So wird der Tiergarten wieder flott

Nashorn Tiergarten Nürnberg. Foto: Uwe Niklas 04.08.2011
Wann wacht der Tiergarten endlich auf? Jetzt wäre wieder eine Gelegenheit: Ein eigentlich am Schmausenbuck beheimatetes kleines Schaf ist in einem Bordell in München-Pasing aufgetaucht. Da das Lämmchen auch noch Rosi hieß und sich damit auch dem letzten Schlagerheini noch der “Skandal im Sperrbezirk” aufdrängt, reagierte jetzt sogar das Nürnberger Presseamt auf den Vorfall.

Allerdings hatte man dort auch über die Pfingstfeiertage Zeit, die Geschichte auf jugendfrei zu bürsten. Auch anderweitig wurde das eilfertig dementiert. Welche Folgen solche Geschichten haben können, wissen Cineasten spätestens seit dem Film “Night on Earth”:

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Ein großes Nichts wird 10

RESSORT: Lokales ..FOTO: Horst Linke ..MOTIV: Schild "metropolregion nürnberg" auf Frankenschnellweg zw. Fo Süd und Nord Richtung Bamberg

Jubiläen gehören normalerweise zum Langweiligsten im Journalistenleben. Manchmal erinnern sie einen aber auch daran: Ach, den/die gibts auch noch. Zum Beispiel jetzt, da die Metropolregion Nürnberg in Erlangen ihr Zehnjähriges feiert. Groß, mit EU-Geldern und Doppeldeckerbus.

Nicht, dass man in den letzten zehn Jahren gar nichts mitbekommen hätte von dem Konstrukt mit dem blutleeren Namen. Immerhin gibt es an den Autobahnen Zusatzschilder, die einen darauf verweisen, dass der Ort, den man erreichen könnte, falls man die nächste Ausfahrt runter fährt, Mitglied der Metropolregion Nürnberg ist (sogar die Titanic hat sich darüber lustig gemacht). Hin und wieder beglückte uns die Metropolregion auch mit Fingerübungen örtlicher Werbefuzzis. Da gab es anfangs mal den Spruch “Raum für starke Köpfe”. Der hat allerdings eher die Assoziation zu Beton- oder Sturköpfen ausgelöst und offen gelegt, dass hier nach Albrecht Dürer nicht mehr viel los war mit starken Köpfen. Später kam dann der Slogan “Kommen. Staunen. Bleiben”. Doch auch der verweist eigentlich eher auf Wahrnehmungsdefizite der Restwelt. Andere europäische Regionen haben solche Schaut-doch-mal-bei-uns-vorbei-da-gibt-es-auch-was-zu-entdecken-Slogans gar nicht nötig. Die kennt man ohnehin schon. weiter lesen

Insider-Infos per Mail

vipmailoa700 Jaja, viele von euch folgen mir schon bei Twitter, Facebook oder Google+, die brauchen jetzt nicht auch noch einen Newsletter. Allerdings gibt es auch den einen oder anderen, der mit den genannten Netzwerken nichts anzufangen weiß oder gewisse Bedenken hat. Von denen wurde ich gefragt, ob ich nicht einen Newsletter rausgeben könnte.

Also probiere ich das mal. Ab sofort gibt es daher zum Vipraum auch die Vipmail. In der steht selbstverständlich was völlig anderes als hier im Blog. Da verlinke ich vor allem auf wichtige, absurde oder lustige Beiträge mit regionalem Bezug (natürlich mit Kommentar). So können dann auch Leute mitreden, die digital etwas abgehängt sind und nicht jeden Tag die Nachrichtenlage checken.

Geplant habe ich, die Vipmail wöchentlich zu verschicken. Vorausgesetzt, es gibt genug Stoff und ich bin nicht gerade in Urlaub. Und natürlich nur, wenn sich genug Interessenten melden. Also sagt es euren Offlinern und rührt ein bisschen die Werbetrommel. Sonst wird das nichts.

Hier gehts zur Anmeldung.

Und hier könnt ihr die erste Vipmail lesen.

