CSU: Näher am Follower
14. Januar 2010 von vip
Wahrscheinlich bin ich auch mit schuld. Irgendwann hatte ich mich mal aufgeregt, dass sich Politiker am liebsten alles ausdrucken lassen und mit Social Networks nichts am Hut haben. Inzwischen bin ich (was interessiert mich mein Geschwätz von gestern) da etwas zwiespältig geworden angesichts dessen, was man da auf Twitter, Facebook etc. erlebt.
Interessiert es mich, wenn unsere CSU-Bundestagsabgeordnete Dagmar Wöhrl in Afrika zu der Erkenntnis kommt, dass dort Fußball ein wichtiger Faktor ist, oder, wenn sie dort Menschen aus Maputo trifft? Da ist es mir fast schon egal, ob jene Leute recht haben, die behaupten, Frau Wöhrl würde gar nicht selber twittern, sondern ihre Tweets telefonisch ihrem “Team” in der Heimat zum Reinstellen übermitteln. Eigentlich wäre es mir lieber, sie nähme sich mehr Zeit für die Menschen aus Maputo.
Aber offenbar muss bei der CSU jemand die Parole ausgegeben haben: Mehr Zeit für die Menschen aus Entwicklungs-SCHLAND! Die können einen wenigstens wählen. So wunderte es mich letztlich nicht, als ich mitbekam, dass der Erlanger CSU-Oberbürgermeister Siegfried Balleis (rechts im Bild) jetzt ebenfalls unter die Twitterer gegangen ist. “Guten Abend, ich kann Ihnen versichern, ich bin es wirklich”, hat er mir geantwortet, nachdem ich ihn – schließlich hatten sich zuvor die Twitteraccounts der Nürnberger und Augsburger Oberbürgermeister als Fakes entpuppt – gefragt hatte, ob er “echt” sei. Ansonsten sind die Tweets des Erlanger OB qualitativ und quantitativ noch recht dürftig. Sollte er allerdings seine Follower als erstes informieren, wenn er bayerischer Sparkassenpräsident wird, dann nehme ich diese Behauptung sofort zurück.
Um die SPD-Twitterer ist es dagegen nach der Wahl erstaunlich ruhig geworden. Selbst der oft durch unfreiwillige Komik aufgefallene SPD-Landesvorsitzende Florian Pronold liefert kaum noch was. Sein einziger Tweet in diesem Jahr lautet: “Jetzt in Wildbad Kreuth.”
1 Kommentar zu “CSU: Näher am Follower”


Eigentlich doch ein gutes Zeichen, denn dann hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass der Gute nicht wirklich was Wichtiges zu sagen hat.