Politik allein füllt einen echten Mann nicht aus. Das bewies unser Ministerpräsident Horst Seehofer wieder einmal beim fränkischen Fasching in Veitshöchheim. Nachdem die Kameras abgeschaltet waren wies er den Kabarettisten Michl Müller an, seinen als Grand-Prix-Beitrag vorgestellten Song “Sex ist nicht alles, wär aber schön” noch einmal zu intonieren und sang dann auch noch inbrünstig mit.
Ich will mich jetzt gar nicht darüber echauffieren, dass ausgerechnet Seehofer in der Öffentlichkeit an Sex denkt, auch nicht über seinen Musikgeschmack, sondern eher darüber, dass er nicht auch noch den Stefan Raab anweist, seine überflüssige und nur sinnlos Rundfunkgebühren verpulvernde Ausscheidungssendung zu canceln und gleich sich und den Michl Müller für Deutschland nach Oslo zu schicken.
Hier der Song, um den es geht:

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Man kommt sich vor wie in einer Kleinfamilie, die kein Geld hat für Weihnachtsgeschenke. Wer sagt es den Kindern, dass es nichts mehr gibt? Wer erklärt ihnen, dass da kein Weihnachtsmann Wohlverhalten belohnt, sondern dass das Geschenkewesen wesentlich vom Einkommen der Eltern abhängig ist? Die Väter überlassen sowas gerne den Müttern, bis ihnen dann einfällt, dass das keine gute Idee sein könnte, weil die das mit dem Hinweis verknüpfen könnten, der Alte hätte halt “was Gscheits” lernen sollen, dann hätte er auch was auf dem Konto. Also bringt es der “Alte” den Kleinen dann doch lieber selber schonend bei, was aber auch wieder ein Fehler ist, denn nun kann die Mutter sagen: Wenn es nach ihr gegangen wäre, hätte es sehr wohl Geschenke gegeben, aber sie habe sich ja nicht durchsetzen können und der “Alte” habe halt andere Prioritäten und an Abmachungen halte er sich eh nicht…
Die Rede ist von der Nordspange.
Moment, wird jetzt der eine oder andere fragen, da geht es doch gar nicht ums Geld, da geht es um Denkpausen, um Wahlversprechen, ja gar um Koalitionsgrundlagen, so habe iman das doch überall lesen können…
Dann mal ganz langsam: Wenn es nicht ums Geld geht, und die Nordanbindung des Nürnberger Flughafens an die A3 wurde schon vor zwei Jahren mit 60 Millionen Euro veranschlagt, was sollte dann das ganze Katastrophengeschrei des Städtetages oder unseres Stadtkämmerers? Warum sagt denn keiner: Wir können das nicht mehr zahlen, sorry, tut uns leid? Vielleicht, weil dann jemand antwortet: Ja, wenn es schon nicht mehr für die 60 Millionen der Nordspange langt, wie wollt ihr dann die 260 Millionen für den Ausbau des Frankenschnellwegs aufbringen?
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Heute wende ich mich mal an die VAG (respektive den VGN) mit einem Vorschlag zur Güte. Die Nürnberger Verkehrsbetriebe haben bekanntlich zur Zeit massiv Probleme, der an innovativen Nahverkehrssystemen interessierten Welt zu beweisen, was für tolles Teil doch der antifaschistische Rubin ist. Die führerlose U-Bahn zickt nämlich. Wenn eine Taube sich in einen Tunnel verirrt, macht sie die Grätsche, wenn Leute sich nicht an die Lautsprecherdurchsagen halten und einfach aussteigen, gibt sie den Geist auf und brennen tut sie neuerdings auch noch. Werbewirksam ist das alles nicht. Ohnehin hatte das Projekt erst mit zwei Jahren Verspätung starten können und jetzt stellt sich heraus, man hätte die Testphase vielleicht noch ein bisschen verlängern sollen.
Aber ich will, wie gesagt, nicht die VAG – und schon gleich gar nicht den angeschlagenen Siemens-Konzern – in die Pfanne hauen. Ich will denen vielmehr helfen. Und dabei greife ich auf mein (selbstverständlich weitgehend nur angelesenes) profundes Wissen über die Zeitungskrise zurück. Die Lösung heißt nämlich:
User generated content.
