Delfinlagune: einzigartig undicht

Oberbürgermeister Ulrich Maly (l-r, SPD), der bayerische Umweltminister Markus Söder (CSU) und Dag Encke, Direktor des Nürnberger Tiergarten, sprechen am Donnerstag (28.07.2011) während der offiziellen Eröffnung der neuen Delfin-Lagune im Tiergarten in Nürnberg (Mittelfranken). Nach knapp dreijähriger Bauzeit eröffnete die Stadt Nürnberg am Donnerstag offiziell die umstrittene Lagune. Zoo-Besuchern steht die neue Attraktion allerdings erst ab dem 30. Juli offen. Foto: David Ebener dpa/lby  +++(c) dpa - Bildfunk+++
Kann einfach mal jemand sagen, wir haben einen Fehler gemacht. Dann könnten wir uns gemeinsam überlegen, wie wir den Tixit (Tiergarten-Exit) stemmen und aus der Nummer rauskommen. Aber nein, es wird sich weiter in die Tasche gelogen. Dabei musst du noch nicht mal militanter Tierschützer sein um festzustellen, dass da zwar die Verantwortlichen dicht sind, aber nicht die Becken.

Die Delfinlagune war das letzte große Bauprojekt, das die Stadt in Angriff genommen hat. Wegen der Kommunalwahl 2008 wollte man unbedingt, was Vorzeigbares präsentieren. „Europaweit einzigartig“, tönte damals der für den Tiergarten zuständige Bürgermeister Horst Förther und Lagune«-Projektleiter Lorenzo von Fersen setzte sogar mit „weltweit einzigartig“ noch einen drauf. Und danach war es halt wie beim Club. Da will man ein einzigartiges Stadion (nächstes Großprojekt neben dem Konzertsaal und dem schon im Sinkflug begriffenen Frankenschnellweg) bauen und verliert prompt 6:3 in Freiburg.

Zunächst waren für die Lagune 10,3 Millionen Euro an Kosten veranschlagt worden. Bis zur Fertigstellung vor vier Jahren (die im Bild gezeigten Eröffnungspromis machten schon damals einen nicht mehr ganz so zuversichtlichen Eindruck) wurden es dann erst 24 Millionen, dann 31 Millionen, und was jetzt die Sanierung der undichten und mit Baumängeln behafteten Anlage kostet, will die Stadt Nürnberg lieber gleich gar nicht beziffern. Wahrscheinlich auch deshalb nicht, weil schon die früheren Berechnungen (Rödl & Partner) eher den langfristigen Gewitterprognosen von wetter.com entsprachen.
Nachdem die enormen zusätzlichen Einnahmen durch die Lagunen-Begeisterten ausblieben, hofft die Stadt nun wohl darauf, dass es während der Sanierung von 2016 bis 2018 schon keiner merkt, wenn die Lagune nicht mehr vollständig geöffnet ist. Wahrscheinlich setzt sie auch auf das Vergessen, darauf dass sich niemand an die hochtrabenden Werbesprüche von der „ganz neuen, naturnahen Wasserwelt“ und dem Live-Erlebnis von „Delfinen in Sonne, Wind und Regen“ erinnert. Auch die edlen Sponsoren nicht, die sich damals von IHK, Heissmann & Rassau sowie einem inzwischen kleinlaut von der Bühne verschwundenen Verein „Lagune 2000“ (wolle Domain kaufe?) zum Spenden anheuern ließen.

Dass aus solch einem Debakel keine Lehren gezogen werden können, mag (das habe ich hier schon mal beklagt) könnte vielleicht auch an Teilen der werten Kollegenschaft liegen, die – das muss man entschuldigend erwähnen – sich allerdings auch hart tun, gegen den Tiergarten anzuschreiben, wenn dessen oberster Chef der Bürgermeister ist, der wiederum in der Nürnberger SPD vorne mitmischt und auch auf etlichen anderen wichtigen Themen draufsitzt, was die Gefahr birgt, über all das nichts mehr zu erfahren.

Den Namen des Bürgermeisters erwähne ich aus aktuellen Anlass nicht. Sonst gibt mir vielleicht noch einer die Rote Karte.

37 Kommentare in “Delfinlagune: einzigartig undicht

  1. Und was genau ist nun ihre Aussage?

    Lagune dicht machen? Was soll dann mit den Tieren passieren? Einen Großvater wie Moby setzen sie nicht so einfach um und der fühlt sich sofort wohl…das ist zwar romantisch, geht an der eigentlichen Realität aber vorbei und was macht man dann mit der Anlage? Eine Art Robbenhaven wie in Münster?

    Dabei ist die Treffsicherheit von Dr. von Fersen beachtlich: Stellt man sich nämlich hin und beobachtet ein paar Stunden lang Menschen, so stellt man fest, dass überall vor allen Faszination vorherrscht und genau DAS ist es, was man mit dieser Anlage – neben Zuschauerzuwachs, was in der Tat ein wenig optimistisch war – erreichen wollte. Also ja: Bitte, Baumängel müssen korrigiert werden und an der Stelle ist es auch wichtig und richtig, dass man alle Register zieht gegen denjenigen, der das zu verantworten hat. Oder kam auch nur irgendwer auf die Idee die Elbphilarmonie zu schließen oder den U-Bahn in Köln abzubrechen?

