Die Polizei und der Twitter-Alltag

Bei den sozialen Netzwerken ist es mittlerweile fast wie bei den Zeitungen: Es muss auch publiziert werden, wenn nichts passiert ist. Dabei gäbe es durchaus Beispiele, es anders zu machen, wie etwa das Alarmsystem Katwarn.

Die Polizei Mittelfranken geht dennoch den anderen Weg. Seit zwei Wochen sind dort drei Mitarbeiter für die Veröffentlichungen auf Facebook und Twitter zuständig. Anders als unsereins bekam das Polizeipräsidium für seine Social-Media-Aktivitäten auch kostenlose Starthilfe. Funk und Fernsehen berichteten groß, die beiden örtlichen Zeitungen meldeten das Ereignis sogar auf ihren „Schürzen“ (das sind die mit mehr oder weniger gelungenen, täglich wechselnden Schlagzeilen bedruckten Plakate auf den stummen Verkäufern). Mehr Werbung geht kaum.
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Neonazi lobt die Nürnberger Polizei

Im Zusammenhang mit der NSU-Mordserie hackt alles auf der Nürnberger Polizei herum. Doch die bekommt jetzt Unterstützung. Eine Unterstützung, die ihr aber möglicherweise peinlich sein dürfte.

Der inzwischen in Bayreuth (nein nicht im Bezirkskrankenhaus, sondern in der Justizvollzugsanstalt) einsitzende Neonazi Gerhard Ittner bricht jetzt nämlich nicht nur sein Schweigen, sondern auch eine Lanze für die Nürnberger Kripo. In einer von seiner Verlobten verbreiteten Rundmail an hiesige Medien schreibt er: weiter lesen

Beamte im Knüppelrausch?

Camcorder werden immer günstiger, daher kann sich nicht nur die Polizei welche leisten. So wird dann aber auch nicht nur Fehlverhalten der Nichtuniformierten dokumentiert, sondern auch umgekehrt. Dies beweist dieser inzwischen bei YouTube veröffentlichte Film von den Geschehnissen am Rande der Nazi-Demo am 1. Mai in Nürnberg. Interessant wird es ab Minute 2.30, wo Beamte auf bereits am Boden liegende Gegendemonstranten einknüppeln:

YouTube Preview Image

Falsches Rot: Strafanzeige!

Das SPD-Haus, das die Bahnreisenden kurz vor Nürnberg immer mit seinem altertümlichen Charme darauf hinweist, dass man gleich in einer ehemals roten Arbeiterstadt aussteigt, heißt im Volksmund auch: das rote Haus, weil es – wie sollte es anders sein – rot gestrichen ist. Offiziell heißt es nach dem Arbeiterdichter Karl-Bröger „Karl-Bröger-Haus“.

Dies wurde nun von Unbekannten mit roter Farbe „verschmutzt“. Muss wohl das falsche Rot gewesen sein und auf falsche Rottöne reagiert die SPD bekanntlich allergischer als auf Grün, Schwarz oder Gelb.

Hier der vollständige Polizeibericht:

In der Nacht von Montag auf Dienstag beschädigten Unbekannte die Fassade des Karl-Bröger-Hauses. Passanten hatten am Dienstagmorgen gegen 05.30 Uhr die Polizei davon verständigt, dass die Fassade des Karl-Bröger-Hauses mit Farbe beschmiert worden sei. Die aufnehmenden Beamten stellten fest, dass Unbekannte in der Nacht fünf mit roter Farbe gefüllte Glasflaschen gegen die Hauswand und Fenster des Gebäudes geworfen hatten. Da die Flaschen beim Aufprall barsten, wurde die Fassade mit roter Farbe verschmutzt. Außerdem gingen die Scheiben der Glaseingangstüre dabei zu Bruch. Der entstandene Sachschaden liegt bei 2.000 Euro. Hinweise auf die Täter liegen nicht vor. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Club-Fans stehen Spielern in nix nach

Diese Polizeimeldung von heute zeigt, dass unsere Clubfans leider auch nicht die Hellsten sind und den FCN-Angestellten, bei denen es (mein bescheidener Beitrag zur Fehleranalyse) vor allem an (Spiel-)Intelligenz mangelt, in nichts nachstehen:

Ein 20-jähriger Fürther wurde am vergangenen Samstag Opfer zweier unbekannter Männer. Das Duo entwendete ihm unter Gewaltandrohung einen Fanschal.

