Mrz

23

2012

Musik ist geistiges Eigentum! Pop auch!!

Veröffentlicht von david in der Kategorie Allgemein | 4 Kommentare

Ein Glück hatte bereits der letzte Blockbeitrag die Nummer 33, sonst hätte ich mir erstmal einen eingeschenkt bevor es losgeht. Oder zwei. Oder so.

Der Aufreger des gestrigen Tages stammt ohne Zweifel von Element Of Crimes Sven Regner, der sich beim Interview für den Zündfunk zum Thema Urheberrecht auslässt (LINK) und damit manch einen Auto fahrenden Radiohörer dazu gebracht hat, rechts ran zu fahren:

“… Ein Geschäftsmodell, das darauf beruht, dass diejenigen, die den Inhalt liefern, nichts bekommen, das ist kein Geschäftsmodell, das ist Scheiße… Ich kann vor allem diese ganzen asozialen Leute nicht mehr hören, die sagen, diese Künstler, die sind sowieso alles Nutten, wenn sie es für Geld machen. …” lauten nur zwei drastische Sätze von knapp über 5 Minuten Interview.

Die Meinungen über Regners Worte gehen weit auseinander. Auf seine ganze Rede einzugehen, wäre sicherlich Buch-füllend. Aber es gibt Punkte, zu denen auch im Kurzen was gesagt werden muss.

Im Folgenden ein paar Auszüge – beim sozialen Netzwerk Facebook aufgeschnappt:

„Was Sven Regener in diesem Interview sagt geht alle an. …“

„Ich stimme Regener in vielen Punkten zu. Die Gema ist allerdings höchst reformbedürftig und gehört am Besten neu gegründet.“

„Er verachtet doch die Medien nicht. So ein Quatsch. Hört ihm doch mal zu. … Er kritisiert dicke Firmen die mit dem Content der Künstler fettes Geld machen aber so tun als würde es ihnen um Freiheit oder so was gehen – dabei geht es ihnen nur um ihre eigenen Profite.“

„Wir möchten mal unterstellen, dass Sven Regener das, anders als Metallica, nicht aus reiner Geldgeilheit sagt. …”

Es gibt auch eine andere Seite. Eve Massacre vom Nürnberger Musikverein hat zum Beispiel einen Blogbeitrag verfasst, in dem sie Regners Worten Kontra gibt. Sie erregt sich darin über die „Musik ist mein Beruf – Haltung”, wünscht sich mehr „Leute, die Musik / Kunst als „exzentrisches Hobby“ (wie es Regener hier nennt) betreiben“ und geht bis zum „Fuck off Pophandwerk und Popakademie“.

Den ganzen Beitrag gibt es unter DIESEM LINK nachzulesen.

Bei Facebook oder Twitter sind weitere kontra-Meinungen zu finden:

„Nix begriffen, der Mann“

„… finds eigentlich nur lächerlich, wenn die rumheulen anstatt neue Vertriebswege zu pushen.“

Und nun? Gehen jetzt alle in den Proberaum weinen und legen ihre Musikerkarriere ad acta? Wie in einer der zahlereichen Netzwerk-Diskussionen zum Thema geschrieben, auch Musiker brauchen Geld um Musiker sein zu können. Geld ist gleich Brot ist gleich Kreativität – Soll mal niemand das Gegenteil behaupten, vor allem nicht gegenüber den Menschen, die das genau so wollen! Abgesehen davon verdienen halt die, die nicht hauptberuflich Musik machen, ihr Geld auf anderem Weg, um sich dann solch ein Hobby überhaupt erst leisten zu könne. Was ist das überhaupt für ein Problem, dass – ganz im Vergleich zu so vielen anderen Ländern – hier immer noch so viele Menschen was gegen den Beruf des „Musikers“ haben? Ist das zu wenig Kunst? Muss man heutzutage arm, obdachlos und vielleicht auch noch drogensüchtig sein, um geil Kunst (oder Musik) machen zu können? Was ist denn das für eine respektlose Haltung all denen gegenüber, die einfach nur leben wollen von ihre Vision von einem gesicherten Einkommen durch Musik? Und „schlimmstenfalls“ auch noch gut sind mit dem was sie tun?

Herrschaften, es geht hier um geistiges EIGENTUM!

Ja, natürlich gibt es diejenigen, die das System Pop ausnutzen, um sich die Taschen voll zu machen. Ja, natürlich ist die Gema mehr reformierungsbedürftig, Youtube hat schon auch gehörig einen an der Waffel und neue Vertriebswege sind immer gut, wenn sie auch was für die Künstler abwerfen.

Aber: Nein, macht die Menschen nicht immer blöd an, die dafür einstehen, das sie möglicherweise Pop sind (was auch immer Pop jetzt wieder genau ist) und vor allem mit ihrem geistigen Eigentum Geld verdienen wollen und nicht glitchy glatchy glutchy nono zukunfts anti whatever aber dafür mir Herz und Hartz. Kein Pop ohne Subkultur, keine Subkultur ohne Pop. Klingt primitiv, ist aber so.

Danke den vielen Bands und Künstlern, die all ihr Herzblut in ihr Schaffen stecken – ob als exzentrisches Hobby oder als über alles geliebten Beruf.

Danke Sven Regner für dieses Interview!

Und kein Wort über die Piratenpartei bitte! Warum? LINK

Jetzt brauch ich doch nen Schnaps. Gibt’s eigentlich schon ein Obstler-App?



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4 Kommentare zu “Musik ist geistiges Eigentum! Pop auch!!”
  1. Herr Lehmann 23rd März 2012 13:16

    Geht es jetzt um das sich-schämen-weil-man-Pop-macht oder um die gerechte Vergütung von Musik? Sorry, aber der Artikel ist ziemlich wirr geraten, da bin ich von den Tonangebern anderes gewohnt.

  2. Wolferl 23rd März 2012 14:57

    Gerade im Musikbereich besteht das sogenannte geistige Eigentum ja grundätzlich mal in einer bestimmten Anordnung von Tönen. Warum soll irgend jemand ein “Eigentum” an einer Anordnung von Tönen haben oder erwerben können? Darüber hinaus ist man sich ja wohl einig, dass jede denkbare Anordnung von Tönen und darus folgenden Harmonien seit Jahrhunderten schon von irgend jemand erfunden worden ist, eine wirkliche Urheberschaft eines Künstlers heute ist ohnehin absolut unwahrscheinlich. Gerade in der Musik sind deshalb Urheberrechte und sog. geistiges Eigentum kein Grundrecht sondern vom Staat zu Unrecht geschaffene Monopole, die abgeschafft werden müssen.

  3. Lonely Lonny 24th März 2012 09:23

    Sorry, manchmal hilft es, wenn sich der Autor vor dem Schreiben Gedanken macht, was er sagen will. Dann kommt nicht so etwas Wirres heraus wie das hier. Zu dem Thema gibt es bereits Hunderte von Beiträgen, die mehr Infos und Argumente liefern – nicht nur im Netz, sogar in der örtlichen Zeitung.

  4. Wolferl 24th März 2012 20:38

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