Nügida, NüGIDA oder gleich Nütella?

nuegidaIn Dresden heißen sie Pegida, in Leipzig Legida, in Dortmund Dogida, in Frankfurt Fragida und in Ostfriesland Ogida. Sogar in Hoyerswerda (Hoygida) Braunschweig (den naheliegenden Kalauer verkneife ich mir), Solingen (Sogida) oder Magdeburg (Magida) gibt es Initiativen gegen die Islamisierung des Abendlandes (GIDA). Und in Nürnberg?

Da gibt es sogar zwei. Aber wie das so ist, wenn sich zwei streiten, dann bekommt der weniger islamophobe Dritte wenig mit. Während die anderen Gidas mehr oder weniger gut besuchte Demos organisieren, streiten die Nügidas um die nicht geklärten Namensrechte und darum, wer nun gegen die Islamisierung sprechen darf. Die älteren Rechte hat Nügida. Ihren Facebookaccount hat sie bereits im November angemeldet. weiter lesen

LSR: Wie der Staat den Lokalmedien schadet

Nein, das Leistungsschutzrecht (LSR) ist noch nicht weg vom Fenster. Gerade erst trat die EU dem Vorhaben näher. Jetzt hat unter anderem der Nürnberger Abgeordnete Michael Frieser (CSU) im Bundestag klar gestellt, dass die Mehrheit weiter hinter dem LSR stehe, zunächst müsse aber eine Entscheidung des Deutschen Patent- und Markenamt abgewartet werden. VG Media und Politik arbeiten sich weiter an Google ab. Um Sinn oder Unsinn geht es (wie Frieser explizit erläutert) längst nicht mehr. Trotzdem wäre es dienlich, wenn sich die Abgeordneten im Allgemeinen und Frieser im Speziellen mal in ihrem Wahlkreis umsehen würden, wo es die “alten” Medien, denen sie angeblich einen Gefallen tun wollen, wirklich drückt.

Da zwickt nämlich mitnichten der ferne US-Konzern. Kollegen und Verlagsmitarbeiter (ich selber würde zwar eher sagen: Wettbewerb belebt das Geschäft) fühlen sich zunehmend von Leuten bedroht, mit denen sie jahrzehntelang gut und anstandslos zusammen gearbeitet haben. Die rütteln nun an den Grundfesten der Lokalzeitung, des Lokalradios oder der lokalen Fernsehsender. Und auch hier geht es um die Frage: Wem gehört eigentlich die Leistung und wer darf dafür den Lohn kassieren?

Da ist zum einen die Polizei. Seit Jahrzehnten war sie ein weitgehend exklusiver Nachrichtenlieferant für die Lokalmedien. Diese schlachteten den Polizeibericht aus, reicherten ihn mit der einen oder anderen Zusatzinformation an und brachten ihn unter die Leute.

Doch plötzlich fängt die Polizei an, das selber übernehmen zu wollen. weiter lesen

Das Leck im Tiergarten

xIm Nürnberger Tiergarten gibt es ein Leck. Eigentlich sogar mehrere. Manche möchten uns glauben machen, es handele sich dabei um ein menschliches Leck, eine Art Whistleblower, der Geheimpapiere öffentlich und so den Tiergarten schlecht macht. Doch diese Version dient offenbar nur dazu, von anderen Dingen (Lecks!) abzulenken.

Die den Tiergarten verklagende Tierschutzorganisation Peta hat offensichtlich ganz legal Akteneinsicht von der Staatsanwaltschaft bekommen und unter diesen Akten war eben auch besagtes “Geheimpapier” dabei. Ein Geheimnis war das, was da drin stand, höchstens für die Nürnberger Stadträte. Aber die sollen ja abnicken und nicht kritisch nachfragen.

