Ist das das Ende der Taubenplage?

Zahlreiche Tauben sitzen am 17.01.2013 in Nürnberg (Bayern) auf einem mit Schnee bedeckten Dach. Foto: Daniel Karmann/dpa  +++(c) dpa - Bildfunk+++
Es gibt Themen, die begleiten Lokalredakteure zyklisch durch ihr gesamtes Berufsleben. Die Taubenplage zum Beispiel. Bislang hielten wir die Tauben für „Ratten der Luft“. Die hatte man zu bekämpfen oder zumindest zu vergrämen. Taubenfütterer galten als gemeingefährlich und wurden bestraft. Nurmehr heimlich warfen sie ihre Krumen in Richtung Vogelschwarm. Jetzt ändert sich was. Sogar eine eine Facebookgruppe hat sich gebildet, die als Anlaufstelle für Nürnberger Stadttaubenfreunde dienen soll und ein „tierleidfreies und friedliches Miteinander“ von Mensch und Taube anstrebt.

Der Tierschutzverein hat bereits 2000 Euro gestiftet, damit die Stadttaubenhilfe Nürnberg einen betreuten Taubenschlag errichten kann. Ein solcher Schlag, so die Initiatoren, halte nicht nur die Taubenpopulation gesund, sondern auch die Stadt sauber, nutze also Mensch und Tier.

Nachdem Bürgermeister Christian Vogel den betreuten Taubenhäusern wohlwollend gegenüber steht und eine Prüfung veranlasst hat, fordert der ÖDP-Stadtrat Thomas Schrollinger jetzt sogar ein „tierschutzgerechtes Gesamtkonzept zur Regulierung der Stadttaubenpopulation in Nürnberg“. Er sieht gute Chancen für wesentliche Fortschritte im Umgang mit den Stadttauben. Im Gegensatz zu früher gebe es mittlerweile ehrenamtliche Strukturen, auf die die Taubenbetreuung aufbauen könne.

Schrollinger: „Beim Thema Stadttauben gibt es nach wie vor viele offene Fragen und teilweise starke Verunsicherung in der Bevölkerung. Das führt dann oft auch zu Hetzkampagnen und einem vermeidbaren Klima der Ablehnung gegenüber den Tieren. Viele wissen nicht, dass Stadttauben in der Regel entflogene Haus- oder Rassetauben und ausgebliebene Brieftauben sind. Es sind also keine Wild-, sondern Haustiere, die in der freien Wildbahn eigentlich gar nicht zurecht kommen. Wir brauchen deshalb ein umfassendes und wirksames Konzept, das sowohl uns Menschen als auch den Tieren gerecht wird.“

Taubenhaus im Burggraben. Foto: Daniela Kaiser 25.10.2006 In Städten, die bereits solche Taubenschläge anbieten, hätten sich die Probleme mit dem Taubendreck erledigt, meint der ÖDP-Stadtrat. Allerdings hat die Stadt Nürnberg vor gut 20 Jahren schon mal mit zwei eigenen Taubenhäusern experimentiert (Bild). Die Luxusquartiere, in denen den Tauben die Eier gegen Holzeier getauscht wurden, brachten aber nicht den gewünschten Erfolg. Laut Schrollinger waren sie jedoch „viel zu niedrig, zu klein und im Somer wegen der Blechdächer zu heiß“.

Es kann allerdings auch sein, dass die Natur mittlerweile selbst für eine Linderung der Taubenplage sorgt. Möglicherweise sind es nicht die ehrenamtlichen Strukturen oder neuere Erkenntnisse, die da eine Rolle spielen, sondern natürliche Feinde. Zum Beispiel die Krähen, die in anderen Städten bereits die Tauben dezimieren. Vielleicht sollte ich eine Facebookseite für die Freunde der Stadtkrähen einrichten. Immerhin sind die intelligent.

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