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13

2011

Die dummen Kälber von der SPD

Veröffentlicht von vip in der Kategorie 1860 MĂŒnchen, Flughafen, Franken, SPD | 11 Kommentare

Wenn es finanziell enger wird, dann sollte man sparen. Am besten überall ein bisschen. Das heißt aber: den Lebenswandel ändern. Wenn man das nicht tun und weiter mit dem Ferrari durch die Gegend düsen will, muss man halt den Kindern die Fahrräder wegnehmen.

Wie Christian Ude. Er hat zwar keinen Ferrari. Er fährt BMW. Zuletzt einen 750i mit 465 PS. Als Münchner OB weiß er, was er sich und seiner Stadt schuldig ist. Ude ist nämlich ein Siegertyp. Deswegen holen ihn notorische Verlierer gerne, um endlich auch einmal nach oben zu kommen. So wurde er beispielsweise Aufsichtsrat bei 1860 München. Und jetzt soll er den Losern von der bayerischen SPD den Weg zur Sonne weisen.

Doch Ude weiß, wie man mit Verlierern umgehen muss. Man hält sie auf Abstand, stellt ihnen Bedingungen. Möglichst solche, die sie demütigen. Man nimmt ihnen also die Fahrräder weg und verspricht ihnen, sie dürfen irgendwann mal im BMW mitfahren, wenn sie brav sind.

Was Siegertyp Ude an Bedingungen stellt, ist nämlich ein reines Förderprogramm für München. Der Einstieg in den bayerischen Voll-Zentralismus. Einer, den nicht einmal die CSU so hinbekommen hat. Ude will daher eine dritte Startbahn für den Münchner Flughafen und eine zweite S-Bahn-Stammstrecke für München. Andernfalls tritt er als SPD-Spitzenkandidat nicht an. Dann fügt er noch hinzu, er sei für “eine Persönlichkeitsspaltung zu alt”. Will heißen: Ich bin Münchner, habe mich jahrzehntelang für München eingesetzt und werde mich nicht ändern, gar zum Provinzler werden, nur weil ich für Gesamtbayern antreten soll. Ude wird also die Metropole München weiter aufpeppen, das Umland oder diese Verliererspezies nördlich der Donau interessiert ihn nicht die Bohne. Im übrigen hat schon die CSU schmerzhaft erfahren müssen, wie man auf den Hund kommt, wenn man Franken ranlässt.

In Franken gibt es ohnehin viele, die sich in ihrem Losertum schon gut eingerichtet haben und die alles mitmachen, erst recht, wenn man sie mal ein bisschen Metropolenluft schnuppern und vom Siegen träumen lässt. Dann vergessen sie alles. Sogar ihre ureigensten Interessen. Unser Nürnberger OB Maly zum Beispiel. Der unterstützt die Kandidatur Udes – trotz seiner Bedingungen. Dabei dürfte er, um nur bei der Startbahn-Bedingung zu bleiben, doch wissen, dass das den Anfang von Ende des Nürnberger Flughafen bedeutet.

Aber egal: Hauptsache, die SPD gewinnt.
Vielleicht sollte die sich auch noch farblich anpassen. Weiß-Blau statt rot. Rot ist irgendwie fränkisch, irgendwie loserhaft.

11 Kommentare zu “Die dummen Kälber von der SPD”
  1. StarkerTobak 13th August 2011 19:20

    Seh ich ganz ähnlich. Ein ehemaliger OB von München wird sich nur noch mit der Hauptstadt beschäftigen. Das ist jetzt schon schlimm mit dem Zentralismus in Bayern, aber mit Ude könnte es noch schlimmer werden.

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  2. Wolferl 13th August 2011 21:40

    Ude wird sich für den Landtag aufstellen lassen aber nicht Spitzenkandidat werden. Denn einfacher SPD Landtagsabgeordneter in Bayern ist der beste Job der Welt. Monatlich fast 10.000 Euro auf die Kralle und das selbe nochmal aufs Spesenkonto. Und als bayerischer Soziabgeordneter zu 100 % keine Verpflichtungen, keine Verantwortung und keinerlei Stress. Dafür Privilegien bis zum Abwinken. Fragen Sie einfach mal den Thomas Beyer aus Nürnberg-Land, der lehnt schon seit 10 Jahren systematisch jede Verantwortung ab und lebt das Leben eines Sozi-Landtagsabgeordneten wie die Made im Speck.

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    Teja Reply:

    Da haben’s die CSU-Dappen aber leichter: die sind es doch, die keinen Streß haben müssten – die sind so viele, dass es nicht auffällt wenn frau/mann mal eben weg ist, lassen die Ministerien für sich arbeiten, brauchen nur noch von auch mit Bundeswahlmitteln fett ausgestatteten Abgeordnetenbüros Pressemitteilungen unters Volk werfen, und müssen dabei nicht einmal etwas vom erhaltenen Geld an die Parteikasse abführen. Und am Karriereende winken bequeme Vorstandsposten. Wer in Bayer Karriere machen wollte, ging deshalb schon immer zur Staatspartei.

