Wie User Nürnberg sehen

Das Spiegel-Jugendmagazin Bento hat gerade eine Städteanalyse anhand von Google-Suchanfragen erstellt. Nürnberg ist nicht dabei. Zu klein? Zu unbedeutend? Zu langweilig? Egal! Für euch bin ich in die Bresche gesprungen und habe das Versäumte nachgeholt.

Bekanntlich gibt es bei der Google-Suche eine Autocomplete-Funktion, die einem unnötiges Tippen ersparen soll. Dabei wird nach der Suchhäufigkeit vervollständigt. Über die Vorschläge erfährt man, was die Nutzer über einen Suchbegriff denken, womit sie ihn verbinden, welche Vorurteile darüber kursieren und welche Fragen am häufigsten auftauchen.
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Sogar Google hält das Derby für relevant

Wer heute die Lokalblätter aufschlägt, erkennt recht schnell: Am Derby zwischen dem Club und diesem anderen Verein aus der Nachbarschaft besteht ein öffentliches Interesse. Das weiß sogar der wohl mächtigste Konzern der Welt: Google. Doch nicht nur das. Er erachtet es für die Welt sogar als relevant, ob jemand zu den einen oder zu den anderen hält.

Vor zwei Monaten reagierte Google auf eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes. Um das „Recht auf Vergessen“ umzusetzen, durften Löschanträge gestellt werden. Da ich damals mit meinem Verein mal wieder extrem haderte und sogar drauf und dran war, meine Fußballfankarriere an den Nagel zu hängen, betrieb ich Frustabbau per Löschantrag.

Körper- und Geisteshaltung in diesem Beitrag schienen mir zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ganz angebracht, weshalb ich diesen nicht bei meiner Namenssuche erwähnt wissen wollte.

Jetzt teilte mir Google rechtzeitig zum heute Abend stattfindenden Derby seine – von wem, nach welchen Kriterien? – getroffene Entscheidung mit. Obwohl der Mehrzahl der Anträge bislang stattgegeben wurde, wurde meiner abgelehnt. Mit folgender Begründung:

„Sehr geehrter Herr Viebig,

vielen Dank für Ihre Anfrage…

Nach einer Abwägung der uns bekannten Umstände sind wir zu dem Schluss gekommen, dass die Anzeige des/der von Ihnen beanstandeten Nachrichtenartikel(s) in den Suchergebnissen von Google derzeit relevant ist und daran nach wie vor ein überwiegendes öffentliches Interesse besteht…

Ich nehme mal zu Googles Gunsten an, dass Journalisten-Verbindungen, die eine unabhängige Berichterstattung beeinträchtigen, eine Relevanz für die Öffentlichkeit besitzen. Insofern beuge ich mich dem Urteil und werde – anders als zwei Kollegen von der „Zeit“ – mich nicht noch mehr zum Affen machen.

YouTube Preview Image

Bing und die Franken

Es ist selten, dass Franken mal für irgendetwas Vorreiter ist. Und wenn doch, dann ist das verdächtig. Dass Microsoft Streetside jetzt mit seinen Fassadenaufnahmen in Nürnberg beginnt, ist daher seltsam. Vielleicht dachte man, die sind blöd genug und machen für uns ein bisschen Werbung. Schließlich kann Microsoft die brauchen: Computeruser kommen nämlich mittlerweile auch ohne deren Produkte aus und von Bing haben viele auch noch nichts gehört.

Die fränkischen Medienvertreter waren dann auch brav vor Ort um das Auto (angeblich sind derzeit nur zwei funktionstüchtig) abzulichten.

Von innen…

…und von außen.

Am nettesten finde ich, dass die Microsoft-Leute behauptet haben, die fränkischen Passanten würden ihnen immer zuwinken und ihre Software würde erkennen, wenn Menschen „in verfänglichen Situationen“ seien und sie dann verpixeln. Bei Google winkten die Leute noch anders und verpixelt wurde auch erst, als sich Bloßgestellte beschwert hatten. Wer das glaubt, ist wirklich blöd.

(Die Fotos sind übrigens von Hagen Gerullis)

Adventskalender: Fassade #24

In Nürnberg, man glaubt es nicht, gibt es auch landschaftlich schöne Bergstrecken. Die sind sogar mit StreetView recht reizvoll. Man beginnt am Tiergarten und kurvt durch den dunklen Wald den Schmausenbuck hoch. Immer wieder spitzt die Sonne durch das Laub…
schmausenb
…und wenn man am Ende der Straße (aber auch am Ende Nürnbergs und unserer weihnachtlichen StreetView-Tour) angelangt ist, wartet – nein, nicht das Christkind – sondern eine Gruppe von Bikern, die sich am Löwensaal von der anstrengenden Passfahrt erholt:
löwensaal