Die Lizzy und der böse Bernd

Motiv:    Frühlingsfest  Umzug  und  Bierzelt   Bühnenprogramm                Datum:       30.03.2013                   Foto Roland Fengler
Ins Netz gedrängt haben sich meine Feuilleton-Kollegen weiß Gott nicht. Langsam dämmert uns auch warum. Im Internet haben es viele nämlich nicht so mit Kulturkritik. Kritik, des sammer mir, das machen wir selber. Das könnte ich jetzt auch an der Resonanz auf die Vorbesprechung eines eher drögen Krimis festmachen, den gestern auch das gemeine Volk zu Gesicht bekommen hat. Aber der hat eh schon viel zu viel Publicity.

Da wende ich mich lieber Lizzy Aumeier zu. Genau, das ist die fröhliche Füllige aus der Oberpfalz. Die hatte mit ihrem neuen Programm vor wenigen Tagen Premiere in Fürth. Mindestens zwei Kollegen durften/mussten der Vorstellung beiwohnen, um diese einer kritischen Bewertung zu unterziehen. Lobhudeln und Klappentexte umschreiben, manche werden es nicht mehr wissen, ist nämlich etwas für Veranstaltungsblättchen, aber nichts für Feuilletons.

Der eine Kritiker feierte Lizzy Aumeier dennoch als „Meisterin der Improvisation“ (ihr war nämlich auf der Bühne unvorhergesehenerweise das Kleid geplatzt), Der andere würdigte diesen Vorfall zwar auch, beschäftigte sich aber mehr mit dem Davor. Das fand er nicht so besonders: „Ungeniert tappt sie in jede Zoten-Falle und motzt altbekannte Gassen-Witzchen mit dem Charme einer lebensklugen Puffmutter auf.“ weiter lesen

Vipmail 53

vipmweingartsGerade verschickt: die 53. Ausgabe der Vipmail. Im Newsletter aus Franken geht es diesmal um Schöner Wohnen in den Pampas, um sich ankündigende Unglücke, um die vorübergehende Beschwingtheit des Lokalredakteurdaseins, um Malys Ärger, um das Land, wo die Raststätten blühen, und um ein blaublütiges Stück Bratwurstjournalismus.

Nachlesen könnt ihr das alles hier. Wer sich nicht scheut, seinem Mailfach die Belastung eines Newsletterabos anzutun, der klickt sich hier weiter.

Die Nürnberger aus den Panama Papers

epa05243142 (FILE) A file picture dated 16 September 2004 shows lightning striking a building in Panama City, Panama. Millions of leaked documents published on 03 April 2016 suggest that 140 politicians and officials from around the globe, including 72 former and current world leaders, have connections with secret 'offshore' companies to escape tax scrutiny in their countries. The leak involves 11.5 million documents from one of the world's largest offshore law firms, Mossack Fonseca, based in Panama. The investigation dubbed 'The Panama Papers' was undertaken and headed by German newspaper Sueddeutsche Zeitung and Washington-based International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ), with the collaboration of reporters from more than 100 media outlets in 78 countries around the world. EPA/MARCOS DELGADO *** Local Caption *** 00327996 +++(c) dpa - Bildfunk+++ Letzte Woche wurden Tausende von Namen und Adressen aus den Panama Papers online gestellt. Nachdem sich ein Rechercheteam internationaler Journalisten zunächst die Rosinen herausgepickt hatte, dürfen nun auch die Lokaljournalisten ran. Gefolgt sind dieser Aufforderung bislang eher wenige (zum Beispiel in Leipzig.

Keine Ahnung, ob das auf mangelndes Problembewusstsein oder fehlende Kapazitäten zurückzuführen ist. Ich habe mich deshalb mal bemüht, für Nürnberg etwas aus den Panama Papers herauszufiltern.
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Vipmail 52

apfelblvipSo, die Vipmail feiert Einjähriges. Geschenke gibt es keine, schließlich bekommt ihr den Newsletter ohnehin schon kostenlos ins Haus oder auf euer Tatschdingens geschickt.

