Der Querschnitt der Bevölkerung: So sieht er aus!

Gestern hat sich der BR-Rundfunkrat neu kostituiert. Offenbar sollte das eher geräuschlos über die Bühne gehen. Sonst, so die Befürchtung, würde nur wieder eine Diskussion über allzugroße Staatsnähe (im Freistaat ist das dann auch CSU-Nähe) vom Zaun gebrochen. Schließlich hat zumindest das ZDF auf diese Vorwürfe zumindest ein bisschen reagiert. Da gilt es also, vorsichtig zu sein. Gerade in Bayern! Wo es auch darum geht, dass die Rundfunkräte auch künftig den Einsatz von BR-Mitarbeitern bei Unionsveranstaltungen – etwa dem Nürnberger CSU-Ball – brav abnicken.

Beim BR wurde der Rundfunkrat ein bisschen aufgestockt. Inzwischen ist mit Hamado Dipama auch ein Ausländer- und Migrantenvertreter dabei. Der hat immerhin dazu beigetragen, dass Cola-Weizen in Bayern jetzt Cola-Weizen heißt. Trotzdem hat es auf der BR-Seite für Dipama nur zu einer Art Phantombild gereicht (siehe oben). Ist auch egal, denn an den Mehrheitsverhälnissen hat sich ohnehin kaum etwas geändert.

Interessant am Rundfunkrat ist auch für Nicht-BR-Konsumenten immer, dass dieser den Querschnitt der Bevölkerung abbilden soll. Nach der aktuellen Besetzung wären demnach nur 28 Prozent der Bayern weiblich.

Hier die Zusammensetzung des neuen BR-Rundfunkrates:
weiter lesen

Wöhrl twittert weiter

Nürnberg: Die Nürnberger CSU- Bundestagsabgeordneten Dagmar Wöhrl und Michael Frieser zogern auf einer PK eine Halbzeitbilanz zu zwei JAhren Christlich-Liberalrt Koalition in Berlin. 19.9.2011. Foto: Harald SippelNein, mehr als in ihrem Blog wolle sie zu ihrem Rückzug nicht sagen, antwortete mir Dagmar Wöhrl. Lediglich zur harmlosen Frage, ob sie denn weiter twittern und facebooken will, schreibt sie:

„Auf jeden Fall werde ich weiterhin twittern und facebooken, das ist mir wirklich ans Herz gewachsen!“

Gefragt habe ich sie auch noch, ob sie sich ganz aus der Politik zurückziehen wolle oder nur aus dem Bundestag? Was mit ihren zahlreichen anderen Tätigkeiten und Nebenjobs passiert? Und was die neuen Herausforderungen seien, denen sie sich stellen will? Immerhin hätte sich Wöhrl ja längst auch von ihrem Sitz im Verwaltungsrat der Safra Sarasin Bank verabschieden können. Zumal jetzt, da diese Bank als einer der größten „Firmengründer“ in den Panama Papers auftaucht.

Beim Lesen des Blogbeitrag von Dagmar Wöhrl fällt auf, dass da ihre Partei praktisch gar nicht auftaucht. Auf Twitter legt sie noch etwas nach, sie sei nie eine typische CSUlerin gewesen.

Dass sie keine der ihren ist, hatten sie ihre „Parteifreunde“ in letzter Zeit allerdings auch verstärkt wissen lassen (das Bild oben stammt noch aus besseren Tagen). Insofern ist sie mit ihrem Rückzug wohl einer peinlichen Nichtwiederaufstellung zur Kandidatin für Nürnberg-Nord zuvor gekommen.

Stadtplanung H0

RESSORT: Politik 1.3.10 FOTOGRAF:  Karlheinz Daut   MOTIV: Modelleisenbahnanlage, Modelleisenbahn-Club Nürnberg e.V.Nürnberg ist immer noch eine – wenn auch autofreundliche – Eisenbahnerstadt. Hier dampfte nicht bloß die erste deutsche Eisenbahn los. Hier gibt es noch alte Eisenbahnersiedlungen. Hier wurden sogar ganze Lokalpolitikergenerationen mit der Bahn sozialisiert. Es ist daher ziemlich wahrscheinlich (leider ist BigData zu solch wesentlichen Fragen noch nicht vorgedrungen), dass die Zahl der Modelleisenbahnen pro Einwohner in Nürnberg wesentlich höher ist als anderswo – selbst wenn dort vielleicht die prominenteren Nutzer wohnen.

Besonders die örtliche SPD ist der Bahn innig verbunden. Aus diesem Grund kann sie sich trotz ihres hohen Alters noch massiv echauffieren, wenn irgendwelche Briten bei uns Stellwerkzugang erhalten sollen (am Ende wird der Willy-Brandt-Platz noch in Winston-Churchill-Platz umbenannt). Logisch ist in diesem Zusammenhang auch, dass zumindest einer unserer beiden SPD-Bundestagsabgeordneten ein eingefleischter Eisenbahner ist.
weiter lesen

Die BLM scheitert auch beim Jugendschutz

ufc
Bevor es untergeht: Die Bayerische Landeszentrale für Neue Medien (BLM) wird gerade wieder vorgeführt. Der durch die Erfindung des Internets weitgehend überholte Verein, ist jetzt auch in seinem Bemühen gescheitert, die „Grundsätze der Bayerischen Verfassung“ durchzusetzen. Seit fünf Jahren versucht die BLM gegen das Ultimate Fighting Championship (UFC) vorzugehen. Der frühere bayerische Kultusminister und jetzige BLM-Chef Siegfried Schneider hat sich dazu sogar noch amtierende Minister (Aigner, Herrmann) mit ins Boot geholt, um diese „Pervertierung der sportimmanenten Werte“ abzustellen.

Geschafft hatte es die BLM aber lediglich, die UFC-Käfigkämpfe aus dem Programm von DSF/Sport1 zu verbannen. Der Video-on-Demand-Anbieter Maxdome brachte die nach BLM-Ansicht „schwer jugendgefährdenden“ Kämpfe trotzdem auf die Bildschirme. Also sollte auch das unterbunden werden. So fit sind BLM und die sie unterstützenden Minister offenbar doch, dass sie erkannt haben, wo die Leute inzwischen Bewegtbilder ansehen. weiter lesen