Nov

17

2011

Blogger-Gipfel in Nürnberg

Veröffentlicht von vip in der Kategorie Bloggen, NĂĽrnberg, Vip-Raum | Die Kommentarfunktion ist hier deaktiviert

Normalerweise lade ich hier nicht zu Veranstaltungen ein. Aber diesmal mache ich eine Ausnahme: Es geht um den ersten bayerischer Journalisten-Blogger-Gipfel. Er wird vom bayerischen Journalistenverband ausgerichtet und findet (immerhin bemerkenswert) in Nürnberg statt (am 21. November, 19 Uhr im Presseclub, Gewerbemuseumsplatz 2).

Mit dabei sind drei bayerische Blogger, deren Wertschätzung ich hier schon durch die Aufnahme in meine Blogroll zum Ausdruck gebracht habe: Stefan Aigner von Regensburg-Digital. Rainer Meyer, besser bekannt als Don Alphonso, aus Ingolstadt, der für die FAZ bloggt, aber auch zusätzlich zwei private Blogs betreibt (Rebellmarkt und Blogbar) und Falk Zimmermann, der unter dem Titel Vesteblick seit fünf Jahren aus Coburg bloggt.

Ach so, einen habe ich noch vergessen. Der Vipraum ist auch vertreten. Wer mir mal nicht bloß schriftlich die Meinung sagen will, jetzt hat er Gelegenheit dazu.

Jan

19

2011

Blogger-Casting mit harten Bandagen

Veröffentlicht von vip in der Kategorie Bloggen, Bratwurstjournalismus, Facebook, NĂĽrnberg | 5 Kommentare

eventsWer das Glück hat, unter einem Städtenamen bei Facebook aktiv sein zu dürfen, der findet die Fanmassen von selber. Facebook hilft da manchmal auch ein bisschen mit. Ansonsten fühlt sich halt jeder, der da wohnt, schon mal dort gewohnt hat oder dort Bekannte besitzt, bemüßigt, den Gefällt-mir-Button zu klicken. Während zum Beispiel adidas erstmal ein paar brauchbare Schuhe produzieren oder Apple ein paar gute Computer, müssen sich die Tourismusbüros, die siese Städteseiten meistens betrieben, nicht groß reinstressen, um im Web Furore zu machen.

Die Nürnberger Congress- und Tourismus-Zentrale ist da anders. Die versucht das Potenzial (immerhin 41.000-Facebook-Fans), das das Web für die Stadtwerbung besitzt, durchaus aktiv zu nutzen. Vor ein paar Wochen wurde beispielsweise die Aktion “3imWeb” gestartet. Um für Nürnberg die Werbetrommel zu rühren werden in einem Casting drei Blogger gesucht, die nicht nur ein iPhone gestellt bekommen, sondern auch Backstage-Pässe etc. pp.
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Apr

21

2009

Ein Herz für Blogs

Veröffentlicht von vip in der Kategorie Bloggen, NZ-Blogs | 1 Kommentar

Wie angekündigt soll heute die Blogroll aufgerollt werden. Zum Blogrolltuesday habe ich natürlich auch ein paar Kandidaten. Schließlich kann man nicht erst etwas groß ankündigen und dann kneifen

Anfangen will ich im lokalen Bereich und zwei Blogs nennen, denen ich mit meinem “Vipraum” nicht das Wasser reichen kann, weil sie schon weit vor mir im Netz waren: Lisa Neun aus Erlangen und Sugar Ray Banister aus Nürnberg. Wohl wegen dieses langen Erfahrungsvorsprungs fehlt diesen Blogs jegliche Aufgeregtheit und jeglicher Hang dazu, auf Klickzahlen zu schielen. Allein deswegen sind sie schon eine Empfehlung wert.

Ebenfalls lokal, aber nur für eine bestimmte Spezies interessant: Blogs zum Thema “Club”. Hier kommt man an der rührigen Clubfans_United nicht vorbei. Gleichzeitig will ich aber auch die 3 Clubfreunde, von denen ich einer bin, nicht unerwähnt lassen.

Wenn ich schon dabei bin bei der Eigenwerbung, dann feiere ich hier noch mein Alter-Ego-Blog “Depp im Web” ab. Der Titel spricht für sich. Auch die Kollegenblogs bei NZ-Online will ich nicht vergessen.

