Mein Feind, der Baum


Hier ist es die Nachverdichtung, dort die Sicherheit für die Autofahrer und woanders die ab einem bestimmten Stammumfang zuschlagende (in Nürnberg 80 cm) Baumschutzverordnung. Die Gründe, warum derzeit besonders exzessiv gefällt wird, sind vielfältig.

Dass im Winter manches Gehölz zufrückgeschnitten oder entfernt wird, ist an sich nichts Ungewöhnliches. Im Augenblick wird allerdings in Nürnberg und Umgebung in einer Weise abgeholzt, die nicht nur mir unangenehm auffällt.
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Wo Europa draufsteht, ist Unlust drin

Die Hälfte der Deutschen hält die Europawahl angeblich für unwichtig. Blöderweise sind bei dieser Hälfte ganz offenbar auch die Plakataufsteller derjenigen Parteien dabei, die behaupten für Europa zu sein. Seit dem 12. April darf nämlich für die Europawahl plakatiert werden. Bei den letzten Wahlen standen zum Startzeitpunkt ganze Kohorten von Parteihelfern und lieferten sich einen erbitterten Kampf um die besten Plätze. Diesmal waren offenbar zunächst nur die AfD und die ÖDP unterwegs. Tagelang bestimmten deren Plakate das Stadtbild. Inzwischen mischt sich da manchmal ein – gar nicht zur Wahl stehender – Horst Seehofer darunter, auch Martin Schulz wurde schon gesichtet.

Doch die Lustlosigkeit ist praktisch greifbar. weiter lesen

Ist der Stadtrat zu groß?

Nachdem heute Faschingsdienstag und gleich danach Stadtratswahl ist, packe ich einmal eine alte Kamelle aus. Braucht eine Stadt wie Nürnberg 70 Stadträte? München, mit 1,38 Millionen Einwohnern mehr als doppelt so groß, hat schließlich nur 80 Stadträte. Dass dort deswegen irgendwelche Defizite auftauchten, ist nicht bekannt. Andersrum hatte die Überrepräsentation im Nürnberger Rathaus jetzt auch nicht unbedingt eine bemerkenswerte Ideenflut zur Folge.

Das Thema wurde allerdings schon einmal vor knapp zehn Jahren von den Freien Wählern aufgegriffen und dann großkoalitionär abgebügelt. Die Freien Wähler wollten die Zahl der Stadtratssitze aus Kostengründen reduzieren. weiter lesen

Gibt Alice Schwarzer Nürnberg den Rest?

Wenn die Moralapostel Oberwasser haben, versuchen sie gerne, die Prostitution abzuschaffen. Im Augenblick bemühen sich da die Emma-Herausgeberin Alice Schwarzer nebst einigen prominenten Unterstützer/innen (unter anderem: Maria Furtwängler, Senta Berger, Margot Käßmann, Reinhold Messner, Hannes Jaenicke, Frank Schätzing, Reinhard Mey oder Wolfgang Niedecken) darum. Aber auch die Schriftstellerin Sibylle Berg füllt ihr Spiegelblog mit der Forderung nach Abschaffung der Prostitution. Das Thema ist übrigens auch Gegenstand der Koalitionsverhandlungen in Berlin.

Für Nürnberg hätte dies weitreichendere Konsequenzen als für andere Kommunen. weiter lesen

Gratis-WLAN auch von der Telekom

KabelDeutschland hat vorgelegt, jetzt zieht die Telekom beim kostenlosen Großanbieter-WLAN nach. Am Nürnberger Bahnhof kann sich ab sofort jeder mit Smartphone oder Tablet einloggen. Ich habe es heute ausprobiert (und war lustigerweise nicht der einzige). Es funktioniert beispielsweise auch am Vorplatz vor dem Haupteingang. Allerdings ist der Spaß nach 30 Minuten vorbei. Dann wird man automatisch ausgeloggt und muss 4,95 Euro für eine „Tageskarte“ zahlen, wenn man weitersurfen will.

Anders als KabelDeutschland, das der Stadt Nürnberg vor wenigen Tagen ein ähnliches Angebot reingedrückt hat, kooperiert die Telekom mit der Deutschen Bahn. Auf 100 Bahnhöfen wird der neue Service angeboten. Neben dem Nürnberger Hauptbahnhof ist in der Region auch der Bahnhof in Erlangen dabei. Fürth hat man sich hingegen erst einmal geschenkt. Da ist wohl die Aufenthaltsqualität nicht so prickelnd.

Der Vorteil des Telekom-Angebots: Der Bahnhof ist ein eigenes Biotop, der Kunde kann sich merken, dass er dort WLAN hat. KabelDeutschland bietet in Nürnberg einen Fleckenteppich, für den ich erst die passende Karte parat haben muss, um zu wissen, ob und wo ich mich einloggen kann. Da ist dann so etwas wie Freifunk sympathischer (in Kürze gibts hierzu mehr).

