Mut wird wählbar

Vergangene Woche hatte ich hier verkündet, dass die unter „Zeit zu handeln“ firmierende Partei der Ex-Grünen Claudia Stamm einen Namen hat. Nennen kann ich ihn erst jetzt: mut.

mut steht neben der eigentlichen Wortbedeutung auch für mitbestimmen, umsteuern, teilen.

Das Programm ist hier zu finden

Darin heißt es unter anderem:

Angesichts eines krassen Missverhältnisses zwischen dem politisch Notwendigen und der real existierenden Politik ist klar: Es braucht etwas Neues, weil so viele Menschen aus nachvollziehbaren Gründen nicht mehr wissen, wen oder was sie wählen sollen – oder ob sie überhaupt noch zur Wahl gehen sollen. Es braucht eine politische Kraft, die nicht schönredet oder verdrängt, sondern mutig sagt, was ist. Und die endlich einen demokratischen Prozess des gesellschaftlichen Dialogs eröffnet zu der Frage, was werden soll.
Es braucht mut zur Veränderung, mut zur Zukunft, mut zum gemeinsamen Handeln.

Der Name wurde von den Gründungsmitgliedern gewählt, die sich gestern im Münchner Hofbräuhaus zur Gründungsversammlung getroffen haben. Ab sofort kann nun jeder Mitglied werden. Beim Nürnberger Treffen im Literaturhaus haben sich laut Mitgründer Ralph Hoffmann bereits 30 Personen gemeldet, die aktiv mitarbeiten wollen. „Da sind viele dabei, die bisher mit Politik und Parteiengehabe nichts am Hut haben.“

Noch im Juni soll es auf mittelfränkischer Ebene ein Treffen für Interessenten geben.

Meine Frage, ob der neue Name auch impliziert, dass die politische Konkurrenz feige ist, antwortete Hoffmann übrigens:

„Wir sagen, dass wir mutig sind. Was die andern von sich sagen, weiß ich nicht, jedenfalls nix gscheits, denn sonst hätten wir uns doch nicht gegründet.“

Das dpa-Bild zeigt die Staue von Kaiser Augustus, die vergangenes Jahr zusammen mit dem Schriftzug „MUT“ beim Augsburger Friedensfest aufgestellt wurde, das an den dort geschlossenen Religionsfrieden erinnern sollte.