Wer sich für Medien, Zeitungskrise und verzweifelte Reaktionen darauf interessiert, dem möchte ich das Blog von Christian Jakubetz ans Herz legen. Der beobachtet zwar speziell die Passauer Neue Presse, aber vieles davon ist ohne weiteres übertragbar.

Sehr gerne lese ich auch Twitkrit, eine Art literarische Quartett für Tweets. Hier werden lesenswerte 140-Zeichen-Texte dem schnellen Vertwittern entrissen und so der Nachwelt erhalten. Etwa: “Habe mir beim Füsse eincremen beide Hände gebrochen” oder “Suche Zeitreiseexperten: Treffen letzten Donnerstag” oder “Neun von zehn Stimmen in meinem Kopf sagen: Ich bin verrückt” oder – ich kann  da gar nicht mehr aufhören – dieser hier, den man sich allerdings als Grafik anschauen muss.

So das waren jetzt schon sieben und ein paar Zerquetschte und eigentlich sollten bei der Aktion “ein Herz für Blogs” nur fünf Blogs vorgestellt werden. Also ist es eh schon Wurst, daher verweise ich außer Konkurrenz, denn es sollen ja nur deutschsprachige Blogs empfohlen werden, halt noch auf das Blog “Fonse – ein Franke haust ab“  Das Ding ist in Hardcore-Fränkisch geschrieben und daher schon vom Sprachlichen her exotisch.

Apr

17

2009

Blogger empfehlen Blogger

Veröffentlicht von vip in der Kategorie Bloggen, Twitter | 2 Kommentare

Bloggen mutiert langsam zu Jazz. Leute texten/blasen sich die Seele aus dem Leib, aber außer ein paar Insidern hört keiner zu. Die eigentliche Musik spielt dagegen bei Twitter oder im Biergarten. Als gegeben hinnehmen muss man das nicht. Zumal solche Entwicklungen in anderen Ländern nicht auszumachen sind. Der Stylespion hat daher eine Aktion angeregt, die auf eine Manko bei deutschen Blogs aufmerksam macht: die mangelnde Vernetzung. Blogrolls, falls überhaupt vorhanden, werden kaum gepflegt.  Austausch findet nur äußerst selten statt. O-Ton Stylespion:

Seien wir doch mal ehrlich, die deutschsprachige Bloglandschaft steckt seit einiger Zeit in einer Depression. Im besten Falle wird zwar beobachtet, was die Nachbarn so machen, aber ein wirkliches miteinander findet meist nur in Ausnahmefällen statt. Die gute alte Blogroll ist aus den meisten Layouts verschwunden oder leidet an Altersschwäche. Wir kochen vor allem unser eigenes Süppchen.

Zeit sich Zeit zu nehmen, und den eigenen Lesern zu zeigen, welch tolle Blogs da draußen sind, den Horizont etwas zu erweitern, und miteinander zu kuscheln.

Und wenn ich schon von miteinander rede, warum nicht alle an einem Tag?

Also: Dienstag: Blogs in Blogs empfehlen, Blogroll auffrischen, mal über den Schatten springen!


Jul

20

2008

Spiegel: Unsere Blogger können´s nicht

Veröffentlicht von vip in der Kategorie Bloggen, Internet, Journalisten, Medien, Spiegel | 16 Kommentare

Es ist Sommer. Da fangen wir Journalisten immer an, eher abseitige Themen aufzugreifen. Der Spiegel beschäftigt sich in seiner neuesten Ausgabe nun mit den Bloggern und schustert so das Sommerloch zu. Und damit das nicht so nach Zuschustern aussieht, wird es mit provokanten Thesen kaschiert. Die deutschen Blogger können`s nicht, sie seien unpolitisch, rechthaberisch, selbstbezogen und unprofessionell. Ganz im Gegensatz zu den Bloggern in den USA, die reich und berühmt seien und immer häufiger von den etablierten Medien eingestellt würden.

So weit, so halbrichtig!

