Das Jahr 2012 im Vipraum

Beim Jahresrückblick vor einem Jahr habe ich noch beklagt, die lokalen Beiträge liefen schlechter. Das hat sich 2012 geändert. Offenbar beginnt auch das fränkische Publikum damit, Blogs zu lesen. Vielleicht hat meine kleine, im Januar 2012 begonnene Reihe “Bloggen in Franken” da auch etwas dazu beitragen können.

Dass der Vipraum und der (dann nehme ich halt auch das Maskulinum, wenn das jetzt alle machen) von mir betreute Clubfreunde-Blog inzwischen auch Versuchslabore für andere Zeitungsauftritte geworden sind, spricht sich offenbar herum. Wenn ein Thema im Blog gut läuft, lässt sich mancher Printkollege leichter dazu bewegen, kostbaren Platz dafür einzuräumen. weiter lesen

Von Makumbi nach Franken

Eigentlich wollte ich hier keine Blogs von NZ-Kollegen vorstellen. Das schaut doch allzu sehr nach Vetternwirtschaft aus. Beim Makumbi-Blog von Isabel Lauer mache ich aber eine Ausnahme, weil ich finde, dass das mehr gelesen gehört. Inzwischen passt das Blog auch in die Kategorie “Bloggen in Franken”, denn Isabel ist nicht mehr in Simbabwe, sondern wieder “dahamm”.

Dass sie nicht, wie geplant, ein Jahr in Makumbi geblieben ist, wo sie einen Freiwilligendienst der Jesuitenmission mitgemacht hat, lag übrigens an Problemen mit der Aufenthaltsgenehmigung. Trotzdem war sie lange genug dort, um genügend lesenswerte Blogbeiträge produzieren zu können. Wer diese Beiträge jetzt nachträglich lesen will, der muss das Blog leider von hinten aufrollen. weiter lesen

Stacheldraht gegen Sprayer

Der Shitstorm um meinen NZ-Blogger-Kollegen hat sich mittlerweile gelegt (hier ist alles dazu gesagt). Im Real Life wirkt die Sache dennoch weiter nach.

Da haben wohl auch andere durch den Vorgang erst bemerkt, was da im einstigen “Sprühparadies Münchener Straße” an die Wand geschrieben wurde und meinten einschreiten zu müssen. Sie machten vor wenigen Tagen einen Stacheldraht drum herum. Jetzt schaut das Paradies aus wie früher der Eingang zur DDR. Aber der Cop ist kein Bastard mehr…


Nebentätigkeiten

Die TonangeberHeute mal ein kurzer Beitrag in eigener Sache: Vipraum ist ja bekanntlich nicht das einzige Blog, in dem ich schreibe. Nachdem ich früher hier manche mit meinen Fußball-Postings genervt habe, wurde das ins Clubfreunde-Blog ausgelagert. Nebenbei betreibe ich auch schon länger das Deppenblog, das inzwischen auf das neue Portal des Magazins Sechsundsechzig umgezogen ist. Und jetzt bin ich auch beim neuen Musik-Blog “Die Tonangeber” mit von der Partie. Schaut halt mal rein!

Ein Herz für Blogs

Wie angekündigt soll heute die Blogroll aufgerollt werden. Zum Blogrolltuesday habe ich natürlich auch ein paar Kandidaten. Schließlich kann man nicht erst etwas groß ankündigen und dann kneifen

Anfangen will ich im lokalen Bereich und zwei Blogs nennen, denen ich mit meinem “Vipraum” nicht das Wasser reichen kann, weil sie schon weit vor mir im Netz waren: Lisa Neun aus Erlangen und Sugar Ray Banister aus Nürnberg. Wohl wegen dieses langen Erfahrungsvorsprungs fehlt diesen Blogs jegliche Aufgeregtheit und jeglicher Hang dazu, auf Klickzahlen zu schielen. Allein deswegen sind sie schon eine Empfehlung wert.

Ebenfalls lokal, aber nur für eine bestimmte Spezies interessant: Blogs zum Thema “Club”. Hier kommt man an der rührigen Clubfans_United nicht vorbei. Gleichzeitig will ich aber auch die 3 Clubfreunde, von denen ich einer bin, nicht unerwähnt lassen.

Wenn ich schon dabei bin bei der Eigenwerbung, dann feiere ich hier noch mein Alter-Ego-Blog “Depp im Web” ab. Der Titel spricht für sich. Auch die Kollegenblogs bei NZ-Online will ich nicht vergessen.

