Frankenröhre: Time to Say Goodbye


Nachdem sich jetzt alles wieder etwas beruhigt hat und „Bund Naturschutz“ langsam wieder aus dem hiesigen Schimpfwortschatz verschwindet, sollten die Besonnereren unter uns vielleicht doch noch einmal über unser Großprojekt Frankenschnellweg-Ausbau nachdenken. Immerhin hielten die sich auch einmal für so besonnen und verkündeten, ein Schicksal wie „Stuttgart 21“ oder der Flughafen Berlin werde der Ausbau des Frankenschnellwegs nicht erleiden. Das war allerdings im Jahr 2010 und nach den damaligen Prognosen wollte unser Oberbürgermeisters im Jahr 2017, also jetzt, die Frankenröhre eröffnen. Die Kosten wurden damals auf 299 Millionen geschätzt und bis 2017 wegen zu erwartender Preissteigerungen auf 390 Millionen hochgerechnet. Inzwischen liegt die Prognose bei 500 Millionen und angesichts der Streitigkeiten mit dem Bund Naturschutz, aber eben auch eigener Fehler, ist noch kein Termin für den Baubeginn in Sicht. Will heißen: Unser Großprojekt würde frühestens 2023 fertig, wahrscheinlich eher später. Sein Sinn dürfte sich dann den meisten Verkehrsteilnehmern kaum noch erschließen. Dabei geht es aber nicht um die auch vom BN befürchtete Zunahme des Verkehrs, eher im Gegenteil.
weiter lesen

Frankenschnellweg: Gestriges für übermorgen

RESSORT:  Anzeiger / Lokales DATUM:      05.11.15 FOTO:         Michael Matejka  MOTIV:  Stau am Frankenschnellweg / Blick von den Jansenbrücke nach Osten ANZAHL:    1 von 8 "Veröffentlichung nur nach vorheriger Vereinbarung" Seit rund 30 Jahren bosseln sie jetzt schon am kreuzungsfreien Ausbau des Frankenschnellwegs. Sogar CSU-Oberbürgermeister Ludwig Scholz hat damit schon Wahlkampf gemacht. Das lange Bosseln schadete insofern nichts, als sich Autoindustrie und Verkehrspolitik bei uns der Innovation weitgehend verweigerten. Doch selbst hier hält dann doch mitunter die Moderne Einzug und sofort wird deutlich, dass beim Frankenschnellweg das Gestern für übermorgen plant.
weiter lesen

Freie Fahrt statt freie Bildung

Foto: Roland  Fengler                   Motiv:      Unter Nürnbergs Dächer      Besuch der Stadtbibliothek     Datum:  12.03.2014
Nach dem Buß- und Bettag beginnen in Nürnberg die Haushaltsberatungen und ganz offenbar will man da gleich wieder mit Sündigen anfangen. Für die seit ein paar Jahren kostenlose Ausleihe in der Stadtbibliothek soll wieder eine Jahresgebühr eingeführt werden. Das sind zwar nur 15 Euro. Doch um den Betrag geht es gar nicht primär, sondern um ein falsches Signal.

Das sieht auch Agnetha Bischoff so. Sie war Personalrätin in der Stadtbibliothek bis sie 2008 in den Ruhestand ging. Jetzt startete sie eine Online-Petition gegen die Wiedereinführung der Grundgebühr. Da diese Petition in der Berichterstattung leider untergegangen ist, sprach ich mit der Initiatorin und reiche deren Erklärungen nach.
weiter lesen

Markus und die Kleingeister

HeimatministeriumklFinanzuminister Markus Söder möchte nicht nur Ministerpräsident in Bayern werden. Er greift auch immer wieder in die Kommunalpolitik seiner Heimatstadt ein. Seine Masche ist dabei: Mit kleinen Geschenken die weitgehend immer noch SPD-dominierte Stadtverwaltung als ein Haufen unromantischer Kniefiesler dastehen lassen. So lief das etwa bei der „Frankenröhre“, die inzwischen auf EU-Gerichtsebene und Umweltverträglichkeitsprüfungs-Fragen abgedriftet ist. Auch beim Sandstrand am Wöhrder See bediente er fränkische Urlaubsträume, während SÖR auf der Gänsekacke sitzengeblieben ist. Beim Flughafen sonnt sich Söder als Namensgeber im Ruhm Dürers, andere durften sich derweil mit den roten Zahlen beschäftigen. Dazu passt auch das hier angesiedelte Heimatministerium: Schöne Fassade, ein paar Schlagzeilen, aber nichts dahinter.

