Wird die VAG musikalisch?

Nach Johann Gottfried Seume ist am Dutzendteich eine Straße benannt. Jetzt gelangt möglicherweise auch ein, auf ihn zurückzuführendes Sicherheitskonzept in Nürnberg zu späten Ehren: in der U-Bahn.

In Seumes 1804 veröffentlichten Gedicht „Die Gesänge“ heißt es:

„Wo man singet, lass dich ruhig nieder,
Ohne Furcht, was man im Lande glaubt;
Wo man singet, wird kein Mensch beraubt;
Bösewichter haben keine Lieder.“

Später wurde im Volksmund daraus:

„Wo man singt, da laß’ dich ruhig nieder,
böse Menschen haben keine Lieder.“
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Erlebnisse am Arbeitsamt

MOTIV: Nürnberg:  Friedrich Luft,  VAG-Mitarbeiter, Stadtrat Nürnberg, für die extrem Rechte "Bürgerinitiative Ausländerstopp", BIA, Render bei  Kundgebung der Neonazi-Partei "Die Rechte" in Nürnberg  Dabei trug er seinen VAG-Dienstausweis offen an der Hose, so dass er für jedermann unschwer als VAG-Mitarbeiter zu erkennen war. (Außerdienstliches Verhalten des VAG-Mitarbeiters).  FOTO:  Rüdiger Löster  ist erreichbar unter  0160-5412036 ruediger@loester.net / gesp. 08/2016 Friedrich Luft sitzt für die NPD-Tarnorganisation „Bürgerintiative Ausländerstopp“ im Nürnberger Stadtrat. Bei der VAG arbeitete er als Straßenbahnfahrer. Inzwischen wurde ihm fristlos gekündigt. Da für sowas die falsche Gesinnung nicht ausreicht, mussten erst einmal ein paar Fakten her. Die hatte man neulich gefunden, als Luft auf einer Demo der „Rechten“ mit seinem sichtbar am Hosenbund baumelnden Dienstausweis zusätzlich demonstrierte, dass er seine ausländerfeindlichen Äußerungen als Mitarbeiter im öffentlichen Dienst tätigt.

Auf seiner Facebookseite stellt sich Luft jetzt als Opfer unlauterer Machenschaften dar. Drei Sozialdemokraten „aus der zweiten Reihe“ hätten mit der fristlosen Kündigung nur beweisen wollen, „was sie drauf haben“, schreibt Luft da und geht davon aus, dass die Kündigung vom Arbeitsgericht kassiert wird.
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Das verschlossene Ohr des Herrn Hasler

Nürnberg: Josef Hasler ist der Vorstandsvorsitzende der N-Ergie.  11.1.2013. Foto: Harald Sippel
Josef Hasler, der Chef der Städtischen Werke Nürnberg, hat bislang vor allem wegen seines üppigen Gehalts Schlagzeilen gemacht. Neider lassen sich aber ignorieren, wenn man die richtige Leute auf seiner Seite hat. Den, obgleich etwas weniger verdienenden, sozialdemokratischen Oberbürgermeister Ulrich Maly zum Beispiel. Der stößt sich nicht daran, dass Hasler Topverdiener in Bayern ist: Der Mann arbeite schließlich für drei.

Unabhängig davon, ob er das Geld verdient, scheint Hasler jedoch die Bodenhaftung verloren zu haben. Ob es an seinem sozialen Status liegt, oder daran, dass er für drei arbeitet, man weiß es nicht. In der letzten Stadtratssitzung, als es um eine neuerliche Erhöhung der Nahverkehrstarife ging, bekundete Hasler jedenfalls: „Ich sehe nicht, dass der Unmut der Fahrgäste steigt.“ Beschwerden über zu hohe Fahrpreise gebe es nur wenige.
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Für die VAG gelten andere Regeln

ÖPNV
Sagen wir mal so: In punkto Problembewusstsein unterscheiden sich wir Normalmenschen und die Mitarbeiter der VAG doch erheblich. Dass bei der VAG keinem Bedenken gekommen sind, als sie sich auf das Telekom-Angebot einließen, ist schon erstaunlich. Den Stadtrat zu informieren, noch nicht einmal das hielten sie für notwendig. Wobei ich zunächst vermutete, die VAG habe angenommen, im Nürnberger Stadtrat habe eh keiner von der Thematik eine Ahnung. Via Twitter musste ich mich aber belehren lassen, dass zumindest in den kleinen Parteien dafür sehr wohl Sachkompetenz vorhanden sei.