Wenden wir uns erst einmal den deutschen und amerikanischen Journalisten zu. Während die bei den etablierten Medien beschäftigten Kollegen in den USA ziemlich gleichgeschaltet und lückenhaft agieren, wodurch sie den Bloggern viel Platz lassen und Angriffsflächen bieten, ist das hier (noch) nicht ganz so schlimm. Dennoch: Auch in Deutschland ist der etablierte Journalismus angeschlagen. Nicht durch Blogger, die die Journalisten vor sich hertreiben, sondern durch die ökonomische Konkurrenz durchs Internet. Das heißt am aktuellen Beispiel: Der Journalist muss sein Sommerloch nicht mehr nur printbezogen füllen, er muss auch noch etwas finden, das dem Onlineauftritt seines Organs Klicks beschert. Da kommen die Blogger gerade recht, die können eines nämlich wirklich gut: klicken, und zwar weitaus mehr als die deutschen Normalbürger.

Nun dazu, warum das, was die Spiegelkollegen schreiben, höchstens halbrichtig ist: Ich kenne zwar nur einen Bruchteil aller Blogs, die in Deutschland angeboten werden, doch für die kann ich die Attribute “unpolitisch”, “rechthaberisch” oder “sebstbezogen” nicht unterschreiben. Natürlich ist ein Blog, das sich mit Musikvideos beschäftigt oder mit dem iPhone nicht politisch. Auch sind Blogs, die sich eher als persönliche Tagebücher verstehen, ohne Frage selbstbezogen. Und dass Blogs in Deutschland unprofessionell sind, hat vielleicht auch damit zu tun, dass der Blogger meist noch eine andere Profession braucht, vom Bloggen kann er nämlich nicht leben. Was auch mit fehlendem Publikum zusammenhängen dürfte. Das ist nämlich auch noch nicht so weit. Zumindest jenes, das politische und professionelle Blogs lesen möchte. Bei dem hat sich oft eine Art german Angst ausgebreitet, die Angst davor ausgespäht, beschnüffelt und kontrolliert zu werden. Ich kenne jedenfalls genügend so genannte Bildungsbürger, die ihren Internetzugang nur dazu nutzen, Mails empfangen zu können und sich die neuste Version ihres Virenschutzprogramms herunterzuladen.

Vielleicht sollte ich eine Geschichte über die Angst der Deutschen vor dem Internet ins Sommerloch werfen. Mal sehen!

Mehr zu dem Thema gibt es aktuell auch in etlichen, durchaus nicht unprofessionellen deutschen Blogs, etwa hier oder hier.

Jul

7

2008

Telekom: zum Weinen

Veröffentlicht von vip in der Kategorie Bloggen, telekom, Werbung | 8 Kommentare

Normalerweise wird Werbung von halbwegs intelligenten Leuten meist kritisch betrachtet. Von Bloggern sowieso. Wenn nun plötzlich regelrechte Begeisterung für einen Werbespot geäußert wird, dann macht man sich schon so seine Gedanken. Noch dazu, wenn es sich um eine Werbung der Telekom handelt.

Die drückt nämlich seit einigen Tagen mit Paul Potts voll auf die Drüse. Der englische Handyverkäufer Potts, der aussieht wie der geborene Verlierer, der schüchtern und linkisch auf die Bühne tritt und den Juroren bei der Talentshow “Britain`s Got Talent” lediglich einen angewiderten Gesichtsausdruck entlockt, und der dann mit Puccinis “Nessun Dorma” alle zu Tränen rührt, der wird jetzt von der Telekom vermarktet. Motto: Wir hören ab, wir entlassen, haben einen miesen Service, gelten als überteuert, aber wenn ihr uns singen lasst, dann bleibt euch die Spucke weg.

Insofern ist die Werbung als Werbung natürlich gelungen, weil sie das Negativimage aufnimmt und quasi mit Tränenflüssigkeit wegspült. Drauf reinfallen muss man dennoch nicht. Dass es trotzdem gerade unter den Bloggern so viele positive Resonanz gibt, hat wohl auch damit zu tun, dass sich viele von ihnen in Paul Potts wiederfinden. Bloggen, das ist doch auch: hausieren gehen mit inneren Werten, hoffen, dass jemand hinter der unscheinbaren Fassade das Geniale erkennt…

Dagegen ist nichts zu sagen. Wenn halt nur die Telekom nicht wäre. Daher hier Paul Potts Originalauftritt ohne das T-Online-Brimborium:

YouTube Preview Image

Apr

5

2008

Der Duft der großen, weiten Welt

Veröffentlicht von vip in der Kategorie Bloggen, Computer/Netz, Internet, Journalisten, re:publica | 2 Kommentare

