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Provinzler in der EU? No, thanks!

26. Januar 2010 von vip

Mitbekommen haben dürften es die wenigsten. Deswegen wurden jetzt auch etliche Journalisten nach Brüssel geladen, um wenigstens zum Abschluss des dreijährigen Mandats, das der Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly als Vertreter des Deutschen Städtetages hatte, ein bisschen Aufmerksamkeit zu generieren. Bewegt hat Maly, glaubt man den Worten seines Mitarbeiters, der ihn in Brüssel vertrat, wenig bis nichts.

“Ich würde keinem empfehlen, sein ganzes Leben lang in Brüssel zu arbeiten, da hebt man ab und verliert die Bodenhaftung”, sagt Olaf Klumpp-Leonhardt im NZ-Interview am Ende seiner Amtszeit als Maly-Vertreter in Brüssel. So fördert man den europäischen Gedanken bestimmt nicht. Andererseits nützt es auch nichts, sich etwas vorzumachen.

Dass das die Kanzlerin offenbar genauso sieht und sie daher nicht unbedingt ihre besten Leute (jetzt habe ich mich aber ganz arg zusammengerissen) auf die europäische Ebene abordnet, beweist aktuell der neue EU-Kommissar Günther Oettinger, gegen den Westerwave ein echtes Sprachgenie ist, der aber andererseits immerhin noch über Bodenhaftung verfügt, die er dann in Brüssel verlieren kann:

YouTube Preview Image

Nachtrag:

Wegen “Urheberanspruch von Center On Capitalism and Society” wurde das Original-Video von Oettingers-Auftritt bei YouTube inzwischen entfernt. Dort gibt es aber jede Menge neue. Ich versuche, das jeweils aktuell zu halten. Etwas Ähnliches hatten wir (Blogleser, die schon länger dabei sind, wissen das vielleicht noch) damals auch beim Müntefering-Fake-Anruf bei Andrea Ypsilanti.

Veröffentlicht in Europa, Maly, Metropolregion, Stadt Nürnberg | 7 Kommentare

7 Kommentare zu “Provinzler in der EU? No, thanks!”

  1. am 26. Januar 2010 um 6:22 pm1Toni

    Das ist ja fast so schlimm wie Fremdschämen bei DSD!

    Es ist ja leider traurige Tatsache, dass Minister u.ä. über keine besondere Sachkompetenz verfügen müssen. Wie könnten sie sonst beliebig von einem Ministersessel auf den nächsten rutschen?
    Wieso sollte das in Brüssel anders sein?

    Die gute Nachricht ist, dass dies die Arbeitsplätze der Dolmetscher sichert!

  2. am 27. Januar 2010 um 3:40 pm2germanys next westerwave | magenbrot.net

    [...] Im VIPRAUM im Blog der Nürnberger Zeitung habe ich folgendes Video gefunden: "gegen den Westerwave ein echtes Sprachgenie [...]

  3. am 27. Januar 2010 um 6:13 pm3Günther

    und das sichert nicht nur die Arbeitsplätze der Dolmetscher: als da weiterhin wären: Kabarettisten, Karikaturisten,Parodisten …. kurz: die komplette Humor- und Lachnummernbranche.
    Aber ganz in Wirklichkeit wird dadurch natürlich auch eine politisch korrekte Tatsache deutlich: …
    Politiker sind auch nur mit Wasser kochende Menschen …..

  4. am 27. Januar 2010 um 6:36 pm4vip

    Wenn Oettinger bitte diesen MDR-Synchronsprecher zur Rückübersetzung gewinnen könnte, das würde mich freuen:
    http://www.youtube.com/watch?v=c3cxsBtqcVc
    Trotzdem beweist gerade das folgende Video, wie wichtig gutes Englisch ist:
    http://www.youtube.com/watch?v=r7tT8iEXVM4

  5. am 27. Januar 2010 um 8:57 pm5ccj

    Ein Volk, das immer mehr verdummt und politisch resigniert darf nicht erwarten, dass die demokratisch gewählten Sprecher dieses Volkes, welche ermittelt durch Wahlen die Meinung der meisten Bürger vertreten, nicht auch zwingend dem selben Schicksal folgen! Wenn es nur noch Blinde gibt, dann wird es schwer den einäugigen zum König zu machen, sondern es wird wohl ein Blinder!
    Aber obwohl Ich mich schäme wenn solche Bilder gezeigt werden, ist es doch auch irgendwo menschlich und macht die Person an sich sympatisch. Aber es entschuldigt nichts!

  6. am 28. Januar 2010 um 1:03 am6hartmut

    Da ich nicht behaupten will, dass mein Realschul-Englisch wesentlich besser ist, kann ich Herrn Oettinger nur den Tipp geben lockerer aufzutreten. Verkrampfung und Fremdsprache passen so gut zusammen wie der FC Bayern München und der FC Sankt Pauli.
    Bei meinen Reisen in England habe ich stets die besten Spracherfolge wenn ich locker bleibe. Warum das gerade im Pub oder bei Parties der Fall ist, verrate ich Herrn Oettinger gerne mal persönlich unter 4 Augen. Brüssel ist auf dem Weg nach England immer einen Zwischenstopp wert.

    Hartmt

  7. am 29. Januar 2010 um 12:18 am7Wolferl

    Baden-Württemberg: Wir können alles außer Hochdeutsch. Und Englisch. Nicht mal Vorlesen.

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