Immer der Milchstraße nach!

Mistkäfer mögen nur ein winziges Gehirn besitzen – doch das reicht ihnen aus, um die Sterne zur Navigation zu nutzen: Wissenschaftler haben jetzt am Mistkäfer als erstem Insekt nachgewiesen, dass er sich an der Milchstraße orientiert. Bisher war lediglich bekannt, dass verschiedene Vögel und Robben sich ihren Weg von bestimmten Sternen weisen lassen.

Für die neue Erkenntnis haben schwedische und südafrikanische Forscher Versuche mit Mistkäfern sowohl unter freiem Himmel als auch im Planetarium von Johannesburg durchgeführt und über die Ergebnisse im Fachblatt „Current Biology“ berichtet. Die Käfer nutzen demnach das Licht der Milchstraße, wenn sie die für ihren späteren Nachwuchs als Nahrung bestimmten Kotkugeln auf möglichst schnurgeradem Weg von einem Dunghaufen wegrollen. Zwar können sie sich auch nach dem Mondlicht richten, doch die Milchstraße weist ihnen selbst in mondlosen Nächten einen sicheren Weg. Dabei orientieren sich die Käfer nicht an einzelnen Sternen, sondern am Licht der ganzen Milchstraße.

Schon in früheren Studien haben die Forscher erkannt, dass Mistkäfer ihren Kurs nach dem Licht von Sonne und Mond ausrichten. Dazu klettern sie immer wieder auf die Dungkugel und führen auf ihr regelrechte Tänze auf: Diese Bewegung dient dazu, den Sonnenstand genau festzustellen. Ein solcher „Tanz“ ist auch auf dem oben gezeigten Foto zu sehen (Foto: Dacke et al./Current Biologie).