Wer sich für Medien, Zeitungskrise und verzweifelte Reaktionen darauf interessiert, dem möchte ich das Blog von Christian Jakubetz ans Herz legen. Der beobachtet zwar speziell die Passauer Neue Presse, aber vieles davon ist ohne weiteres übertragbar.

Sehr gerne lese ich auch Twitkrit, eine Art literarische Quartett für Tweets. Hier werden lesenswerte 140-Zeichen-Texte dem schnellen Vertwittern entrissen und so der Nachwelt erhalten. Etwa: “Habe mir beim Füsse eincremen beide Hände gebrochen” oder “Suche Zeitreiseexperten: Treffen letzten Donnerstag” oder “Neun von zehn Stimmen in meinem Kopf sagen: Ich bin verrückt” oder – ich kann  da gar nicht mehr aufhören – dieser hier, den man sich allerdings als Grafik anschauen muss.

So das waren jetzt schon sieben und ein paar Zerquetschte und eigentlich sollten bei der Aktion “ein Herz für Blogs” nur fünf Blogs vorgestellt werden. Also ist es eh schon Wurst, daher verweise ich außer Konkurrenz, denn es sollen ja nur deutschsprachige Blogs empfohlen werden, halt noch auf das Blog “Fonse – ein Franke haust ab”  Das Ding ist in Hardcore-Fränkisch geschrieben und daher schon vom Sprachlichen her exotisch.

Twitter ist ein Rinnsal

Für die fitteren Internetnutzer ist ein solcher Satz wahrscheinlich Grund, sich schleunigst woanders umzusehen: Twitter ist Mainstream. Wer will schon mit Hinz und Kunz in einen Topf geworfen werden.

Dass Twitter Mainstream ist, diesen Eindruck vermittelte jetzt die Oscar-Nacht, aber auch schon zuvor die Echo-Verleihung. Da twitterten Tausende ihren Unmut über Oliver Pocher oder Pro7 ins Netz.
Auch die Holzmedien unterstützen dies. Inzwischen gibt es wohl keine Zeitung mehr, die nicht schon über Twitter, den twitternden Obama oder den Tweet von der Notlandung im Hudson-River geschrieben hat. All das lässt offenbar nur den Schluss zu: Twitter ist beim Volk angekommen.

Beim Volk angekommen? Da möchte ich dann doch erhebliche Zweifel anmelden. Die Mehrheit weiß, glaube ich, Presseartikel hin oder her, immer noch nicht, was Twitter überhaupt ist. Geschweige denn, dass eine nennenswerte Anzahl von Leuten den Microbloggingdienst nutzt.

Schauen wir uns doch nur einmal an, wie die Nürnberger Twitterlandschaft aussieht.Da liegt Michael van Laar mit 740 Followern vorne. Dahinter folgt auf Platz 3 NZ-Online mit knapp über 200 Followern und dann komme schon ich mit derzeit etwas mehr als 130 Followern. Auch wenn man berücksichtigt, dass es etliche Mitleser gibt, die sich nicht als Follower zu erkennen geben: Mainstream ist das angesichts von 500.000 Einwohnern bestimmt nicht.

In Nürnberg ist die Relation noch krasser als anderswo. Hier scheint so etwas wie eine Web-Diaspora zu existieren. Das wird nicht nur bei der Herkunft der Twitterer deutlich, auch hier in den Blogs muss man leider konstatieren: Lokale Themen werden kaum angeklickt. Wenn einer sein Ranking verbessern will, dann sollte er Content liefern, der auch die Berliner, Düsseldorfer oder Hamburger interessiert.
Ich würde daher sagen, der Mainstream in Nürnberg ist immer noch Web 1.0 oder Web 0.0. Twitter ist bestimmt keiner und verhält sich zur Zeitung noch nicht einmal wie der Goldbach zur Pegnitz.

Der Club wandert ein Häuschen weiter

Bislang habe ich hier auch hin und wieder über unseren ruhmreichen FCN geschrieben. Das hat mir nicht unwesentlich Traffic auf meinem Blog beschert. Andererseits haben sich viele Vipraum-Leser auch mokiert, weil ihrer Meinung nach der Fußball im Allgemeinen und der Club im Besonderen  nicht so recht zu den anderen Postingthemen passen würde. Nun habe ich die Konsequenzen gezogen und verwirkliche mich fanmäßig an anderer Stelle, im neu eröffneten Blog “Die 3 Clubfreunde”. Dort schreibe ich zusammen mit Marco Puschner und Thomas Susemihl über den aktuellen Rekordabsteiger und früheren Rekordmeister 1.FC Nürnberg. Also, aufgemerkt: Der Club findet ab sofort drüben statt!