  2. Vielen Dank für Ihren Kommentar, der es auf den Punkt bringt! Und vielen Dank auch dafür, dass Sie den unabhängigen und kritischen Journalismus hoch halten!

    Die Größe und Einsicht zuzugeben, dass das „Lagune“-Projekt ein Riesenfehler war, hat offenbar bis heute niemand. Ein einziges Trauerspiel!

  3. Nein, Fehler machen die da oben nie. Und selbst wenn die welche machen, dann sind immer die anderen dran schuld, im Zweifel diese linken Tierschützer*innen, die einem doch alles vermiesen. Wie schwach! Es ist einfach Fakt, dass eine Haltung von Delfinen in Gefangenschaft nicht funktioniert, wie so manch andere Tierart auch. Aber es wird halt solange probiert, bis dann irgend ein einzelner Nachwuchs es dann doch schafft. und der steht dann als Erfolg da, während man die zigfachen Fehlversuche unterschlägt. Auch Fakt war und ist es, dass für die ursprünglich angesetzten 10,3 Mio keine anständige Lösung zu bekommen ist. Die Verdreifachung war abzusehen und logisch. Das ergibt sich allein schon aus der Tatsache der öffentlichen Ausschreibung, die nur der Billigste gewinnen kann, niemals aber der Qualitätivste.
    Der geordnete Ausstieg wäre jetzt die richtige Konsequenz. Dass das für Opa Moby sicher nicht mehr geht, weiß doch jeder. Aber bei den anderen besteht noch die Chance, dass sie an ein halbwegs an die Freiheit angepasstes Leben u.U. in geschützten Buchten gewöhnt werden können. Die Versuche hierzu haben bislang geklappt, im Gegensatz zu der tödlichen Experimentierfreude am Schmausenbuck.
    Und auch das wäre ein Erfolgskonzept für den Tiergarten, sich dieser Aufgabe zu widmen und nacheinander dafür zu sorgen, dass die in Europa gefangen lebenden Tümmler an das Leben in Freiheit gewöhnt werden. Aber lieber ist man stur und beharrt auf das Recht des Naturbeherrschenden Menschen, anstatt dass man sich geschlagen gibt und der Natur den Vorrang gibt.
    So wird das jedenfalls auf Dauer nichts, und wir, die Steuerzahler*innen werden weiter für die organisierte Tierquälerei blechen müssen.
    Danke an Peter Viebig, der nicht in den Volksverdummungschor der hiesigen Presselandschaft einstimmt und das Lied der Tiergartenspitze mit singt. Es sind eh seit Jahren nur noch schräge Töne, dass es einem schlecht werden kann!

  4. Tja, das ist wohl ein Beitrag im Sinne der Gegner des Tierparks, da ist der Kommentar von Herrn Hoffmann schon einmal vorprogrammiert. Da darf auch ein positver Kommentar der Nürnberger Tierrechtler nicht fehlen.

    Kann ich davon ausgehen, dass Sie den Tierpark Nürnberg schließen, also abschaffen wollen, oder wie ist sonst der „Texit“ zu verstehen?

    Ja, die Lagune ist undicht. Ja, die Lagune war teuer. Ist das ein Fehler des Tierparks oder vielleicht doch Fehler des Hochbauamtes und der ausführenden Firmen? Auch die erwartende Besucherzahl wurde überschätzt. Hat dies nicht ein unabhängiges Gutachterbüro die Zahlen festgestellt?

    Von welchen betreuten Buchten redet denn Herr Hoffmann? Wo gibt es die? Es wurde zwar mehrfach versucht diese zu errichten, aber bisher gibt es keine einzige Bucht. Warum nicht? Weil sie einfach nicht zu finanzieren ist.

    Sie echauffieren sich über die Subventionen an den Tierpark? Bisher habe ich von Ihnen noch keine Kritik an den Subventionen an Bäder, Theater, Oper oder öffentlichen Nahverkehr gelesen, aber vielleciht kommt das ja noch.

  5. Sehr geehrter „Besucher“,

    dass so wohl Herr Hoffmann als auch ich hier kommentieren und unsere Zustimmung zu diesem Artikel bekunden, ist unser demokratisches Recht, so wie es das Ihre ist, eine andere Meinung zu äußern.

    Kritische Artikel wie dieser sind ausgesprochen rar, seichte Zoogeschichten werden dagegen zuhauf verbreitet. Es gibt wohl keine andere Einrichtung, die sich wie der Tiergarten (und andere Zoos) dermaßen häufig positiv in Presse und Medien darstellen kann. Ist es denn nicht die Aufgabe einer unabhängigen Presse, Meinungsvielfalt darzustellen? Weshalb also Ihre Empörung über diesen Zwischenruf?

    Das Projekt „Delfinlagune“ hat schon vor Beschlussfassung eine große Zahl von Kritikern auf den Plan gerufen. Etliche Probleme, u. a. Kostenexplosion, Entwicklung der Besucherzahlen wurden schon damals prognostiziert, aber abgetan.