    Dass dagegen Thomas Beyer “schon seit 10 Jahren systematisch jede Verantwortung” ablehne finde ich starken Tobak. Oder ist/war der bei der CSU/FDP-Regierung dabei?

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    Wolferl Reply:

    Beyer war ja eigentlich “dran” denn Fraktionvorsitz der SPD im Landtag nach Maget zu übernehmen. Da das aber möglicherweise in Arbeit ausgeartet wäre hat Doktor aus Nürnberg Land lieber zurückgezogen. Denn letztlich geht es ja Sozitypen wie dem Beyer nur darum parteiintern die richtigen Listenplätze zu bekommen um auch beim schlechtesten Parteiergeniss wieder 5 Jahre die Pründe als MdL geniessen zu können.

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  3. Ralf N. Kummer 14th August 2011 21:04

    Wenn die SPD in Bayern endlich einmal Erfolg haben will, dann ist das der richtige Weg. Ude ist der bessere Seehofer. Das sieht der Spiegel übrigens auch so: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,780179,00.html#ref=rss
    Den Schwaben, Franken oder Oberpfälzern bleibt dann nur die Möglichkeit, die einstigen Splitterparteien in den Landtag zu wählen: die Frankenpartei, die Freien Wähler, die ÖDP, die Piraten, die Pauli-Sekte…. Die Koalition, der Ude vorstehen darf, wird vielleicht noch etwas bunter als Jamaika.

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  4. Frankenblog 15th August 2011 22:34

    Schön beobachtet, Herr Verfasser! Der fränkische Wähler käme vom Regen in die Traufe: Weiterhin Bayerischer CSU-Zentralismus für die Landeshauptstadt oder ein Vollblut-Münchner, der für die SPD erstmal ganz groß an der Isar investieren will!?
    Da kann ich Herrn Kummer nur beipflichten: Leute wählt die kleinen Parteien, vornehmlich fränkisch!!!

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  5. Teja 16th August 2011 08:59

    Schöner Verriss! Genau zum richtigen Zeitpunkt. Jetzt wo der Opposition endlich eine Lichtgestalt erschienen ist, die ihr zumindest wieder Hoffnung gibt, die Herrschaft der CSU zu brechen. Jener Partei, die zwar in Würzburg gegründet wurde, jedoch seit Jahrzehnten sehr bequem von München aus regiert. Nur merkwürdig, dass Ude nicht vom “notorischen Verlierer” SPD (die in den Großtädten regelmäßig gewinnt) “geholt” wurde, “um endlich auch einmal nach oben zu kommen”, sondern sich selbst angebiedert hat. Er darf ja auch nimmer als OB weiterregieren. Aber von der Macht lassen mag er anscheinend auch noch nicht. Und wer bleibt der SPD auch übrig?

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  6. mitropa1 29th August 2011 16:39

    Jetzt fehlt eigentlich nur noch, dass Maly und sein Vogel diese Wahl ihrer Partei auch noch für richtig halten, zuzutrauen wäre es ihnen. Dabei ist mit Ude für die SPD ja selbst die Bayernpartei CSU noch fast fränkisch, hatte sie doch immerhin für einige Wochen einen fränkischen Ministerpräsidenten toleriert und darf doch eine Gebersdorfer Witzfigur wie einst ein Kriminaler im bayrischen Tatort noch immer die dummen Franken repräsentieren. So sieht Bayern Franken. Das sollten sich alle Franken vor Augen halten, wenn sie zur nächsten Wahl gehen. Frau Pauli hat sicher im Rausch ihres Erfolges überzogen, als sie allerdings aus der CSU austrat hatte sie aus fränkischer Sicht sicher recht. Und mit ihre Arbeit als Landrätin war sie die schlechteste nicht. Jetzt heißt es als Franke beide Bayernparteien zu meiden, da bleiben ja nur noch Grüne, Frankenpartei oder gegebenenfalls bei klarer Aussage die freien Wähler. Wir Franken sollten uns erinnern, dass die Hohenzollern in Berlin noch heute Burggrafen zu Nürnberg sind und uns somit auch der bayrisch aufgedrängten Abneigung gegen Preußen endlich entziehen. Wir haben jedenfalls mit dem kleinen diebischen Bergvolk südlich der Donau weniger zu tun, als mit den Völkern nördlich des Rennsteigs. Nicht umsonst ist postalisch Erfurt in derselben Postleitzahlengruppe wie Nürnberg.

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    vip Reply:

    Im oben verlinkten BR-Artikel wird ausdrücklich erwähnt, dass Maly Udes Kandidatur unterstützt. Das lässt für mich nur folgenden Schluss zu: Während Ude in erster Linie Münchner ist und erst in zweiter Linie Sozialdemokrat, ist Maly zuallererst SPDler und erst danach Nürnberger. Eigentlich ist das ein Skandal.

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  7. [...] Erklärung: Der (designierte?) Spitzenkandidat der Bayern-SPD für die Landtagswahl 2013 und Münchner OB-Diva, Christian Ude, hat sich vor kurzem gegenüber den [...]

  8. [...] könnte man sagen: Wer liest schon die Abendzeitung? Na , immerhin unser aussichtsreicher Gegenkandidat für den Ministerpräsidentensessel. Hier sein Tweet von [...]

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