Na sowas: Grüne sind auf ihren OB sauer

NZ-buergerreise
In Nürnberg wird weider mal über Verkehrspolitik gestritten. Leider werden aber nur die uralten Brötchen aufgewärmt. Der Ausbau des Frankenschnellwegs zum Beispiel (wobei ich hier die Vermutung habe, dass da die Befürworter langsam – aber berechtigterweise – Angst vor der eigenen Courage bekommen) oder die Öffnung des Hauptmarktes für Fahrradfahrer. Wer schon mal durch die Altstadt radeln wollte, weiß, was das für ein Quatsch ist, dass man mittendrin (übrigens nicht nur am Hauptmarkt) absteigen soll. Ich bleibe da immer sitzen und fahre halt etwas langsamer und rücksichtsvoller. Aber gut, wir leben in Deutschland und da muss dann wohl eine ordentliche Regelung her.

Womit wir bei den Nürnberger Grünen wären. Die fühlen sich jetzt ausgerechnet von ihrem Wunschpartner SPD und ihrem sonst so verehrten OB Ulrich Maly hinters Licht geführt.

Mit großer Irritation hat die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen die Presseberichterstattung über die Bürgerversammlung in der Altstadt am vergangenen Donnerstag zur Kenntnis genommen. Bei der Diskussion über die Öffnung des Hauptmarktes für den Radverkehr wird der Oberbürgermeister dahingehend zitiert, dass mit ihm keine Öffnung des Hauptmarktes für den Radverkehr vorgenommen würde.
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Datenträger für die Ewigkeit

xManchmal schwappt auch bestens verkaufte Euphorie nicht richtig über. Zum Beispiel die, die Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege jetzt per Pressemitteilung zu verbreiteten versuchten. “Das visuelle Gedächtnis Bayerns ist gesichert”, jubelten die Genannten da. Das Amt habe “eine Vorreiterrolle” übernommen bei der Aufbewahrung “wichtiger Bildinformationen” für “kommende Generationen”. 100.000 Fotos wurden auf GlassMasterDiscs festgehalten. Diese sollen gegen Hitze, Licht, Feuchtigkeit oder Staub unempfindlich sein und so die Jahrhunderte überdauern. Auf dass die vom Landesamt seit 1863 fotografierten bedeutsamen Bauten Bayerns auch noch in ferner Zukunft die Leute beeindrucken.

Nur: Werden sie dann noch die notwendigen DVD-Player besitzen, um die Discs lesen zu können? weiter lesen

Microsoft schwärzt einen Nürnberger an

Arbeit am ComputerObwohl Microsoft seinen Cloudspeicher OneDrive als privat bezeichnet, hat ein dort hochgeladenes Bild für einen Nürnberger jetzt erhebliche juristische Konsequenzen. Neben vielen anderen Dateien hatte der Mann auch eine Datei heruntergeladen, die von Microsoft beim Scannen als kinderpornografisch erkannt wurde. Der Softwarekonzern meldete dies an das US-amerikanische Center for Missing & Exploited Children, Über die amerikanische Polizei wurde schließlich das Bundeskriminalamt in Wiesbaden verständigt.

Vor wenigen Tagen hat nun das Amtsgericht Nürnberg einen Durchsuchungsbeschluss erlassen und bei dem Nürnberger eine Hausdurchsuchung veranlasst. Dabei wurde dessen gesamte Hardware beschlagnahmt. weiter lesen

Ticketsharing bei der VAG

ticketWen die VAG mit ihren automatisierten Preiserhöhungen nervt, der kann sich jetzt ein bisschen Linderung verschaffen. Paul Blotzki aus Fürth hat eine kleine Bastelvorlage ins Netz gestellt, mit der Fahrscheine geteilt werden können.

Bekanntlich gilt ein Fahrschein 90 Minuten. So lange dauert aber keine Fahrt, weshalb üblicherweise noch eine Menge Restzeit zum Verfahren bleibt. Man steckt also seinen Fahrschein in die jeweilige Tasche und jemand, der in die entsprechende Richtung fahren will, nimmt ihn sich und fährt dann kostenlos.