    Dass ein städtischer Zoo subventioniert wird, ist selbstverständlich und überhaupt nicht zu kritisieren. Die Frage ist nur, wofür das Geld eingesetzt wird. Ich kann mir sehr wohl sinnvolle gesellschaftliche Aufgaben für einen Zoo vorstellen, eine Millionen über Millionen € fressende, weder artgerechte noch unter ökologischen Aspekten sinnvolle Betonanlage für Delfine gehört allerdings nicht dazu.

    Betreute Buchten gibt es bisher nicht und scheitern Ihrer Ansicht nach an der Finanzierung. Ein seltsames Argument, wenn man sich die Unsummen ansieht, die allein für das Nürnberger Delfinarium zur Verfügung gestellt werden können.

  6. Natürlich ist es Ihr gutes Recht hier zu kommentieren, habe ich das etwa abgestritten. Ich habe lediglich geäußert, dass dieser Artikel von Tiergartengegnern natürlich positiv aufgenommen wird. Ist das falsch? Ich finde es auch richtig, dass Zoos und Tierparks positiv erwähnt werden, denn sie sind positiv und werden von der Bevölkerung positiv bewertet. Es ist schön, das Sie als anerkannte Tierparkgegnerin einsehen, das der Tiergarten subventioniert werden soll. Er hat ja auch eine gesellschaftliche Aufgabe. Seltsam finde ich nur, dass Sie gerade eine Tierart davon ausnehmen und die anderen offensichtlich weiter subventionieren wollen. Warum ist eine Ansicht seltsam, dass eine betreute Bucht an der Finanzierung scheitert? Warum sollte Nürnberg eine betreute Bucht irgendwo auf der Welt finanzieren? Nürnberg will ein Delfinarium im Tierpark. Wie wollen Sie dem Bürger vermitteln, er soll eine Bucht vlt. Im Roten Meer finanzieren? Haushaltstechnisch ist das übrigens gar nicht möglich. Der WDSF/ProWal hat Gelder für einen Trip gesammelt um eine „betreute Bucht“ zu „erkunden“. Da ist schon zuwenig Geld zusammengekommen. Firrm hat sein Projekt „betreute Bucht“ aufgegeben und von dem Projekt WDC/Merlin hört man schon lange nichts mehr.

    Vielleicht können die Tierrechtler Nürnberg eine Sammelaktion starten und Gelder für eine „betreute Bucht“ sammeln? Mal sehen was dabei herauskommt.

  7. Es ist immer wieder schön, wie die Handlanger der Bauindustrie erst mit Einzigartigkeiten und Schnäppchenpreisen locken und hinterher alle, die auf diese Parolen hereingefallen und schlicht sauer sind, belehren, sie müssten vernünftig sein und bitteschön sachlich bleiben.

    Jede Wette, dass da mehrere Millionen Euro an der Stadt hängen bleiben. Wir sind halt einzigartig……blöd.

  8. Ein Nachtrag an „Besucher“ : Herr Hoffmann und ich treten mit unseren vollen Namen für unsere Meinungen ein. Schade, dass Sie dies nicht tun. Aber Sie werden Ihre Gründe haben, die legitime Möglichkeit eines Pseudonyms zu nutzen.

  9. „Besucher“, dass „Nürnberg“ ein Delfinarium im Tiergarten (nicht Tierpark) will, gehört wohl eher ins Reich der Phantasie. Die Nürnberger Bürger/Steuerzahler wurden dazu schließlich nicht befragt.

  10. Irgendwie habe ich den Eindruck, vip (wer immer das ist) möchte dem Tiergarten schaden.

  11. @Cornelia Schamicke

    Ändert mein Name etwas an meinem Kommentar? An meinem Inhalt? Wenigstens erkennen Sie die Rechtmäßigkeit meines Pseudonyms an.

    Warum gehört es in den Bereich der Phantasie das die Nürnberger ein Delfinarium haben wollen? Man muss sich doch nur einmal die Besucherzahlen im Verhältnis zu Ihren Demonstranten sehen. Die Nürnberger Bürger wurden nicht befragt? Die rechtmäßig gewählten Vertreter der Bürger Nürnbergs haben das Delfinarium beschlossen. Das ist Demokratie.

    Sie haben schon seit Jahren die Möglichkeit die Bürger zu befragen. Sie brauchen nur ein Volksentscheid anzuleihern. Haben Sie genügend Unterstützer, dann muss sich die Politik damit befassen. Warum haben Sie das seit Jahren noch nicht gemacht? Vielleicht gibt es doch keine ausreichende Unterstützung für so einen Volksentscheid

  12. @Rüdiger Hengl: In der oberen Leiste finden Sie gut sichtbar den Button „Autor“.
    Dass der Autor dem Tiergarten schaden will, kann ich überhaupt nicht erkennen. Im Gegenteil, angesichts der Unwägbarkeiten und unberechenbaren Kosten, die mit der Sanierung verbunden sind, halte ich seinen Appell, einmal innezuhalten und grundsätzlich zu überdenken, für einen konstruktiven Vorschlag.

    @Besucher:
    Ihre Behauptung „Nürnberg will ein Delfinarium im Tiergarten“ ist reine Spekulation, für die es keinerlei Beweise gibt. Niemand weiß, wie die BürgerInnen sowohl in Nürnberg wie in ganz Deutschland mehrheitlich dazu stehen. Repräsentative Umfragen haben unterschiedliche Ergebnisse erbracht.

