Sprachhilfe für die Bassd schos

Ist es schon ein Indiz für den Bayxit? In Bayern bemüht sich der Integrationsbeauftragte des Freistaats jedenfalls verstärkt darum, den Spracherwerb in die richtige Richtung zu lenken und versucht, Menschen mit Migrationshintergrund Bayrisch beizubringen. Da existieren einschlägige Vorbilder. An die will der Integrationsbeauftragte der bayerischen
Staatsregierung, Martin Neumeyer (Bild), mit seiner bairischen Sprachtafel offensichtlich anknüpfen:
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Schwere Tabak-Kriminalität in Nordbayern

ARCHIV - Ein Mann dreht sich mit Zigarettenpapier und Tabak eine Zigarette, aufgenommen am 11.05.2011 in Berlin.   Foto: Robert Schlesinger/dpa (zu dpa: "Drehtabak wird teurer - etwa 30 Cent mehr pro Packung" vom 27.06.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++Nicht schlecht staunte mein Kollege Stefan Hofer, als er neulich mal wieder die Polizeiberichte nach Meldenswertem durchforstete. Waren da doch die Ordnungshüter in Lichtenfels einem massiven Fall von Drogenkriminalität auf die Spur gekommen.

Am Bahnhofsplatz wurde ein Jugendlicher (15) aufgegriffen, der sich eine Zigarette drehte. Und, nein, es war kein Marihuana oder Crack. Es handelte sich (wahrscheinlich, die Laborergebnisse stehen nämlich noch aus) um etwas viel Schlimmeres: um den Schwarzen Krauser. Also um einen „hochmutagenen Stoff, der süchtig macht“.

Bekanntlich ist Bayern in Drogenangelegenheiten weniger lax als andere Bundesländer. Der Erfolg gibt uns jedoch Recht. Drogenkonsum führt nämlich zu Beschaffungskriminalität und nicht selten zu üblen Gangsterkarrieren.

Es ist von daher mitnichten nachzuvollziehen, wenn sich nun Nichtbayern über unsere inneren Angelegenheiten lustig machen, wie etwa der aus Vechta stammende Comedy-Blogger Schlecky Silberstein. und seine Kommentatoren.

Immerhin wurde die ursprüngliche Meldung dadurch hervorragend geklickt. Von Nordbayern kann man also in jeder Beziehung lernen.

Nebenjobkönige verstecken sich hinter ihren Bauern

LOKALES                                                              FOTO: Eduard Weigert     DATUM: 1.8.13 CSU-Landtagskandidat Michael Brückner
Müssen ausgerechnet wir Nürnberger in Negativrankings immer ganz oben auftauchen? Erst schaffte es unsere Bundestagsabgeordnete Dagmar Wöhrl (CSU) auf einen Spitzenplatz bei den im Reichstag sitzenden Topverdienern. Jetzt rangiert ihr Nürnberger Parteifreund Michael Brückner bei den Nebenjobbern im bayerischen Landtag ganz vorne.

Laut Abgeordnetenwatch bekommt er zu den 7642 Euro monatlich für seine Abgeordnetentätigkeit mindestens eine Million Euro pro Jahr durch seinen Job als Gemüsebauer im Knoblauchsland. Abgeordnetenwatch beruft sich dabei auf die mittlerweile veröffentlichungspflichtigen Angaben zu Nebeneinkünften.

Dass Politiker Nebeneinkünfte veröffentlichen, bedeutet aber nicht, dass wir uns jedes Mal echauffieren müssen. Im Gegensatz zu manchem, der anstatt im Parlament zu sitzen, lieber lukrative Vorträge hält oder sich durch Aufsichtsratsposten in Abhängigkeiten begibt, bringt der Fall Brückner eher die Ankläger in Misskredit. Die Veröffentlichungspflicht bezieht sich nämlich auf Umsätze. Das mag bei einer Verwaltungsratstätigkeit egal sein. In einem Gemüsebaubetrieb stimmen Einnahmen und Gewinn jedoch nicht annähernd überein. Da fallen eben auch jede Menge Kosten (Energie, Löhne, Saatgut, Dünger…) an. Im Durchschnitt bleiben nur etwa 20 Prozent des Umsatzes als Gewinn übrig. weiter lesen

Datenträger für die Ewigkeit

xManchmal schwappt auch bestens verkaufte Euphorie nicht richtig über. Zum Beispiel die, die Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege jetzt per Pressemitteilung zu verbreiteten versuchten. „Das visuelle Gedächtnis Bayerns ist gesichert“, jubelten die Genannten da. Das Amt habe „eine Vorreiterrolle“ übernommen bei der Aufbewahrung „wichtiger Bildinformationen“ für „kommende Generationen“. 100.000 Fotos wurden auf GlassMasterDiscs festgehalten. Diese sollen gegen Hitze, Licht, Feuchtigkeit oder Staub unempfindlich sein und so die Jahrhunderte überdauern. Auf dass die vom Landesamt seit 1863 fotografierten bedeutsamen Bauten Bayerns auch noch in ferner Zukunft die Leute beeindrucken.