Kneifende Nachtwölfe

 FW_V4904 sdk3.3.1-20091125 (S)Calib(WB:1,BP:1,AF:0,ESK:0,EST:0,VIG:1,CT:0); AWB(1616,1075); Info(242,1106,96,0,2209,0,1)(VIG:2435;WB:934,2020,850,2010,1688,1292,1695,1290;BP:35,50,7734,8727);
Sie sind dann doch nicht nach Nürnberg gekommen: die Nachtwölfe. Es wären zwar ohnehin nur die Sympathisanten von Putins Rockern gewesen, die da einen Besuch des Reichsparteitagsgeländes und des Justizgebäudes angekündigt hatten. Die echten Nachtwölfe scheiterten nämlich bereits an der Einreise. Nichtsdestotrotz wäre Nürnberg vorbereitet gewesen. Die Polizei war in Alarmbereitschaft und “die Partei” hatte sogar ein Empfangskommitee zum Dokuzentrum geschickt. Dieses hatte, so der Nürnberger Parteisprecher Klaus Hammerlindl, die Absicht, zusammen mit den “Nachtwölfen” 70 Jahre nach Deutschland auch die Nürnberger Delfine zu befreien.

Dazu kam es jedoch nicht. Die Rocker bogen lieber rechts nach Tschechien ab und “die Partei” stand allein vor den verfallenden Prunkbauten des Dritten Reiches (siehe das Foto von Günter Knab). Immerhin ließen sich die Parteimitglieder die Laune nicht verderben und sangen:

“Wer hat uns befreit: die Solidariteit. Wer hat uns verraten: Sozialdemokraten. Wer war mit dabei: die GRÜNE Partei. Wer verrät uns nie: die Psychiatrie.”

Nürnbergs Delfine müssen allerdings weiter auf Hilfe warten.

Die Bahn soll von Nürnberg lernen

Lokales..Foto: Günter Distler..Motiv: U2 fährt seit 28.09.09 im Teilautomatik-Betrieb;

Bekanntlich war Nürnberg in Sachen Schiene schon immer führend. Jetzt soll die erstmals von Nürnberg aus dampfende Bahn erneut von Nürnberg lernen. Gerade twitterte die CDU mit Hinweis auf ihren Generalsekretär Peter Tauber:

Seit 7 Jahre haben wir die, in Nürnberg lieber als “fahrerlos” (“führerlos” erinnert dann doch zu sehr an unsere NS-Geschichte) verkehrende U-Bahn. Und richtige Pannen gab es eigentlich nicht. Weshalb zum Fünfjährigen auch eine positive Bildanz gezogen wurde.

Dennoch sträubt sich dagegen nicht bloß die GDL, sondern seltsamerweise auch die Bahn selber. Der Vorschlag, auch die Bahnzüge ohne Lokführer aufs Gleis zu schicken, ist nämlich nicht neu. Er wird von der CDU jetzt nur wieder aufgewärmt. In diesem Fall wieder als “führerlos”. Die Bezeichnung kann einem eigentlich egal sein. Für letztere Variante gäbe es wenigstens schon ein passendes Logo.

Nürnbergs entspannte Schnarchzapfen

Lok Foto: Günter Distler Motiv: Söder stellt Ergebnisse für Zugangsprüfung für Fernmeldeturm vor; ehemaliges Quelle-Gelände
“Mutlos und ohne Vision” werde hier eine Chance zur Stadtgestaltung vertan, sagt Simon Emmerich in seinem Beitrag über das Nürnberger Quelle-Gelände. Noch ist die Sendung, die im BR-Kulturmagazin Capriccio lief, in der Mediathek zu sehen.

Gut, das ist aktuelle Söder-Linie. Insofern versteht man, warum sich der BR hier mal kritisch geriert. Der Finanzminister lässt bekanntlich ungern eine Gelegenheit aus, den Nürnberger OB Maly und seine Genossen als mutlose Schnarchzapfen darzustellen. Da macht sein ehemalige Arbeitgeber, der BR, gerne mit. Die Schnarchzapfen stellen das in den ihnen etwas zugänglicheren Medien wiederum als Entspanntheit und Gelassenheit dar.

