Kein Raum für den Baum


Auf der einen Seite wird Nürnberg regelmäßig von Umweltverbänden getadelt, weil es zu wenig Straßenbäume hat. Auf der anderen Seite demonstriert SÖR seit Wochen an prominenter Stelle, warum die Baumhaltung in Nürnberg zumindest problematisch ist.

An der Südseite der Lorenzkirche hat einer der beiden Bäume, die sogar mit einer eigenen Rundbank versehen wurden, im vergangenen Jahr schlapp gemacht. Lange Zeit stand die Bank einsam um den abgesägten Baumstumpf (Bild oben). Für manchen symbolisierte sie das Kreisen um unsere Werte, für andere korrespondierte sie mit den Sitzbänken, die die Gemeinde St.Lorenz zeitweise vor die Kirche gestellt hatte. Irgendwer hat dann wohl ein Machtwort gesprochen und veranlasst, dass da wieder ein Baum zur Bank muss.
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Das Nürnberger Durchschnittsgrün

johanniszwei
Im Nürnberger Stadtteil Johannis gibt es eine kleine Grünfläche, die so vor sich hinwuchert und eigentlich nicht der Rede wert wäre. Dank einer Anfrage der grünen Stadtratsfraktion wissen wir jetzt allerdings: Sie markiert einen Mittelpunkt. Die Pflege, so ließ die Stadtverwaltung die Grünen wissen, „entspricht dem durchschnittlichen Pflegezustand aller Begleitgrünflächen“.

Die Grünen verweisen zudem darauf, dass die Grünfläche ganz nahe am von Touristen frequentierten Johannisfriedhof liegt und bei denen daher ein ungutes Bild der Stadt hängen bleiben könnte. Insofern sei hier Durchschnitt eventuell zu wenig. weiter lesen

Wer übers Meer kam, sollte schwimmen können

vogelscs
Vor Weihnachten wird gerne Gutes getan und noch lieber darüber geredet. Erst recht, wenn man damit „starke Signale“ in Sachen Willkommenskultur setzen kann.

In einer unserer Landausgaben war heute beispielsweise ein alter Twingo abgeblidet, den jemand zum „Flüchtlingstransport“ gespendet hat. Nicht abgedruckt haben die Kollegen freilich jenes Ereignis, für das sich unser Bürgermeister extra mit den SÖR-Chefs, dem Präsidenten des Langwasserbades und einem Rettungsring hat ablichten lassen (Screenshot links). So hat unser Bürgermeister, der auf Facebook recht rührig ist, die gute Tat dort selbst verbreitet (pflichtschuldig geliked von parteieigenen Jubelpersern). Die vier Herren haben nämlich unter der Überschrift „Freude schenken“ fünf Schwimmkurse (für jeweils zehn Flüchtline) kredenzt.

Kann man machen. Auch ohne Brimborium.

Ins Grübeln brachte mich dann allerdings die Begründung, die Christian Vogel auf seiner Facebookseite für die gute Tat anführte:

Obwohl die meisten Asylsuchenden übers Meer zu uns kommen, können nur wenige von ihnen schwimmen.

Wer will für 450 Euro Gänse beunruhigen?

xSo werden in Nürnberg Probleme gelöst! Vor einem Jahr kredenzte (es standen Wahlen an) der Nürnberger CSU-Politiker Markus Söder dem Wöhrder See einen Strand. Immerhin 15 Millionen wurden vom Freistaat in die Aufpeppung des Sees gesteckt. Doch dummerweise ist der trotzdem nicht badetauglich und wird von Vögeln okkupiert. Diese Vögel haben zudem keinerlei Respekt vor dem massiven Steuergeldereinsatz des Freistaats und scheißen sogar noch drauf.

Zur Problembehebung hatte Finanzminister Söder auch gleich den Zuständigen ausgemacht: SÖR. Dieser Servicebetrieb ist in Nürnberg sowieso für jede Scheiße verantwortlich. Doch blöderweise hat SÖR und die dahinter steckende Stadt Nürnberg die Zuständigkeit glaubhaft widerlegen können. Sogar der Landesbund für Vogelschutz („Mitvögeln!“) mischte sich ein und meinte, das mit den Vogelkot hätte man sich eigentlich denken können. weiter lesen

Bekommt Nürnberg Pfandringe?

xIn der Bildzeitung war gar von „Mülleimern der Nächstenliebe“ die Rede. Die Piraten sprechen lieber von Behältern der Menschenwürde. Ich würde die Pfandringe gerne etwas tiefer hängen. Die Bezeichnung – „Mischung aus Mülleimer und Getränkekiste“ reicht erst einmal auch.

