Vipmail 110

Nix hitzefrei! Gnadenlos wird auch an überhitzten Donnerstagen die Vipmail verschickt.

In der 110. Ausgabe des fränkischen Newsletters geht es um blühenden Öffentlichkeitsraum, um das Bindeglied zwischen Metropole und Kaff, um bedarfungerechtes Bauen, um geschönte Wahrheiten, um dräuende TV-Mehrteiler und um Hasskommentare im Vorgarten.

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Ein Hauch von autofreier Stadt

Falls euch in den nächsten Tagen die Erzeugnisse aus unserem Verlagshaus entschleunigter, lebensfroher und weniger stressgetrieben erscheinen sollten, hat das einen einfachen Grund: die Großbaustelle am Hauptbahnhof macht die Straßen im Redakteursumfeld nahezu autofrei.

Jetzt bekommen die Multiplikatoren mal mit, wie relaxt und ruhig es in der Stadt zugehen könnte, wenn das Blech weg wäre. Für die Blechbeseitigung gäbe es noch weitere gute Gründe.

Gottgegeben sind die Autos jedenfalls nicht. Man könnte sich durchaus mal drüber unterhalten.

Vipmail 109

Feiertagsbedingt kommt die Vipmail in dieser Woche schon einen Tag früher.

Im aktuellen Newsletter aus und über Franken geht es um den Einfluss der Kirche auf die weltliche Baukunst, um Hyperventilation in Redaktionsräumen, um Medienberater in der Landwirtschaft, um Fluchthilfe bei Tieren, um Strände ohne Meer und um Pädagogen auf der Autobahn.

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Einmal, wenn in Nürnberg was los ist…

In der Woche vor Pfingsten fand die Hauptversammlung des deutschen Städtetages in Nürnberg statt. Eine gute Gelegenheit für eine Stadt zu zeigen, was in ihren Mauern so abgeht, vor allem wenn ihr der Ruch der Langeweile anhaftet. Da wird dann „fränkische Diätküche“ kredenzt, das Rathaus zur Eventlocation umfunktioniert und vor dem Büro des Oberbürgermeisters sogar eine Zapfanlage aufgebaut (Zapfen, wir wissen es, ist die wichtigste Tätigkeit der Stadtoberhäupter). weiter lesen

„Hurenhauptstadt“: Belege fehlen!

Als Lokaljournalist ist man oft auch ein Getriebener. Gerade lenken die beiden Prostituiertenmorde die Aufmerksamkeit auf das Rotlichtmilieu. Mit dem haben wir uns das letzte Mal vor vier Jahren beschäftigt. Ich auch.

Doch während es jetzt um Mord und Totschlag geht, ging es damals um Prüderie und Wirtschaftsfaktoren. Seinerzeit hielt allerdings auch der Datenjournalismus im Pressewesen Einzug. Die Welt hatte die „Prostituiertendichte“ in den deutschen Städten evaluiert. Danach lagen Augsburg, Trier und Nürnberg ganz vorne. Die im gleichen Verlag erscheinende Bildzeitung machte Nürnberg danach sogar zur „Hurenhauptstadt“.

In Nürnberg hat sich die Dichte laut Polizei inzwischen von 225 auf 260 Huren pro 100.000 Einwohner erhöht. Brauchbare Vergleichszahlen gibt es freilich nicht mehr. Schon damals wurde Kritik laut, denn jede Kommune zählt anders und die Dunkelziffern sind hoch.

Beim städtischen Amt für Statistik beschäftigt man sich erst gar nicht mit dem Thema. Nicht aus Prüderie, sondern wegen der zweifelhaften Datenlage. Ob Nürnberg nun „Hurenhauptstadt“ ist oder nicht, lässt sich höchstens vermuten, aber nicht verifizieren. Dem notorisch angeknacksten Selbstbewusstsein Nürnbergs dürfte dieser Titel ohnehin nicht weiterhelfen. Unter den aktuellen Umständen erst recht nicht.

Bei der Polizei nimmt man die Morde inzwischen sehr ernst. Eine Plakataktion soll gestartet werden, um die örtlichen Prostituierten zu warnen. Auch ein bekannter Profiler wurde eingesetzt, der sich mit der Persönlichkeitstruktur solcher Täter auskennt.