Mal gesetzt den Fall, die knapp 900 Blogger, die sich da in Berlin bei der re:publica getroffen haben, seien die Vorhut einer Bewegung. Dann gibt es nicht nur eine freie Verfügbarkeit von Massenmedien, ein Ende von nur auf Produktionsmittel basierenden Hierarchien. Dann wird das auch Auswirkungen auf unser Miteinander haben. Beispielsweise wird dann das alte Schülerprinzip, zum Lehrer gucken, Aufmerksamkeit mimen und dabei an was Schönes denken, umgedreht. Bei der re:publica schauten fast alle, auch die Podiumsteilnehmer in ihre Laptops (vorwiegend von Apple) und demonstrierten so eher Desinteresse (Bilder hier). An den Blogbeiträgen, die sie in die Laptops hackten, konnten man dann aber erkennen, dass sie sehr wohl mitbekommen hatten, was da erzählt wurde. Multitasking halt. Das mag mancher für unhöflich halten, aber unter dem Strich ist dies sicher besser als o.g. Schulsituation.

Etwas anderes ist mir ebenfalls aufgefallen. Etliche der anwesenden Blogger kannte ich von ihren Blogs, erlebte sie aber zum ersten Mal live. Und was soll ich sagen: Die wenigsten entsprachen dem Bild, das ich mir von ihnen gemacht hatte. Zum Beispiel könnte ich nicht sagen, dass diejenigen, deren Blogs ich gerne lese, mir in echt genauso sympathisch waren. Dagegen vermittelten manche auf der Konferenz einen durchaus überzeugenden Eindruck, ihre Blogs können da wiederum nicht mithalten. Was sagt uns das? Zumindest scheint die Behauptung, Blogger und besonders netzaktive Menschen würden ihre ganze Persönlichkeit bloß stellen und zu viel von sich preis geben, völliger Quatsch zu sein. Das was da geschrieben wird, ist das eine, das was die Autoren sind, und welchen Eindruck sie in der Analogwelt auf andere machen, etwas völlig anderes. Das ist übrigens eine Erfahrung, die man bei Journalisten schon lange machen konnte, nur kommt da immer eine Verwässerung hinzu durch die abhängigen Beschäftigungsverhältnissen geschuldete Entfremdung (sprich: da muss ein Schöngeist Polizeimeldungen schreiben oder ein geborener Politiker die lokalen Kleinkunstbühnen abgrasen u.ä.).

Noch was zu den Laptops (die vielleicht irgendwann durch kleinere Handys ersetzt werden könnten): Die sind zwar drahtlos mit dem Internet verbunden, doch die Akkus halten meist nicht so lange, dass man bei kreativen Prozessen nicht unter Zeitdruck gerät. Wenn also jemand eine drahtlose Verbindung zur Steckdose erfinden oder einen Laptop-Dynamo entwickeln würde, da würde ich sofort Anteile kaufen. Ein zweites: Die Laptops könnten auch jene Lücke schließen, die das Rauchverbot gerissen hat. Man kann sich an ihnen festhalten, weiß, wohin mit den Händen und fühlt sich daher weniger unsicher – genau wie bei einer Zigarette. Und man hat mit ihnen zwar nicht den Duft, aber die Verbindung zur “großen, weiten Welt”.

Apr

4

2008

Sozialisiert die ARD!

Veröffentlicht von vip in der Kategorie ARD, Bloggen, Fernsehen, Internet, Medien, re:publica, ZDF | 2 Kommentare

Na, da wurde es zum Schluss doch noch mal spannend auf der re:publica. Anders als die anderen Vertreter aus dem „Feindeslager“ hatte sich ARD-Sprecherin Verena Wiedemann auf das Social-Media-Treffen getraut. Als Gegenleistung kann sie jetzt eine Perspektive für die Auseinandersetzung um die Online-Auftritte der Öffentlich-Rechtlichen mitnehmen.

Die Blogger als Vertreter der „kritische Masse“ können sich nämlich durchaus mit dem öffentlich-rechtlichen Auftrag an sich identifizieren. Während sie sich (im Idealfall) der Kritik des aktiven Publikums stellen, tun das die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten ihrer Meinung nach jedoch nicht. „Das sind öffentlich-rechtlich finanzierte Privatsender“, konstatierte Thomas Knüwer vom Handelsblatt. Und an der Twitter-Wand, wo die Zuschauer via SMS Kommentare abgeben konnten, wurde bemängelt, dass ein nicht unwesentlicher Teil der Zwangsgebühren in die Kasse des Frisörs von Florian Silbereisen fließt.