Pfandringe sind derzeit angesagt. Es gibt kaum ein deutsches Rathaus, das sich nicht damit beschäftigt bzw. beschäftigen muss. Dazu haben auch Getränkehersteller beigetragen, die offen den Slogan „Pfand gehört daneben“ propagieren.

Anderenorts hat man schon reagiert. In Bamberg wurden Pfandringe bereits angebracht. Dort wurden sie von Bürgern angeregt. Gerne werden sie auch von kommunalen Piraten beantragt. In Nürnberg besorgte das die CSU. Genauer gesagt deren Stadtrat Marcus König. Vor seinem Innenstadtbüro habe er regelmäßig Leute beobachtet, die im Müll nach Pfandflaschen wühlen. Da würden solche Stahlmanschetten um die öffentlichen Abfallbehälter die Situation für die Flaschensammler, aber auch für das Stadtbild verbessern. weiter lesen

Hauptsache, es ist eine App!

Darüber, dass die Stadt Nürnberg es nicht schafft, eine eigene App zu entwickeln, habe ich mich hier mehrfach beklagt (zuletzt im Januar 2012). Inzwischen hat sich was getan. Ausgerechnet der hier auch nicht unbedingt hochgejubelte Servicebetrieb öffentlicher Raum (SÖR) will sich nun mit einer Dreck-weg-App an die Spitze der kommunalen App-Anbieter katapultieren.

Die Dreck-weg-App soll es Smartphonebesitzern ermöglichen, überall dort, wo sie was stört, SÖR eine Bitte um Abhilfe zu übermitteln. Via App kann dann gleich ein Foto und der genaue Standort mitgeschickt werden. Das geht natürlich mit einer App sehr viel besser als per Telefon oder irgendwie schriftlich.

So weit, so gut! Dass SÖR nicht hört, daran ändert leider auch die App nicht. Schon jetzt reicht das Personal nicht, um allen Anfragen nachzukommen. Per Telefon erreicht man schon Freitagmittag niemanden mehr. Dieses Manko fällt bei Appbenutzung freilich nicht so auf. Deswegen haben angesichts der Meldung zur Dreck-weg-App viele moniert, dass da gleichzeitig auch was auf der Umsetzungsseite getan werden müsste.

Es gibt aber anderes an der neuen App zu kritisieren. Nachdem ich die Vorlage für den Stadtratsausschuss gelesen hatte, dachte ich erst: Wie dreist wird da denn die Angst unserer Bürgervertreter benutzt, die eigene Unkenntnis bloßzustellen? weiter lesen

Machtlos gegen Guerilla-Gärtner

Wir sollen ja nach den Worten des von mir sehr geschätzten Wetter Ochs diesmal grüne Weihnachten bekommen. Am meisten dürfte das die Mitarbeiter des vielfältig darbenden Servicebetriebs öffentlicher Raum (SÖR) freuen. Dann ist die Gefahr geringer, dass der Winterdienst wieder so vergeigt wird wie in den letzten Kälteperioden.

Beim Sommerdienst ist es leider nicht viel besser, nur fällt es da weniger auf. Zumal, wenn auch noch Guerilla-Gärtner den Job von SÖR übernehmen und einfach selber noch nicht asphaltierte Flächen bepflanzen. Vor gut einem Monat habe ich hier im Blog auf eine illegale Pflanzung an der Satzinger Mühle in Nürnberg hingewiesen. Getan hat sich – trotz der Drohungen von SÖR – nichts. Man habe gegenwärtig „andere Prioritäten“, teilte SÖR-Sprecher Hans-Peter Kauppert mit – wie gesagt: es droht Schnee. weiter lesen

SÖR mal wieder!

SÖR mal wieder! Diesmal vergeigen sie nicht den Winterdienst (das kommt vielleicht noch) oder vergraulen die Skater oder Boule-Spieler, diesmal legen sie sich mit Bürgern an, die Nürnberg grüner und schöner machen wollen. Wo kommen wir schließlich hin, wenn das jeder tun würde?

Auslöser, jetzt via Presseerklärung mitzuteilen, dass wilde Pflanzungen nicht geduldet werden, war ein Unbekannter, der im Pegnitztal-Ost Buchsbaum (schreibt man übrigens nicht mit X, lieber SÖR!), Thuja, Kirschlorbeer und Lavendel anpflanzte – illegal, also ohne Abstimmung mit der Behörde. Das geht natürlich nicht. Das Zeug muss jetzt weg, schon deshalb, weil solche Pflanzen die blöde Eigenschaft haben, dass sie größer werden und dann eventuell in Gehwege ragen und von nicht vorhandenem Personal gestutzt werden müssten.

SÖR will den Bürger aber nicht völlig verprellen (vielleicht braucht man ihn ja noch). weiter lesen