    Es ist natürlich richtig, dass die gewählten Volksvertreter dazu autorisiert waren, das Delfinarium zu beschließen. Das bezweifelt niemand. Ob sie das mit dem heutigen Wissen noch einmal tun würden, sei dahin gestellt. Trotzdem muss man als BürgerIn diese Entscheidung nicht für gut und sinnvoll halten und darf sich für eine Revision einsetzen. Auch das ist Demokratie.

  13. @Cornelia Schamicke

    Keiner will Ihnen dieses Recht absprechen, nur sehe ich außer Kritik und Demonstrationen keine sonstigen Aktionen Ihrer „Organisation“

    Soviel ich weiß wurde bisher kein Antrag zur Abschaffung oder Auflösung an die entsprechenden Stellen eingereicht. Auch sehe ich keine keinen Antrag auf ein Volksbegehren. Wenn Ihre Behauptung stimmt, dann müsste es doch ein Klacks sein die nötigen ca. 34000 Unterschriften für ein Volksbegehren zusammen zu bekommen. Oder habe ich damit Unrecht? Mit einem Volksbegehren könnten Sie doch nachweisen wie viele Bürger tatsächlich die Schließung des Delfinariums in Nürnberg wollen. Im obrigen Kommentar schreiben Sie, dass die Bürger nicht befragt wurden, warum tun Sie es denn nicht? Nutzen Sie doch diese demokratische Möglichkeit.

  14. Sehr geehrter Herr Besucher,

    das Mittel, das Sie beschreiben, heißt „Bürgerbegehren“ bzw. dann in der zweiten Stufe „Bürgerentscheid“. Ein Volksbegehren bzw Volksentscheid findet nur auf der Landesebene statt.

    Sie wollen belehren? Dann akzeptieren Sie bitte auch diese Belehrung.

    Sie sehen nur Demos von dieser „Organisation“? Ich bin nicht Mitglied dieser „Organisation“,, aber sehe da sehr viel mehr, was die öffentlich tun und möchte daran erinnern, dass die – neben etlichen Aktionen in der Fußgängerzone u.a. auch den Veggietag ins Leben gerufen haben.

    Einen Bürgerentscheid leiert man nur dann an, wenn dieses Thema so weitreichend ist, dass alle Bürgerinnnen und Bürger zu entscheiden haben. Das hätte man vorher tun müssen, und das hätte die Stadt Nürnberg in Form eines Ratsbegehrens veranlassen müssen, also bevor die Lagune beschlossen wurde.
    Da man sich sehr unsicher war, ob die Bürgerinnnen und Bürger das wollen, hat man das nicht gemacht, so wie man auch zu anderen Themen es unterbindet, ein Ratsbegehren zu veranstalten. hier sind die eindeutigen Demokratiedefizite in dieser Stadt zu verorten. Es ist Aufgabe der Politik, sic diese Informationen einzuholen, und die Politik besitzt auch die entsprechenden Möglichkeiten dazu, die eine Privatperson nicht hat.

    Ansonsten kann ich nicht erkennen, dass man dem Tiergarten schaden will, sei es durch den Autor, sei es durch die von Einzelpersonen hier geäußerte Kritik. Würde man diesem Vorwurf folgen, so dürfte man gar keine Kritik äußern, was bedeuten würde, dass wir die Demokratie endgültig verlassen und zur Diktatur wechseln würden. Das kann wirklich niemand wollen, außer ein paar Verblendeten.

    Was die Anonymität angeht, so halte ich das ganz einfach: Wer seinen Namen nicht nennen will, gerät in den Verdacht, dass er als Strohmann/-frau agiert. Für mich haben Positionen, die von konkreten Menschen kommen, mehr wert und Bedeutung, als anonyme Äußerungen.

    Betreute Buchten gibt es – gemäß den Richtlinien der IUCN, die aber sehr interessensgeleitet ist – nicht, aber es gibt Auswilderungsprogramme z.B. von Rick o’Barry, die nicht den IUCN-Richtlinien unterliegen. Diese Programm sind genauso problematisch, wie die Haltung selbst. Aber würde man erst gar nicht diese Tiere halten, die einfach nicht tauglich für die Haltung in Gefangenschaft sind, müsste man auch nicht darüber reden. Das verhält sich ähnlich, wie mit der Atomkraft: Nur dadurch, dass man diesen Mist begonnen hatte, muss man nun sich Gedanken über die Endlagerung machen, die de facto nicht lösbar ist.

    Umso wichtiger wäre es nun, dass man aus der Delfin-Haltung aussteigt, nicht neue Wildfänge über die verschwommenen Wege Kuba und Schweiz hier einführt, um das Einfuhrverbot zu unterwandern, und mit dieser Zucht aufhört, die mit absolut überwiegender Mehrheit zu toten Tümmlern geführt hatte, nicht aber zu stetigen Erfolg.

