Zeitungssterben geht weiter

Als Gunther Oschmann ins Zeitungsverlegergeschäft einsteigen wollte, hat er neben der AZ-Nürnberg auch den Frankenreport übernommen. Die AZ musste im September 2012 ihr Erscheinen einstellen. Jetzt ist der Frankenreport dran.

Am heutigen Dienstag erhielten die Frankenreport-Mitarbeiter ihre Kündigung. Darunter drei Redakteure, fünf Verwaltungsmitarbeiter und mehrere Mediaberater. Die meisten wurden von der AZ übernommen und stehen jetzt ohne Job da.

Als Begründung für die Einstellung wurde genannt, die Kosten seien nicht gedeckt. Allerdings stimmten wohl nicht nur die Anzeigenerlöse nicht. Der seit 1985 in einer Auflage von ca. 375.000 Exemplaren erscheinende Frankenreport hatte praktisch das gleiche Konzept wie der Marktspiegel und wurde sogar am selben Tag in die hiesigen Briefkästen gesteckt. Neue Konzepte griffen nicht. Auch die Parole „Online first“ ließ sich letztlich nicht umsetzen. Am Ende blieb offenbar nichts anderes übrig, als „die feste Größe in der fränkischen Medienlandschaft“ einzustellen.

Die Familie Oschmann will zum Ende des Frankenreports erst nächste Woche Stellung nehmen.

Update 15.10.2014:
Wie die Mediengruppe Nordbayern Verlag mitteilt, wird der Frankenreport von ihr weiterbetrieben. Oschmann habe ihr den Frankenreport nach der Insolvenz verkauft.

6 Kommentare in “Zeitungssterben geht weiter

  1. Am verlegerischen Scheitern des Herrn Oschmann sieht man sehr schön: Es reicht eben nicht, nur rechter als die anderen sein zu wollen.

  2. Naja da zeigt sich, dass ich auch ein Millionenschwerer Unternehmer überheben kann, wenn er sich leichtsinnig auf fremdes Terrain begibt…

  3. Bei den Anzeigenpreisen wundert es mich nicht daß der FR zu Boden ging. Aber Müller-Medien versucht ja mit der Brechstange reich zu werden. Wären von Anfang an vernünftige Preise gefahren worden, hätten sich mit Sicherheit viele Werbekunden mehr fest an den FR gebunden. Weniger ist mehr.

  4. Die Auflagen fast aller Zeitungen sinken, denn die Bürger haben es satt, politisch korrekt belogen zu werden. Der Euro hilft uns, die Zuwanderer sind qualifiziert, …

Kommentarfunktion geschlossen.