin Sara aufnehmen.

Yvonne war seit letztem August nach dem Tod der indischen Elefantin Kiri allein im Nürnberger Tiergarten. Der Zoo will in absehbarer Zeit wieder Elefanten halten: entweder nicht zuchtfähige Elefantenkühe oder noch nicht geschlechtsreife Jungbullen. Die Haltung soll vom bisherigen direkten Kontakt zwischen Tieren und Pflegern auf geschützten Kontakt umgestellt werden. 

Kann man Elefantin Yvonne einen Umzug zumuten?

Elefantendame Yvonne mit PflegernJetzt ist es so gut wie sicher: Unsere Afrikanische Elefantenkuh Yvonne wird bald in den Tierpark von Rostock umziehen. Alle drei Elefantenpfleger aus dem Zoo an der Ostsee waren in Nürnberg, alle drei haben sich mit der alten Dame angefreundet und sind der Meinung, man könnte es mit ihr in Rostock versuchen. Als letzter war während dieser Woche Denny Brechlin am Schmausenbuck zu Gast (siehe Foto). Und auch er kam ganz gut mit ihr zurecht.

Klar, mit 40 Jahren bringt es schon eine gewisse Belastung für das Tier mit sich, noch einmal so eine weite Reise anzutreten und sich an eine neue Umgebung zu gewöhnen. Aber im Nürnberger Tiergarten ist es ja auch kein Zuckerlecken mehr für Yvonne: immer allein, ohne Kiri, außer den Pflegern keine Gesellschaft. Elefanten sind nun mal keine Einzelgänger wie z.B. Eisbären.

Vielleicht kann sich Yvonne in Rostock noch mit der dortigen Seniorin Sara anfreunden. Die ist – im Gegensatz zur Inderin Kiri – auch Afrikanerin und sogar noch älter als Yvonne.

Hier in diesem Blog hat vor Wochen jemand Bedenken geäußert, ob es ausgerechnet Rostock sein muss. Die Haltungsbedingungen dort seien noch schlechter als am Schmausenbuck. Ich habe mich nun bei Denny Brechlin danach erkundigt. Also: Das Haus ist in etwa gleich groß, und der Außenbereich wird derzeit erweitert. Eine gewisse Erleichterung könnte es für Yvonne sein, dass sie nicht mehr wie bisher bergauf laufen muss, um ins Freigehege zu gelangen: in Rostock sind beide Bereiche auf einer Ebene. Und: Die Tiere können den ganzen Tag über frei wählen, ob sie sich lieber innen oder außen aufhalten möchten.

Mich würde Ihre/Eure Meinung interessieren: Ist es richtig, Yvonne nach Rostock zu „verpflanzen“?

P.S.: Der Tiergarten wird danach kein Zoo ohne Elefanten sein: Nach kleineren Umbauarbeiten am Elefantenhaus werden höchstwahrscheinlich „Flatliner“-Elefantenkühe nach Nürnberg kommen (Weibchen ohne Zyklus).

"Flocke", "Vilma", Felix": Das Tierkarussell dreht sich

Felix in GelsenkirchenDas Tierkarussell, es dreht sich in diesen Tagen ganz schnell. Am 6. Februar muss Eisbärin „Vilma“ – frei nach dem Motto „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“ – den Nürnberger Tiergarten wieder verlassen.  Mit einem Spezialtransport geht es für sie ab in Richtung Rostock. Aus dem dortigen Zoo war sie 2004 zum Schmausenbuck gekommen, nun kehrt sie dorthin zurück.

Die Verantwortlichen im Tiergarten betonen, dass sie nicht abgeschoben wird, weil sie ihre beiden Jungen aufgefressen hat. Vielmehr reicht der Platz in Nürnberg nicht mehr: In „Vilmas“ Gehege zieht im Frühjahr die kleine „Flocke“ ein. Nebenan wohnt „Flockes“ Mama „Vera“, und auch der Papa des Eisbär-Babys, „Felix“ kommt schon in dieser Woche von Gelsenkirchen zurück.

„Felix“ war aus Sicherheitsgründen im Herbst dorthin ausgeliehen worden, denn er wäre eine tödliche Gefahr für die zu erwartenden Eisbär-Babys am Schmausenbuck gewesen. Geplant ist nun, dass er „Vera“ wieder deckt. Sollte das klappen, könnte „Vera“ vielleicht im zweiten Anlauf beweisen, dass sie wirklich eine gute Mutter ist – wenn man sie nur in Ruhe lässt und nicht bei der Aufzucht stört.

„Auf Schalke“ kam „Felix“ allerdings nicht so zum Zug, wie man es gern gesehen hätte: Eigentlich sollte er nämlich seinem Ruf als „Babymacher“ gerecht werden und auch die Gelsenkirchener Eisbären-Dame „Lara“ beglücken. Daraus wird nun nichts mehr.