Die Grünen wollen mal wieder was verbieten

SPD BundesparteitagDie Nürnberger Grünen scheinen die Ausbootung durch die SPD überwunden zu haben und wenden sich wieder ihrer Kernkompetenz zu: dem Verbieten lassen. Diesmal wollen sie, dass die Stadt ein Werbeverbot für Tabakwaren erlässt. In Berlin, Heidelberg, Bergisch-Gladbach, Karlsruhe, Biberach oder Vaterstetten sowie in anderen EU-Ländern gebe es das auch schon.

Grünen-Fraktionschef Achim Mletzko zur Begründung:

Durch das Werbeverbot von Tabakwaren entsteht die Möglichkeit, die gesundheitlichen Folgen des Rauchens zu reduzieren. Neben den schädlichen Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System und die Atemwegen stellt der Tabakkonsum auch das größte bekannte Krebsrisiko dar. 25-30% der Krebsfälle stehen mit dem Rauchen in Verbindung.

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Der Franke, zum Troll prädestiniert?

trollEuch muss ich es nicht erzählen: Franken ist kein Sprungbrett zum Weltruhm. Der Satz stimmt freilich nur teilweise. Mitunter ist ein solcher Pessimismus nur in falschen Vorstellungen darüber begründet, wo es zum Weltruhm geht.

Nehmen wir einmal Uwe Ostertag. Der Mann ist bei Onlineredakteuren und -mitarbeitern längst eine feste Größe. Er kommentiert fast alles, was die Nachrichtenportale berichteten und fast jedesmal sind die Beiträge grenzwertig und es muss entschieden werden, löschen wir das oder lassen wir es laufen. Ostertag ist das, was man einen Troll nennt.

Jetzt wurde Ostertag dank der FAZ einem breiteren Publikum bekannt. Und das weiß nun auch: Der Troll wohnt in Ochsenfurt. Also im hintersten Franken. Er ist also gleich mehrfach benachteiligt und daher zum Troll prädestiniert. Schade, dass die FAZ diese multiplen Benachteiligungen ausblendet und nur darauf eingeht, dass Ostertag gehbehindert und alleinerziehend ist. Aber das ist vielleicht auch besser: So bleibt das unter uns. weiter lesen

Der BR und sein Ärger mit den Provinzdeppen

tatortManchmal sind einem die eigenen Landsleute und die eigenen Kollegen peinlich. Da möchte man laut in die Welt rufen: Entschuldigung, bitte ignorieren, es gibt hier noch andere, nur bekommen die den Mund nicht auf!

Wenigstens im Vipraum möchte ich dagegenhalten. Nein, mich interessiert es nicht die Bohne, dass zurzeit in Nürnberg ein Film gedreht wird. Auch nicht, wenn der zu der – aus unerfindlichen Gründen – erfolgreichen Tatort-Reihe gehört. Und nein, ich halte es auch nicht für eine Aufwertung Frankens, wenn dieser Landstrich als ziemlich letzter in Deutschland auch seinen eigenen Tatort bekommt. Das ist wie bei abgenudelten Musicals, bei Bands, die kaum einer mehr hören will, die gehen schlußendlich auf die Dörfer und verdienen sich da ihr Gnadenbrot. Die Deppen dort sind meistens blöd genug, sich im Ruhm mitzusonnen und merken gar nicht, wenn das ein längst vergangener, völlig verblasster ist.
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Als die Politik einmal nicht vor Karstadt kuschte

Kaufhausserie   Kaufhof  und  KarstadtDer neue Karstadt-Eigentümer Rene Benko will deutschlandweit 15 bis 20 Filialen schließen. Als 11. September soll über die Sanierungspläne beraten werden. Auf einer “sehr stark gefährdet” ist auch das Kaufhaus in Nürnberg-Langwasser aufgeführt. Eröffnet wurde dieses am 23. Oktober 1969, also knapp neun Jahre vor dem zweiten Nürnberger Karstadt an der Lorenzkirche.