In der aktuellen Vipmailausgabe geht es um Apple, um Hochmut im Sport, um sich selbst beschimpfende Bayreuther, um das Leiden einer Monarchin, um Antiaging beim Salat und um einen peinlichen Weltkonzern.

Nachlesen könnt ihr das alles hier. Den Newsletter bestellen könnt ihr über diesen Link.

Betzenstein´s Got Talent

klinge
So wird das nichts mit dem Brexit! Jetzt laden sich die Engländer für ihre Show „Britain´s Got Talent“ sogar angebliche Nürnbergerinnen ein, um ein bisschen Glamour auf ihre Flatscreens zu zaubern. Dabei wohnt Anne Klinge noch nicht einmal in Nürnberg, sondern in der Nähe von Betzenstein. Aber so genau will das der Brite wohl nicht wissen.

Die 43-Jährige betreibt hier immerhin ihr Fußtheater und tritt auch regelmäßig auf dem Erfahrungsfeld der Sinne auf. Von der nach dem britischen Vorbild konzipierten RTL-Talentshow „Supertalent“ hatte sie auch schon eine Anfrage. Da sagte sie jedoch ab. Nun wurde das britische Original auf sie aufmerksam. Im Februar wurde ihr Auftritt aufgezeichnet und jetzt ausgestrahlt. Von der Jury bekam Klinge vier Mal „Yes!“, ist also weiter. Ob sie als Ausländerin allerdings Gewinnchancen hat, bezweifelt sie.

Hier ihr Auftritt bei Britain´s Got Talent:

AfD-Flyer geklaut: Waren es Journalisten?

journ
Zum Tschernobyl-Jahrestag habe ich auch an den Verein „Bürger fragen Journalisten“ erinnert. Auf diese Weise versuchte die Atomlobby damals, ein „linksversifftes“ (ok, seinerzeit war die Wortwahl noch gepflegter) Medienkartell anzuprangern, das „uns“ die Kernkraft madig machen wollte. Inzwischen gibt es wieder solche Journalistenkontrolleure, die die „Meinungsdiktatur“ gerade an Vorgängen an einem Nürnberger AfD-Stand festzumachen versuchen.

Ein gewisser Marc Toller, der für den in Jena beheimateten Verein Journalistenwatch arbeitet, scheint da am Sonntag in „Nürnberg (Bundesland Bayern)“ zu Besuch gewesen zu sein. Dass der AfD-Stand in der „gut besuchten Einkaufsmeile“ nicht störungsfrei aufgebaut werden konnte und AfD-Mitglieder daran gehindert wurden, „die Bürger mit Informationsmaterial zu versorgen“, war ihm Anlass für eine Tirade über die grassierende „Meinungsdiktatur“. Am AfD-Stand wurden nämlich Flyer geklaut, bespuckt und in den Abfalleimer geworfen. Das Klima, so schloß Toller daraus, sei inzwischen so vergiftet, dass sich AfDler nicht mehr trauten öffentlich, die Kanzlerin zu kritisieren. Frauen gingen nur noch mit Pfefferspray außer Haus. Und die Polizei sieht sich der linken Gewalt wehrlos ausgeliefert.

Ohne Konsequenzen fürchten zu müssen, dürften „gestörte“ Störer zudem die AfD mit linken Parolen zutexten und als „Arschlochpartei“ bezeichnen. Die AfD-Mitglieder würden als Nazis beschimpft und sogar als „Resultat von Inzest“.

Nun ja. Ähnliches darf man auch ungestraft dem bayerischen Innenminister zurufen. Heult der deswegen? Nein! Aber wahrscheinlich beweist das auch nur wieder die Wehrlosigkeit unserer Polizei und ihres obersten Dienstherrn.

Was das alles mit Journalisten zu tun hat? Man weiß es nicht so genau. Aber eins ist klar: Es wird böse enden.

