Aus dem Kochtopf ins Scheinwerferlicht

Foodblogger gibt es jede Menge. Auch in Franken. Wenn ich da alle vorstellen wollte, hätte ich über Jahre hinaus zu tun. Da greife ich lieber stellvertretend „Aus meinem Kochtopf“ heraus. Nicht bloß weil ich Peter Spandl schon eine Weile kenne, sondern auch weil er einer der ersten war, die in Franken mit dem Kochbloggen angefangen haben.

„Ich bin ein Sammler“, sagt Spandl. Neben Hüten (Bild) sammelt er auch Kochrezepte. Irgendwann begann er, diese seinen Freunden zur Verfügung zu stellen. Erst in einem passwort-geschützten Blog und seit 2009 – nachdem er die Bilder nicht mehr im Web einfach „abstaubte“, sondern seine Kreationen selber fotografierte – auch öffentlich für alle.

Blogs in FrankenKochen und Fotografieren, das gehört für den Foodblogger untrennbar zusammen. Dabei ist beides gar nicht so einfach unter einen Hut zu bringen. Spandl hat sich in seinem Keller einen Tisch eingerichtet, wo er seine Gerichte ins Scheinwerferlicht rücken und mit unterschiedlichen Farbhintergründen versehen kann. Wenn er mit dem Kochen fertig ist, stellt er erst seiner Frau einen Teller hin, damit die schon mal mit Essen anfangen kann und läuft dann mit dem seinen nach unten zum Fotoshooting. „Mir macht das nichts aus, wenn das Essen dann nur noch lauwarm ist“, erklärt er. weiter lesen

Ein CSUler macht Opposition

In der Nürnberger Kommunalpolitik tauchte er mit einem Brunnenumzug auf. Bezeichnenderweise war das auch einer der größten Aufreger im vorletzten Jahr. André Freud wollte damals den Neptunbrunnen vom Stadtpark auf den Hauptmarkt versetzen lassen. Ohne Erfolg.

Jetzt ist der 46-jährige Projektentwickler (Solarbranche) wieder da. Als Blogger. Und ich muss sagen: Er hat das Rauhe, Dreckige, Verbalradikale durchaus drauf. In seinem Blog, das den Titel „Gestalten statt Verwalten“ trägt, zeigt er keine Angst vor Autoritäten und heiligen Provinzkühen wie Oberbürgermeister Ulrich Maly. Da haut er feste und fleißig (fast jeden Tag ein Beitrag) drauf. Es geht dabei beispielsweise um Malys Lächeln oder um dessen Verwaltungsreform. Auch Malys Parteifreunde bekommen ihr – teilweise verdientes – Fett ab. weiter lesen

Lokalblogs in Franken

Lokalblogs gibt es auch in Franken. Zum Teil sogar schon ziemlich lange. Der Vesteblick aus Coburg ist besipielsweise schon seit fünf Jahren aktiv, das Würzblog sogar schon seit fast sieben Jahren. Nicht ganz so lang sind Bamigo aus Bamberg, Rothenburg-Info oder die hier bereits vorgestellte Fürther Freiheit dabei.

Ein bisschen erinnern die Lokalblogs an die in den 70ern entstandenen Stadtzeitungen. Insofern wäre vielleicht Stadtblogs der passendere Begriff. Der ist jedoch bereits durch ein übergreifendes (aber wenig erfolgreiches) Geschäftsmodell okkupiert. Wie bei den Stadtzeitungen geht es auch bei den Lokalblogs um Gegenöffentlichkeit und um Service, den die manchmal etwas verschnarchte Lokalzeitung nicht liefert. Blogs haben zudem den Vorteil, dass die Druckkosten wegfallen und daher schon mal, wie etwa bei der Tegernseer Stimme, ein oder zwei Leute davon leben können. Wenn man jedoch mit möglichst wenig Unkosten, möglichst viele Menschen erreichen will, dann landet der Lokalblogger – genau wie der Lokalredakteur -halt oft bei den Angeboten, die ihm kostenfrei zur Verfügung gestellt werden: bei Polizeimeldungen, Pressemitteilungen aus dem Rathaus, amtlichen Bekanntmachungen oder Veranstaltungsankündigungen. weiter lesen