Während sich aber die einen streiten, ob die Haltung der Stadt relaxt oder feige ist, dürfen sich die derzeitigen Quelle-Nutzer fragen, wo sie künftig bleiben sollen. Leichter wird die Suche nach Alternativen nicht, wenn auch noch die derzeitigen AEG-Nutzer auf den Markt drängen. Im AEG-Fall ist übrigens der Finanzminister mit im Boot und vertreibt sie mit seinen Uni-Plänen.

Freut sich denn keiner über den Mindestlohn?

ARCHIV dpa - Bildfunk
Der Streit um den Mindestlohn geht weiter. Am 1.Mai wird er auch das Hauptthema auf den verschiedenen DGB-Veranstaltungen sein.

Blöderweise krankt es jedoch an der journalistischen Begleitung dieses SPD-Herzensanliegens. Seit Wochen versuchen Kollegen händeringend jemanden zu finden, der sich über den mittlerweile geltenden Mindestlohn freut. Auch die Gewerkschaften müssen passen. Niemand will sich von der Presse dazu interviewen lassen. Über die Gründe kann man nur spekulieren. Bei den Spargelhelfern dürften es mangelnde Deutschkenntnisse sein. Bei anderen ist es vielleicht drohender Ärger mit dem Arbeitgeber. Andere wiederum freuen sich vielleicht gar nicht, weil bei ihnen beispielsweise zwar der Lohn höher, dafür aber die Stunde länger geworden ist.

Für die SPD und die Gewerkschaften ist das Ganze natürlich ärgerlich. Da hat man endlich einmal das Gefühl, Zukunft zu gestalten und seiner Klientel etwas Gutes zu tun, doch keiner zeigt sich dankbar und bricht in Jubel aus.

Aber, wie gesagt, es geht nicht nur um die SPD. Wer also jemand kennt, der ein gutes Wort über seinen Mindestlohn verlieren möchte, oder wer vielleicht selber dankbarer Nutznießer dieser Reform ist: Bitte bei mir melden (peter.viebigATpressenetz.de)!

Ruinen des Bürgerwillens

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Gestern kam Nürnberg in der Sendung “extra3″ nicht besonders gut weg. Die “bodenlose” Brücke über die Breslauer Straße ist ja auch für jeden Normaldenkenden als realer Irrsinn zu verstehen. Dass dann die beiden städtischen Interviewpartner auf die Frage, ob man die Brücke denn überhaupt brauche, schallend lachen, dürfte den Steuerzahler erst recht empören. Dazu kommen noch etliche Bürger zu Wort, die das Ganze als hirnverbrannt geißeln.

Hier ist der Beitrag ab Minute 12:05 zu sehen:

So weit, so schlecht. Leider waren es vor gut 25 Jahren genau diese Bürger (im Einzelfall natürlich andere), die die damals 1,3 Millionen Mark teure Brücke unbedingt haben wollten. Das damals als Mini-Golden-Gate-Brücke bezeichnete Bauwerk wurde von den Anwohnern gefordert, nachdem dort einige Jahre zuvor ein Kind tödlich verunglückt war, als es versuchte den Bus zu erreichen. Dass an der gleichen Stelle ein Ampelübergang vorhanden ist, wussten die Anwohner.

Nur ein paar Meter weiter an der U-Bahn-Haltestelle Messezentrum ist übrigens eine weitere Ruine des Bürgerwillens zu besichtigen. Dort sollte unbedingt eine WC-Anlage gebaut werden. Inzwischen wurde sie mangels “Beschiffung” still gelegt.

StUB: Euer Volk mag euch nicht

StUB-Förderung
Erfolgsorientierte Menschen wie Ulrich Maly, Markus Söder oder Joachim Herrmann (im Bild: Söder und Herrmann beim Trommeln für die StUB) hüllen über Niederlagen gerne den Mantel des Schweigens. Deswegen werden sie jetzt wohl schnell wieder zum Tagesgeschäft übergehen (beispielsweise Gipsbüsten in alten Tempeln bei Donaustauf aufstellen) und das Votum zur Stadt-Umland-Bahn unter “verknöcherte Landbewohner” ablegen. Genauso wie der eine oder andere Kommentator in der Zeitung oder wie hier auf Twitter: weiter lesen