Nur: Werden sie dann noch die notwendigen DVD-Player besitzen, um die Discs lesen zu können? weiter lesen

Wie konservativ sind Bayerns Piraten?

Der Bayer hält seinen Freistaat gerne für etwas Besonderes. Die Wiesen sind grüner, die Berge höher, die Bewohner fleißiger, die Bildungseinrichtungen besser, hier ist auch der Fußball dahoam, während die Loser woanders wohnen. Deshalb ist bayerische Politik konservativer und die Bereitschaft, was zu ändern, eher gering. Deshalb haben wir auch eine CSU und keine CDU, die auf jeden Zeitgeistzug aufspringt.

So weit, so weiß-blau! Erstaunlicherweise scheinen diese Vorurteile auch auf die Piratenpartei zuzutreffen (obwohl es dort noch keine bayerische Extrapartei gibt). Die Piraten hatten am vergangenen Wochenende ihren Bundesparteitag im oberpfälzischen Neumarkt, einer Veranstaltung, die nicht nur meiner bescheidenen Meinung nach, manche Hoffnung enttäuscht und etliche Chancen verspielt hat (hier meine inzischen online gestellten NZ-Berichte dazu: 1, 2) .
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Das Team Söder dreht auf

Das Team Söder Markus-Söder-Team ist in den letzten Tagen verstärkt in den Sozialen Netzwerken unterwegs. Langsam beginnt der Wahlkampf, deswegen ist das nichts Ungewöhnliches. Und eines muss man dem Team Söder lassen: Sie sind fitter als die Konkurrenz. Was freilich nichts darüber aussagt, ob sie recht haben. Da werden beispielsweise Journalisten gleich von mehreren Seiten eingekreist, wenn sie sich etwas differenzierter zur Surfwelle äußern:

Aber auch, wenn der SPD-Spitzenkandidat Christian Ude eine Lüge in der Söderschen Argumentation zum Verkauf der GBW-Wohnungen ausgemacht haben will, sind sie ziemlich fix. weiter lesen

Auch ein FDP-Politiker aus Bayern unter Verdacht

Jetzt haben die VroniPlag-Leute einen Politiker aus Bayern im Visier. Es handelt sich um den Münchner Bundestagsabgeordneten Daniel Volk. Allerdings wurde sein Name bislang noch nicht auf der VroniPlag-Startseite genannt, dafür aber im Spiegel.

Natürlich, muss man schon sagen, ist Volk Mitglied der FDP. Auch einige andere Details erwecken nicht gerade Zutrauen, was eine eigenständige wissenschaftliche Leistung angeht. Volk hat seine Doktorarbeit bei der Universität Würzburg abgeliefert. Gefördert wurde sie von der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung. Ihr wurde früher schon eine zentrale Rolle bei der Unterstützung von Politikerkarrieren zugeschrieben. weiter lesen

CSU: Näher am Follower

Wahrscheinlich bin ich auch mit schuld. Irgendwann hatte ich mich mal aufgeregt, dass sich Politiker am liebsten alles ausdrucken lassen und mit Social Networks nichts am Hut haben. Inzwischen bin ich (was interessiert mich mein Geschwätz von gestern) da etwas zwiespältig geworden angesichts dessen, was man da auf Twitter, Facebook etc. erlebt.

Interessiert es mich, wenn unsere CSU-Bundestagsabgeordnete Dagmar Wöhrl in Afrika zu der Erkenntnis kommt, dass dort Fußball ein wichtiger Faktor ist, oder, wenn sie dort Menschen aus Maputo trifft? Da ist es mir fast schon egal, ob jene Leute recht haben, die behaupten, Frau Wöhrl würde gar nicht selber twittern, sondern ihre Tweets telefonisch ihrem „Team“ in der Heimat zum Reinstellen übermitteln. Eigentlich wäre es mir lieber, sie nähme sich mehr Zeit für die Menschen aus Maputo.

CSU_WahlAber offenbar muss bei der CSU jemand die Parole ausgegeben haben: Mehr Zeit für die Menschen aus Entwicklungs-SCHLAND! Die können einen wenigstens wählen. So wunderte es mich letztlich nicht, als ich mitbekam, dass der Erlanger CSU-Oberbürgermeister Siegfried Balleis (rechts im Bild) jetzt ebenfalls unter die Twitterer gegangen ist. „Guten Abend, ich kann Ihnen versichern, ich bin es wirklich“, hat er mir geantwortet, nachdem ich ihn – schließlich hatten sich zuvor die Twitteraccounts der Nürnberger und Augsburger Oberbürgermeister als Fakes entpuppt – gefragt hatte, ob er „echt“ sei. Ansonsten sind die Tweets des Erlanger OB qualitativ und quantitativ noch recht dürftig. Sollte er allerdings seine Follower als erstes informieren, wenn er bayerischer Sparkassenpräsident wird, dann nehme ich diese Behauptung sofort zurück.