    Bitte stellen Sie sich mal die Frage, was Sie wirklich von Tümmlern wissen – dank Delfin-Haltung in Nürnberg, und überlegen Sie mal, ob Sie nicht wesentlich mehr und bessere Informationen durch eine gute Doku im Format z.B. der BBC erhalten. Jedenfalls können Sie mir nicht glaubhaft versichern, dass Sie durch die Mätzchen von Tümmlern in Nürnberg etwas von diesen Tieren verstehen. Somit scheidet nachgewiesenermaßen die Begründung der Bildung aus. Was bleibt ist, dass man sich Tiere ansehen kann, die – wenn sie im Becken sind und gerade dazu animiert werden – Mätzchen machen können. Ist das wirklich erstrebenswert? Finden Sie wirklich, dass das Bildung ist?

  15. Dieser Beitrag bringt die ernste Situation der „Delfinlagune“ ganz genau auf den Punkt. Der Redakteur benennt die Realität, welche die Verantwortlichen seit Jahren nicht sehen wollen und schön reden. Niemand hat den Mumm für dieses Misere-Projekt gerade zu stehen, stetig explodierende Kosten werden in Kauf genommen und leichtfertig abgetan; sehr schade! Aufrichtig wäre es, insbesondere in der Politik, Fehler zuzugeben. Das würde Anerkennung verdienen! Wenigstens ist der Artikel aufrichtig – dafür DANKE!

  16. Vielen Dank für diese ausführliche Antwort, Ralph Hoffmann, die die wichtigen Punkte beantwortet und der ich mich vollumfänglich anschließe.

    Einige Worte an Mitkommentator „Besucher“ zum Verein Menschen für Tierrechte Nürnberg e. V., dessen Vorsitzende ich bin. Wir sind ein anerkannter gemeinütziger Verein, der seit 31 Jahren besteht. Wir betreiben Öffentlichkeitsarbeit zu den Themenschwerpunkten Tierversuche, Intensivtierhaltung, Tiertransporte, Pelztierhaltung, Tiere in Zoos und Zirkussen, Stadttauben. Wir machen Informationsstände und Aktionstage, veranstaltungen Lesungen und Vorträge und beteiligen uns an überregionalen und regionalen Veranstaltungen. U. a. sind wir Mitbegründer und Mitveranstalter des seit sechs Jahren stattfindenden Veggie Straßenfestes, das weit über Nürnberg hinaus bekannt ist. Zu unserem Aktionsspektrum gehören natürlich auch Demonstrationen und Kundgebungen. Wir arbeiten mit Organisationen und Einzelpersonen aus dem Tier- und Umweltschutz und verwandten Bereichen zusammen. Unsere gesamte Arbeit wird ehrenamtlich geleistet.
    Was wir zum Thema Delfinhaltung zu sagen haben, können Sie gern in unserem Flyern nachlesen:
    http://www.tierrechte-nuernberg.de/…/downl…/delfin_flyer.pdf

  17. Da ist er, ein journalistisch unabhängiger Bericht und verwundert reiben sich die Tiergartenfreunde die Augen, dass sie hier einmal die ungeschönte Realität lesen, ganz im Gegensatz zu anderen, ihnen liebgewonnen Blogbeiträgen.

    Und der Besucher fragt sich: Ist das ein Fehler des Tierparks ? (kompletter Kommentar: s.o.)

    Und nun wird der Besucher sich wieder wundern, denn der Tierrechtler ist der Meinung: JA

    Es ist ein Fehler des Tierparks. Es ist meiner Meinung nach ein großer Fehler gewesen, die Lagune zu bauen, anstatt einen Schritt in die Zukunft zu gehen und auf solch eine Tierhaltung zu verzichten. Von ehemals 14 Delfinarien (incl. Wander-Delfinarien) sind gerade einmal 2 übrig geblieben. Die anderen haben vielleicht nicht das Glück gehabt, Menschen hinter sich zu wissen, die scheinbar ohne zu zögern, das Portemonai weit aufmachen. In Nürnberg ist es vermutlich kein Problem, dass die Kosten von ehemals 10 Millionen auf 31 Millionen hochgeschnellt sind. Und kein Ende finden! Vielleicht waren es aber auch die Zeichen der Zeit, die in manchen Einrichtungen erkannt wurden.
    Delfine in Gefangenschaft sind aus der Sicht anerkannter Meeresbiologen keine Option.

    Nicht so in Nürnberg. Delfine in Gefangenschaft sollen die Besucherzahlen hochschnellen lassen. Delfine in Gefangenschaft sollen sich als Besuchermagnet beweisen. Nur funtkioniert das leider nicht so, wie man sich das offensichtlich seitens der Politik und der Zoo-Leitung gedacht hat.

