Wenn Schüler in Uralttechnik investieren

Sollte man Schülern die Sütterlinschrift beibringen? Den Umgang mit Faxgeräten? Das Kleben von Tonbändern? Keine Frage: Das bringt nichts. Das braucht niemand. Jetzt nicht und in Zukunft schon gleich gar nicht.

Allerdings, auch Taschenrechner sind mittlerweile überflüssig. Entsprechende Apps sind auf den Handys teilweise schon vorinstalliert, teilweise kann man sie sich kostenlos herunterladen. Trotzdem müssen sich die Schüler (zahlen dürften aber wohl meistens die Eltern) die technisch überalterten Kleingeräte kaufen. Inzwischen sind die Schüler wohl auch der einzige Grund, warum die mehr als 100 Euro teuren Dinger von den beiden verbliebenen Anbietern Texas Instruments und Casio überhaupt noch vertrieben werden.
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NürnbergApp: Blöd, wenn der Content fehlt

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Zu einer richtigen CityApp hat es in Nürnberg bekanntlich nicht gereicht. Die Argumentation der Stadtverwaltung, man könne inzwischen auch via Browser an die Infos kommen, habe ich damals sogar nachvollziehen können. Trotzdem wurde jetzt von „Erlebnis Nürnberg“, IHK Mittelfarnken und dem Nürnberger Wirtschaftsreferat doch noch eine Nürnberg-App präsentiert. Die soll vor allem dem Einzelhandel zugute kommen.

Deswegen wurde sie wohl auch schnell noch vor Weihnachten veröffentlicht. Da grapscht, so die Hoffnung, der ratlos nach Geschenkideen Suchende gerne nach jedem Strohhalm, den er finden kann.
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Nichts wars mit der City-App

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Regelmäßige Vipraum-Leser dürften sich vielleicht noch erinnern. Letztes Jahr wollte die Stadt Nürnberg vom Schläfer zum „Leuchtturm“ aufsteigen. Gemeinsam mit SAP sollte eine City-App als weltweites Pilotprojekt entwickelt werden. Was daraus geworden ist?
Nichts!

Apps haben andere Städte schon längst. An Nürnberg ging die Anfangseuphorie ziemlich spurlos vorbei. Dafür wollte die Stadt dann gleich was Richtiges präsentieren. Über „Terminvereinbarungen, Stadtführungen, Bezahlung, Routing, Stadtführungen bis zu individuell abgestimmten Angeboten des Einzelhandels“ sollte auf die persönlichen Interessen des Users eingegangen werden, hieß es damals.
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Das Schweigen der Sirenen

Die neuen Alarmsirenen / Alarm / Sirene werden im Fürther Stadtgebiet aufgestellt Foto: Günter B. Kögler
Stell dir vor, es ist Katastrophe und keiner geht hin. Letzte Woche heulten wieder einmal bayernweit die Sirenen. Probealarm! In den Radionachrichten wurde schon Tage vorher darauf hingewiesen. Bloß: Die meisten hörten dann nichts. In Nürnberg heulten am vergangenen Mittwoch nur die Sirenen am Kanal, die nach dem Dammbruch von Katzwang installiert wurden, und zwei Werkssirenen in der Höfener und der Matthiasstraße. Im restlichen Stadtgebiet war nichts zu vernehmen. Nach dem Ende des kalten Krieges wurden nämlich deutschlandweit die Sirenen abgebaut.

Die Lücke soll in Nürnberg die vom Fraunhofer Institut entwickelte Katwarn-App schließen. Allerdings gibt es in Nürnberg, das vor zwei Jahren als erste bayerische Stadt Katwarn einführte, bislang erst 12.750 Nutzer. 10.500 verwenden die App, 2450 haben sich per SMS angemeldet. Während Feuerwehrsprecher Thomas Schertel die Zahlen nicht kleinreden will, hält der Bayerische Rundfunk die Resonanz für ziemlich dürftig. Der BR hat allerdings ein Eigeninteresse. Der Ton des letzten Probealarms bedeutet nämlich: Radio einschalten! weiter lesen

Miese Noten für neue VGN-App

vgnapp„Drucken, kaufen, fertig, so sollte es sein!“ Leider ist es bei der neuen Fahrplan- und Ticket-App nicht so. Die Resonanz im Appstoreund auf GooglePlay ist entsprechend vernichtend. Die meisten fragen sich, warum der VGN für eine derart benutzerunfreundliche App seine Teilnmahme an HandyTicket Deutschland beendet hat.

Auch die Nürnberger Grünen fragen sich das. Deswegen haben sie jetzt einen Antrag für den Stadtrat gestellt.

Grünen-Fraktionsvorsitzender Achim Mletzko bemängelt, dass Handytickets im Moment ausschließlich durch die „VGN“-App gekauft werden können. Zum erstmaligen Kauf müsse man sich jedoch mit einem Desktop-Rechner auf einer VGN-Internetseite registrieren. Der Kaufvorgang sei kompliziert und ohne detaillierte Kenntnis der VGN-Tarifstruktur kaum abzuschließen. Es sei zudem keine Sammelabrechnung möglich, jeder Ticketkauf werde einzeln abgebucht. Dazu gebe es Probleme beim Laden und beim Login.

Die Grünen wollen jetzt von Stadtverwaltung und VGN wissen:

1. Warum hat sich der VGN nicht an etablierte bestehende Systeme, wie z.B. Touch & Travel angeschlossen?
2. Welche Kosten sind für die Entwicklung und Pflege der APP entstanden? Diese bitte im Vergleich zu Kosten beim Anschluss an bestehende Systeme darstellen.
3. Wie steht der VGN zu den schlechten Bewertungen im App-Store?
4. Werden die angesprochenen Kritikpunkte in der App verbessert?
5. Warum veröffentlicht der VGN seine Fahrplandaten nicht als nicht als OpenData?

Nachtrag 23. Oktober 2015: Auch die CSU-Stadtratsfraktion kritisiert jetzt die neue App. Stadtrat Marcus König meint: „Die neue Ticket-App ist ein Rückschritt statt ein Fortschritt.“ Wie die Grünen will die CSU ebenfalls Auskunft von VAG und Verwaltung, wie die App benutzerfreundlicher gestaltet werden kann.

City-App: Vom Schläfer zum Leuchtturm?

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Die Stadt Nürnberg will das Feld offensichtlich von hinten aufrollen. Nachdem die Nachbarstädte Erlangen und Fürth bereits seit mehr als drei Jahren eigene City-Apps haben, herrschte in Nürnberg Ruhe im (Reichs-)Wald. Völlig untätig war man aber nicht. Inzwischen bastelt die Stadt zusammen mit dem Softwarehersteller SAP an einer City-App, die vor allem auf Interaktion setzt. SAP entwickelt mittlerweile in Singapur Apps für Kommunen. Für Barcelona wurde bereits eine Smart-City-App vorgestellt. Nürnberg ist SAP-Partner in Deutschland. „Wir sind ein Leuchtturmprojekt“, freut sich Robert Hackner, Leiter des Online-Büros der Stadt Nürnberg.
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