Kommt er jetzt, der Frangxid?

Schottland, Katalonien, Baskenland, Südtirol, Flandern oder Venetien: europaweit wächst der Drang nach Unabhängigkeit. Was Deutschland angeht befinden wir uns im Zentrum des Autonomiebestrebens. Oder zumindest ziemlich nahe dran.

Eigentlich sind es zwei Unabhängigkeitsbewegungen. Die eine treiben die Bayern voran, die mittlerweile zu einem Drittel weg von Deutschland wollen und damit im Vergleich der Bundesländer führend sind. Die andere betrifft die Franken, die bei diesem Drittel wahrscheinlich eher marginal vertreten sein dürften. Denn der Franke will zuerst mal weg von Bayern und im Zweifelsfall lieber bei Restdeutschland bleiben.

Gerade geht es jedoch darum, das derzeit etwas über vier Millionen Einwohner zählende Franken zu vergrößern. Es gibt nämlich auch außerhalb Bayerns Franken, die annektiert werden wollen. In Thüringen zum Beispiel. Dort möchte sich der Kreis Sonneberg schon länger absentieren. Alle möglichen historischen Gründe werden dazu ins Feld geführt. Am gewichtigsten dürfte wohl das Argument sein: Wir können auch keine harten Konsonanten. Sogar der im übrigen Franken eher belächelten Metropolregion Nürnberg würde man sich anschließen (siehe Bild), wenn das irgendwie hilft.

Während die Metropolregion als staatstragende Veranstaltung aber nichts tun würde um ihre Chefs in München, Berlin oder Brüssel zu vergrätzen, reichen jetzt andere den Thüringern die hilfreiche Hand: die Frankenpartei. „Die Partei für Franken – DIE FRANKEN“ hat gerade auf ihrem Parteitag in Hirschaid beschlossen, die Gründung von neuen Gebietsverbänden außerhalb Bayerns zuzulassen.

„Besonders der fränkische Teil Thüringens liegt uns am Herzen“, erklärt der Parteivorsitzende Robert Gattenlöhner. Die Region von Bad Salzungen bis Sonneberg sei eindeutig fränkisch geprägt. Leider habe man alles Fränkische zu DDR-Zeiten „systematisch totgeschwiegen.“ Gattenlöhner: „Wir wollen den Wechsel des Landkreis Sonnebergs nach Oberfranken.“

Bis zum Frangxid (den Begriff Fraxit haben schon die Franzosen belegt) ist es trotz dieser Bemühungen wohl noch weit. Andererseits ist es sicher nicht verkehrt, stärker mit dieser Keule zu wedeln, nachdem die ersten Vertreter der bayerischen Regierungspartei mittlerweile schon rumjammern, Nürnberg werde privilegiert.

2 Kommentare in “Kommt er jetzt, der Frangxid?

  1. der Vereine Fränkischer Bund e.V. (Freistaat Bayern) und Henneberg-Itzgrund-Franken e.V. (Freistaat Thüringen) zu Umfragen bezüglich einer Loslösung des Freistaats Bayern aus der Bundesrepublik Deutschland:
    Beide Vereine distanzieren sich von separatistischen Bestrebungen zur Loslösung Bayerns aus der Bundesrepublik Deutschland, welche dort immer wieder von der Bayernpartei und einigen Politikern der CSU vorgetragen werden.
    Beide Vereine bekennen sich ausdrücklich zur Bundesrepublik Deutschland und zur Europäischen Union.
    Beide Vereine stehen ebenfalls zum Europa der Regionen, welches nicht im Konflikt zu den aktuellen Nationalstaaten steht. Ebenso stehen diese für regionale Wirtschaftskreisläufe und die Stärkung regionalen Bewusstseins.
    Beide Vereine halten aus mehreren Gründen ein Bundesland Franken, welches bis zu sechs Millionen Einwohner haben könnte, für sinnvoll. In diesem Zusammenhang weisen sie darauf hin, dass derzeit 11 der insgesamt 16 Bundesländer weniger als viereinhalb Millionen Einwohner aufweisen.
    Die beiden Vereine fordern die seit 1949 ausstehende allgemeine Neugliederung des Bundesgebietes nach Artikel 29 des Grundgesetzes, bei der Bundesländer mit einheitlich etwa fünf bis zehn Mio. Einwohnern entstehen sollten. Zu große Bundesländer erfordern eine Mittlere Verwaltungsebene, wie z. B. derzeit die Regierungsbezirke in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.
    Die seit 1949 praktizierte Landesentwicklungspolitik des Freistaats Bayern zeige zudem eindrucksvoll, wie vor allem flächenmäßig große Bundesländer zu einseitiger Förderung einzelner Regionen (hier Oberbayern und München) und damit zu systematischer Schwächung der anderen Regionen führten. Das Programm „Invest in Bavaria“ setze diese verfehlte Landespolitik unverändert fort und sei dringend auf den Prüfstand zu stellen.
    Für einen neuen Zuschnitt der Bundesländer müssen aktuelle Wirtschaftsräume, Metropolregionen, Kulturräume und historisch gewachsene Strukturen in Übereinstimmung und Einklang gebracht werden. Dies ist nach Auffassung der beiden Vereine -politischer Wille vorausgesetzt – durchaus möglich. So ließe sich die Anzahl der Bundesländer von derzeit 16 auf etwa 11 reduzieren.

  2. Kalbs Kommentar kann man nur unterstützen.
    Ein Bundesland FRANKEN hat durchaus seine Berechtigung.
    Auch die FRANKEN haben ein Recht auf ihre Kultur, ihre Geschichte, ihre eigene Wirtschaft.
    Ihre Geschichte wird in Bayern vollkommen verschwiegen und bewusst unterdrückt. An den wenigsten fränkischen Kulturgütern hängt der Frankenrechen, kein Vergleich zu Bayern wo das Rautenmuster und die Bayernfahne überall weht. Franken will man auf diese Weise in Bayern seit über 200 Jahren integrieren. Bitte mit welchem Recht?
    Nach dem Fall der deutschen Mauer hat auch FRANKEN ein Recht darauf vereint zu werden zu einem Bundesland. Das ist Gerechtigkeit, die längst auch fällig ist.

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