Uwe Boll, Regisseur des Grauens
20. Januar 2010 von vanessa
Rayne ist halb Mensch, halb Blutsauger und unfreiwillige Attraktion einer Freakshow. Als ihr die Flucht gelingt, will sie ihrem Vater, den lokalen Vampirfürsten, den Gar aus machen. Hilfe bekommt sie von drei furchtlosen Vampirjägern. „Blood Rayne“ ist die 2006 entstandene Verfilmung des gleichnamigen Computerspiels und läuft am Freitag auf RTL 2. Die Fortsetzung des Streifens folgt im Anschluss. Banaler B-Horror mit unfreiwilliger Komik, auf RTL 2 keine Seltenheit. Doch für diesen Schund ist Uwe Boll verantwortlich. Ein Name, der hierzulande erstaunlicherweise nur wenig geläufig ist. Boll ist ein wirklich talentfreier Regisseur, jedoch der erfolgreichste Filmemacher, den Deutschland international neben Roland Emmerich momentan zu bieten hat.
So verschlang „Schwerter des Königs“ ein Budget von fast 70 Millionen Dollar. Am liebsten verfilmt der 44-Jährige aus Wermelskirchen Computerspiele. Und zwar so schlecht, dass die Fans dieser Spiele Boll zum bevorzugten Hassobjekt erkoren. So gibt es die häufig frequentierte Seite http://www.bollbashers.com. Den Anti-Oscar „Goldene Himbeere“ gewann er bereits für mehrere seiner Filme und flankierend die 2008 zum ersten Mal verliehene Himbeere für das „Schlechteste bisheriges Lebenswerk“.
Doch wie schafft es Boll mit einer solchen Vita an Jobs zu gelangen? Er dreht in Osteuropa, weil es da billig ist. Und er setzt auf relativ bekannte Namen, in „Blood Rayne“ spielen u.a. Michael Madsen, Meat Loaf und Ben Kingsley. Die B-Riege von Hollywood kontaktiert der kühle Rechner erst wenige Wochen vor Drehbeginn. Dann heißt die Frage für jene, die zur Zeit kein Engagement haben: Boll oder gar kein Geld verdienen? Außerdem schätzt ihn Til Schweiger. Mit dem und Ralf Möller drehte Boll „Far Cry“, ein Gipfeltreffen der deutschen Filmgrößen. Aktuell beendete Uwe Boll einen Film über die Boxerlegende Max Schmeling. Die Hauptrolle übernahm Henry Maske. Eine Herzensangelegenheit, sagt Boll, selbst ein ehemaliger Amateurboxer. Man darf gespannt sein, was der Regisseur mit der Lizenz zum Filmevermurksen diesmal fabriziert. Sollte er auch hier versagen, muss halt das nächste Videospiel dran glauben.
Am 22.1. auf RTL 2: „Blood Rayne“ um 22.10 Uhr & „Blood Rayne 2“ um 23.55 Uhr