Um die SPD-Twitterer ist es dagegen nach der Wahl erstaunlich ruhig geworden. Selbst der oft durch unfreiwillige Komik aufgefallene SPD-Landesvorsitzende Florian Pronold liefert kaum noch was. Sein einziger Tweet in diesem Jahr lautet: „Jetzt in Wildbad Kreuth.“

Eine Handvoll Stimmen reicht

Manchmal denke ich, dass die Triebfeder im Netz aktiv zu werden, pure Verzweiflung ist. Ein aktuelles Beispiel dafür liefert die SPD. Wenn man zum Beispiel deren bayerischen Vorsitzenden Florian Pronold beim Twittern zusieht, denkt man: Was soll das Ganze (außer vielleicht, dass ein persönlicher Mitarbeiter beschäftigt ist)? Jedes Kaff, in dem er irgendein Gespräch führt, teilt er seiner Followerschaft mit. Und wenn alle zwei Monate sich doch noch versehentlich ein Neumitglied in die bayerische SPD verirrt, gibt es einen Pronoldschen Jubeltweet. Auf Anfragen, etwa zu Wahlergebnissen oder zu ihn persönlich betreffenden Artikeln gibt Pronold keine Antwort.

Besser macht des, der in diesem Blog schon erwähnte Nürnberger Direktkandidat Günter Gloser. Dennoch kommt auch hier zunehmend Verzweiflung zum Vorschein. Oder, wie sollte man so etwas interpretieren?

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Satire ist es jedenfalls keine. Höchstens unfreiwillige (hier übrigens das aufwändige Werben um eine Handvoll Stimmen noch im Gesamtzusammenhang). Es kommt eigentlich eher Mitgefühl auf. Ebenso wie bei den anderen Bemühungen der Nürnberger SPD sich als lustiger Haufen zu präsentieren.

Für die, die weder Clint Eastwood, noch den angesprochenen Western kennen, will ich wenigstens noch den nötigen Zusammenhang herstellen.
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Nachtrag: Inzwischen hat auch Thomas Knüwer vom Handelsblatt das Nürnberger SPD-Video aufgegriffen.

Kante geben, wählen gehen!

Dass zum Beispiel die bayerische Landtagswahl für die CSU ziemlich in die Hose gegangen ist, hat einen einfachen Grund: Das Wetter war nicht so, dass die vorwiegend älteren Unionswähler vor die Türe wollten. Wäre das Wetter schön gewesen, wären sie erst in die Kirche gegangen, dann überwältigt von Weihrauch, frommen Reden und betörenden Liedern ins Wahllokal gegangen und hätten – natürlich bar jeglicher rationaler Überlegung – ihr Kreuzchen dort hingemacht, wo es hingehört und wo sie es gerade gesehen hatten: bei Christus hinten drauf.

„Blöde bin ich, Augen zu, heute wähl ich CSU!“, hatten vor Jahren mal oppositionelle Bayern gereimt. Aber sie hatten unrecht. Das nüchterne, überlegte Wählen bringt uns auch nicht weiter. Da muss man sich gar nicht einmal die bayerische FDP ansehen, sondern nur in der Geschichte umtun. Oder in anderen Bundesländern, wo der Gang zur Wahlurne am Ende eines Prozesses langwieriger Abwägungen und ausgeklügelter Testverfahren steht. Gebracht hat das selten etwas. Fast immer keimte schon kurz nach der Wahl die Unzufriedenheit und man kam zu dem niederschmetternden Fazit: Verwählt! Diese traurige Fetsstellung mussten all jene treffen, die wieder einmal auf die Versprechen während des Wahlkampfes hereingefallen waren. Und das waren nicht wenige. Aber auch den anderen ging es selten anders. Diejenigen, die sich nach einer erfolgreichen Legislaturperiode auf die Schulter klopfen und sagen konnten, da hst du aber mal gut abgestimmt, die konnte man an wenigen Fingern abzählen, die hätten nicht annähernd die 5-Prozent-Hürde geschafft.

Es könnte also leicht sein, dass wir falsch an die Sache herangehen. Nein, nicht die Politiker, die agieren ja schon anders, versprechen lebenslanges Glück, ewig währenden Wohlstand, ja sogar einen Arbeitsplatz für jeden und einen Mann auf dem Mond. Vielmehr sollten wir Wähler umdenken. Da kann uns die neu gegründete Initiative „Betrunken wählen!“ den Weg weisen. In deren Präambel heißt es unter anderem:

Wir glauben, dass allein der Suff die Wahlkabine zum Altar der Aufrichtigkeit gerinnen lassen kann.

Der Suff an der Urne könnte zudem jenen Schuss Unberechenbarkeit bringen, der „das Kartenhaus der Hochrechnung zum Einsturz bringt“ und somit wenigstens den Wahlabend zu einem unvergesslichen Fernsehereignis macht. Der Kater danach stellt sich ohnehin ein. Also, warum nicht vorher ein bisschen Spaß haben?

Protagonist dieser Initiative ist übrigens jemand, den wir hier sehr gut kennen und der uns damit zeigt, dass Horst Schlämmers bessere Medienpräsenz eigentlich durch nichts begründet ist: der fränkische Comedian Matthias Egersdörfer. Ich will hier also etwas Ausgleich schaffen.

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