Der steht ganz offensichtlich nicht zur Disposition. Und das ist nicht nur auf die optimale Innenstadtlage zurückzuführen. Wenn es nämlich nach Karstadt gegangen wäre, dann stünde an der Nürnberger Lorenzkirche ein Klotz aus Sichtbeton, an Bunker und Parkhäuser erinnernde Einheitsarchitektur – also so wie die allesamt kränkelnden oder bereits verblichenen früheren Kaufhausbauten in Nürnberg.

karst18Doch auch aus einem anderen Grund lohnt sich der Blick zurück (auf den übrigens auch Karstadt setzt mit seinem Hinweis auf die Gründung im Jahr 1881). Als das Kaufhaus an der Lorenzkirche geplant wurde, gab es in der Nürnberger Kommunalpolitik noch Visionen, Grundsätze, politisches Rückgrat und einen gewissen Abstand zum Kapitalismus in der Mehrheitspartei. Und wahrscheinlich dürfte Rene Benko den Nürnberger Stadträten, aber auch den damals erstmals größer in Erscheinung tretenden Altstadtfreunden dankbar sein, dass sie nicht willfährig den Wünschen seiner Vorbesitzer gefolgt und auch deren Erpressungsversuchen nicht erlegen sind. weiter lesen

Wer will für 450 Euro Gänse beunruhigen?

xSo werden in Nürnberg Probleme gelöst! Vor einem Jahr kredenzte (es standen Wahlen an) der Nürnberger CSU-Politiker Markus Söder dem Wöhrder See einen Strand. Immerhin 15 Millionen wurden vom Freistaat in die Aufpeppung des Sees gesteckt. Doch dummerweise ist der trotzdem nicht badetauglich und wird von Vögeln okkupiert. Diese Vögel haben zudem keinerlei Respekt vor dem massiven Steuergeldereinsatz des Freistaats und scheißen sogar noch drauf.

Zur Problembehebung hatte Finanzminister Söder auch gleich den Zuständigen ausgemacht: SÖR. Dieser Servicebetrieb ist in Nürnberg sowieso für jede Scheiße verantwortlich. Doch blöderweise hat SÖR und die dahinter steckende Stadt Nürnberg die Zuständigkeit glaubhaft widerlegen können. Sogar der Landesbund für Vogelschutz (“Mitvögeln!”) mischte sich ein und meinte, das mit den Vogelkot hätte man sich eigentlich denken können. weiter lesen

Haderthauer als Schirmherrin abgesetzt

Chrysanthemenball 2011 am 24.02.2011 im Bayerischen HofBeim Chrysanthemenball im Februar 2011 war die Welt noch in Ordnung. Im Hotel Bayerischer Hof in München durfte die damalige Sozialministerin Christine Haderthauer nicht nur Ministerpräsident Horst Seehofer vertreten, sondern bei der feierlichen Scheckübergabe an den Verein Kindertafel-Glockenbach, zu dessen Gunsten der Ball veranstaltet wurde, auch stolz verkünden, dass sie seit 2008 dessen Schirmherrin ist. Sie kümmerew sich somit also – indirekt – ebenfalls um Kinder, die in der reichen Stadt München an der Armutsgrenze leben.

Auch der 130 Mitglieder zählende Verein war damals froh, eine Ministerin als Schirmherrin zu besitzen. Selbst wenn die praktisch nie auftauchte.

Doch jetzt hat die Kindertafel die Schirmherrin von ihren Verpflichtungen entbunden. “Ich frage mich, wie die aus dieser Nummer wieder rauskommen will”, konstatiert der Vereinsvorsitzende Ulrich Ludwig. Am Dienstag habe er einen Beitrag in Report-Mainz zur Modellautoaffäre gesehen, danach war für ihn endgültig klar: “Hier geht es um unsere Glaubwürdigkeit, wir müssen reagieren.”