    Und nun wird genau darüber ein unabhängiger Bericht geschrieben und was passiert: Besucher und Delfinarienliebhaber wundern sich … und im Falle des Herrn Hengl festigen sich Eindrücke, die nicht in die heile Zoowelt passen. Wundert das Jemanden ? n

  18. Eine repräsentative Untersuchung aus dem Jahr 2012 zeigte, dass damals schon eine überwältigende Mehrheit der Bundesbürger Delfinarien ablehnte (www.xtranews.de/2012/10/16/die-mehrheit-der-deutschen-lehnt-delfinarien-ab-71-prozent-der-befragten-delfine-gehoren-in-den-ozean). Angesichts des kostspielig zu reparierenden Murkses an der Nürnberger „Lagune“ und der damit einhergenden Kostenexplosion (auf die verbauten 31 Mio kommen vermutlich nochmal wenigstens 5 Mio drauf), verbunden mit den falschen Prognosen für die Besucherzahlen und den nie eingelösten Versprechen für eine (in sich unsinnige!) „Delfintherapie“, die angeblich den Bau der Lagune rechtfertigten bzw. gar erforderlich machten, dürfte die Ablehnung, die 2012 bei rund 71 Prozent lag, heute noch weit höher liegen.
    Aber nein, mit Rückendeckung des Stadtrates und propagandistischer Unterstützung durch regionale CSU-Prominenz (M.Söder vorneweg) wurde das Projekt seinerzeit gegen jedes noch so zwingende Argument seitens der mit Delfinen befassten Fachwissenschaft durchgeboxt; und bis heute denkt keiner der Verantwortlichen an einen geordneten Exit aus der sündteueren und prinzipiell nicht tierverträglich zu betreibenden Delfinhaltung. Dabei wäre es das beste, die Delfinhaltung in Nürnberg einfach auslaufen zu lassen, als immer weitere Millionen in der Betonkuhle zu versenken.
    Dag Encke, Sie können es nicht nur nicht, es geht einfach nicht! Je eher Sie das einsehen, desto besser für die Delfine und den Geldbeutel der Nürnbergerinnen und Nürnberger.

  19. Ich würde einmal gerne die Fragestellung dieser Umfrage aus 2012 lesen. Sie verlinken zwar auf eine Pressemitteilung von PETA, aber der weiterführende Link zu dieser Umfrage gibt es nicht mehr.

    Ich möchte nochmal auf Besucher eingehen. Warum wird so ein Bürgerbegehren von den Delfinarienkritiker nicht durchgeführt? Damit könnte doch schnellstens der „Bürgerwille“ festgestellt werden.

  20. Warum macht die Stadt Nürnberg denn nicht so ein Ratsbegehren? Sie hat die besten Mittel dazu und müsste doch ein Interesse daran haben zu wissen, was ihre Bürgerinnen und Bürger dazu denken.

  21. @ Ralph Hoffmann

    Warum sollte die Stadt Nürnberg das machen? Sie hat ein demokratisch legetimes Mandat für die Lagune und will die Lagune.

    Warum machen Sie oder Frau Scharminke dies nicht?

  22. Weil die Stadt die besten Möglichkeiten hat und das berufsmäßig tun kann. Das ist auch ihr Auftrag, den Willen der Bürger zu prüfen und bestmöglich umzusetzen.

    Meinen Sie denn wirklich, dass es reicht, alle 6 Jahre mal das Stimmchen abzugeben, und dann war’s das? Wie ist das mit der von dem OB Maly so oft gewünschte Bürgerbeteiligung? Da könnte man sie machen.

    Sie wollen die Aufgaben einer Kommune den Menschen aufbürden, die nicht die Werkzeuge dazu haben. Und das ist keine faire Methode; das sollten Sie selbst leicht einsehen können. Ich hoffe, dass Sie das nun auch nicht aus dem Grund fordern, weil Sie mit einer einfachen Antwort alles vom Tisch wischen wollen.

  23. Es wird hier und anderswo immer fleißig über die Delfinhaltung diskutiert und (Schein)Argumente ausgetauscht.
    Betrachten wir doch nur den Aufwand, den der Tiergarten bisher in die Nachzucht gesteckt hat. Allein schon diese Blickrichtung zeigt und beweist, dass Delfine kaum oder nur unter eben jenen Aufwand gezüchtet werden können. Dieser Umstand widerspricht den eigenen Richtlinien und Grundsätzen der Zoos, nur Wildtiere zu halten, deren Aufzucht im Rahmen der natürlichen Fortpflanzung gewährleistet ist.
    Am Beispiel Nami konnte man deutlich sehen, mit welchen finanziellem, personellem und medikamentösen Aufwand dies bisher nur gelang – mit „natürlich“ hat das schon lange nichts mehr zu tun!

    Während eine finanziell klamme Stadt wie Nürnberg bei vielen sozialen Projekten – und sei es nur wegen ein paar Tausend Euro – den Rotstift ansetzt, wird bei der Lagune das Geld quasi zum Fenster hinaus geschmissen. Die jetzt schon fälligen Baumaßnahmen sind nur der Anfang einer langanhaltenden Phase der Instandhaltung einer solchen aufwendigen wie anfälligen Anlage.

    Finanziell und aus Sicht des Tierwohls kann, ja muss man diese Anlage ablehnen. Mutig und künftigen Generationen gegenüber verantwortungsvoll wäre die mittelfristige Schließung der Anlage – d.h. auch kein neuer Nachwuchs mehr.

    Übrigens: Die Mehrheit einer Gesellschaft war und ist niemals der Gradmesser für den sozialmoralischen Zustand bestimmter Verhältnisse, Einrichtungen oder Tätigkeiten.
    Ob Sklavenhandel, Hexenverbrennung oder heute die Massentierhaltung – alles Zustände, die lange Zeit von einer Mehrheit aktiv oder passiv geduldet oder befeuert wurden.
    Noch heute leuchten die Augen von Eltern, wenn ihre Sprösslinge auf dem Rücken von Ponys auf Volksfesten im Kreis herumreiten – bedarf es noch mehr dieser Beispiele?