Bei den Akteuren der Handyüberwachung handelt es sich allerdings um Telekom und VAG. Die haben schon deshalb weniger Unrechtsbewusstsein, weil sich keiner an sie rantraut. weiter lesen

Ticketsharing bei der VAG

ticketWen die VAG mit ihren automatisierten Preiserhöhungen nervt, der kann sich jetzt ein bisschen Linderung verschaffen. Paul Blotzki aus Fürth hat eine kleine Bastelvorlage ins Netz gestellt, mit der Fahrscheine geteilt werden können.

Bekanntlich gilt ein Fahrschein 90 Minuten. So lange dauert aber keine Fahrt, weshalb üblicherweise noch eine Menge Restzeit zum Verfahren bleibt. Man steckt also seinen Fahrschein in die jeweilige Tasche und jemand, der in die entsprechende Richtung fahren will, nimmt ihn sich und fährt dann kostenlos.

Bei der VAG ist man darüber natürlich wenig amused. Eine VAG-Sprecherin verweist darauf, dass jeder Einzelfahrschein nur für eine Person und eine Fahrt gelte. Freilich muss sie einräumen, dass der Kontrolleur nicht feststellen könne, wer den Fahrschein gekauft hat und ob er schon einmal benutzt wurde. Auf jeden Fall sei es aber nicht zulässig, im VAG-Bereich Plakate oder Zettel ohne Genehmigung aufzuhängen. Selbst wenn diese angeblich einem guten Zweck dienen. Sobald VAG-Mitarbeiter solche Aushänge entdecken, würden sie unverzüglich entfernt.

(via reddit)

Die VAG und der fehlende Humor

Man muss das Logo links von der Tür schon etwas genauer betrachten, um den Witz zu verstehen. Dann merkt man aber: Der ist gut.

Leider kursiert der Witz nur auf der StreetArt-Seite im Netz und nicht in der Realität. Eine U-Bahn, die mit einem durchgestrichenen Hitlerkopf durch Nürnberg fährt, gibt es nicht. Will heißen: Hier hat keiner todesmutig Fahrzeuge beklebt, sondern einfach nur an seinem PC mit Photoshop gearbeitet.

Woher ich das weiß? Von der VAG. Die hat jetzt eigens im Fuhrpark nachprüfen lassen, ob es bei der Fahrzeugreinigung in den letzten Wochen und Monaten Besonderheiten gegeben hat. Aber außer den üblichen Graffitis, die die VAG aus Vergrämungsgründen schnell und aufwändig entfernen lässt, gab es keine Vorkommnisse. Ein Aufkleber „Führerlose U-Bahn“ sei jedenfalls niemandem aufgefallen, erklärte VAG-Sprecherin Elisabeth Seitzinger.

Ob die VAG nicht selber den Vorschlag übernehmen und so gleichzeiting Nürnbergs offensiven Umgang mit seiner Vergangenheit dokumentieren könnte? „Mit dem Begriff führerlos arbeiten wird nicht.“ Nicht einmal „fahrerlos“ werde mehr verwendet. Die VAG will für diese Fahrzeuge vielmehr den Begriff „automatisch“ etablieren.

Schade eigentlich. Aber Humor im Nahverkehr wäre auch etwas viel verlangt.

Die VAG und das Streifenkarten-Chaos

Dass die VAG alle Jahre ihre Preise erhöht, diesmal sogar um bis zu 15 Prozent (eine Erhöhung um 30 Prozent ist aber bereits angekündigt), ist das eine. Dass sie aber dabei mit ihrer Unfähigkeit, sich mit den anderen am Verkehrsverbund beteiligten Kommunen zu einigen, beim Kunden jede Menge Konfusion erzeugt, ist eigentlich fast noch schlimmer. Damit schreckt sie Fahrgäste ab und verursacht somit bereits die nächste Preiserhöhung.

Seit 1. Januar 2012 gelten die neuen Tarife. Die Erhöhungen für Nürnberg wurden mit dem „verbesserten“ (sagen wir lieber: veränderten) Angebot begründet. Und weil in Nürnberg so viele „Verbesserungen“, zum Beispiel der Wegfall der Linie 9 und eine dafür ständig überfüllte und oft verspätete Linie 4, durchgeführt wurden, wurde die Tarifstufe A zusätzlich eingeführt. Da diese Tarifstufe nur in NÜrnberg gilt, musste eine weitere Streifenkarte eingeführt werden. Es gibt jetzt die alte Zehnerkarte, bei der jetzt manchmal zwei, manchmal drei Felder abgestempelt werden müssen, und zwei Fünferkarten, die nur in Nürnberg/Fürth und Stein gelten, und auf denen jeweils ein Feld entwertet werden muss. weiter lesen