LTW live aus dem Nürnberger Presseclub

Auch zur Landtagswahl 2013 gibt es im Vipraum wieder das allseits beliebte Livebloggen. In Nürnberg treffen sich zur gemeinschaftlichen Wahlbeobachtung und zum Auszählen Politpromis, Wahlamtsmitarbeiter und Medienvertreter wie immer im Presseclub. Ich bin auch dabei und werde hier über die Entwicklung, die Stimmung bei den Parteien und den Stand der Auszählung berichten. Dabei tausche ich mich einerseits mit den Kollegen aus, die auf nz.de den Liveticker betreuen, kann aber auch Fragen, die mir zum Beispiel via Kommentarfunktion im Blog gestellt werden, an die entsprechenden Experten weiterreichen. Um kurz von 18 Uhr geht´s los!


17.40 Uhr:
Rot-Grün und die NN sind schon da. Kann nichts mehr schief gehen.

17.45 Uhr: Laut Wahlamtsleiter Wolf Schäfer liegt die Wahlbeteiligung 2Prozent über der von 2008.

17.50 Uhr: Piratenchef Kotzian ist auch da. Begrüßt artig ein paar SPD-Urgesteine. Koalition?

17.55 Uhr: In Nürnberg treten Übrigens Kantitatinnen und Kantitaten an. Liegt an fränkischer D-T-Schwäche,

17.59 Uhr: Es wird spannend!

18.01Uhr: FDP bei Prognose nur 3 Prozent. Spontaner Jubel!

18.10 Uhr: Sebastian Brehm von der CSU ist gerade der angesagteste Interviewpartner. Gutes Signal für Nürnberg, meint er. FDP habe 2008 nur enttäuschte CSU-Wähler gewonnen, die diesmal wieder heim gefunden hätten.

18.16 Uhr: Die Wahlamtsmitarbeiter Ruf und Schäfer (Bild) freuen sich über das erste Nürnberger Ergebnis. Es kommt aus Höfles. CSU 68,1 Prozent.

18.20 Uhr: Grünen-Stadtrat Achim Mletzko wollte seinen Bart abrasieren, wenn seine Partei über 12 Prozent kommt. Jetzt bleibt er dran. Bis Sonntag. Zur Bundestagswahl reicht ihm alles über null Prozent.

18.31 Uhr: Der Club führt 1:0. Auch sowas verkündet das Wahlamt.

18.37Uhr: Stadenstraße in Erlenstegen trudelt ein. Verluste für CSU. 6,8 % plus für SPD.

18.40 Uhr: 9 von 439 Nürnberger Stimmbezirken sind ausgezählt. Tendenz Gewinne f?r SPD, kleine Verluste für CSU, große für FDP. Piraten derzeit bei ca. 3 Prozent.

19.00 Uhr: Bei Direktkandidaten die CSU vorne.

19.01 Uhr: Ausgleich in Braunschweig. Stimmung sinkt sogar bei der CSU.

19.05 Uhr: Piratenpartei in Nürnberg vor der FDP.

19.12 Uhr: Sebastian Brehm von der CSU begrüßt den bayerischen Piratenchef Bruno Kramm. Kurz danach geht die Piratendelegation ins K4 zur Basis. „Die Niederlage erklären“. Gründe: Zu wenig Mittel, zu wenig Personal. Und vor allem: Bayerische Wähler lassen sich offenbar durch CSU-Skandale nicht beeinflussen.

19.20 Uhr: NPD-Chef Ollert steht ziemlich verloren rum.

19.29 Uhr: Dagmar Wöhrl (CSU) sieht Aufwind für den Bund. „Die Karten werden am Sonntag neu gemischt.*

19.30 Uhr: Kandidaten berichten unabhängig voneinander von vielen verunsicherten Wählern und vom Ärger wegen nicht verschickter Wahlunterlagen. Da kommt möglicherweise noch was nach.

19.32 Uhr: Um auf eine Kommentarfrage einzugehen: Nein OB Maly ist nicht da. Kommt nur, wenn er selber zur Wahl steht. Etliche Direktkandidaten (Freller, Schmitt-Bussinger, Schuster…) sind hier, schauen aber noch gebannt auf die Ergebnisse.

19.40 Uhr: Haderthauer erhält in Ingolstadt rund 10 % weniger Erststimmen als die CSU Zweitstimmen. Auch so etwas interessiert in Nürnberg.

19.45 Uhr: In Nürnberg-Nord scheint es nochmal knapp zu werden: Brückner (CSU) nur noch zwei Prozent vor Tasdelen (SPD). Inzwischen sogar nur noch 0,7 nach 73 von 133 Stimmbezirken im Norden.

