Wenn Schüler in Uralttechnik investieren

Sollte man Schülern die Sütterlinschrift beibringen? Den Umgang mit Faxgeräten? Das Kleben von Tonbändern? Keine Frage: Das bringt nichts. Das braucht niemand. Jetzt nicht und in Zukunft schon gleich gar nicht.

Allerdings, auch Taschenrechner sind mittlerweile überflüssig. Entsprechende Apps sind auf den Handys teilweise schon vorinstalliert, teilweise kann man sie sich kostenlos herunterladen. Trotzdem müssen sich die Schüler (zahlen dürften aber wohl meistens die Eltern) die technisch überalterten Kleingeräte kaufen. Inzwischen sind die Schüler wohl auch der einzige Grund, warum die mehr als 100 Euro teuren Dinger von den beiden verbliebenen Anbietern Texas Instruments und Casio überhaupt noch vertrieben werden.
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Obacht, Dürerschüler!

Wer ans Nürnberger Dürer-Gymnasium geht, der ist Kummer gewöhnt. Da flüchten schon einmal Häftlinge während der Pause über den Schulhof, da muss man sogar einen nicht wiedergewählten Oberbürgermeister als Rektor ertragen… Deshalb, so dachte sich wohl ein Nürnberger Autofahrer, braucht es vor dem Dürer-Gymnasium auch keine Geschwindigkeitsbeschränkung. Der Mann klagte dagegen und fühlte sich dabei auch durch die Regierung von Mittelfranken bestätigt, die schon seit Jahren gegen eine verkehrspolitische Verzärtelung der Schulkinder anregiert. Sie hatte die Stadt Nürnberg im Sommer in ihre Schranken verwiesen, als sie meinte, generell vor Schulen Tempo 30 einführen zu können.

Jetzt hat das Verwaltungsgericht in Ansbach der ebendort angesiedelten Regierung aber vors Schienbein getreten. Es hat der Stadt bescheinigt, odrnungsgemäß gehandelt zu haben. Und nicht nur das: Die Geschwindigkeitsbegrenzung gilt auch in der Ferien.

Hier die Erklärung des Verwaltungsgerichts:
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Wer Obst isst, bekommt eine Matschbirne

Manchmal wäre es schön, wenn die Leute einfach nur ihre Hausaufgaben machen würden, anstatt sich um Dinge zu kümmern, die sie eher am Rande etwas angehen.

Nehmen wir zum Beispiel die Schulen. Wenn die ihren Bildungsauftrag updaten würden, dann wäre schon viel geholfen. Wenn sich die Schulverantwortlichen zum Beispiel damit auseinandersetzen könnten! Aber was machen sie?

Sie beschäftigen sich mit Obst.

Nicht dass ich dagegen wäre, dass sich die Kleinen besser ernähren und ab und zu mal einen Apfel oder eine Ananas essen. Aber sorry, wenn jemand meint, die Botschaft „Früchte sind gesünder als Hamburger“ sei noch nicht überall angekommen, weshalb man Programme auflegen und massiv deren Umsetzung verfolgen müsse, dann darf ich doch mal fragen, ob es nicht vielleicht an den Botschaftern liegt. Vielleicht vermitteln die ja den Eindruck, dass man vom Obst essen eine Matschbirne bekommt (wohingegen man von Matschhamburgern noch nie was gehört hat). Jedenfalls verstehe ich jeden, der von schulpolitischen Sprechern, die solche Stadtratsanfragen verschicken, keine Essensratschläge annimmt.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

im Dezember 2009 haben wir um einen Bericht gebeten, welche Schulen in Nürnberg an dem
von der EU geförderten Schulobstprogramm teilnehmen. In diesem Bericht wurde das Verfahren
als zu aufwändig dargestellt. Im Ergebnis bedeutet dies, dass das Programm und die damit
verbunden Zuschüsse nicht in Anspruch genommen werden. Im Oktober und November 2010
konnten wir nun der Presse entnehmen: „Schulfruchtprogramm in Bayern boomt“ und „Schub für
das bayerische Schulfruchtprogramm“.

In Nürnberger Grundschulen gibt es viele Projekte zur Gesundheit mit Schwerpunkt Bewegung
und/oder Ernährung. Voraussetzung für die Teilnahme am Schulfruchtprogramm ist ja auch die
Teilnahme an „Voll in Form“. Eine Ergänzung mit finanziell geförderten Programmen scheint
sinnvoll.

Wir bitten um Beantwortung folgender Fragen im zuständigen Ausschuss:
1. Gibt es Grundschulen in Nürnberg, die im Rahmen der Gesundheitserziehung Obst und
Gemüse an die Schülerinnen und Schüler ausgeben und wenn ja, wie wird dies finanziell
angerechnet? Werden z.B. Elternbeiträge erhoben?
2. Welche Grundschulen nehmen an dem Programm „Voll in Form“ teil?
3. Gibt es mittlerweile Grundschulen, die am Schulfruchtprogramm teilnehmen?
4. Wenn nein, welche Hürden gibt es und wie führen Schulen in anderen Kommunen/
Gemeinden das Programm durch?