In der Vergangenheit haben sie schon Millionenbeträge für die Einrichtung am Schmausenbuck locker gemacht. Am Freitag dürfen sie sich, sofern sie Mitglieder des Kulturausschusses sind, wieder mit dem Tiergarten beschäftigen. Genau, im Kulturausschuss! Dort sitzen eher harmoniebedürftige Freunde der hehren Kunst, die dann mit “Cats” oder “Dschungelbuch” versuchen müssen, eine intellektuelle Brücke von der Hochkultur zum Tiergarten zu schlagen. weiter lesen

Trommler in Existenznöten

Trommelwirbel   Waschsalon  Neueröffnung  mit  Nele Gilch & Petra SchinzUnter den 111 Orten, die man in Nürnberg gesehen haben muss, findet sich auch der Waschsalon Trommelwirbel. Der wäre jetzt beinahe verstummt, nachdem ihn die Stadt mit Dauerbaustellen und der Einstellung der Straßenbahn von der Kundschaft abgekoppelt hat. Inzwischen hat der Waschsalon wieder eine Zukunft, nachdem vor allem die Lokalpresse vehement für ihn getrommelt hat. Das sehen auch die beiden Inhaberinnen so und bedankten sich mit den Worten:

Eure Artikel in der NZ und Online waren einfach großartig und haben sehr geholfen – wir werden heute noch oft darauf angesprochen – von ganzem Herzen sagen wir DANKE!

So weit, so gut. Eigentlich hätte das auch ein Exempel für die Notwendigkeit von Lokaljournalismus und die Existenzberechtigung von Tageszeitungen sein können.

Eigentlich! weiter lesen

Die neue Hotelmeile

hotels12 Jahre ist es bereits her als das Paketpostamt in der Nürnberger Bahnhofstraße abgerissen wurde. Für ein Sportkaufhaus, das dann aber nicht gebaut wurde (vielleicht auch gar nie gebaut werden sollte).

Der Abbruch lief damals nach dem Motto “schnell abreißen bevor der Denkmalschutz merkt, dass er geschlafen hat”. Ich habe mich damals mehrfach über den Vorgang aufgeregt. Inzwischen könnte ich das Thema abhaken, denn die Brachfläche ist wieder bebaut und Teil der neuen Hotelmeile geworden.

Schon beim Abriss des exemplarisch für Nazi-Blendwerk stehenden Paketpostamtes hat CSU-OB Ludwig Scholz das Gelände für eine Hotelnutzung vorgeschlagen. Aber er holte sich eine Abfuhr. Nürnberg habe genug Hotels, hieß es damals einhellig. Außerdem hatte man eine Kulturmeile und keine Hotelmeile im Sinn. Hotels statt Kultur: So ändern sich die Zeiten. weiter lesen

Do it like Weselsky

50. Geburtstag Martin BurkertGanz offensichtlich war es der großen Bahngewerkschaft EVG peinlich, dass alle nur über den kleinen Konkurrenten GDL redeten, sie selber jedoch als handzahmer Bettvorleger des Bahnvorstandes rüberkam. Jetzt will die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft ihre Daseinsberechtigung belegen und droht ihrerseits mit Streik.

Wahrscheinlich wollen bei der drögen Großgewerkschaft auch ein paar Leute die Chance nutzen, ähnliche Popularität wie Claus Weselsky zu erreichen. Ein Vorstandsmitglied der Lahmgewerkschaft schaffte das allerdings auch ohne Streik: der Nürnberger SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Burkert.

Die Ironie dabei: Der langjährige Bahngewerkschafter kam als Autofahrer in die Schlagzeilen.

Die Alternative zur Frankenröhre ist bald fertig

hoefenerWer ein größeres Bauprojekt realisieren will, sollte die Medien meiden. Auf kleiner Flamme lässt sich besser betonieren.

Aktuell kann man das einerseits am Frankenschnellweg und andererseits an der Höfener Spange festmachen. Letztere galt lange Zeit als Alternative zum Ausbau des Frankenschnellwegs. Die gewiss nicht autofahrerfeindliche FDP hatte diese Verbindung zwischen A73 und Südwestangente (siehe Plan – zur Vergrößerung drauf klicken!) lange favorisiert, nicht zuletzt weil diese billiger zu bewerkstelligen war und das den Haushalt entlastete. Aber auch andere Kommunalpolitiker brachten immer wieder die Höfener Spange ins Gespräch.

Letztlich war es dann einer CSU-Basta-Politik geschuldet, dass die Alternative (scheinbar) beerdigt und nur noch der sündhaft teure Ausbau des Frankenschnellwegs verfolgt wurde.