    Gegen 20 Uhr befand sich der Geschädigte auf dem Nachhauseweg in der Ulmenstraße in Nürnberg, als ihn die beiden Unbekannten auf dem Gehweg überholten. Plötzlich stellte sich ihm einer in den Weg. Mit den Worten „In Nürnberg trägt man keinen Dortmund-Schal“ und gleichzeitiger Androhung von Schlägen forderte der Mann die Herausgabe des Fan-Schals. Daraufhin händigte ihm der verängstigte 20-Jährige das Teil aus. Die Täter flüchteten anschließend Richtung Vogelweiherstraße. Eine sofort eingeleitete Fahndung blieb ohne Erfolg.

    Beschreibung:

    Wortführer: ca. 19 – 23 Jahre alt, ca. 175 cm groß, kurze Haare, dunkles Baseballcap, dunkle, dicke Jacke, dunkle Jeans, Sportschuhe, sprach fränkischen Dialekt. Nach Angaben des Geschädigten hatte der Täter leicht asiatisches Aussehen.

    Komplize: ca. 19 – 23 Jahre alt, ca. 185 cm groß, hellbraune, kurze Haare, sehr helle Haut, auffallend abstehende Ohren.

Wobei, dass ein Fürther mit einem BVB-Schal rumrennt, sagt doch auch alles.

Die Polizei simst

Wie erfährt ein Journalist von einem Unfall oder von einem Großfeuer?

Mancher denkt vielleicht: Der hört halt den Polizeifunk ab.

Doch das war einmal.

Inzwischen benutzt die Polizei modernere Technik, um Presse, Rundfunk und TV zu informieren. Bis vor Kurzem mussten die Medienvertreter einen so genannten „Piepser“ erwerben, auf dem dann eine kurze Meldung auf dem Display erschien. „In Unterasbach brennt einen Scheune. Polizei und Feuerwehr vorort!“ stand dann da drauf, und irgend eine arme Sau von Journalist, der zwar für Oberasbach, nicht aber für Unterasbach zuständig war, rumpelte wegen des lauten Piepstons aus der Tiefschlafphase, tastete nach dem Gerät, las die Meldung, legte sich wieder hin und konnte stundenlang nicht mehr einschlafen, weil er dauernd an arme, brennende Schweine denken musste.

Die Zeiten sind inzwischen auch vorbei. Vor rund zwei Jahren hat die Polizei nämlich entdeckt, dass es auch SMS gibt. Seitdem werden die Meldungen aufs Handy geschickt. Da man davon ausgeht, dass die Journalisten ohnehin ein Handy besitzen, steht die Polizei nun auch nicht mehr so unter Druck, die Ausgabe für die Hardware zu rechtfertigen. Die Meldungen wurden seitdem seltener.

Das könnte aber auch andere Gründe haben. In den letzten Tagen ratterten SMSen manchmal im Minutentakt. Doch weder brannte es in Unter- noch in Oberasbach. Es waren Test-Sendungen zur Überprüfung des Systems.

Seit etlichen Tagen geht das nun schon so.

Es ist nicht so einfach, das simsen. Auch für Polizisten nicht.

Aber andererseits hat dieses, offenbar bislang erfolglose, Dauertesten auch etwas Beruhigendes: Wenn die Polizei genauso Vorratsdaten speichert, wie sie SMS verschickt, dann braucht man sich keine allzu großen Sorgen machen.