Es ist ja so: Wir Journalisten können nicht überall sein. Schon gar nicht, wenn wir aufgrund von rückgängigem Anzeigengeschäft wenige mit immer mehr Aufgaben sind. Deshalb bekommen viele von uns leuchtende Augen, wenn sie user gererated content hören. Der Leser rennt selber rum, liefert die Nachrichten und wir gatekeepen sie ins gedruckte Produkt. Den ganzen Beitrag lesen »
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Als Lokalredakteur fühlt man sich derzeit gerne zerrieben, zum Beispiel zwischen WWW-Ansprüchen und Bratwurstjournalismus. Bratwurstjournalist sein will man nicht, zerrieben werden natürlich auch nicht. Von einem weltweiten Interesse ist man dennoch meilenweit entfernt. Die lokale Nachrichtenlage gibt das halt selten her. Insofern kann man verstehen, dass mancher Lokalschreiber dem Netz nicht unbedingt mit Hoffnung und Zuversicht begegnet, dass er sogar glaubt, hier werde an seiner eigenen Zukunft gesägt.
Solche Ängste könnten sich aber als unbegründet erweisen. Das Lokale entwickelt sich zu einem neuen Trend im Web.
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Mitbekommen haben dürften es die wenigsten. Deswegen wurden jetzt auch etliche Journalisten nach Brüssel geladen, um wenigstens zum Abschluss des dreijährigen Mandats, das der Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly als Vertreter des Deutschen Städtetages hatte, ein bisschen Aufmerksamkeit zu generieren. Bewegt hat Maly, glaubt man den Worten seines Mitarbeiters, der ihn in Brüssel vertrat, wenig bis nichts.
“Ich würde keinem empfehlen, sein ganzes Leben lang in Brüssel zu arbeiten, da hebt man ab und verliert die Bodenhaftung”, sagt Olaf Klumpp-Leonhardt im NZ-Interview am Ende seiner Amtszeit als Maly-Vertreter in Brüssel. So fördert man den europäischen Gedanken bestimmt nicht. Andererseits nützt es auch nichts, sich etwas vorzumachen.
Dass das die Kanzlerin offenbar genauso sieht und sie daher nicht unbedingt ihre besten Leute (jetzt habe ich mich aber ganz arg zusammengerissen) auf die europäische Ebene abordnet, beweist aktuell der neue EU-Kommissar Günther Oettinger, gegen den Westerwave ein echtes Sprachgenie ist, der aber andererseits immerhin noch über Bodenhaftung verfügt, die er dann in Brüssel verlieren kann:
Nachtrag:
Wegen “Urheberanspruch von Center On Capitalism and Society” wurde das Original-Video von Oettingers-Auftritt bei YouTube inzwischen entfernt. Dort gibt es aber jede Menge neue. Ich versuche, das jeweils aktuell zu halten. Etwas Ähnliches hatten wir (Blogleser, die schon länger dabei sind, wissen das vielleicht noch) damals auch beim Müntefering-Fake-Anruf bei Andrea Ypsilanti.
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Kaum geht es ihnen finanziell mal etwas schlechter, schon fangen sie das Nerven, Piesacken und Vergrämen an. Und dass sie das gut können, beweisen die Kommunen aktuell wieder bei der Zweitwohnungssteuer. Zwar hatte das Bundesverfassungsgericht im Jahr 2005 entschieden, dass die Steuer für eine berufsbedingte Nebenwohnung eines verheirateten Eheparrtners unzulässig ist, aber die Kommunen ließ das nicht ruhen. Sie suchten nach Schlupflöchern, ließen ihre Juristen nach Lücken fahnden und wurden fündig. Der bayerische Verwaltungsgerichtshof sprang den Kommunen zur Seite und entschied im vergangenen März, nur wenn auch ein zeitlich überwiegender Aufenthalt am Beschäftigungsort gegeben ist, bestehe eine grundgesetzwidrige Ungleichbehandlung.
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Wahrscheinlich bin ich auch mit schuld. Irgendwann hatte ich mich mal aufgeregt, dass sich Politiker am liebsten alles ausdrucken lassen und mit Social Networks nichts am Hut haben. Inzwischen bin ich (was interessiert mich mein Geschwätz von gestern) da etwas zwiespältig geworden angesichts dessen, was man da auf Twitter, Facebook etc. erlebt.