Schickes und Schokolade

Unter den fränkischen Modebloggern ist er wohl am meisten herumgekommen. Heiko Kunkel wohnt eigentlich in Schweinfurt. Vorwiegend ist er jedoch in New York, Paris, Mailand oder Berlin anzutreffen. Er ist regelmäßiger Gast auf den internationalen Modeschauen. “Mode ist meine Welt und durch die neuen Techniken kann ich mein Hobby zum Beruf machen”, erzählt Heiko. Die Liebe zur Mode hat er von seiner Mutter geerbt, sie ist Schneiderin. Zur Modeberichterstattung kam er dann über Twitter. “Ein Kollege sprach mich an, ob ich nicht mein Modewissen mit anderen teilen will.” Die 140 Zeichen in Twitter waren für eine tiefere Modeberichterstattung dann irgendwann nicht mehr ausreichend. Daher fing @olschok, wie sich Heiko Kunkel auf Twitter nennt, an, sich mit Blogs zu beschäftigen.

Heiko Kunkels Blog heißt Olschis World. Im September 2010 gings los. Berichte von Modenschauen, über bestimmte Designer, viel über Schuhe, manchmal auch was über Hüte…. Doch selbst wenn das Interesse an der Modewelt begrenzt ist, freut sich der Leser gemeinsam mit „Klein-Olschi“ über kleine Päckchen oder Einladungen zu großen Events. Als Außenstehender wundert man sich hingegen dann doch über das zweite Schwerpunktthema, das der Modeblogger beackert: Schokolade. „Ich bin ein bekennender Schokoladenfan!“ sagt er. Das eine macht doch dick und beim anderen sollte man dünn sein? Heiko Kunkel lässt solche Assoziationen nicht gelten: „Viele meiner Leser halten gerade diese Kombination für sehr gelungen – Gegensätze ziehen sich an, auch in der Bloggerwelt. Beides hat mit Genuss und Lebensfreude zu tun und jeder soll es auf seine eigene Art nutzen, es muss ja nicht in die Extreme gehen.“

Blogs in FrankenImmerhin gibt es so auch hin und wieder Schokoladenpakete, die Olschok dann unter seinen Bloglesern verlosen kann. Das ist schon mal ein Anfang, findet er und träumt davon „irgendwann zu den weltweit großen Modebloggern zu gehören, um die Welt zu reisen und auch davon leben zu können.“ weiter lesen

Sie heißt Neun, war aber die Erste

Da soll noch einmal jemand sagen, bloggen sei eine Männerdomäne und Frauen kämen bei Innovationen erst mit Zeitverzögerung dazu. Lisa Neun ist da der lebende Gegenbeweis. Schon 1999 hat die aus Wien stammende Erlangerin mit Frontpage eine Art Webtagebuch geführt. 2002 sattelte sie dann auf Antville um. „Ab da war es dann um mich geschehen, da wurde ich dann richtige Bloggerin.“

Das war noch zu einer Zeit, da waren Blogs noch längst nicht im Mainstream angekommen, nicht einmal bei den üblichen interessierten Kreisen. „Eigentlich wollte ich Mitte der Neunziger ausprobieren – rein technisch – wie das mit dem Internet so funktioniert. Ich hab damals in so einer Innovationsabteilung gearbeitet, da musste man das.“ Doch was mit Internet machen wollen reicht halt nicht. Man braucht auch Content. „Comics lagen da nahe, ich kritzel nämlich schon seit Jugendzeiten rum.“ …und im Internet konnte man seinen gekritzelten Figuren auch schnell ein bisschen Leben einhauchen.

Blogs in FrankenSeit April 2003 führt Lisa Neun ihr jetziges Blog unter lisaneun.com . Nach einem kurzen Abkehr von den Zeichnungen („Ich fand die einfach zu grottig und peinlich, aber nach und nach bin ich dann wieder auf die Comics gekommen, und mittlerweile mach ich eigentlich kaum mehr was Textuelles.“) ist ihr Blog wieder voll mit sprechenden Männchen. Die stammen bei ihr allerdings nicht vom Affen, sondern vom Delfin ab. Deshalb besitzen sie zum Beispiel keine Oberlippe. Inzwischen malt sie ihre sprechenden Delfine übrigens kaum noch auf Papier, sondern vorzugsweise ohne Umweg über den Scanner mit dem Grafiktablett. weiter lesen