Wenn man nur nach der Devise agiert “Hauptsache lokal, Hauptsache Klicks!” und dann auch noch aus jedem Kaff Meldungen ins Internet hieven will (“da ist ja unendlich Platz”) und schließlich das Ganze noch von schlecht bezahlten, schlecht ausgebildeten Hilfskräften machen lässt, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn so etwas dabei herauskommt:
Wobei, und das erlebe ich auch bei diesem Blog, mir durchaus klar ist, dass das Lokale halt nur begrenzt Hammermeldungen bereit hält. Aber da muss man halt mit leben können und es auch aushalten, dass trotz des endlosen Platzes mal eine Zeit lang keine aktuelle Meldung veröffentlicht wird.
Inzwischen ist übrigens auch Twitter völlig verblumenkübelt.
Nachtrag: Die MZ hat inzwischen – relativ souverän – auf das Blumenkübel-Feedback reagiert.


Experiment: Antoniusstift: Großer Blumenkübel zerstört – Münstersche Zeitung | Jochen Lott, Webworker 5th August 2010 14:47
[...] oder “Die Sache mit dem Blumenkübel“. Auch dieser Blog versucht über den umgekippten Blumenkübel in Münster Traffic zu gewinnen. Youtube verzeichnet ebenso einen großen Zuwachs an Videos zu [...]
pisspot54 5th August 2010 21:36
Die Scheiberin tut mir echt Leid. Dass die eine Praktikantin so etwas. Überhaupt online stellen lassen, dass sie da nicht eingreifen, das ist die eigentliche Sauerei. Leider ist es auch typisch. Im Web wird gespart, da wollen die Verleger nur Geld machen und Qualität kostet nun mal.
Wahrscheinlich musste die arme Praktikantin auch noch auf Teufelkommraus “content” liefern, und da ist ihr halt nichts anderes als der Blumenkübel eingefallen. Wenn ich Verleger der MZ wäre, ich würde meinen Hut nehmen.
Farlion 5th August 2010 23:20
Mal vorweg:
Was eine Zeitung in ihrem Lokalteil veröffentlicht, ist Sache der Zeitung selbst. Und wenn sie eine Nachwuchsjournalistin quasi “zum Üben” solche Texte schreiben lässt, geht das für mich auch in Ordnung. Was mich aber interessiert
a) Warum Sie hier im Blog einen Beitrag so schreiben, als wäre er VOR dem #Blumenkübel-meme entstanden [...Inzwischen ist übrigens auch Twitter völlig verblumenkübelt...], in Wahrheit aber erst durch den kurzzeitigen Hype darauf gestoßen sind (siehe Bild im Beitrag, rechte Spalte, “Meistgelesen | Neuenkirchen”), als der Artikel schon längst der meistgelesenste war?
b) Warum schreiben Sie nicht über die “hochprofessionelle” NZ-Recherche zum CNN-Screenshot, der zunächst tatsächlich für bare Münze genommen wurde?
Mir ist der erste Versuch einer Jungjournalistin in einem Lokalteil auf jeden Fall lieber, als ein schlecht recherchierter “Qualitätsartikel”, der erst nach dem telefonischen Anruf eines Lesers (ohne weitere Erklärung im Beitrag) korrigiert wurde.
Anna W. 6th August 2010 08:47
@Farlion: HÄH? Ich verstehe Ihren Beitrag ehrlich gesagt überhaupt nicht. Sie klingen so, als wären Sie hier irgendwo mal zu kurz gekommen und müssten jetzt verdeckt Dampf ablassen.
Er tut doch gar nicht so, als wäre der Blogbeitrag VORher entstanden.
Ein Blogbeitrag kann gar kein “Qualitätsartikel” sein, sondern ist immer eine Art Momentaufnahme, deshalb eben auch im Blog und nicht im Redaktionsteil.
Ich verstehe den Beitrag als kleinen Seitenhieb auf die Arbeitsbedingungen in den Zeitungen, und dabei hat er nicht unrecht!
Also was soll da Gemaule?
vip 6th August 2010 12:01
@Farlion zu a: Tatsächlich ist der Beitrag entstanden (siehe auch meine Tweets), da war Twitter noch nicht verblumenkübelt und Hashtag #Blumenkübel noch gar nicht existent. Wenn ich das Folgende hätte absehen können, hätte ich mir den Beitrag wohl geschenkt, schon allein um mich nicht dem Vorwurf auszusetzen, auf die Billige ein paar Klicks generieren zu wollen.
zu b: Ist das nicht auch ein (wenn auch unfreiwilliger) Beleg für das oben Beschriebene?
leinemann 6th August 2010 22:52
Was “Farlion” schreibt, verstehe wer will. Ich möchte da eher “pisspot54″ unterstützen. Ich habe ebenfalls Mitgefühl mit der Schreiberin, die nur das Pech hatte, dass das online gestellt und weiter verbreitet wurde.
In unseren Lokalteilen gibt es solche Meldungen seit Jahr und Tag – und im Sommerloch werden sie eben noch etwas aufgebauscht. Jeder, der ein bisschen Zeitungsleseerfahrung hat, weiß das, liest es und freut sich, dass nichts Schlimmeres passiert ist.