Interessiert es mich, wenn unsere CSU-Bundestagsabgeordnete Dagmar Wöhrl in Afrika zu der Erkenntnis kommt, dass dort Fußball ein wichtiger Faktor ist, oder, wenn sie dort Menschen aus Maputo trifft? Da ist es mir fast schon egal, ob jene Leute recht haben, die behaupten, Frau Wöhrl würde gar nicht selber twittern, sondern ihre Tweets telefonisch ihrem “Team” in der Heimat zum Reinstellen übermitteln. Eigentlich wäre es mir lieber, sie nähme sich mehr Zeit für die Menschen aus Maputo.
Aber offenbar muss bei der CSU jemand die Parole ausgegeben haben: Mehr Zeit für die Menschen aus Entwicklungs-SCHLAND! Die können einen wenigstens wählen. So wunderte es mich letztlich nicht, als ich mitbekam, dass der Erlanger CSU-Oberbürgermeister Siegfried Balleis (rechts im Bild) jetzt ebenfalls unter die Twitterer gegangen ist. “Guten Abend, ich kann Ihnen versichern, ich bin es wirklich”, hat er mir geantwortet, nachdem ich ihn – schließlich hatten sich zuvor die Twitteraccounts der Nürnberger und Augsburger Oberbürgermeister als Fakes entpuppt – gefragt hatte, ob er “echt” sei. Ansonsten sind die Tweets des Erlanger OB qualitativ und quantitativ noch recht dürftig. Sollte er allerdings seine Follower als erstes informieren, wenn er bayerischer Sparkassenpräsident wird, dann nehme ich diese Behauptung sofort zurück.
Um die SPD-Twitterer ist es dagegen nach der Wahl erstaunlich ruhig geworden. Selbst der oft durch unfreiwillige Komik aufgefallene SPD-Landesvorsitzende Florian Pronold liefert kaum noch was. Sein einziger Tweet in diesem Jahr lautet: “Jetzt in Wildbad Kreuth.”
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Mit ihren Relevanzkriterien haben die Wikipedia-Platzhirsche jetzt auch den Begriff Bratwurstjournalismus auf die Löschliste gesetzt. Bekanntlich wurde der Urheber des Begriffs hier in diesem Blog erstmalig dazu interviewt. Allein die Kommentare dazu zeigen, dass den Sachverhalt, für den Hardy Prothmann diesen Begriff kreierte, ganz offensichtlich viele kennen. Und wenn etwas relevant ist, dann ist es doch: Griffige Bezeichnungen für etwas zu finden, das die Menschen ganz offensichtlich beschäftigt. Anderherum besteht genau darin auch der Informationsbedarf, den Wikipedia ja angeblich stillen will. Wenn irgendwo ein neue Begriff auftaucht, den ich vielleicht noch nicht kenne, dann schaue ich den dort nach. Die nach Schulpädagogensicht als relevant eingestuften Begriffe kennt man doch meistens ohnehin.
Warum einige dieser (beleidigten) Leberwurst-Enzyklopäden genau dies anders sehen wollen, verstehe ich nicht. Das muss wohl an ihrem Wesen liegen. Vielleicht ist nicht ausreichend für ihr leibliches Wohl gesorgt. Wie auch immer. Im Franken-Wiki der NZ ist der Begriff jedenfalls schon länger unbeanstandet aufgeführt. Wenn Wikipedia aus eigenem Unvermögen solchen kleineren Wikis den Aufschwung ermöglicht, soll es mir auch recht sein.
Auf jeden Fall sollte jeder mithelfen, dass der Bratwurstjournalismus weiterleben kann.
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31. Dezember 2009 von vip
Wenn die Prognosen (von wem, für wen und für was?) schlecht sind, dann muss halt das Wünschen wieder mehr helfen:

In diesem Sinne ein xunds Neues! Wein, Weiber, Wohlfühlen und so….
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22. Dezember 2009 von vip
Im vergangenen Jahr hatte ich hier noch einen Adventskalender, in dem jeden Tag ein neues fränkisches Video zu sehen war. Damals war das Video, das ich diesmal zur weihnachtlichen Besinnung ausgewählt habe, noch Werbung. Da hätte ich vielleicht sogar noch Geld damit verdienen können und mit dem Reizwort “Geschäftsmodell” hausieren gehen können.
Jetzt zahlt mir kein Mensch mehr was dafür. So ändern sich halt die Zeiten: Was wir vor einem Jahr noch genervt weggezappt haben, bringt uns jetzt eher zum Weinen:

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