Das Jahr 2016 im Vipraum


Im klimatisierten Vip-Raum sieht die Welt oft etwas anders aus als unten auf dem Platz. Filterblase nennt man das wohl. In der Zusammenschau der verschiedenen Filterblasen lässt sich dann aber doch irgendwie der Wahrheit näher kommen. Deswegen jetzt, wie üblich, der jahresendliche Rückblick auf den Vipraum, auf zwölf Monate Bloggen aus dem Umfeld einer Lokalzeitung, auf eine Publikationsform, die im Verlagsgebäude noch eine Randexistenz führt, allerdings auch nicht mehr ganz Neuland ist, schließlich betreibe ich den Vipraum schon seit mehr als neun Jahren. Nach so langer Zeit wird dann sogar der Bayerische Rundfunk aufmerksam und macht eine kleine Sendung.

Spätestens wenn ein BR-Reporter vor einem steht, wird klar: Jetzt befindest du dich in der Konsolidierungsphase. Die – nach wie vor noch zu wichtig genommenen – Klickzahlen belegen die Konsolidierung ebenfalls. Da liest mittlerweile eine treue Gemeinde mit. Ausreißer nach unten gibt es nicht mehr. Selbst die Teaser zum Vipmailmittlerweile ins dritte Jahr gehenden Newsletter aus Franken finden regelmäßige Abnehmer. Wobei das wahrscheinlich jene sind, denen die Newsletterflut schon seit längerem auf den Senkel geht und die die Aufreger aus Franken lieber speicherneutral via Blog verfolgen.
weiter lesen

Der Vipraum-Rückblick 2015

silvnbg
Eigentlich geht mir das Klickgehure zunehmend auf den Senkel. Was da gezählt wird, beruht oft nur auf einer zündenden, neugierig machenden Überschrift. Und dann folgt häufig nichts mehr. Leider dauert die Enttäuschung im Netz selten lange an und das nächste Mal fällt man wieder auf einen Cliffhanger oder eine „Du glaubst nicht, was dann passierte“-Überschrift rein. Das ist bei Print anders, da wird ab einem bestimmten Enttäuschungsgrad das Abo gekündigt und dann ist er weg, der Leser.

Der printgeprägte Journalist tickt aus diesem Grund anders. Er hat noch Manschetten, nicht erfüllbare Erwartungen zu wecken. Das ist vielleicht altmodisch, aber sympathisch. Meistens halte ich das auch so. Meistens!

Für den Jahresrückblick habe ich dennoch wieder die klickstärksten Beiträge rausgesucht. Viel lieber hätte ich freilich eine Hitparade jener Artikel, in die das meiste Herzblut geflossen ist, präsentiert. Da hätte sich etwas ganz anderes ergeben. Aber Herzblut lässt sich halt nicht messen. Klicks hingegen schon. weiter lesen

Blogger für Flüchtlinge: Wo kann man helfen?

Ein Flüchtling sitzt am 31.10.2014 in München (Bayern) in der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber auf dem Gelände der Bayernkaserne im Freien und telefoniert. Derzeit sind etwa 1400 Flüchtlinge in dieser Unterkunft einquartiert. Foto: Tobias Hase/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Leider sind es eher die brennenden Flüchtlingsheime, von denen man hört und liest. Dass immer mehr Leute den Flüchtlingen helfen beziehungsweise helfen wollen, das geht ein bisschen unter. Jetzt wurde in Berlin die Aktion „Blogger für Flüchtlinge“ gegründet, auf die ich gerne hinweisen will. Etliche Blogger haben sich dem Aufruf zum Mitmachen bereits angeschlossen.

Wer helfen will, der kann das auch hier in der Region. Das muss nicht einmal mit Spendengeldern sein. Hier sind zum Beispiel ein paar Vorschläge zu finden.