20.01 Uhr: Deprimiert ist Wirtschaftsstaatsekretärin Katja Hessel (FDP). „Ich muss zwei Mitarbeiter auf die Straße setzen“, klagt sie. Dass die FDP so vom Wähler abgestraft wird, hat sie nicht erwartet.

20.12 Uhr: Helga Schmitt-Bussinger, SPD-Direktkandidatin im Süden, hat hingegen kein Mitleid mit der FDP: „Die Partei hat es nicht anders verdient, die haben doch nur abgenickt, was die CSU vorgegeben hat.“

20.17 Uhr: Ich verabschiede mich erst einmal aus dem Presseclub und eile in die Redaktion. Etwaige Neuigkeiten liefere ich von da aus nach. Danke erst einmal für die Aufmerksamkeit.


21.10 Uhr
: Die Auszählung konzentriert sich eher an den Großen. Daher hier noch das letzte mir bekannte Ergebnis für die „Sonstigen“ in Nürnberg: Linke 4,7 %, Freie Wähler 3,5%, Piraten 3,2%, FDP 2,9 %, Die Franken 2,1 %, NPD 1,4%, ÖDP 1,2 %, REP 0,9 %, BP 0,7 %.

21.35 Uhr
: Inzwischen ist klar, die CSU hat in Nürnberg alle vier Direktmandate gewonnen.

22.01 Uhr:
Hier gibts in Kürze das vorläufige Endergebnis für Nürnberg.

Bilder: Stefan Hippel, Roland Fengler

13 Kommentare in “LTW live aus dem Nürnberger Presseclub

  1. Wie kann es denn um 18.01 schon eine Prognose geben? Wird mit dem Auszählen der Stimmzettel denn schon vor 18 Uhr angefangen?

  2. Und dabei täte es den Grünen so gut, wenn die alten Bärte endlich mal weg kämen! Die (die Grünen, nicht die Bärte) haben sich leider inzwischen schon viel zu sehr an die SPD angewanzt und angeglichen. Und diese besserwisserische Haltung nervt mich auch.

  3. Wenn die Piraten mehr als die FDP bekommen, ist das doch immerhin schon ein respektables Ergebnis! Kopf hoch, dran bleiben! Eine junge Partei mit solchen neuen Ideen ist wichtig!

  4. Ist OB Maly nicht im Presseclub? Und wo sind die Direktkandidaten? Scheint ja nicht vile los zu sein bei der offiziellen Wahlparty.

  5. Boah! Gerade höre ich Frau Bause im BR -Interview sagen: „Wir habe im Wahlkampf gekämpft und hätten sicher ein besseres Ergebnis verdient … Ich bin gelobt worden…“
    Was ist das denn für eine Selbstbeweihräucherung?!
    Typisch, man merkt nicht einmal, wenn die Wähler einen abstrafen, dass man falsch liegt. Da ist dann natürlich der blöde Wähler schuld, der nicht begreift, wie toll doch das Programm ist und wie toll es ist, mehr Steuern zahlen zu dürfen und bevormundet zu werden.

  6. Zur Strafe haben die Grünen wahrscheinlich einige Stimmen an die „Anderen“ abgeben müssen. Wäre schön, wenn man die kleineren Parteien in den Medien etwas genauer aufschlüsseln würde.

  7. Haha! Nettes Zitat. Und mit Frau Schmitt-Bussinger hab ich auch kein Mitleid, die SPD hat meiner Meinung nach auf Bundesebene schließlich auch nur das meiste abgenickt, was die CDU verzapft hat. Der Versuch, jetzt angeblich die Muskeln spielen zu lassen, hat das Wahlvolk anscheinend nicht überzeugt!

    Mehr zu den kleinen Parteien fände ich übrigens auch interessant. Schließlich haben die auch ein vergleichsweises hohes Prozentergebnis erzielt.

  8. Ich bin gehbehindert und konnte nicht wählen, nachdem es das Wahlamt nicht geschafft hat, mir die Briefwahlunterlagen zu schicken. Kennt jemand einen guten Anwalt?

  9. So traurig das Ergebnis auch sein mag, es hat auch positive Seiten: Die Klientel-Unterstützer-Partei namens FDP hat ihrem Namen alle Ehre erwiesen: Fast Drei Prozent! Hoffentlich verstärkt sich dieser Trend bis zur Bundestagswahl! Wer die Schnauze groß aufreißt, kaum gewählt, alles zurücknimmt, hat die Glaubwürdigkeit verspielt! ( Siehe Dirk Niebel: Ein Ministerium abschaffen wollen, dann Minister werden und den Apparat aufblähen, das ist Betrug!)

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