Minderbepimmelt

Wie das immer so ist, manchmal fallen einen bestimmte Leute erst auf, wenn sie sich mit einem selbst beschäftigen. So ging mir das mit dem Autor und Blogger Detlef Gürtler. Der ist einer, der bei der deutschen Sprache eher auf dem Gaspedal steht, während unsere Denglisch-Gegner und Rechtschreibungsrechthaber leider oft nur die Bremse kennen. Auf der Suche nach neuen Wörtern und Sprachschöpfungen ist er neulich bei mir im Blog auf das Verb “fackellaufen” gestossen.

So toll ist die schöpferische Leistung nun auch wieder nicht. Vor allem, wenn man eine neuerliche, ein bisschen untergegangene Errungenschaft der Gürtlerschen Suche danebenhält, die aus einem Blogkommentar zum Eine-Google-Streit zweier Journalisten stammt: minderbepimmelt. Dieses Wort passt nicht bloß sehr schön zu Porschefahrern, Wichtigtuern und Schnorrenträgern, es erweitert auch den Prekariatsbegriff. Zudem widerlegt seine Entstehung den Unsinn, der neuerdings wieder von lernunwilligen Kulturschreiberlingen befördert wird, das Internet führe zur Verblödung.
Verblödung entsteht immer da, wo sich nichts mehr bewegt.

Warum ist Nürnberg Blog-Diaspora?

“Die Zeit” hat in ihrem Magazin mal zeigen wollen, wie modern und originell sie ist, und eine Deutschlandkarte erstellt, auf der die Bloggerhochburgen aufgelistet sind. Der Titel “Wo werden die erfolgreichsten Internettagebücher geschrieben?” ist natürlich wieder der bekannte Old-School-Tippexjournalismus (nur ja keine Begriffe wiederholen, daher einmal Blog, dann Internettagebuch, einmal Wildschwein, dann Schwarzkittel, einmal Speiseeis, dann Geschmackskugel, einmal Fürth, dann die Kleeblattstadt…) und auch sonst gäbe es einiges auszusetzen.

Was dagegen stimmt: In Nürnberg herrscht tote Hose. Die nächsten erfolgreichen Blogs werden aus Nabburg, Würzburg oder Ingolstadt bepostet. Auch Handelsblatt-Blogger Thomas Knüwer wundert sich darüber, warum in Nürnberg (aber auch in Hannover, Stuttgart oder Freiburg) blogmäßig nichts los ist. Gerne hätte ich ihm was geantwortet, allein: Mir ist nichts eingefallen.

Natürlich: Nürnberg ist eigentlich noch eine Arbeiterstadt, auch die SPD spielt hier eine lähmende Rolle, die CSU sowieso, die Presse vielleicht auch. Die Journalistenausbildung wird in Erlangen von den Theologen wahr genommen, die Bluesmusik scheint gerade erst erfunden worden zu sein und die Sozialpädagogen sind immer noch obenauf. Dazu kommt die fränkische Feuilletonistenphalanx, die Internet bähbäh findet, weil es die Leute hindern könnte, analog in die Tafelhalle oder das Neue Museum zu gehen.

Aber das sind alles nur Vermutungen. Vielleicht müsste man für das, was hier bereits läuft, einfach nur mehr Werbung machen (die “Internettagebücher”, die mir aus dem fränkischen Raum bekannt sind, habe ich ja schon in meine Blogroll aufgenommen). Vielleicht sollte man aber auch die “Zeit” eine gute Zeitung sein lassen und sich wesentlicheren Defiziten zuwenden.

Wer das liest ist nett

Wer das hier lesen kann, der ist nett und darf sich zu den Privilegierten zählen (aber schließlich ist er im “Vip-Raum” und weiß ohnehin, dass er privilegiert ist).

Es gibt nämlich mittlerweile die Möglichkeit, mit Hilfe eines Plugins zu verhindern, dass jeder jedes Blog und jeden Blogbeitrag lesen kann. So kann man nervige Kommentatoren, Bedenken tragende Chefs, notorische Plagiatoren, aber auch potenzielle Schnüffler ausgrenzen. Gerade bei letzteren hat das einen gewissen Reiz, zeigt es doch, dass man solche Leute mit ihren eigenen Waffen schlagen kann.

Hier ist das Plugin und hier eine Liste mit IP-Adressen, die man beispielsweise ausschließen könnte. via