Jetzt ist es raus: Die Lückenpresse lässt Lücken


Eigentlich wollte ich nichts mehr über die AfD schreiben. Doch dann liefert sie eben doch wieder Unterhaltungswerte, die ich euch nicht vorenthalten möchte und die andere Parteien trotz teurer PR-Agenturen nicht hinbekommen.

Aktuell hat die Nürnberger AfD den Lückenpresse-Knüppel ausgepackt. Aber nicht, weil irgendetwas in der Berichterstattung fehlt oder weil mal wieder die Nationalität eines Tatverdächtigen verschwiegen wird. Es geht darum, dass unsere Anzeigenabteilung eine AfD-Wahlwerbung abgelehnt hat. Auf Facebook freut sich die AfD einerseits zwar, dass die Katze jetzt aus dem Sack sei und der Verlag endlich Flagge zeige, um dann andererseits loszujammern:

„Nürnberger Nachrichten und Nürnberger Zeitung behandeln die AfD nicht neutral. Vielmehr entspricht die AfD nicht der „politischen Richtung und Weltanschauung“ des Verlages. Dies teilte uns dieser schriftlich mit.

Hintergrund war unsere Anfrage, ob wir anlässlich der Bundestagswahl eine (bezahlte) Anzeige in NN/NZ schalten könnten. Erst wurde unsere Anfrage grundlos abgelehnt. Auf Nachfrage teilte uns dann der Verlag die entsprechende Begründung mit.

Wen wundert es da, dass speziell die Nürnberger Nachrichten nur tendenziös und wertend über uns berichten? Spätestens jetzt sollte jeder politisch Interessierte wissen, dass er beim Lesen dieser Zeitung zwar weiß, was in der Zeitung steht, nicht jedoch, was wirklich in der Welt passiert. Denn Neutralität, Seriosität und Glaubwürdigkeit wird er beim Verlag der NN/NZ wohl kaum finden. Der Verlag folgt lediglich seiner eigenen politischen Weltanschauung.

Unser Tipp: Wenn Sie demnächst von Abo-Verkäufern des Verlages angesprochen werden, sich doch bitte ein NN- oder NZ-Abo zuzulegen, lehnen Sie dankend mit dem Hinweis ab, dass Sie Wert auf seriösen und neutralen Journalismus legen und NN/NZ daher nicht Ihrer Weltanschauung entsprechen.

Seit 1998 haben die NN übrigens fast 30% verkaufte Auflage verloren. Wäre doch gelacht, wenn man diesen Wert nicht noch weiter nach oben schrauben könnte …“

Gelacht habe ich erst einmal über die Kommentare. Zum Beispiel, dass die Redaktion „namentlich bekannte Linksextreme und Kommunisten“ beschäftige und dass diese eigentlich den Namen „linke Kommune“ verdiene. Auch die wechselnden Bezeichnungen Käse- und Wurstblättchen wussten zu gefallen, zeigen sie doch, dass die AfD sogar beim Essen Alternativen kennt.

Aber für die Kommentare kann sie schließlich nichts. Deswegen noch zwei Anmerkungen zum Ausgangspost. Zum einen: Zwischen Redaktion und Anzeigenabteilung besteht ein Unterschied. Das ist, was die journalistische Unabhängigkeit angeht, positiv. Andererseits kann sich sowas auch, wie unlängst bei der Süddeutschen, negativ auf den Ruf des Blattes auswirken. Zum anderen: Wer behauptet denn, dass sich Verlage neutral verhalten müssen? Hier ein Gerichtsurteil in einem ähnlich gelagerten Fall (Quelle):

Interessant an diesem Unrteil ist besonders der drittletzte Satz, dass das Internet doch viel bessere Werbemöglichkeiten biete als das bedruckte Papier. Fragt sich nur, warum gerade die im Netz besonders stark verankerte AfD unbedingt eine gedruckte Anzeige schalten will und das auch noch in Organen, die sie wegen ihrer Lückenhaftigkeit ablehnt.

Allen Anfeindungen und Vorurteilen zum Trotz möchte ich hier dennoch eine Lücke stopfen. Die hatte bislang die Nürnberger AfD offen gelassen. Inzwischen hat auch der Wahlkreis Nürnberg-Süd einen Direktkandidaten für die Bundestagswahl. Es handelt sich um den im Landkreis Fürstenfeldbruck wohnenden Opernsänger Dirk Driesang, der der eher gemäßigt auftretenden „alternativen Mitte“ angehört.

1 Kommentar in “Jetzt ist es raus: Die Lückenpresse lässt Lücken

  1. Den Nürnberger Nachrichten scheint es noch recht gut zu gehen. Andere Zeitungen wären froh über jeden zahlenden Werbekunden.

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