Wenn schon „miserabel“ draufsteht…

Am 1. März kommt das Musical „Les Miserables“ auf seiner Tournee auch in die Nürnberger Meistersingerhalle. Genauer gesagt handelt es sich allerdings nur um ein Musical, das irgendwie an „Les Miserables“ angelehnt ist. Das brachte viele Zuschauer früherer Tourneestationen einigermaßen auf die Palme. Beispielsweise in Bochum oder Wuppertal. Dort verließen viele Besucher vorzeitig den Saal und wollten ihr Geld wieder haben. Schnell wurde ihnen nämlich klar, dass es sich nicht um das Erfolgsmusical von Claude-Michel Schönberg und Alain Boublil handelte (wie etwa bei der oben abgebildeten Aufführung des Theaters Hof), sondern um eine Neuinszenierung der Deutschen Musical Company Köln, die sich zwar auch an Victor Hugos Romanvorlage anlehnt, aber nicht nur die Musik änderte, sondern den Stoff auch noch entpolitisierte. Wobei das Ensemble selber unschuldig ist und die Bewerbung „mit Sorge“ betrachtete.
weiter lesen

…dann kommt irgendwo ein Horx daher

Es gibt sie auch unter uns Journalisten: die Bräsigen, die Denkfaulen, die, die am liebsten alles so belassen würden, wie es ist – besonders sich selbst. Diesen Journalisten gebrach es in den letzten Monaten allerdings am nötigen Rückhalt. Nirgends gab es jemanden, der sagte:  nicht bewegen, Ruhe bewahren, jeden Tag um 13 Uhr in die Kantine gehen, das ist genau das Richtige! Doch jetzt hat sich jemand erbarmt:

hq_horrtx_quer_DW_P_184151a.jpg
Matthias Horx

Denn: Wenn Du denkst, es geht nichts mehr, kommt irgendwo ein Horx daher. Dieser selbst ernannte Trend- und Zukunftsforscher hat nämlich erkannt, doofen, aber betuchten Menschen glänzende Zeiten zu versprechen, bringt viel Geld ein. Er benutzt in seinen Trendprognosen nichtsdestotrotz immer denselben, billigen Trick. Wenn der Zug zum Beispiel gerade in eine Richtung fährt, dann behauptet er, in Zukunft werde man irgendwann wieder in die andere Richtung abbiegen. Schließlich hat auch ein Horx in der Schule (Hessen!) gelernt: Auf Sommer folgt Winter und auf Nacht Tag. Und immer nur Abschwung dürfte es demnach auch nicht geben. Also sagt er einfach mal als Zukunftstrend den Aufschwung voraus. Wie die anderen, allerdings meist wesentlich schlechter bezahlten „Trendforscher“, die täglich mit Horoskopen Zeitungen und Webseiten füllen, hat er so viel Rest-Bauernschläue in seinem Charakterkopf, seine Verlautbarungen so vage zu halten, dass ihm hinterher kein Strick daraus gedreht werden kann.

Dennoch wird eine Erkenntnis wie, das Internet sei auf dem absteigenden Ast, man schalte jetzt zunehmend die Computer ab und lebe wieder richtig, gerne aufgenommen. Schließlich gibt es dafür genügend Belege. Mich zum Beispiel, ich gehe jetzt nämlich einkaufen!

Traktor statt Hedgefonds

Die Finanzkrise, das sag ich mal wichtigtuerisch, ist ja nur Teil eines Paradigmenwechsels. Auch im Arbeitsleben habe ich mittlerweile das Hedgefondsmäßige manchmal satt und wende mich lieber dem Echten zu. Wahre Arbeit, wahrer Lohn! Äpfel aufklauben statt Webseiten betreuen, Laub rechen statt Handouts schreiben, Traktor (John Deere) fahren statt HTML schreiben…

Dass das  durchaus künstlerisch und kreativ sein kann, zeigt dieses Video, wo der Traktor allerdings als Drummer fungiert und nicht – wie bei mir – zum Abtransport von Laubmassen und angefaulten Äpfeln.

YouTube Preview Image

via