    Natur gibt es nur in der Natur und nicht im Zoo – dass sollte der Maßstab unserer Handlungen sein!

  24. Ich habe oben schon geschrieben das die Stadt Nürnberg ein demokratisch legitimiertes Mandat hat. Das ist alles was man braucht. Ein Bürgerbegehren ist nicht Aufgabe der Stadt. Wenn Bürger der Meinung sind das etwas unrund läuft, dann ist das Bürgerbegehren das Mittel der Wahl daran etwas zu ändern. Dies muss dann von den Menschen ausgehen, die der Meinung sind das etwas nicht rundläuft. Dann wird ein Schuh draus.

  25. Ok, Herr Brummbär, ich habe verstanden: Für Sie endet Demokratie an der Wahlurne. Eine Bürgerbeteiligung ist – außer alle 6 Jahre zur Kommunalwahl – nicht nötig. Das ist ein trauriges Verständnis von Demokratie, aber es gehört zur Demokratie dazu, auch so eine Meinung zu akzeptieren. Das Ergebnis sieht man, denn Nürnberg wird inzwischen von 2 Familien regiert, die sich – mit viel finanziellen Aufwand – alle 6 Jahre bestätigen lassen.

  26. Herr Hoffmann, nein, Demokratie endet nicht an der Wahlurne. Gerade deshalb frage ich Sie ja warum die Gegner des Delfinariums kein Bürgerbegehren anstreben?

    Das ist ein legitimes demokratisches Mittel, dass offensichtlich nicht benutzt wird. Warum habe ich dann ein „trauriges Verständnis“ zur Demokratie. Natürlich akzeptiere ich Ihre Meinung, auch das ist Demokratie, aber Demokratie basiert auf Mehrheiten und nicht auf die Meinung von Minderheiten.

    Den Gegnern der Delfinarien ist wirklich anzuraten verbindlich demokratische Mittel zu nutzen. Ein Mittel ist das Bürgerbegehren. Sollten sie das nicht tun, bleibt nur eine reine Meinungsäußerung einzelner Personen.

  27. Und aus diesem Grund hindert niemand die Stadt Nürnberg, die Mehrheitsmeinung über ein Bürgerbegehren festzustellen. Der beste Fragesteller für dieses Anliegen ist doch die Kommune selbst, denn sie will schließlich wissen, was ihre Bürgerinnen und Bürger denken. Oder interessiert das die Stadt Nürnberg am End gar nicht? Na das wäre ja mal fatal, wenn die über die Köpfe der Bürger und Bürgerinnen hinweg regieren würden. Das können auch Sie bestimmt nicht wollen, gell?

  28. Lassen wir diese Diskussion, denn sie ist nicht fruchtbar. Sie beantworten meine Frage nicht und schieben die Demokratie auf die Kommune ab. Bleiben Sie bei Ihren Demonstrationen und Ihrer Meinung. Dies stehe ich jedem Demokraten zu, auch wenn sie zu einer verschwindend geringen Minderheit gehört. Selbst Randgruppen der Gesellschaft haben in einer Demokratie ihre Existenzberechtigung.

  29. Brummbär, obwohl hier mehrfach festgestellt wurde, dass die Einstellung der Bevölkerung zur Delfinhaltung nicht bekannt ist, bezeichnen Sie die Kritiker als Randgruppe, der Sie grosszügigerweise eine Existenzberechtigung zugestehen. Merken Sie eigentlich nicht, wie überheblich und realitätsverleugnend Sie daher kommen?

  30. @Cornelia Schamicke: Ich gewinne mehr und mehr den Eindruck, dass es dem Brummbär NICHT um eine ernsthafte Diskussion geht und er nur seine Meinung anderen überstülpen möchte. Fragen sind nur dann für ihn beantwortet, wenn sie in seinem Sinne beantwortet werden. Das ist Meinungsdiktatur, aber kein Disput. Natürlich lassen wir das, denn sinnlose Gespräche beendet man am besten-

  31. Cornelia Schamicke. Ja ich bezeichne die Delfinariengegner als Randgruppe, auch wenn die Einstellung der Bevölkerung nicht bekannt ist. Gerade weil die Einstellung der Bevölkerung nicht bekannt ist, kann Sie auch nicht wissen, ob dies stimmt oder nicht. Der einzige Vergleich sind die anwesenden Personen bei Demonstrationen und die Besucherzahl des Delfinariums.. Offensichtlich wollen Sie an diesem Zustand ja auch nicht ändern, denn auf den Vorschlag ein Bürgerbegehren anzustreben gehen Sie ja nicht ein. Was hat das mit Meinungsdiktatur zu tun? Was für ein Quatsch.

  32. Als „militanter Tierschützer“ empfinde ich mich zwar nicht, aber mit dem WDSF als Tierschutzorganisation, deren Aufgabe es auch ist, aufzuklären und vorhandene Mängel bei der unsäglichen Delfinhaltung aufzudecken. Es ist aber für den Leser sicherlich auch erfrischend, wenn nun ein Redakteur der Nürnberger Zeitung die Frage aufwirft, ob man aus Fehlern nicht mal lernen wolle statt sich weiter in die Tasche zu lügen.