Zuvor hatte Ludwig von seinen Vereinsmitglieder den Auftrag erhalten, den Fall zu beobachten und dann entsprechende Schritte einzuleiten. Schließlich stehe das Ansehen des Vereins auf dem Spiel. “Wir wollten vorher weg sein und nicht auf einen Rücktritt warten”, kommentiert Ludwig. Allerdings fragt er sich inzwischen auch, warum “der Horst Seehofer da so lange zögert”.

Ludwig hat sofort die Staatskanzlei über die Aufhebung der Schirmherrschaft informiert. Ein Antwort bekam er nicht. “Die haben wahrscheinlich andere Sorgen.”

Sogar Google hält das Derby für relevant

Wer heute die Lokalblätter aufschlägt, erkennt recht schnell: Am Derby zwischen dem Club und diesem anderen Verein aus der Nachbarschaft besteht ein öffentliches Interesse. Das weiß sogar der wohl mächtigste Konzern der Welt: Google. Doch nicht nur das. Er erachtet es für die Welt sogar als relevant, ob jemand zu den einen oder zu den anderen hält.

Vor zwei Monaten reagierte Google auf eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes. Um das “Recht auf Vergessen” umzusetzen, durften Löschanträge gestellt werden. Da ich damals mit meinem Verein mal wieder extrem haderte und sogar drauf und dran war, meine Fußballfankarriere an den Nagel zu hängen, betrieb ich Frustabbau per Löschantrag.

Körper- und Geisteshaltung in diesem Beitrag schienen mir zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ganz angebracht, weshalb ich diesen nicht bei meiner Namenssuche erwähnt wissen wollte.

Jetzt teilte mir Google rechtzeitig zum heute Abend stattfindenden Derby seine – von wem, nach welchen Kriterien? – getroffene Entscheidung mit. Obwohl der Mehrzahl der Anträge bislang stattgegeben wurde, wurde meiner abgelehnt. Mit folgender Begründung:

“Sehr geehrter Herr Viebig,

vielen Dank für Ihre Anfrage…

Nach einer Abwägung der uns bekannten Umstände sind wir zu dem Schluss gekommen, dass die Anzeige des/der von Ihnen beanstandeten Nachrichtenartikel(s) in den Suchergebnissen von Google derzeit relevant ist und daran nach wie vor ein überwiegendes öffentliches Interesse besteht…

Ich nehme mal zu Googles Gunsten an, dass Journalisten-Verbindungen, die eine unabhängige Berichterstattung beeinträchtigen, eine Relevanz für die Öffentlichkeit besitzen. Insofern beuge ich mich dem Urteil und werde – anders als zwei Kollegen von der “Zeit” - mich nicht noch mehr zum Affen machen.

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Her mit dem Gähnbutton!

Die Geschichte ist alt. Vor zweieinhalb Wochen war sie hier schon einmal zu lesen. Trotzdem haben in den letzten Tagen reihenweise Leute das dazugehörige Bild bei Facebook oder Twitter gepostet und sich beömmelt. Sie ist ja auch wirklich lustig, die Werbung des Bayerischen Vogelschutzbundes:
goldham

…zumal man nicht so genau weiß, ob die Vogelschützer das alles wirklich überrissen haben.

Obwohl die Nürnberger Stadtreklame inzwischen neu plakatiert hat, geistern die Mitvögler weiter durchs Netz (und netterweise findet sich jedesmal einer, der auch den Begriff “Mitglied” entsprechend würdigt). Wahrscheinlich wird das Plakat demnächst sogar auf der Plattform heftig.co landen und dann geht es mit dem Geposte erst richtig los.

Aus diesem Grund plädiere ich für einen Gähnbutton. Überall dort, wo Zweit-, Dritt- oder Viertverwerter zugange sind, sollten wir den drücken. Über den Gähnbutton könnten zudem GEMA oder VGWort informiert werden, damit dann die Tantiemen in die Taschen der Urheber abgeleitet werden. Es geht schließlich nicht an, dass die einen die Geschichten machen und die anderen die Klicks.

