Rohe Gewalt ist besser als Telepathie
21. Januar 2009 von clemens
Der „Nürnberger Uri Geller“ Danny Ocean konnte am Dienstagabend eine ruhige Kugel schieben, für Aufregung waren andere zuständig: In erster Linie die Mentalisten-Powerfrau Amila, die sich mit ihrem Versuch einer telepathischen Zahlenschloss-Dechiffrierung in eine bedrohliche Lage unter Wasser brachte. Wie echt diese Aufregung allerdings wirklich war, darüber kann man geteilter Meinung sein, der Entfesselungs-Altstar Houdini baute ein derartiges „Beinahe-Ertrinken“ jedenfalls regelmäßig in seine Shows ein, um den Nervenkitzel zu steigern.
Zwei Erkenntnisse konnte man aus diesem Beinahe-Debakel ziehen: Rohe Gewalt ist im Zweifelsfall doch besser als die Macht der feinsinnig-telepathischen Gedankenübertragung, und erstaunlicherweise kommen in dieser Show Kandidaten weiter, die mit ihrer Darbietung scheitern, während andere rausfliegen, obwohl sie ihr Kunststück fehlerfrei abgeliefert haben. Das bekam der „stumme Mentalist“ zu spüren, der zu Beginn gleich zwei Promi-Kandidaten mit einer verschärften Wilhelm-Tell-Nummer in allerhöchste Leib- und Lebensgefahr brachte (falls das nicht auch vorgetäuscht war, versteht sich) und dennoch der Rache des unerbittlichen Telefon-Votings anheim fiel.
Fast schon bedauerlich war jedenfalls, dass in den hohen Wellen, die Amilas misslungener Befreiungsversuch schlug, die lockeren Sprüche von Comedian Simon Gosejohann völlig untergingen. Seine rotzfreche Art, die mit Lichteffekten und dramatischer Musik herbeibeschworene übernatürliche Stimmung zu torpedieren, war eigentlich die einzige erfrischende Note in dieser sonst ziemlich drögen Show. So schmähte er Amilas Glas-Tank als „Dixieklo“ und fragte die Mentalistin kurz vor ihrem dramatischen Einstieg in die Röhre, ob sie lieber eine „Arschbombe oder einen Köpper“ machen wolle. Als Quittung für solche Frechheiten wurde ihm dann von der vollbusigen Assistentin unterstellt, er habe der Mentalistin die falsche Nummer übermittelt.
Während diese Darbietung aber immerhin noch Spannung und Dramatik hatte, so dümpelten die meisten anderen Geistes-Probem nahe an der Einschlaf-Grenze vor sich hin. Besonders traurig war der „Schamane“ am Schluss, der die Schattenwelt mit Schattenspielen verwechselte und als absoluten Höhepunkt seiner Darbietung einen Klappstuhl umfallen ließ.
Angesichts solcher Meisterleistungen wurde es sogar dem amtierenden „Geller-Nachfolger“ Vincent Raven so langweilig, dass er gleich einmal ankündigte, in der kommenden Sendung selbst einmal wieder zu zeigen, wo in der Geisterwelt der Barthel den Most holt.
Hier nochmal zum Angucken: Amilas Badeszene auf Youtube

Simon Gosejohann und lustig?! Da müssen sie wohl einen anderen meinen als den, den ich bei der zweiten Uri Geller Show gesehen habe! “rotzfrech” kann man die Sprüche nennen, ich fand sie einfach nur unglaublich dämlich. Die halbe Sendung habe ich mir gedacht: Gosejohann, sei jetzt bitte mal eine Minute ruhig, aber schon war es wieder zu spät… Was ist bitte daran lustig, einen Wassertank als Dixieklo zu bezeichnen? Und ich dachte eigentlich, ich hätte einen Sinn für Humor.
Ähnlich nervig war für mich nur Bully in der letzten Sendung von “Wetten dass???”. Können es die beiden nicht ertragen, wenn sie mal nicht im Mittelpunkt stehen?
Wenn ich nächsten Dienstag nichts besseres zu tun habe, werde ich aber wohl wieder mit dabei sein, wenn Indianer mit unglaublichen Fähigkeiten fremde Frauen berühren ;-)