Die Stadt Nürnberg hat zum Beispiel ein Flüchtlingshilfe-Portal eingerichtet. Bei Proasyl sind auch regionale Anlaufstellen zu finden. Etwa der Flüchtlingsrat, die Asylgruppe Zirndorf oder der Asylhelferkreis Feucht. Wer ehrenamtlich helfen will, kann auch über die ISKA-Seite nach Einsatzmöglichkeiten suchen. Über die Freifunker habe ich an dieser Stelle ja schon berichtet. Sogar die Urlaubsreise kann zur Flüchtlingshilfe genutzt werden. Das beweist dieses Projekt.

Weitere Einsatzmöglichkeiten oder Anlaufstellen könnt ihr mir gerne per Kommentar/Facebook/Twitter mitteilen.

Das Jahr 2014 im Vipraum

SANY0012Nein, Klickzahlen sagen nichts über die Qualität von Beiträgen aus oder darüber, mit wieviel Herzblut sie geschrieben wurden. Aber manchmal will unsereiner eben auch wissen, wie die Welt klickt. Auch dann, wenn es nur jene kleine Welt ist, die den Vipraum kennt.

1. Im vergangenen Jahr mit Abstand am meisten aufgerufen wurde der Beitrag über die dreijährige U-Haft des ehemaligen GFE-Chefs Horst Kirsten. Mit 312 Kommentaren ist der Beitrag auch in punkto Resonanz ganz vorne dabei.

2. Die Lücken, die die Printkollegen offen gelassen haben, waren wohl auch der Grund, warum die Nahostdemonstrationen im Juli auf Rang 2 hochgeklickt wurden.
weiter lesen

Das Jahr 2013 im Vipraum

Den Vipraum betreibe ich auch, um auszuprobieren, welche Themen laufen und wie man sie aufbereiten muss, damit sie laufen. Wobei „laufen“ hier nur anhand der von WordPress angebotenen Klickzahlen erhoben werden kann.

Klickzahlen sind eh eine Krücke. Sie liefern zum Beispiel keinen Beleg dafür, wie viel Herzblut im jeweiligen Blogbeitrag steckt. Objektiv das Leserinteresse spiegeln sie auch nicht. Die Zahlen, die mir meine Blogsoftware liefert, unterscheiden sich oft deutlich von denen der IVW . Da spielt es etwa eine Rolle, ob das jeweilige Publikum weiß, was Adblocker sind und wie man Feeds abonniert. Beim Vipraum scheinen das mehr zu sein als bei anderen Zeitungsblogs. Das deutet zumindest das Ranking bei eBuzzing an.

Aber egal. An irgendwas muss man sich schließlich halten. Und für die interne Rangliste taugen die WordPress-Zahlen ganz gut. Unter den ersten Drei fanden sich danach zwei Blogbeiträge zum inzwischen etwas rückläufigen Thema Plagiate. Auf Platz eins die Frage „Wie redlich müssen Plagiatsjäger sein?“, auf Platz drei der Plagiatsvorwurf gegen den Mollath-Gutachter Klaus Leipziger, der dem Plagiatsjäger Martin Heidingsfelder übrigens inzwischen zu einem Widerruf abgerungen hat. Dieser darf nicht mehr behaupten, Leipzigers Doktorarbeit enthalte Plagiate. weiter lesen

Wöhrl und die Pressefreiheit

Bei der CSU geht es derzeit rund und – wie öfter bei solchen Gelegenheiten – sind mal wieder die Medien schuld. Manchmal machen sie auch wirklich Fehler, wie etwa das ZDF, stehen dann aber dazu und gut ist es.

Manchmal fragt man sich aber, wo denn eigentlich der Fehler liegt und ob da nicht einfach ein in den eigenen Kreisen gerade gut ankomendes Medienbashing betrieben wird, um von eigenem Verhalten abzulehnen.

Womit wir bei der Süddeutschen Zeitung und Dagmar Wöhrl wären.