Jetzt kommt der Finanzminister als Weihnachtsmann für die gebeutelten Clubfans daher. Er will deren Traum von einem Max-Morlock-Stadion erfüllen. weiter lesen

Ned amol a gscheider Dunnel

quer
Ist Nürnberg nun verschlafen oder nicht? Nach der BR-Quer-Sendung kann man das auch nicht so richtig beantworten. Auf jeden Fall scheint Nürnberg irgendwie beinander zu sein. Also quer – und so passt Nürnberg schon mal gut zur Sendung.

Schuld an dieser Beinandrigkeit ist natürlich zuvorderst die SPD. Die regiert in Nürnberg seit dem Krieg. Mit einer kurzen Unterbrechung: Zwischen 1996 und 2002 stellte mit Ludwig Scholz die CSU den Oberbürgermeister. Vier Jahre vor dem Machtwechsel (der dann so richtig doch keiner war) hatte der Spiegel Nürnberg zur langweiligsten Großstadt Deutschlands gekürt. Der damalige SPD-OB Peter Schönlein sah sich offenbar in der Pflicht und versuchte mit allerlei Kurzweil wie Kulturmeilen oder Altstadtsperren den Negativtitel loszuwerden. Am Ende gewann jedoch nicht die Stadt, sondern Ludwig Scholz. Seitdem erstickt man bei der SPD alle Anwandlungen, Kurzweil zu schaffen, im Keim. Sowas hilft nur der CSU.

Die machte jetzt in Gestalt ihres Fraktionsvorsitzenden Sebastian Brehm einen neuerlichen Anlauf, den Machtwechsel vorzubereiten. Zum Verschlafenheitsvorwurf kam, das unterstrich Brehm in der Quer-Sendung: eine Vision, für die der Sozi bekanntlich zum Arzt geht. „I have a dream“, meinte Brehm sinngemäß. Und wovon träumt der CSU-Fraktionsvorsitzende? Davon:

YouTube Preview Image

weiter lesen

Die Alternative zur Frankenröhre ist bald fertig

hoefenerWer ein größeres Bauprojekt realisieren will, sollte die Medien meiden. Auf kleiner Flamme lässt sich besser betonieren.

Aktuell kann man das einerseits am Frankenschnellweg und andererseits an der Höfener Spange festmachen. Letztere galt lange Zeit als Alternative zum Ausbau des Frankenschnellwegs. Die gewiss nicht autofahrerfeindliche FDP hatte diese Verbindung zwischen A73 und Südwestangente (siehe Plan – zur Vergrößerung drauf klicken!) lange favorisiert, nicht zuletzt weil diese billiger zu bewerkstelligen war und das den Haushalt entlastete. Aber auch andere Kommunalpolitiker brachten immer wieder die Höfener Spange ins Gespräch.

Letztlich war es dann einer CSU-Basta-Politik geschuldet, dass die Alternative (scheinbar) beerdigt und nur noch der sündhaft teure Ausbau des Frankenschnellwegs verfolgt wurde.

Wer jedoch dachte, die Alternative sei damit vom Tisch, der irrte. Still und heimlich wurde die Höfener Spange weiter betrieben und soll noch in diesem Jahr fertig werden. weiter lesen

Grüne: Wir wollen doch nur mit den Großen kuscheln

Inzwischen hat Nürnberg einen neuen Stadtrat. Mit vielen (noch) frischen Gesichtern. Doch täuschen sollten wir uns deswegen nicht. Es bleibt alles beim Alten.

SPD-betreutes Kuscheln im Rathaus wird es weiter geben. Und alle spielen wieder mit. Mit 62 bzw 63 Stimmen (bei 70 Stadträten) wurden die beiden Bürgermeister Christian Vogel (SPD) und Klemens Gsell (CSU) gewählt. Vorbei ist es mit den CSU-Ankündigungen, sich deutlicher von der SPD-Kommunalpolitik abzugrenzen und eventuell sogar in die Opposition zu gehen. Vorbei ist es aber auch mit den grünen Träumen, einen Bürgermeister stellen zu können (was die Erlanger Kollegen immerhin geschafft haben). Alle wedeln sie wieder mit dem Maly und singen dessen (jetzt nicht unbedingt grundfalsches, aber an der Nürnberger Bräsigkeit halt nichts änderndes) Lied, es gehe um die Sache und Regierung und Opposition könne es im Rathaus nicht geben.