    Es ist nicht richtig, dass es die hier diskutierten betreuten Meeresbuchten für Delfine in vormaliger Gefangenschaft nicht gibt. Erfolgreiche Wiederansiedlungs- bzw. Auswilderungsprojekte von Delfinen gab es u.a. bereits in Indonesien (National Park in Central Java), in Südkorea und auch in der Türkei (s. Beiträge auf: https://www.facebook.com/groups/867735719912287/). Ebenso hat das „Dolphin Reef“ in Israel ebenso Delfine aus ehemaliger Gefangenschaft in seiner Obhut in einem menschenbetreuten Meeresbereich.

    ProWal und WDSF haben im November 2014 das Projekt „Dolphin Care – Rescue Center Red Sea“ (s. genannter Link) gegründet, das sich mit einer entsprechenden Bucht in Ägypten befassen wird. Das Projekt steht in den Anfängen und wird sicherlich Sponsorengelder in beträchtlicher Höhe zum Schutz der Meeressäuger erfordern. Hätte der Tiergarten Nürnberg, der sich immer wieder auf das finanzstarke Vorzeigeprojekt „yaqu pacha“ mit seinem argentinischen Kurator für Forschung und Artenschutz im Tiergarten Nürnberg, Lorenzo van Fersen (1. Vorsitzender von yaqu pacha und 2. Vorsitzender des Vereins der Tiergartenfreunde Nürnberg) beruft, die offenbar in den Sand gesetzten rund 35 Millionen Euro, die unter dem Strich nach der Sanierung der Delfinlagune stehen werden, für solch ein Vorzeige- und Bildungsobjekt investiert, wäre ihm eine weltweite Vorbildfunktion sicher gewesen. Insbesondere mit der Teilnahme des Tiergartens am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) wäre eine länderübergreifende Unterstützung und Darstellung solch eines Alternativprojekts darstellbar gewesen – aber es ist ja vielleicht noch nicht zu spät dafür, denn das Delfinarium wird auch in Zukunft beträchtliche Steuer- und Eintrittgelder in Millionenhöhe verschlingen.

    Die sog. politisch Verantwortlichen, wie der 2. Bürgermeister Christian Vogel, der sich auf seiner Facebook-Seite (26.06.2015) über das WDSF echauffiert („Nur der schnellen Schlagzeile wegen Fakten unter den Tisch zu kehren und Halbwahrheiten verkünden – wie es der WDSF macht – ist nicht nur ein schlechter Stil sondern schlicht unverschämt.“), werden sich für die eigenen „Unverschämtheiten“, dem Bürger tief in die Tasche zu greifen, leider auch nur politisch und nicht persönlich haftend verantworten müssen. Die einzige Abstrafung kann darin bestehen, diesen politisch Verantwortlichen bei den nächsten Kommunalwahlen die Quittung zu geben. Der CSU und SPD-dominierte Kulturausschuss der Stadt Nürnberg hat die als „Vorzeigeprojekt“ geplante Delfinlagune in einer Sitzung am 21. Oktober 2005 einstimmig befürwortet und der damalige Stadtrat hat das Projekt beschlossen. Darauf verweist Tiergartendirektor Dag Encke geschickt in der Pressekonferenz zur Schadesbilanz am 29. Juli 2015. Will er sich damit aus der Verantwortung stehlen nach dem Motto, verantwortlich sind ja die Politiker? Encke versucht offenbar seinen Kopf aus der sich enger werdenden Schlinge zu ziehen. Aber auch er ist verantwortlich für das Fass ohne Boden im Tiergarten Nürnberg.

  33. Was yaqu pacha mit der Delfinlagune in Nürnberg und deren Finanzierung zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht.

    Wird hier mal wieder etwas verquirlt, was nicht zusammengehört, was aber, wie Christian Vogel richtig sagt, mittels Halbwahrheiten zu einer schnellen Schlagzeile führt?

  34. Da wird der WDSF sicherlich Vorbildfunktion bei einer betreuten Bucht haben. Nachdem die Recherche im „Dolphin Reed“ erfolgreich abgeschlossen wurde, wird es ja jetzt schnell vorangehen. Ich bin auf die Veröffentlichung des Rechercheergebnis und das Konzept schon jetzt sehr gespannt. Mich würde auch interessieren wie das Team bei der Leitung in Eilat angekommen ist und was sie von der Idee halten. Hoffentlich wird es kein so ein Publikumsrummel wie in Eilat. Das ist ja wohl nur ein Delfinarium, nur größer.

  35. @ Besucher

    Nach meinem Kenntnisstand kam es nie zu einem Gespräch zwischen WDSF/ProWal und der Leitung von Eilat. Ich nehme an, das das Ganze nichts anderes war, als der Urlaub (vermutlich nur) einer Einzelperson. Entsprechend sehen die Bilder aus, die auf der ProWal-Seite ausgestellt sind. Einen wissenschaftlichen Anspruch kann ich darin nicht erkennen.

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