Lustig, lustig, Denkmalstadt!

Denkmal TouristFürth präsentiert sich – zumindest den oberflächlichen Autofahrern – gerne als Denkmalstadt. Angeblich soll es dort die größte Denkmaldichte geben. Wobei sich der Begriff Denkmal jetzt nicht auf reitende Fürsten oder in Bronze gegossene Berühmtheiten bezieht, sondern auf alte Gebäude. Allerdings jetzt nicht auf unter Denkmalschutz stehende. Da gibt es anderswo mehr…

Man sieht: Es ist kompliziert. Aber es ist eben auch Fürth. Und Fürth brauchte halt etwas, mit dem es auf den Autobahnen hausieren gehen konnte.

Auch als lokaler Aufreger taugte das Thema immer wieder. Wo sonst hätte es um die Position eines Heimatpflegers wohl so viel Bohei gegeben.

Der ausgebotete Heimatpfleger hatte sich in der “Fürther Freiheit” Anfang des Monats das Fürther Denkmal-Gehabe ausführlich zur Brust genommen. Da war der Anlass noch die Abrissgenehmigung für den historischen Fetssaal des Parkhotels. weiter lesen

Nürnberger AfD-Chef fällt in Ungnade

PG: AfD Programmvorstellung““Wir stehen klar gegen jede Form von Extremismus”, hatte der Nürnberger AfD-Kreisvorsitzende Martin Sichert noch geschimpft, nachdem er Strafanzeige gegen den DGB gestellt hatte. Der, wir erinnern uns, hatte im Kommunalwahlkampf ein Transparent am Gewerkschaftshaus ausgerollt, auf dem stand: “Keine Nazis in den Nürnberger Stadtrat!” – darunter durchgestrichen die Logos der Bürgerinitiative für Ausländerstopp und der AfD.

Der DGB, genauer gesagt die Gewerkschaft verdi, hatte sich damals auf Äußerungen Sicherts bezogen, der in Nürnberg nicht nur den Kreisvorsitz inne hat, sondern auch als Spitzen- und OB-Kandidat auftrat, dann aber mangels Unterstützerunterschriften nicht zur Wahl zugelassen wurde.

Jetzt hat sich offenbar auch AfD-Chef Bernd Lucke die damals noch umstrittene und von der AfD vehement bekämpfte Verdi-Sichtweise zu eigen gemacht und den Parteiausschluss von Sichert und eines weiteren AfDlers angekündigt. Lucke: “Solche Meinungen und Gesinnungen sind völlig untragbar. Sie werden in der AfD nicht geduldet.”
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Ein Kunstbeirat, der auf Kunst pfeift

heizkrLangsam nimmt der Wärmespeicher der N-Ergie in Sandreuth Gestalt an. Mancher Anwohner hatte sich über das braune Dämmmaterial an dem 70 Meter hohen Kessel geärgert. Jetzt wird die Silberblech-Verkleidung angebracht, die den Wasserspeicher graziler und umfeldverträglicher machen sollen. Das Material wird mit Lisenen strukturiert, so dass es strukturierter und nicht ganz so blechdosenhaft daher kommt.

Womit wir beim Nürnberger Baukunstbeirat wären. Der hatte zunächst mahnend den Zeigefinger gehoben und an der Höhe des Kessels herumgemäkelt. Er musste jedoch klein beigeben, weil man diesen aus technischen Gründen (Erwärmung des Grundwassers) nicht einfach in der Erde versenken kann. Derart von den Energiewendebefürwortern eingeschüchtert wurde nur noch ein ganz kleines Brötchen gebacken. Der Speicher solle “ein technisches Aussehen” besitzen und in der Optik an den früher dort stehenden Gaskessel anknüpfen.

Dem wird jetzt mit besagten Lisenen und so genannten Fassadenrücksprüngen Rewchnung getragen.

Inzwischen wird deutlich, das Ding schaut aus wie ein Mercedes ohne Fenster. weiter lesen

So wird das nichts mit den E-Autos

Stromtankstelle für ElektroautoE-Autos kann man durchaus kritisch sehen. Keine Frage! Die Bundesregierung hat sich dennoch dazu entschlossen, deren Verkauf jetzt doch ein bisschen vehementer anzukurbeln. Unternehmensberater sehen im neuen Elektromobilitätsgesetz sogar schon den Durchbruch. Vorausgesetzt die Kommunen ziehen mit und setzen die Privilegien für Elektroautos (Fahren auf Busspuren, eigene Parkplätze, Sondernummernschilder…) um.