Um die Sache geht es nun auch noch in den noch andauernden Koalitionsverhandlungen. weiter lesen

Frankenschnellweg, war da was?

Manche Diskussionen kann man endlos führen und kommt nicht weiter. Das trifft wohl auch auf den Ausbau des Frankenschnellwegs zu. Nachdem die Regierung von Mittelfranken nun Grünes Licht gegeben hat, könnte man sagen: Baut halt den Scheiß, ihr werdet schon sehen, dass kein Goldklumpen draus wird!

Man könnte sich aber auch einfach auf die Siegerseite schlagen und ab sofort jegliche Kritik und diejenigen, die sie vorbringen, ignorieren. So praktizieren das offensichtlich einige Kollegen. Als Clubfan würde ich sowas als FC-Bayern-Syndrom bezeichnen.

Beispiele gefällig? Dann lest mal diesen zwangsgebührenfinanzierten Facebookbeitrag, in dem der BR-Franken eindeutig Position bezieht:

Oder fragt mal beim grünen Lamdtagskandidaten Markus Ganserer nach, der erst als Podiumsteilnehmer des gestrigen „Stadtgesprächs“ zum Frankenschnellweg angekündigt war und dann kurz vor der Veranstaltung erfuhr, er dürfe doch nicht am Podium Platz nehmen. „So etwas habe ich in meinen 15 Jahren ehrenamtlichen Engagement noch nicht erlebt“, schimpfte Ganserer..

Wie schon Marianne Rosenberg sagt: „Nur Sieger steh´n im Licht“. Wobei sogar die im Dunkeln stehen, wenn die GEMA ihnen den Hahn abdreht.

Höffner verbindet Städte

Es ist halt immer zweierlei, ob man von einem Bauvorhaben nur liest und die Pläne anschaut oder ob man das dann in der Realität sieht. Wer zurzeit auf dem Frankenschnellweg zwischen Fürth und Erlangen unterwegs ist, der traut jedenfalls seinen Augen kaum: WAS BITTE SOLL DIE SCHEISSE? Da wird praktisch die gesamte Freifläche zwischen Fürth und Erlangen zubetoniert. Da wachsen zwei Städte zusammen und das alles wegen eines Möbelhauses, das keiner braucht.

Nun gut, es gibt auch noch ein Teppichgeschäft und einen Baumarkt und wahrscheinlich kommt dann auch noch etliches an Billigheimertum nach, denn das Monstrum bekommt schließlich noch eine eigene Autobahnauffahrt. Die zahlen zwar nicht wir mit unserem Geld, denn wir brauchen sie schließlich nicht. Das Möbelhaus Höffner gönnt sich die. weiter lesen

Mit Nichtstun zum Städtetagschef

Noch klopft sie sehr zaghaft an, die Kritik an Oberbürgermeister Ulrich Maly. Gerade mal eine Woche fristeten ein paar Plakate der Nürnberger Jungen Union ihr unauffälliges Dasein im Nürnberger Stadtgebiet. „Nürnbergs rote Politik: einMALYg schlecht“ und „Genug von miniMALYstischer Politik“ stand drauf. Malys Wahl zum Präsidenten des Deutschen Städtetags wird man so wohl nicht verhindern.

Der Nürnberger JU-Vorsitzende Matthias Bauer hat das wohl auch gar nicht im Sinn, er erläutert die Plakatslogans wie folgt:

„Die knappen elf Jahre Amtszeit von Maly stehen für viele ungenutzte Chancen. In allen kritischen Punkten weicht unser Oberbürgermeister aus, anstatt klar Stellung zu beziehen.“ Als Beispiele hierfür nennt Bauer etwa die Nordanbindung des Flughafens, das Hinauszögern des Ausbaus des Frankenschnellwegs oder die mangelnde Positionierung bei einer geplanten Stadt-Umland-Bahn. Die Plakatmotive … sollen den Nürnbergern vor Augen halten, dass ihr Oberbürgermeister bei wichtigen Fragen lieber davonläuft, als sich um die Probleme der Stadt zu kümmern.“

Wahrscheinlich hält sich der Unionsnachwuchs trotzdem für extrem mutig, weil er das Denkmal Maly anpinkelt und es so seinen lieber mit der SPD kungelnden Alt-CSUlern zeigt. Aber knapp zu spät ist auch zu spät und minimalistische Politik ist längst kein Alleinstellungsmerkmal der SPD. weiter lesen