Bei der VAG ist man darüber natürlich wenig amused. Eine VAG-Sprecherin verweist darauf, dass jeder Einzelfahrschein nur für eine Person und eine Fahrt gelte. Freilich muss sie einräumen, dass der Kontrolleur nicht feststellen könne, wer den Fahrschein gekauft hat und ob er schon einmal benutzt wurde. Auf jeden Fall sei es aber nicht zulässig, im VAG-Bereich Plakate oder Zettel ohne Genehmigung aufzuhängen. Selbst wenn diese angeblich einem guten Zweck dienen. Sobald VAG-Mitarbeiter solche Aushänge entdecken, würden sie unverzüglich entfernt.

(via reddit)

Dresden ist gleich nebenan

kik
Da geht man arglos seinen Wochenendeinkäufen nach, denkt Dresden ist weit weg und dann das: Journalistenbashing auf dem Parkplatz, Lügenpresse-Vorwürfe per Großplakat, tiefe Risse im eigenen Berufsbild.

Um den Verkauf eines schlechten und an neuen Erkenntnissen kaum leidenden Buches geht es da offensichtlich gar nicht so sehr. Da schwappt mittlerweile ein amorphes Missbehagen aus dem Netz in die reale Welt. weiter lesen

Das Jahr 2014 im Vipraum

SANY0012Nein, Klickzahlen sagen nichts über die Qualität von Beiträgen aus oder darüber, mit wieviel Herzblut sie geschrieben wurden. Aber manchmal will unsereiner eben auch wissen, wie die Welt klickt. Auch dann, wenn es nur jene kleine Welt ist, die den Vipraum kennt.

1. Im vergangenen Jahr mit Abstand am meisten aufgerufen wurde der Beitrag über die dreijährige U-Haft des ehemaligen GFE-Chefs Horst Kirsten. Mit 312 Kommentaren ist der Beitrag auch in punkto Resonanz ganz vorne dabei.

2. Die Lücken, die die Printkollegen offen gelassen haben, waren wohl auch der Grund, warum die Nahostdemonstrationen im Juli auf Rang 2 hochgeklickt wurden.
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Wer übers Meer kam, sollte schwimmen können

vogelscs
Vor Weihnachten wird gerne Gutes getan und noch lieber darüber geredet. Erst recht, wenn man damit “starke Signale” in Sachen Willkommenskultur setzen kann.

In einer unserer Landausgaben war heute beispielsweise ein alter Twingo abgeblidet, den jemand zum “Flüchtlingstransport” gespendet hat. Nicht abgedruckt haben die Kollegen freilich jenes Ereignis, für das sich unser Bürgermeister extra mit den SÖR-Chefs, dem Präsidenten des Langwasserbades und einem Rettungsring hat ablichten lassen (Screenshot links). So hat unser Bürgermeister, der auf Facebook recht rührig ist, die gute Tat dort selbst verbreitet (pflichtschuldig geliked von parteieigenen Jubelpersern). Die vier Herren haben nämlich unter der Überschrift “Freude schenken” fünf Schwimmkurse (für jeweils zehn Flüchtline) kredenzt.

Kann man machen. Auch ohne Brimborium.

Ins Grübeln brachte mich dann allerdings die Begründung, die Christian Vogel auf seiner Facebookseite für die gute Tat anführte:

Obwohl die meisten Asylsuchenden übers Meer zu uns kommen, können nur wenige von ihnen schwimmen.

Nügida, NüGIDA oder gleich Nütella?

nuegidaIn Dresden heißen sie Pegida, in Leipzig Legida, in Dortmund Dogida, in Frankfurt Fragida und in Ostfriesland Ogida. Sogar in Hoyerswerda (Hoygida) Braunschweig (den naheliegenden Kalauer verkneife ich mir), Solingen (Sogida) oder Magdeburg (Magida) gibt es Initiativen gegen die Islamisierung des Abendlandes (GIDA). Und in Nürnberg?