Mit freundlichen Grüßen
Elke Leo
Stadträtin

…und hier noch das passende Symbolbild zu solch grüner Schulpolitik:

Auch das Rathaus ist ein Depp

Am Freitag trifft sich erstmals der neu gewählte Nürnberger Stadtrat und sitzt; für insgesamt sechs Jahre. 70 Leute sitzen da und erhalten dafür Geld, das folglich Sitzungsgeld heißt. Manche sitzen schon ihr ganzes Leben lang drin und haben das Ruhestandsalter weit überschritten. Denn für Geld sitzen, das kann man auch noch, wenns zum normalen Brotberuf nicht mehr langt (wobei es auch bei manchen Jungen dazu nicht reicht).

Geh nicht so hart mit denen ins Gericht, das sind schließlich unsere gewählten Volksvertreter, wird jetzt vielleicht irgendwer einwenden.

Dem möchte ich allerdings entgegenhalten, dass die Einschätzung, die diejenigen, die seit Jahren mit diesen gewählten Volksvertretern zu tun haben (Stadtverwaltung, Aufsichtsräte der städtischen Töchter etc.), auch keine andere ist. Gleich für die erste Sitzung, wo sich die Stadträte eigentlich auf „Beschnuppern“, „Neue-Klamotten-Präsentieren“ und „Prosecco-Trinken“ eingestellt haben, wird ihnen ein Tagesordnungspunkt untergejubelt, der die Überschrift „Tariffortbildung 2009“ trägt.

Na, wird da der frisch gekürte Stadtrat sagen, wo Fortbildung drauf steht, kann doch nichts Böses drinnen sein. Flugs hebt er sein Händchen, weil einige derjenigen, die diese Fortbildung mit veranstalten (Aufsichtsrat Maly, Aufsichtsrat Fischer…), ebenfalls ihr Händchen heben. Aber damit ist er schon in die Falle getappt ehe seine Volksvertreterkarriere richtig begonnen hat. Die „Fortbildung“ bedeutet nämlich nichts anderes, als dass die VAG-Fahrpreise erneut erhöht werden, diesmal um 2,9 Prozent. Tja, ihr Stadträte, da habt ihr nur die Chance, entweder in der Ecke für liebe Deppen oder in der für notorische Querulanten zu landen. Viel Spaß beim sechs Jahre langen Zurückrudern kann man da nur wünschen.

Dass diejenigen, die den Stadtrat immer noch brauchen, um nicht vom Fluß des öffentlichen Geldes abgeschnitten zu werden, den Wähler auch nicht für intelligenter halten als die von ihm gewählten 70 Volksvertreter, beweist wiederum die geplante Besetzung der Regierungsbank. Natürlich wird der als CSU-OB-Kandidat durchgefallene Klemens Gsell jetzt Bildungsbürgermeister. Das schafft der Tausendsassa genauso, wie er zuvor schon alles geschafft hat: Fraktionsvorsitz, Umweltreferent, Wahl gegen Maly verlieren, CSU-Fraktion personalbereinigen etc. pp. Dass er gelernter Finanzjurist ist, hat weder der Nürnberger Umwelt geschadet, noch wird es jetzt den Nürnberger Schülern schaden. Ist alles eh Wurscht. Und dass viele schon vor der Wahl gesagt haben, das wird so kommen, ist genauso egal. Denen wird man sagen: das ist halt die Politik mit ihren Sachzwängen….und, mal ehrlich: Hätten Sie vielleicht die Regitz gewollt?

Dafür werden die 68 Nürnberger Sitzungsgeldempfänger die nächsten sechs Jahre ganz hervorragend und aufrecht die beiden rechtsradikalen Fossile ausgrenzen und sich für ihren antifaschistischen Kampf gegenseitig auf die Schulter klopfen. Genauso werden sie dann gemeinsam und aufrecht jammern, wie schlimm es doch sei, wenn sich in sechs Jahren diese Rechtsradikalen nicht mehr zu zweit sondern zu dritt oder viert in den Stadtrat einziehen.

Dabei müssten sie doch eigentlich nur folgenden Grundsatz beherzigen: Zu offensichtliche Doofheit führt dazu, dass andere Doofe denken: Das kann ich auch.

Noten für die Schule

Noch liefert die Suche für Nürnberger, Erlanger oder Fürther Postleitzahlen keine Ergebnisse. Aber das könnte sich schnell ändern, und dann werden sie wieder aufheulen, die Lehrer, Direktoren und Kultusbeamten. Genau wie bei Spickmich.

Die Betreiber von Spickmich, Tino Keller, Manuel Weisbrod und Philipp Weidenhiller aus Köln, haben jetzt nämlich ein neues Projekt gestartet: schulradar.de. Dort sollen nicht nur die Lehrer, sondern die Schulen insgesamt Noten erhalten. Kriterien sind: Individuelle Förderung, Gebäude/Ausstattung, Lehrkräfte, Schulleitung, Unterrichtsbegleitende Aktivitäten und Schulklima. Eltern sollen so besser entscheiden können, welche Schule die Richtige für ihr Kind ist.

Der Gedanke ist gut, jetzt müsste halt nur der entsprechender Inhalt her. Nach Münsterschwarzach oder Eichstätt dürfte kein Nürnberger sein Kind schicken.

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