„Die Süddeutsche Zeitung versucht mit Hilfe dieser entwendeten Unterlagen seit letzter Woche eine Negativkampagne gegen mich zu fahren. Ohne meine Erklärungen zu berücksichtigen, wurden erste Dokumente im Artikel „Elefantencamp statt Bundestag“ am 7. Mai verarbeitet…“

So jammert Wöhrl in ihrem Blog. Doch, wo ist da eigentlich der Aufreger? weiter lesen

Der Baureferent lässt bloggen

Das Nürnberger Baureferat betritt Neuland. Es bloggt. Genauer gesagt: Es lässt bloggen. Beim städtebaulichen Wettbewerb Großreuth/Züricher Straße werden Unterlagen und Wettbewerbsausschreibung auf einer WordPress.com-Seite präsentiert.

Das Gute daran: Es kostet nichts und erweckt den Anschein von Bürgerbeteiligung. „Gerade bei Planungswettbewerben, die naturgemäß stark von Fachleuten dominiert werden, ist es wichtig, Verfahren und Ergebnisse transparent und frei verfügbar zu kommunizieren“, sagt Bau- und Planungsreferent Wolfgang Baumann. Insofern ist ein WordPress-Blog ja nachgerade ideal für eine sparsame Kommune, die sogar ihr Baureferat aus Kostengrünen auflösen möchte. Und zudem kann man es auch noch als modern und innovativ verkaufen.

Dass das Reinschaufeln von Verwaltungsunterlagen, die Anmeldefunktion, das spröde Deutsch und die wohl bei den meisten Betroffenen vorhandene Angst, sich als einsamer Kommentator zum Affen zu machen, eher kontraproduktiv sind: Geschenkt! An den herkömmlichen Planungsverfahren lässt sich auch herummäkeln.

Immerhin ist es mal ein erster Schritt und vielleicht gibts irgendwann zu einem Planungsverfahren (wie wäre es mit dem Frankenschnellweg?) einmal ein richtiges Blog und nicht nur eine WordPress-Webseite.

Ein Erlanger "Erfolgsblogger"

Wie man auch als Bewohner Frankens Erfolg mit seinem Blog haben und eine Unmenge von Zugriffen erzielen kann, das beweist gerade ein Buchautor aus Erlangen. Der Mann heißt John Asht und hat es sich in seinem Blog zur Aufgabe gemacht, „die Drahtzieher der Literaturkriminalität im deutschen Internetraum“ zu bekämpfen. Dabei handelt es sich um Leute, die auf Buchmessen oder anderswo kostenlos Bücher einsacken, angeblich um Rezensionen (Asht: „Rezi“) zu schreiben.

Doch was machen diese kriminellen Subjekte? Sie verreißen das Buch.

Das geht natürlich nicht. weiter lesen

Das Jahr 2011 im Vipraum

Diesmal gab es keinen Adventskalender (warum, das erkläre ich noch in einem späteren Blogbeitrag), dafür bringe ich diesmal einen Jahresrückblick für den Vipraum. Es gab ja einiges, was man aufarbeiten kann und was fast wieder in Vergesssenheit geraten ist. Außerdem ist es bestimmt nicht verkehrt, sich mal nicht nur von Ereignis zu Ereignis, von Skandälchen zu Skandälchen zu hangeln, sondern auch mal Entwicklungen zu reflektieren.

Fangen wir mal mit den Zahlen an, der Messlatte für den oberflächlichen Betrachter. Hier die am meisten geklickten Beiträge des Jahres 2011: weiter lesen

Eine Entfehlung und ihre Folgen

Im hier schon mal erwähnten 3-im-Web-Blog hat Lisa Schober einen Verriss (genauer gesagt eine „ENTfehlung“) des fränkischen Cyber-Lokals „`s Baggers“ geschrieben. Das finde ich insofern schon mal bemerkenswert, weil sich andere Medien inzwischen kaum noch trauen, etwas Schlechtes über gastronomische Einrichtungen zu schreiben. Man lobt entweder oder verschweigt. Eine echte Restaurantkritik findet allenfalls in Userkommentaren statt, sofern die Beiträge überhaupt online gestellt werden. Diese Zurückhaltung hat freilich verständliche Gründe. allzu schnell hat man nämlich mit solcher Kritik ein Gerichtsverfahren am Hals.
weiter lesen