Der Gähnbutton würde also sowohl den Journalisten eine Einnahmequelle eröffnen, als auch der Urheberrechtsdiskussion eine neue Komponente hinzufügen.

Also her mit dem Gähnbutton! Das sagt euch einer, der in diesem Fall (ausnahmsweise) auch nur Drittverwerter war.

Zeugnisnoten für fränkische Abgeordnete

Außer Konkurrenz: das Zeugnis eines anderen Nürnberger Politikers

Außer Konkurrenz: das Zeugnis eines anderen Nürnberger Politikers

Das Internetportal abgeordnetenwatch.de hat – rechtzeitig zu Ferienbeginn – auch den fränkischen Abgeordneten Zeugnisse ausgestellt.

Im Großraum Nürnberg gab es drei Mal die Note Eins, zwei Mal die Zwei, vier Mal die
Drei, einmal die Vier und je zwei Mal die Noten Fünf und Sechs. Ein Abgeordneter bleibt ohne Wertung.

Wahlkreis Nürnberg-Nord: Gabriela Heinrich (SPD) gab drei Antworten auf drei Fragen – Note „sehr gut“. “Ungenügend” lautet hingegen die Note für Dagmar Wöhrl (CSU): Sie beantwortete
keine der drei ihr gestellten Fragen (sie beschäftigten sich mit den Themen Genmais, Iran und Diätenerhöhung). Harald Weinberg von der Linken bleibt ohne Wertung, da ihm bislang keine Fragen gestellt worden sind.

Nürnberg-Süd: Martin Burkert (SPD) erhielt für fünf Antworten auf fünf Fragen ein
„sehr gut“. Michael Frieser (CSU) bekam ebenfalls „ungenügend“: Drei Fragen (zu Rundfunkgebühren, Kleinselbständigen und Abofallen), keine Antwort.

Dass es bei der CSU auch anders geht beweist Thomas Silberhorn weiter lesen

Ex-Oblatenpräfekt vs. Ministrantenidioten

DGManche verlassen Nürnberg im Streit und ernten dann auch anderswo nur Zwietracht. Pater Damian Hungs zum Beispiel. Der, aber auch die Nürnberger Stadtkirchengemeinde waren vor zweieinhalb Jahren äußerst ungehalten über die Personalpolitik des Erzbistums Bamberg (das die Vipraum-Leser von einer anderen unglücklichen Geschichte her kennen). Mit seinen beiden Kollegen vom Deutschen Orden musste Pater Damian (das Bild aus seiner Nürnberger Zeit belegt noch ein ungestörtes Verhältnis zu seinen jugendlichen Hilfskräften) nach kurzer Wirkungszeit Anfang 2012 Nürnberg verlassen. Und das obwohl die Frauenkirche und St.Elisabeth damals ohne Pfarrer dastanden.

Stattdessen konnte sich die zum Erzbistum Köln gehörende Gemeinde Rheinsbach freuen. Trotz des in der katholischen Kirche vorherrschenden Priestermangels bekam sie gleich Seelsorger, wenngleich denen auch die Erfahrung fehlte gleich als Pfarrer einzusteigen. Nach einem Intermezzo als Oblaten-Präfekt (!) wechselte Pater Damian mit seinen beiden Deutschordens-Brüdern Ende 201^2 in die Gemeinde in der Nähe von Bonn. Dort eckte er allerdings nicht nur durch aufwändige Pfarrhausumbauten (Tebartz ist offenbar kein Einzelfall) an, sondern auch durch seinen Umgangston. Den Messdienern bescheinigte er, sich als “komplette Idioten” aufgeführt zu haben und drohte ihnen mit Entlassung. Die bestreiken daraufhin den Seelsorger. Der wiederum bezichtigte sie des Rufmordes und drohte mit dem Staatsanwalt.
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