Vipmail 108

Gerade flatterte die Vipmail für diese Woche raus. In der 108. Ausgabe des Newsletters aus und für Franken geht es um jene Zeiten, als sich der Staat noch um Sympathie bemühte, um eine einst rote Hochburg, die jetzt auf ganz anderen Gebieten als Hochburg firmiert, um die Zwänge, lustig sein zu müssen, um Hü und Hott bei der Polizei, um die Franken, die bald never alone walken müssen und um undankbare Gäste, die gegen ihre Wohltäter rebellieren.

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Mut wird wählbar

Vergangene Woche hatte ich hier verkündet, dass die unter „Zeit zu handeln“ firmierende Partei der Ex-Grünen Claudia Stamm einen Namen hat. Nennen kann ich ihn erst jetzt: mut.

mut steht neben der eigentlichen Wortbedeutung auch für mitbestimmen, umsteuern, teilen.

Das Programm ist hier zu finden

Darin heißt es unter anderem:

Angesichts eines krassen Missverhältnisses zwischen dem politisch Notwendigen und der real existierenden Politik ist klar: Es braucht etwas Neues, weil so viele Menschen aus nachvollziehbaren Gründen nicht mehr wissen, wen oder was sie wählen sollen – oder ob sie überhaupt noch zur Wahl gehen sollen. Es braucht eine politische Kraft, die nicht schönredet oder verdrängt, sondern mutig sagt, was ist. Und die endlich einen demokratischen Prozess des gesellschaftlichen Dialogs eröffnet zu der Frage, was werden soll.
Es braucht mut zur Veränderung, mut zur Zukunft, mut zum gemeinsamen Handeln.

Der Name wurde von den Gründungsmitgliedern gewählt, die sich gestern im Münchner Hofbräuhaus zur Gründungsversammlung getroffen haben. Ab sofort kann nun jeder Mitglied werden. Beim Nürnberger Treffen im Literaturhaus haben sich laut Mitgründer Ralph Hoffmann bereits 30 Personen gemeldet, die aktiv mitarbeiten wollen. „Da sind viele dabei, die bisher mit Politik und Parteiengehabe nichts am Hut haben.“

Noch im Juni soll es auf mittelfränkischer Ebene ein Treffen für Interessenten geben.

Meine Frage, ob der neue Name auch impliziert, dass die politische Konkurrenz feige ist, antwortete Hoffmann übrigens:

„Wir sagen, dass wir mutig sind. Was die andern von sich sagen, weiß ich nicht, jedenfalls nix gscheits, denn sonst hätten wir uns doch nicht gegründet.“

Das dpa-Bild zeigt die Staue von Kaiser Augustus, die vergangenes Jahr zusammen mit dem Schriftzug „MUT“ beim Augsburger Friedensfest aufgestellt wurde, das an den dort geschlossenen Religionsfrieden erinnern sollte.

Vipmail 107

Die 107. Vipmail wurde gerade verschickt. Im aktuellen Newsletter aus Franken geht es um Poesiealben, um realitätsbezogenen Unterricht, um Alkoholexzesse, die der Disziplinierung dienen, um Baufirmen, die politischen Prioritäten setzen, um den Bratwurstjournalismus-Gipfel und um Traditionen, die auch schon mal besser waren.

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Wenn Nürnberg mal ein Vorzeigeprojekt plant

In den meistens von Jammertönen durchfluteten Filterblasen bekommt man sowas nicht so mit: Die Konjunktur brummt – zumindest was den Bausektor angeht. Baufirmen haben es nicht mehr nötig, jeden Auftrag anzunehmen, schon gar nicht, wenn die Gewinne nicht stimmen. Im Augenblick geht in Nürnberg deswegen ein umweltpädagogisches Vorzeigeprojekt langsam die Pegnitz runter: die Energie- und Umweltstation am Wöhrder See. Noch in diesem Jahr sollte mit dem Bau des 3,4-Millionen-Euro-Projektes begonnen werden. Die Station sollte auf Stelzen im Wasser stehen und nicht nur der Umweltbildsung der Schüler dienen, sondern auch als Garage für das Mähboot. Zudem sollte dort die immer wieder beklagte Toilettensituation am Wöhrder See behoben werden.
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Vipmail 106

Morgen ist Vatertag, da ist ein Teil meiner Leserschaft möglicherweise nicht so aufnahmefähig. Deswegen geht die Vipmail schon heute raus. In der 106. Ausgabe des fränkischen Newsletters geht es um Sicherheit vs. Weltoffenheit, um Schilder, die keine Abnehmer finden, um fränkische Meister in untergehenden Sportarten, um blöd herumstehendes Blech, um Unfallverursacher, die sich einfach verdünnisieren, und um Mimimi in Marktredwitz.

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