Dieser Lafer ist nicht lecker
16. September 2009 von vanessa
Er kreierte seine eigene Salzsorte („Kalahari-Salz“) und es gibt ihn sogar als Blechspielzeugfigur. Der österreichische Fernsehkoch Johann Lafer ist ein Meister der Selbstvermarktung und seit neusten hat er sogar eine Comedyshow.
Okay, letzteres ist eine Lüge. Vielmehr führte Max Giermann in Lafer-Verkleidung durch die Premierensendung von „Granaten wie wir”. Zwölf Folgen sind geplant. Dies bedeutet zwölf verschiedene Moderatoren und ebenso viele Maskierungen. Mit „we Lafer to entertain you“ begrüßte Giermann sein Publikum. Hier hätte man sofort wieder abschalten müssen. Wer es nicht tat, der erlebte 45 Minuten blankes Comedy-Grauen.
Dabei traute man im Vorfeld dem ausgebildeten Clown Giermann durchaus mehr zu. Garantiert seine Stammsendung „Switch reloaded“, trotz diverser Albernheiten, doch ein gewisses Witzniveau. Doch gegen „Granaten wie wir” ist selbst der Didi Hallervorden Evergreen „Flasche Pommes Frites“ nobelpreisverdächtig.
Stargast ist diesmal Detlef D! Soost (der Echte). Der ist zwar nicht gerade ein Super-Promi, doch das Saalpublikum jubelt, als würde gerade Elvis die Showtreppe herunterkommen. Detlef macht danach was er eigentlich immer macht: er tanzt. Dabei rutscht ihm die Hose vom Hintern. Ein gewollter Unfall, der vom Publikum ekstatisch beklatscht wird.
Da man ja eine Kochparodie als Moderator hat, muss zwangsläufig mit Essen herumgepanscht werden. Drei Studiozuschauer bekommen die Aufgabe, Sandwiches im Akkord zu belegen. Einer der Hobbyköche stellt sich als Dennis vor. Er wirkt wie ein fleischgewordener „Ballermann 6“ mit einer rosafarbenen Kinderkappe auf dem Schädel. Unterbrochen wird das völlig sinnfreie Geschehen durch eingespielte Sketche.
In „Switch reloaded“ verleiht Giermann konturlosen Bildschirmfiguren wie Tim Mälzer ein gewisses Format. Bei „Granaten wie wir“ versucht er die gleiche Masche. Die Witze erweisen sich jedoch als unterirdisch. „Wasser in Wein verwandeln ist die größte Flatrateparty überhaupt“, plärrt Stefan Raab beim „Letzten Abendmahl“. In der Rubrik „Was wäre, wenn…“ agiert Raab nämlich als Jesus. Giermann ist in seiner Rolle so unlustig wie das Original. Gemeint ist damit Raab und nicht der Heiland.
Später lässt „Der Allestester“ ein Bügeleisen gegen eine Kaffeemaschine in Wettstreit treten. Der falsche Lafer kontert dies mit einem gespielten Witz. Die Pointe ist, dass ein Stoffkarnickel an Hasenbluten leidet. Dass die Sendung wirklich schlimm war, erwähnte ich ja bereits. Bei der Sandwichaktion gewann übrigens Dennis. Der wollte danach unbedingt dem Detlef etwas vorrappen. Nach mehreren vergeblichen Anläufen strich Dennis die Segel. Doch zumindest konnte man so fünf Minuten Sendezeit herumbringen.