Wer jedoch dachte, die Alternative sei damit vom Tisch, der irrte. Still und heimlich wurde die Höfener Spange weiter betrieben und soll noch in diesem Jahr fertig werden. weiter lesen

Lustig, lustig, Denkmalstadt!

Denkmal TouristFürth präsentiert sich – zumindest den oberflächlichen Autofahrern – gerne als Denkmalstadt. Angeblich soll es dort die größte Denkmaldichte geben. Wobei sich der Begriff Denkmal jetzt nicht auf reitende Fürsten oder in Bronze gegossene Berühmtheiten bezieht, sondern auf alte Gebäude. Allerdings jetzt nicht auf unter Denkmalschutz stehende. Da gibt es anderswo mehr…

Man sieht: Es ist kompliziert. Aber es ist eben auch Fürth. Und Fürth brauchte halt etwas, mit dem es auf den Autobahnen hausieren gehen konnte.

Auch als lokaler Aufreger taugte das Thema immer wieder. Wo sonst hätte es um die Position eines Heimatpflegers wohl so viel Bohei gegeben.

Der ausgebotete Heimatpfleger hatte sich in der “Fürther Freiheit” Anfang des Monats das Fürther Denkmal-Gehabe ausführlich zur Brust genommen. Da war der Anlass noch die Abrissgenehmigung für den historischen Fetssaal des Parkhotels. weiter lesen

Nürnberger AfD-Chef fällt in Ungnade

PG: AfD Programmvorstellung““Wir stehen klar gegen jede Form von Extremismus”, hatte der Nürnberger AfD-Kreisvorsitzende Martin Sichert noch geschimpft, nachdem er Strafanzeige gegen den DGB gestellt hatte. Der, wir erinnern uns, hatte im Kommunalwahlkampf ein Transparent am Gewerkschaftshaus ausgerollt, auf dem stand: “Keine Nazis in den Nürnberger Stadtrat!” – darunter durchgestrichen die Logos der Bürgerinitiative für Ausländerstopp und der AfD.

Der DGB, genauer gesagt die Gewerkschaft verdi, hatte sich damals auf Äußerungen Sicherts bezogen, der in Nürnberg nicht nur den Kreisvorsitz inne hat, sondern auch als Spitzen- und OB-Kandidat auftrat, dann aber mangels Unterstützerunterschriften nicht zur Wahl zugelassen wurde.

Jetzt hat sich offenbar auch AfD-Chef Bernd Lucke die damals noch umstrittene und von der AfD vehement bekämpfte Verdi-Sichtweise zu eigen gemacht und den Parteiausschluss von Sichert und eines weiteren AfDlers angekündigt. Lucke: “Solche Meinungen und Gesinnungen sind völlig untragbar. Sie werden in der AfD nicht geduldet.”
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Ein Kunstbeirat, der auf Kunst pfeift

heizkrLangsam nimmt der Wärmespeicher der N-Ergie in Sandreuth Gestalt an. Mancher Anwohner hatte sich über das braune Dämmmaterial an dem 70 Meter hohen Kessel geärgert. Jetzt wird die Silberblech-Verkleidung angebracht, die den Wasserspeicher graziler und umfeldverträglicher machen sollen. Das Material wird mit Lisenen strukturiert, so dass es strukturierter und nicht ganz so blechdosenhaft daher kommt.

Womit wir beim Nürnberger Baukunstbeirat wären. Der hatte zunächst mahnend den Zeigefinger gehoben und an der Höhe des Kessels herumgemäkelt. Er musste jedoch klein beigeben, weil man diesen aus technischen Gründen (Erwärmung des Grundwassers) nicht einfach in der Erde versenken kann. Derart von den Energiewendebefürwortern eingeschüchtert wurde nur noch ein ganz kleines Brötchen gebacken. Der Speicher solle “ein technisches Aussehen” besitzen und in der Optik an den früher dort stehenden Gaskessel anknüpfen.

Dem wird jetzt mit besagten Lisenen und so genannten Fassadenrücksprüngen Rewchnung getragen.

Inzwischen wird deutlich, das Ding schaut aus wie ein Mercedes ohne Fenster. weiter lesen