In Nürnberg kam die Ablehnung prompt. Als “unsinnig und kontraproduk­tiv” bezeichnete Frank Jülich, Lei­ter des städtischen Verkehrsplanungs­amts, das neue Gesetz. Der Vorrang auf Busspuren müsse den öffentlichen Bussen vorbehalten bleiben, um die Pünkt­lichkeit des Nahverkehrs zu sichern. Elektroautos seien zudem immer noch zu wenig marktfähig, um Autos mit Verbrennungsmotor zu ersetzen. Jülich: „E-Autos sind eher Zweit- und Dritt­autos. Im Moment bringen sie zusätzli­che Kfz in die Stadt, statt den Flächen­verbrauch zu stoppen.“
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Nürnberg ist langweilig und das ist gut so

xDa kommt er wieder, der Langweiligkeits-Vorwurf. In Nürnberg kann man fast die Uhr danach stellen und wenn sich dann Meldungen wie das Ende des Opernballs paaren mit Bauerntheater-Vergleichen angesichts der FCN-Jahreshauptversammlung oder mit der Präsentation moderner Errungenschaften, die obwohl um Jahre zu spät auch nicht richtig funktionieren, dann ist es halt wieder soweit,

Das Prädikat ““langweiligste Großstadt Deutschlands” verfolgt uns schon seint mehr als 20 Jahren. Inzwischen kam “das Duisburg Bayerns” hinzu. Die Duisburger sind uns dabei immerhin insofern voraus, als es deren Traditionsverein bereits in die 3. Liga geschafft hat. Da will unserer mit seinen festzementierten Vorstand (institutionalisierte Langeweile, auf ewig Bader!) erst noch hin.

Freilich: Werden Gelsenkirchen oder Dortmund wegen ihrer Fußballvereine als Städte interessanter? Wird München liebenswerter durch den FC Bayern? Insofern kann man hier Entwarnung geben. Auch das Ende des Opernballs dürfte 99,9 Prozent der Weltbevölkerung am Sitzfleisch vorbei gehen. weiter lesen

Fränkische Piraten: Jetzt erst recht!

piratenNiedergang, Austrittswellen, Grabgesänge: Die einst so hoffnungsvollen Piraten scheinen mausetot zu sein. Und wenn bei einer Partei dann noch Stern-Reporterin Laura Himmelreich auftaucht, dann ist das Ende ohnehin nah.

Nicht so bei uns. Die Franken halten das Piratenfähnchen weiterhin hoch. Zwar schwinden auch hier die Mitgliederzahlen. Aber unsere Piraten-Parlamentarier denken weder an Austritt noch ans Aufhören.

Der Nürnberger Stadtrat Michael Bengl konstatiert:

In Nürnberg und in Mittelfranken gibt es keine Anzeichen einer Austrittswelle oder einer Entzeitstimmung.
Vielmehr konzentrieren wir uns hier auf die anstehenden Themen in der Kommunalpolitik und ich freeu mich, dass wir uns bei den anstehenden Haushaltsberatungen hier in Nürnberg konkret einbringen können

Es seien vielleicht einige Köpfe abhanden gekommen. Besonders um Anke Domscheidt-Berg tut es Bengl leid. Von ihr hätten die Piraten enorm profitiert. Aber die grundsätzlichen Themen blieben schließlich bei der Partei: weiter lesen

Drittligist in spe will neues Stadion

nnBeim Nürnberger Zweitligisten läuft einiges schief. Das wird an anderer Stelle bereits ausführlich beschrieben. Dass man dort aber auch erstaunlich wenig Gefühl für den richtigen Moment entwickelt, das konnten die Leser der Nürnberger Nachrichten (Artikel leider nicht online) heute erleben. Dort wird auf mehr als einer halben Seite der Wunsch des 1.FCN nach einem neuen Stadion dargelegt. Finanzvorstand Ralf Woy schwärmt da von der Atmosphäre in Dortmund und träumt von einer rot-schwarzen Wand, die die Clubspieler nach vorne peitscht.

