Frankenröhre: Time to Say Goodbye


Nachdem sich jetzt alles wieder etwas beruhigt hat und „Bund Naturschutz“ langsam wieder aus dem hiesigen Schimpfwortschatz verschwindet, sollten die Besonnereren unter uns vielleicht doch noch einmal über unser Großprojekt Frankenschnellweg-Ausbau nachdenken. Immerhin hielten die sich auch einmal für so besonnen und verkündeten, ein Schicksal wie „Stuttgart 21“ oder der Flughafen Berlin werde der Ausbau des Frankenschnellwegs nicht erleiden. Das war allerdings im Jahr 2010 und nach den damaligen Prognosen wollte unser Oberbürgermeisters im Jahr 2017, also jetzt, die Frankenröhre eröffnen. Die Kosten wurden damals auf 299 Millionen geschätzt und bis 2017 wegen zu erwartender Preissteigerungen auf 390 Millionen hochgerechnet. Inzwischen liegt die Prognose bei 500 Millionen und angesichts der Streitigkeiten mit dem Bund Naturschutz, aber eben auch eigener Fehler, ist noch kein Termin für den Baubeginn in Sicht. Will heißen: Unser Großprojekt würde frühestens 2023 fertig, wahrscheinlich eher später. Sein Sinn dürfte sich dann den meisten Verkehrsteilnehmern kaum noch erschließen. Dabei geht es aber nicht um die auch vom BN befürchtete Zunahme des Verkehrs, eher im Gegenteil.
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Der VGN plant weiter mit Papier

Leute wie Alexander Dobrindt würden wir gerne dafür bezahlen, dass sie nichts tun. Da muss man sich nur sein Primärprojekt Pkw-Maut anschauen. Nun hat er sich was Neues ausgedacht: den papierlosen Nahverkehr. Ab 2019 soll es demnach deutschlandweit im öffentlichen Nahverkehr keine Fahrscheine mehr geben. Was ist an diesen Plänen dran und müssen wir Nahverkehrsnutzer im Verbundraum bald auf unsere, jährlich teurer werdenden Papiertickets verzichten? Ich fragte mal bei unserem regionalen Betreiber, respektive der Nürnberger VAG-Sprecherin Elisabeth Seitzinger, nach (wem das zu viel Text ist, der lese die Kurzzusammenfassung am Ende).

Was halten Sie von den Plänen, deutschlandweit einheitliche eTickets für den Nahverkehr einzuführen?

Wir begrüßen diese Initiative grundsätzlich. Es führt zweifellos kein Weg am Ausbau der digitalen Vertriebswege vorbei, weil es den Wünschen und Gewohnheiten vor allem, der mobilen Bevölkerungsgruppen entspricht. Und das ist künftig auch Stand der Technik. Insofern begrüßen wir die – leider nur begrenzte – Bereitschaft, diesen Ausbau zu fördern. 

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Tesla: Zukunft gibt´s auch in Nürnberg

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Wenn Zukunft beginnt, dann woanders. In Nürnberg jedenfalls bestimmt nicht. Deswegen kam auch keiner auf die Idee, die Vorstellung des 3er-Modells von Tesla könnte eine lokale Komponente haben. Berichtet wurde nur über die Präsentation „des E-Volkswagens“ in Los Angeles und über den neuerlichen kalifornischen Hype, der an die Vorstellung des iPhones erinnere…

Dabei gibt es seit Februar auch einen Tesla-Store in der Nürnberger Karolinenstraße. Und auch davor bildeten sich vorletzte Woche Schlangen von Leuten, die das 3er-Modell vorbestellen wollten (Bild oben). Angeblich waren die ersten schon um 4.30 Uhr dort. Wie viele Bestellungen es waren, da hält sich Tesla bedeckt. Man gebe nur Gesamtzahlen herau.s Und da ist Tesla mittlerweile bei 325.000 Vorbestellungen angelangt.
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Miese Noten für neue VGN-App

vgnapp„Drucken, kaufen, fertig, so sollte es sein!“ Leider ist es bei der neuen Fahrplan- und Ticket-App nicht so. Die Resonanz im Appstoreund auf GooglePlay ist entsprechend vernichtend. Die meisten fragen sich, warum der VGN für eine derart benutzerunfreundliche App seine Teilnmahme an HandyTicket Deutschland beendet hat.

Auch die Nürnberger Grünen fragen sich das. Deswegen haben sie jetzt einen Antrag für den Stadtrat gestellt.

Grünen-Fraktionsvorsitzender Achim Mletzko bemängelt, dass Handytickets im Moment ausschließlich durch die „VGN“-App gekauft werden können. Zum erstmaligen Kauf müsse man sich jedoch mit einem Desktop-Rechner auf einer VGN-Internetseite registrieren. Der Kaufvorgang sei kompliziert und ohne detaillierte Kenntnis der VGN-Tarifstruktur kaum abzuschließen. Es sei zudem keine Sammelabrechnung möglich, jeder Ticketkauf werde einzeln abgebucht. Dazu gebe es Probleme beim Laden und beim Login.

Die Grünen wollen jetzt von Stadtverwaltung und VGN wissen:

1. Warum hat sich der VGN nicht an etablierte bestehende Systeme, wie z.B. Touch & Travel angeschlossen?
2. Welche Kosten sind für die Entwicklung und Pflege der APP entstanden? Diese bitte im Vergleich zu Kosten beim Anschluss an bestehende Systeme darstellen.
3. Wie steht der VGN zu den schlechten Bewertungen im App-Store?
4. Werden die angesprochenen Kritikpunkte in der App verbessert?
5. Warum veröffentlicht der VGN seine Fahrplandaten nicht als nicht als OpenData?

Nachtrag 23. Oktober 2015: Auch die CSU-Stadtratsfraktion kritisiert jetzt die neue App. Stadtrat Marcus König meint: „Die neue Ticket-App ist ein Rückschritt statt ein Fortschritt.“ Wie die Grünen will die CSU ebenfalls Auskunft von VAG und Verwaltung, wie die App benutzerfreundlicher gestaltet werden kann.