Vipmail 51

viprapsNachdem ich am Vatertag schon was anderes vor habe, erscheint die Vipmail ausnahmsweise schon am Mittwoch. Doch auch zur Wochenmitte ist die Nachrichtenlage in Franken durchaus ausreichend, um einen Newsletter zu füllen.

Diesmal geht es um Erleuchtung durch Raps, um den in unmittelbarer Nähe des Bratwurstjournalismus angesiedelten Maibaumjournalismus, um wandernde Spinnen, um kamerainduziertes Medienbeben, um den Wahnsinn in Bayreuth und um geleakte Whatsapp-Mitteilungen.

Nachzulesen gibt es die aktuelle Vipmail hier. Abonnieren könnt ihr den Newsletter natürlich auch. Dazu bitte diesem Link folgen.

Die Aluhut-Briefkastenfirmen von Bayreuth

druid
Ich weiß nicht, ob ihr es gemerkt habt, aber vorletzte Woche ist das Erdmagnetfeld ausgefallen. Ganze zwei Stunden lang herrschte Magnetausfall.

Was? Euch ist nichts aufgefallen? Dann gehört ihr wahrscheinlich zu jenen Unsensiblen, die nicht geschnallt haben, dass sich die Erde gerade mal wieder im Umbruch befindet. Auskommen werdet ihr dem trotzdem nicht, da könnt ihr euch wenden, wie ihr wollt.

Neben extremen Wetterkapriolen, Erdbeben, Problemen mit der Elektronik und dergleichen, bewirkt der Ausfall des Erdmagnetfeldes auch eine Bewusstseinsveränderung in uns. Denn durch die größere Strahlung der Bovis-Einheiten (Lebensenergie) in millionenfacher Steigerung kam diese in diesen zwei Stunden in sehr starker und geballter Kraft auf unserer Erde an. Das hat zur Auswirkung, dass das Bewusstsein der Menschen einen Schub bekommen hat und die Fähigkeiten der Hellsichtigkeit, Feinmotorik und weitere Sinne stark wachgerüttelt werden, die uns durch viele äußere Einwirkungen genommen wurden.

Geschrieben hat das Benjamin Enst, der in Bayreuth ansässige Oberdruide der keltisch-druidischen Glaubensgemeinschaft. Eine nicht integrierte Parallelgesellschaft, die sich irgendwo zwischen Verschwörungstheorie, Kopp-Verlag, Neuheidentum, Aluhut, Chemtrails und Reichsbürgerbewegung verortet.
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Vipmail 50

VipmuellTataa! Die Vipmail wird 50. Genauer gesagt wurde gerade die 50. Ausgabe verschickt. Angefangen habe ich damit erst vor einem knappen Jahr.

Diesmal geht es in eurem fränkischen Newsletter um unschön verpackte Werte, um Besäufnisse hinter schwedischen Gardinen, um den Plärrer von Fürth, um einen unangeleinten Vierbeiner, um lustige Laternen und um die bange Frage: Wohin schifft der Bayreuther?

Nachlesen könnt ihr die aktuelle Vipmail hier. Zum Abonnieren des Newsletters geht es da lang.

Tschernobyl: Erstmal beschwichtigen!

nztschernoAn diesen Schlagzeilen (die in anderen Blättern unterschieden sich davon aber kaum – insofern dient der oben abgebildete Ausschnitt nur als Exempel) war damals fast alles falsch. Übertreibung dort und Beschwichtigung hier waren auch vor 30 Jahren schon oberstes Gebot. Der Bundesregierung haben aber schon damals nur wenige vertraut. Insofern lohnt sich zum Tschernobyl-Jahrestag ein Rückblick.

Die Aufregung in Nürnberg war riesig. Kann ich noch vor die Türe? Was kann ich essen? Wie oft muss ich meine Kleidung wechseln? Mit solchen Fragen beschäftigten sich keineswegs nur die Eltern kleiner Kinder. Ein Beleg war beispielsweise, dass in den Nürnberger Apotheken binnen Kurzem die Jodpillen ausverkauft waren.
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