Da gibt es sogar zwei. Aber wie das so ist, wenn sich zwei streiten, dann bekommt der weniger islamophobe Dritte wenig mit. Während die anderen Gidas mehr oder weniger gut besuchte Demos organisieren, streiten die Nügidas um die nicht geklärten Namensrechte und darum, wer nun gegen die Islamisierung sprechen darf. Die älteren Rechte hat Nügida. Ihren Facebookaccount hat sie bereits im November angemeldet. weiter lesen

LSR: Wie der Staat den Lokalmedien schadet

Nein, das Leistungsschutzrecht (LSR) ist noch nicht weg vom Fenster. Gerade erst trat die EU dem Vorhaben näher. Jetzt hat unter anderem der Nürnberger Abgeordnete Michael Frieser (CSU) im Bundestag klar gestellt, dass die Mehrheit weiter hinter dem LSR stehe, zunächst müsse aber eine Entscheidung des Deutschen Patent- und Markenamt abgewartet werden. VG Media und Politik arbeiten sich weiter an Google ab. Um Sinn oder Unsinn geht es (wie Frieser explizit erläutert) längst nicht mehr. Trotzdem wäre es dienlich, wenn sich die Abgeordneten im Allgemeinen und Frieser im Speziellen mal in ihrem Wahlkreis umsehen würden, wo es die “alten” Medien, denen sie angeblich einen Gefallen tun wollen, wirklich drückt.

Da zwickt nämlich mitnichten der ferne US-Konzern. Kollegen und Verlagsmitarbeiter (ich selber würde zwar eher sagen: Wettbewerb belebt das Geschäft) fühlen sich zunehmend von Leuten bedroht, mit denen sie jahrzehntelang gut und anstandslos zusammen gearbeitet haben. Die rütteln nun an den Grundfesten der Lokalzeitung, des Lokalradios oder der lokalen Fernsehsender. Und auch hier geht es um die Frage: Wem gehört eigentlich die Leistung und wer darf dafür den Lohn kassieren?

Da ist zum einen die Polizei. Seit Jahrzehnten war sie ein weitgehend exklusiver Nachrichtenlieferant für die Lokalmedien. Diese schlachteten den Polizeibericht aus, reicherten ihn mit der einen oder anderen Zusatzinformation an und brachten ihn unter die Leute.

Doch plötzlich fängt die Polizei an, das selber übernehmen zu wollen. weiter lesen

Das Leck im Tiergarten

xIm Nürnberger Tiergarten gibt es ein Leck. Eigentlich sogar mehrere. Manche möchten uns glauben machen, es handele sich dabei um ein menschliches Leck, eine Art Whistleblower, der Geheimpapiere öffentlich und so den Tiergarten schlecht macht. Doch diese Version dient offenbar nur dazu, von anderen Dingen (Lecks!) abzulenken.

Die den Tiergarten verklagende Tierschutzorganisation Peta hat offensichtlich ganz legal Akteneinsicht von der Staatsanwaltschaft bekommen und unter diesen Akten war eben auch besagtes “Geheimpapier” dabei. Ein Geheimnis war das, was da drin stand, höchstens für die Nürnberger Stadträte. Aber die sollen ja abnicken und nicht kritisch nachfragen.

In der Vergangenheit haben sie schon Millionenbeträge für die Einrichtung am Schmausenbuck locker gemacht. Am Freitag dürfen sie sich, sofern sie Mitglieder des Kulturausschusses sind, wieder mit dem Tiergarten beschäftigen. Genau, im Kulturausschuss! Dort sitzen eher harmoniebedürftige Freunde der hehren Kunst, die dann mit “Cats” oder “Dschungelbuch” versuchen müssen, eine intellektuelle Brücke von der Hochkultur zum Tiergarten zu schlagen. weiter lesen