Offenes WLAN: Am Freitag geht´s los

Ab kommenden Freitag soll es auch in Nürnberg offenes WLAN geben. Allerdings kommt nun alles doch anders als das die Stadt geplant hat. Schuld ist Kabel Deutschland.

Zunächst will Kabel Deutschland mit 19 Hotspots loslegen. Dabei werden zunächst vorhandene Verteilerkästen entsprechend umgerüstet. Deren Standorte sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Die Absicht, erst einmal den Bereich zwischen Hauptmarkt und Burg („Blaue Banane“) für die Touristen zu versorgen, ist damit hinfällig.

Hinfällig ist aber auch das Vorhaben der Stadt Nürnberg, die Bayerische Landeszentrale für Neue Medien (BLM) für die Ausschreibung einzuschalten. Es gab nämlich gar keine Ausschreibung. weiter lesen

Höffner verbindet Städte

Es ist halt immer zweierlei, ob man von einem Bauvorhaben nur liest und die Pläne anschaut oder ob man das dann in der Realität sieht. Wer zurzeit auf dem Frankenschnellweg zwischen Fürth und Erlangen unterwegs ist, der traut jedenfalls seinen Augen kaum: WAS BITTE SOLL DIE SCHEISSE? Da wird praktisch die gesamte Freifläche zwischen Fürth und Erlangen zubetoniert. Da wachsen zwei Städte zusammen und das alles wegen eines Möbelhauses, das keiner braucht.

Nun gut, es gibt auch noch ein Teppichgeschäft und einen Baumarkt und wahrscheinlich kommt dann auch noch etliches an Billigheimertum nach, denn das Monstrum bekommt schließlich noch eine eigene Autobahnauffahrt. Die zahlen zwar nicht wir mit unserem Geld, denn wir brauchen sie schließlich nicht. Das Möbelhaus Höffner gönnt sich die. weiter lesen

Reiseportale: Obacht, Wassergüsse!

Nürnberg ist an sich eine sichere Großstadt. Allerdings sollte man nachts den Burggraben und die Luitpoldstraße meiden. Vor allem als „Dame“. Dort drohen nämlich Wassergüsse. Woher ich das weiß? Aus Wikitravel. Das ist eine Art Wikipedia für Reisende. Die deutschsprachige Ausgabe wurde im Oktober 2004 ins Leben gerufen. Auf der Nürnbergseite findet sich, neben vielem durchaus Richtigem, auch der erstaunliche Satz zur Luitpoldstraße:

Damen sollten diese Straße vor allem Nachts meiden, wobei hier meist auch nur mit Pöbeleien oder Wassergüssen gerechnet werden muss.

Mit Merkwürdigkeiten wird aber auch der potenzielle Erlangen-Besucher konfrontiert. weiter lesen

Der Wutbürger sehnt sich nach dem Tod

Wer näher dran ist, beurteilt manches anders. Zum Beispiel die Stadt-Umland-Bahn (StUB). Die könnte schon längst fahren, aber irgendwer steht immer auf der Bremse. Im Zweifelsfall die Erlanger. Und die sind eh rätselhaft.

Immer wieder werden aber Optimisten geboren, die einen neuen StUB-Anlauf unternehmen. Jedes Mal müssen sie Lehrgeld zahlen. Selbst in Vereinen wie der IHK, die nur aufgrund von Zwangsmitgliedschaften eine gewisse Bedeutung haben, keimt da plötzlich Streit auf. Die Erlanger IHK ist sauer auf die mittelfränkische IHK. Letztere hat sich nämlich für die StUB ausgesprochen, erstere hat aber weiterhin Bedenken.

Vielleicht hilft da der Bürger bei der Erklärungssuche. weiter lesen

Erlangen setzt auf Atomkraft

Geld stinkt nicht. In Erlangen schon gleich drei Mal nicht. Deswegen ist es den dortigen Stadträten nicht nur egal, woher die Sponsorengelder für das Poetenfest kommen. Man nimmt sogar lieber das anrüchige Geld von Areva anstatt das Geld der Initiative „Poesie gegen Uranstaub„. Während man bei letzterer nämlich Zweifel hat, ob es sie längerfristig noch gibt, scheint man bei dem Atomkonzern völlig sicher zu sein, dass der auch in ein paar Jahrzehnten noch die Poeten sponsern kann.

Die Poeten? Was das für Poeten sein müssen, die sich erst auf Anfrage völlig überrascht zeigen, wer da ihre Gage bezahlt und die in diesem Wissen jetzt trotzdem kommen. Anyway! Hauptsache der Poet verkauft Bücher. Hauptsache Kultur, Hauptsache Erlangen! Dass sich der 1.FC Nürnberg übrigens von diesem Sponsor trennt, was sagt das dem „Kulturmenschen“? Wahrscheinlich: „Zu viele Kopfbälle mindern die Hirnleistung.“

Hier gehts zum Bericht über den Beschluss der Stadträte im Kulturausschuss.