Von Punk zu Pegida

manche meinen
lechts und rinks
kann man nicht velwechsern.
werch ein illtum!
(Ernst Jandl)

Mitunter kommt man auch politisch bei Links und Rechts ins Schwimmen. Das unter anderem durch Horst Mahler bekannte Syndrom kann jetzt auch bei einem illustren Nürnberger beobachtet werden. Einst war Ernst Cran Bassist in einer Punk-Band, dann legte er sich mit der verknöcherten evangelischen Kirche an, aus der er schließlich austrat. Als Trauerredner brachte er danach – durchaus würdevoll und
einfühlsam – eher fortschrittlichere und nicht so traditionsverhaftete Verblichene aus der Region unter die Erde. Aktuell versucht er vor Gericht, die Arbeit der Trauerredner auf die der Künstler zu heben.

Dass der gleiche Ernst Cran derzeit mit Schaum vor dem Mund bei Pegida auftritt und dort sogar von Pegida-Chef Lutz Bachmann präsentiert wird, irritiert im Augenblick nicht bloß mich (auf Facebook schrieb einer: „Ernst, das kann doch nicht dein Ernst sein!“).

Auch in Nürnberg war Cran schon für die Pegida aktiv:

10 Kommentare in “Von Punk zu Pegida

  1. Es ist so widerwärtig: Dieser Mann hielt die Trauerrede bei einem hochverdienten schwulen Aktivisten, der für die Szene und für Nürnberg viel getan hat. Mir kommt es nun so vor, als würde er im Nachhinein auf den Sarg spucken. Ich wünsche mir, dass dieser Mensch niemals mehr von Betroffenen gebucht wird. Soll er doch seine Pegidioten unter die Erde bringen.

  2. Ich mag’s nicht glauben. Vielleicht treibt ein Doppelgänger unter seinem Namen ein böses Spiel. Oder Cran plant einen Faschingsscherz und lässt die Pegidioten bei nächster Gelegenheit voll auflaufen? Wenn es aber wahr ist, dann sind dies von dem einst von mir so geschätzten Trauerredner die traurigsten, weil schäbigsten Reden, die er jemals gehalten hat.

  3. ’na,na, dange ich geh ned zum bund‘, ‚AKW in hobersdorf‘ .. so hiess das mal frueher bei der Band Satzinger (Bassist Ernst Cran) – da versteh wer will und mag, wie das zu NÜGIDA passen soll?

    Ernst, des kann doch ned dein Ernst sein?

  4. @Ralph und @Richie

    „Pegidioten“, „Widerwärtig“ und „Schäbig“.

    Ich denke, wenn die persönlichen Kränkungen etwas gemildert sind, wird klar werden, was diese Formulierungen sind: reflexhafte Frustbewältigung von beleidigten Leberwürstchen…;-)

    Irgendwie schon putzig:
    Repräsentanten der grünen Ex-Kinderschänder-Partei (die zumindest offiziell diese Ära „aufzuarbeiten“ vorgibt…) sowie Freunde von „Schwulenaktivisten“ predigen sonst immer das hohe Lied von „Zulassen von Verschiedenheit, Anderssein, Bunt sein, Toleranz und sonstigen Firlefanz“, der wohlfeil klingt, wenn es gerade ins eigene Konzept passt.

    Ändert einer ihrer jetzt ExFreunde seine Meinung, wird ihm das natürlich nicht zugestanden – vermutlich zu anders und zu bunt… Verziehen schon überhaupt nicht, das sei ja Verrat….
    Mimosenhafte Spießigkeit und peinliche Kleinkariertheit sprechen Bände:

    Die erhobenen Vorwürfe und Beleidigungen zielen insofern vice versa auf ihre Absender zurück!

    Klar ist Cran mit und ohne Pegida peinlich, zumindest für einige – er wars früher und ist es immer noch, vermutlich wird er es auch in Zukunft sein. Ich kenne jetzt zwei, die noch peinlicher sind!

  5. Sorry Robert O´Blanco, Du verwechselst da Toleranz gegenüber anderen Meinungen und Menschenverachtende Einstellungen. Im Grundgesetz steht die unantastbarkeit der menschlichen Würde unabhängig von irgendwas. Diese spricht Herr Cran pauschal allen Flüchtlingen und Moslems ab. Das ist gegen das Grundgesetz, Gegen die Menschenrechte und Menschenverachtend. Innerhalb der Grenzen zur Menschenverachtung kann man von Toleranz gegenüber Meinungen sprachen. Ausserhalb meiner Meinung nach nicht mehr

  6. Leider gibt es immer wieder Menschen, die früher vehement links waren und dann nach ultrarechts abdriften. Ein heutiger Pegida-Fan und Hetzer gegen Flüchtlinge war noch in der letzten Wahlperiode für die Linken in den Erlanger Stadtrat gewählt worden.

  7. Der Nürnberger Trauerredner Ernst Cran soll ruhig weiter trauerreden.Aber nur bei seinen Kumpels von Pegida.Da wünsche ich ihm guten Umsatz.

    Übrigens @Robert O’Blanco: Wen meinen Sie mit „Repräsentanten der grünen Ex-Kinderschänder-Partei“? Bei „Freunde von „Schwulenaktivisten“ predigen sonst immer das hohe Lied von „Zulassen von Verschiedenheit, Anderssein, Bunt sein, Toleranz und sonstigen Firlefanz“ fühle ich mich ja durchaus angesprochen. Nur ist die Hetze von Cran nichts davon. Sie ist einfach nur Volksverhetzung und hat nichts mit „Verschiedenheit, Anderssein, Bunt sein, Toleranz und sonstigen Firlefanz“ zu tun. Cran grenzt aus und zeichnete in seiner Rede bei den Pegidioten ein Zerrbild der Muslimas/e, die er pauschal als „Koranier“ bezeichnet und ihnen das Recht abspricht, Bundesbürgerinnen und Bundesbürger zu sein. Das soll „Verschiedenheit und Toleranz“ sein? Dann haben Sie aber ein sehr eingeschränktes und monoideologisches Bild davon.

  8. Der einzige Vorwurf, den man Ernst Cran machen kann, ist, dass er einst Trauerreden für linke Schwule gehalten hat. Stimmt. Wirklich „ekelhaft“!

    Dass er jedoch jetzt bei der PEGIDA auftritt und dort seine Ansichten vertritt, ist kein Makel, sondern ein untrüglicher Beleg dafür, dass er mittlerweile gereift ist.

    In Anbetracht der vorgebrachten „unsinnigen“ Kritik wird er nun hoffentlich in Gänze erkennen, dass das ein Riesenfehler war, gefühlvolle Nachrufe für schwule Linke zu verfassen.

    Er hätte solcherlei Verstorbene stattdessen kurzerhand kommentarlos in die für sie vorbereiteten Grube befördern und auf dem Absatz kehrt machen sollen, statt im Zirkel ähnlich Mißratener die Trauerreden zu halten.

    Aber es ist wie im Sprichwort: Dass man hinterher immer schlauer ist als vorher…

  9. Ich habe mir das hinterlegte Video angesehen und stelle mir die Frage: Wo bitteschön ist das denn Punk? Deutscher Schlagerrock hat mit Punk nichts, aber überhaupt nichts zu tun!
    Und Pegidiot bleibt ein Pegidiot, egal woher seine schwachsinnige Meinung kommt.

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