Mut wird wählbar

Vergangene Woche hatte ich hier verkündet, dass die unter „Zeit zu handeln“ firmierende Partei der Ex-Grünen Claudia Stamm einen Namen hat. Nennen kann ich ihn erst jetzt: mut.

mut steht neben der eigentlichen Wortbedeutung auch für mitbestimmen, umsteuern, teilen.

Das Programm ist hier zu finden

Darin heißt es unter anderem:
weiter lesen

Die AfD setzt auf ein neues Thema


Die Bundestagswahl ist zwar erst am 24. September. Trotzdem hängen in Nürnberg bereits die ersten Plakate. Von der AfD. Und natürlich kommt gleich der Reflex: Dürfen die das?

Ja, sie dürfen. Die zahlen nämlich dafür und dann ist das „normale“ Werbung und eine willkommene Einnahme für die jetzt nicht gerade finanzstarke Stadt Nürnberg.

Willkommen ist der AfD dann umgekehrt auch jener oben genannte Reflex. Mit dem geht sie gerade massiv hausieren. Nicht nur, dass sie sich damit als armes Opfer stilisieren kann, sie hat auch wieder was zu posten und kann Aufmerksamkeit generieren. Zum gerade aktuellen Thema Trump ist ihr nämlich bislang wenig eingefallen. weiter lesen

Wo Europa draufsteht, ist Unlust drin

Die Hälfte der Deutschen hält die Europawahl angeblich für unwichtig. Blöderweise sind bei dieser Hälfte ganz offenbar auch die Plakataufsteller derjenigen Parteien dabei, die behaupten für Europa zu sein. Seit dem 12. April darf nämlich für die Europawahl plakatiert werden. Bei den letzten Wahlen standen zum Startzeitpunkt ganze Kohorten von Parteihelfern und lieferten sich einen erbitterten Kampf um die besten Plätze. Diesmal waren offenbar zunächst nur die AfD und die ÖDP unterwegs. Tagelang bestimmten deren Plakate das Stadtbild. Inzwischen mischt sich da manchmal ein – gar nicht zur Wahl stehender – Horst Seehofer darunter, auch Martin Schulz wurde schon gesichtet.

Doch die Lustlosigkeit ist praktisch greifbar. weiter lesen

Wer verprellt die Klassikfreunde? Die CSU!

Da hat der Bayerische Rundfunk schon einmal einen erfolgreichen Nischensender und dann will er den aus dem frei empfangbaren UKW-Kanal ins digitale Abseits befördern. Bei den – zugegebenermaßen zahlenmäßig überschaubaren – Hörern von BR-Klassik gibt es deshalb einen Aufschrei. Online-Petitionen werden gestartet, die Freunde in den Feuilletons geweckt, sogar der Blogger für das Reiche und Schöne nimmt sich des Themas an.

Im Mai wird der Rundfunkrat über die Zukunft von BR Klassik und das stattdessen geplante Jugendprogramm „Puls“ (war nicht schon Bayern 2 und Bayern 3 als Jugendprogramm gestartet und was wird dann in 15 Jahren verschwinden, wenn die Puls-Macher in die Jahre gekommen sind?) befinden. Es gäbe auch noch einen anderen Grund sich mit dem Rundfunkrat zu beschäftigen: das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum ZDF-Staatsvertrag. 40 Prozent staatliche oder staatsnahe Vertreter in dem Gremium seien zu viel. Das dürfte nicht nur fürs ZDF gelten.

Aber zurück zu unseren Klassikfreunden, meist älteren, gesetzteren Leuten, die gar nicht wissen, wo sie ein Digitalradio herbekommen sollen, die aber vielleicht auch nicht wissen, wer ihnen jetzt diese Gemeinheit einbrockt.

Um dies aufzuklären, sollten wir uns die Bestzung im Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks näher ansehen. weiter lesen

Kim-Jong-un und Franken

Wir machen uns gerne über solche Meldungen lustig und denken, Nordkorea ist weit. Doch auch in der fränkischen Pampa gibt es sie, die Kim-Jong-uns. Auch da kann man am Sonntag ins Wahllokal gehen und feststellen, dass man zwar ein Lokal, aber keine Wahl hat.

Die SPD hat sich aus dem Land inzwischen weitgehend zurückgezogen. In vielen Gemeinden tritt sie überhaupt nicht mehr an. FDP, Grüne oder Linke haben es sowieso kaum auf die Dörfer geschafft. Oft hat der Landbewohner dann nur die Wahl zwischen CSU und Freien Wählern.

Bei den Bürgermeistern sieht es noch schlimmer aus. In Orten wie Gremsdorf, Mühlhausen oder Vestenbergsgreuth (remember!) steht nur noch ein Kandidat auf dem Stimmzettel. Der Politik scheint das Personal auszugehen. Und auf dem Land kandidieren so fast nur noch diejenigen, die sich persönliche Vorteile von einem Bürgermeisteramt oder einem Gemeindratssitz erhoffen.