Transparenz und die Vergeudung von Lebenszeit

Piraten Kandidat_B_20130522_  Michael Bengl , Kreisverband Nbg Vorstellung des Oberbuergermeister-kandidaten der Piraten-Partei RESSORT:  Lokales _   ZEITUNG: NN       Ausgabe:   HA DATUM:    22.05.2013 FOTO:         Berny Meyer MOTIV:  Piraten OB-Kandidat Michael Bengl "Veroeffentlichung nur nach vorheriger Vereinbarung" 22. MAI 2013  ©  BERNY   /  berny-meyer@t-online.de   / 0170 2015199 /   raiffeisen spar+kreditbank,91191 lauf ,kto. 247294, blz 76061025  /  berny meyer, etlaswind 17, 91338 igensdorf finanzamt forcheim, steuernummer  217/251/10410   steuer id 63-741-880-254
Vielleicht erinnert sich noch jemand: Es gab schon vor der AfD Parteien, die versucht haben, Protestpotenziale zu bündeln. Die Piratenpartei zum Beispiel. Von der hört man mittlerweile kaum noch etwas. Höchstens noch, wenn sich dort jemand in Pegida-Nähe begibt.

Dabei hat die Piratenpartei – im Gegensatz zur AfD – immerhin einen Vertreter im Nürnberger Stadtrat sitzen. Der hat im Augenblick allerdings Probleme mit dem piratigen Markenkern: der Transparenz.

Detlef Netter und Hilmar Vogel, beide sitzen mit dem Nürnberger Piratenstadtrat Michael Bengl (Bild) im mittelfränkischen Bezirksvorstand hatten beklagt, dass die Beschlüsse der Vorstandssitzungen nicht mehr nachvollziehbar seien, da diese Sitzungen nur noch gestreamt werden. „Die meisten VoSi-Protokolle beinhalten nicht ansatzweise das was in
der entsprechenden Sitzung besprochen wurde“, klagt Netter. So werde verhindert, dass „Personen die diese Protokolle nachlesen, ein Verständnis für die Arbeiten des Vorstandes bekommen.“ Netter äußert dann einen Satz, der für die Piratenpartei genauso klingen muss, als ob sich die CSU-Spitze vom Christentum distanziert: „Transparenz ist nicht so das Ding der meisten Vorstände, ob gewollt oder nicht.“

„Meiner Meinung waren die Sitzungen zu lange und zu diffus“, antwortet demgegenüber Michael Bengl. „Als ein Auslöser habe ich die springende Tagesordnung und die ausufernden Protokolle identifiziert. Deswegen habe ich angeregt nur noch Beschlussfassungen und die wichtigsten Gründe dafür ins Protokoll aufzunehmen.“

Der Bezirksvorsitzende wollte vor allem die persönlichen Kommentare und Befindlichkeiten weglassen, um „die Lesbarkeit“ der Protokolle – auch für Außenstehende – zu erhöhen. „Naja, wir Piraten haben halt im Moment keine anderen Probleme als über Protokollfragen zu diskutieren“, resigniert Bengl. Für ihn hat jedoch auch Transparenz Grenzen, selbst wenn sie den Markenkern seiner Partei ausmachen:

„Meine Lehre aus den vergangenen Jahren bei der Piratenpartei: Transparenz ist kein Selbstzweck. Es langt nicht, einfach nur alles zu veröffentlichen, sondern es sollte auch für die Interessierten verständlich aufbereitet und zusammengefasst werden. Die Originalquellen sind natürlich auch zu veröffentlichen, aber wenn sich jeder von außen erst durch den ganzen Wust quälen muss, hält das viele davon ab, sich für den eigentlichen Sachverhalt beziehungsweise die Politik zu interessieren. Eine Diskussion, wie ein Protokoll auszusehen hat, ist für mich Vergeudung von Lebenszeit. Hier gibt es gute Beispiele wie so etwas auszusehen hat und auch de Piraten müssen nicht jedes Rad neu erfinden.“