Dass der Club sich durch ein neues Stadion zusätzliche Einnahmen erhofft, ist bekannt. Dass er Pläne dafür ausbaldowert auch. Am kommenden Freitag tagt der Werkausschuss Frankenstadion und wird dort einen Verlust für das Stadion von einer Million Euro zur Kenntnis nehmen müssen, versehen mit der Prognose, dass aufgrund des Abstiegs die Einnahmen künftig nochmal geringer ausfallen werden. Dazu stehen einerseits bauliche Investitionen an, andererseits wünscht sich der Club-Vorstand, die Stadt solle sich finanziell am Neubau eines reinen Fußballstadions beteiligen. Eventuell könne sie dann 2024 bei der Europameisterschaft ein paar Spiele abgreifen.

Dass sich die Clubführung ebenfalls wenig um Befindlichkeiten in der Einwohnerschaft schert, wundert eigentlich nicht mehr. Es gibt also ein über den Fußball hinausgehende öffentliches Interesse daran, dass bei der Jahresmitgliederversammlung am 30. September beim Club etwas realitätsbezogenere Leute in den Aufsichtsrat (oh, Moment, da sitzt ja schon ein Stadtvertreter drin) und damit in den Vorstand kommen.

Zwei Stadien in der Stadt finanzieren und dann spielt da ein Regionalligaverein, das tendiert gewaltig in Richtung Lachnummer.

Die Grünen wollen mal wieder was verbieten

SPD BundesparteitagDie Nürnberger Grünen scheinen die Ausbootung durch die SPD überwunden zu haben und wenden sich wieder ihrer Kernkompetenz zu: dem Verbieten lassen. Diesmal wollen sie, dass die Stadt ein Werbeverbot für Tabakwaren erlässt. In Berlin, Heidelberg, Bergisch-Gladbach, Karlsruhe, Biberach oder Vaterstetten sowie in anderen EU-Ländern gebe es das auch schon.

Grünen-Fraktionschef Achim Mletzko zur Begründung:

Durch das Werbeverbot von Tabakwaren entsteht die Möglichkeit, die gesundheitlichen Folgen des Rauchens zu reduzieren. Neben den schädlichen Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System und die Atemwegen stellt der Tabakkonsum auch das größte bekannte Krebsrisiko dar. 25-30% der Krebsfälle stehen mit dem Rauchen in Verbindung.

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Der Franke, zum Troll prädestiniert?

trollEuch muss ich es nicht erzählen: Franken ist kein Sprungbrett zum Weltruhm. Der Satz stimmt freilich nur teilweise. Mitunter ist ein solcher Pessimismus nur in falschen Vorstellungen darüber begründet, wo es zum Weltruhm geht.

Nehmen wir einmal Uwe Ostertag. Der Mann ist bei Onlineredakteuren und -mitarbeitern längst eine feste Größe. Er kommentiert fast alles, was die Nachrichtenportale berichteten und fast jedesmal sind die Beiträge grenzwertig und es muss entschieden werden, löschen wir das oder lassen wir es laufen. Ostertag ist das, was man einen Troll nennt.

Jetzt wurde Ostertag dank der FAZ einem breiteren Publikum bekannt. Und das weiß nun auch: Der Troll wohnt in Ochsenfurt. Also im hintersten Franken. Er ist also gleich mehrfach benachteiligt und daher zum Troll prädestiniert. Schade, dass die FAZ diese multiplen Benachteiligungen ausblendet und nur darauf eingeht, dass Ostertag gehbehindert und alleinerziehend ist. Aber das ist vielleicht auch besser: So bleibt das unter uns. weiter lesen

Der BR und sein Ärger mit den Provinzdeppen

tatortManchmal sind einem die eigenen Landsleute und die eigenen Kollegen peinlich. Da möchte man laut in die Welt rufen: Entschuldigung, bitte ignorieren, es gibt hier noch andere, nur bekommen die den Mund nicht auf!

Wenigstens im Vipraum möchte ich dagegenhalten. Nein, mich interessiert es nicht die Bohne, dass zurzeit in Nürnberg ein Film gedreht wird. Auch nicht, wenn der zu der – aus unerfindlichen Gründen – erfolgreichen Tatort-Reihe gehört. Und nein, ich halte es auch nicht für eine Aufwertung Frankens, wenn dieser Landstrich als ziemlich letzter in Deutschland auch seinen eigenen Tatort bekommt. Das ist wie bei abgenudelten Musicals, bei Bands, die kaum einer mehr hören will, die gehen schlußendlich auf die Dörfer und verdienen sich da ihr Gnadenbrot. Die Deppen dort sind meistens blöd genug, sich im Ruhm mitzusonnen und merken gar nicht, wenn das ein längst vergangener, völlig verblasster ist.
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