Dabei wären die Möglichkeiten, die das Netz mittlerweile bietet, doch ideal für die Umsetzung eines an den Zuschauerinteressen orientierten TV-Programms. Den re:publica-Teilnehmern schwebt beispielsweise ein offener Kanal vor. Foren sollten die Diskussion um Programminhalte ermöglichen. Die Sendungen, die ja eigentlich dem Gebührenzahler gehörten, müssten allgemein zugänglich und unter Creative-Commons-Lizenz auch frei verwertbar gemacht werden. So könnte der Konsument zum Programmgestalter werden und, wie es ein Blogger formulierte, sogar „mit Stolz“ von sich behaupten, dass er der GEZ Gebühren bezahle.

Wiedemann hörte sich das alles mit Interesse an. In der gegenwärtigen Auseinandersetzung um das, was die Öffentlich-Rechtlichen im Netz anbieten dürfen, ist ihr jeder Bündnispartner und jedes Argument recht. Ob aber irgendwann die „kritische Masse“ einen Bruce Darnell oder den Musikantenstadl aus dem Programm kippen wird, daran habe ich aber doch erhebliche Zweifel. Da müsste dann nicht nur, wie von Wiedemann verlangt, „die Politik“ umdenken, auch bei den Rundfunkanstalten müssten sich einige um 180 Grad drehen.

Apr

2

2008

Journalisten sind auch Menschen

Veröffentlicht von vip in der Kategorie Bloggen, Internet, Journalisten, re:publica | 1 Kommentar

Das Podium bei „Blogs vs. Journalismus“ war ziemlich ausgedünnt. Die Veranstalter der Bloggerkonferenz re:publica hatten zwar 20 Printjournalisten eingeladen, aber durch die Bank Absagen erhalten. So mussten die eigentlich eher durch ihre Online-Aktvitäten bekannten, aber wenigstens bei großen Zeitungsverlagen angestellten, Mercedes Bunz (Tagesspiegel) und Thomas Knüwer (Handelsblatt) um Verständnis für ihre Kollegen werben.

„Journalisten haben Probleme mit Kritik umzugehen“, meinte Knüwer. Das, was in den Redaktionen als Blattkritik bezeichnet werde, sei meistens keine.. Die großen Zeitungshäuser, so ergänzte Bunz, hätten zudem immense Probleme, damit umzugehen, dass sie nun plötzlich nicht mehr allein die Meinung bestimmen, sondern kleine Nischenanbieter und einzelne Blogger hinzugekommen sind, die dann oft „noch pointierter schreiben“ als die professionellen Journalisten.

„Als Blogger hat man aber die gleichen Schwierigkeiten, Fehler zuzugeben“, räumte Grimme-Preisträger Stefan Niggemeier (Bild-Blog) ein. Wenn man es aber dann mal geschafft habe, einen Fehler einzugestehen, dann sei das „eine Art Befreiung“.

Fast schon ein bisschen Mitleid kam auf, als Mercedes Bunz von den steinigen Überzeugungsprozessen in der Zeitungsredaktion berichtete und von den Server- und Systemabstürzen, mit denen sie als Onlineredaktions-Chefin zu kämpfen habe: „Bis sich bei einem so großen Apparat etwas ändert, das dauert eben.“

So fehlte den Bloggern auf der re:publica das noch vor ein paar Monaten gerne aufgeblasene Feinbild (wobei da allerdings etliche Printjournalisten durch massive Bloggerschelte erheblich dazu beitrugen). „Journalisten sind auch Menschen“, meinte einer der Blogger versöhnlich.

Apr

2

2008

Google soll vergesslicher werden

Veröffentlicht von vip in der Kategorie Crossmedia, Google, Internet, re:publica | 1 Kommentar

Google vergisst nichts. Das musste beispielsweise ein Kanadier unlängst erfahren, er durfte nicht in die USA einreisen, weil ein Zollangestelltern den Namen des Einreisewilligen gegoogelt hatte und dabei einen mehrere Jahre alten Beitrag gefunden hat, wo der über LSD-Erfahrungen geschrieben hatte, die er 1965 machte. Das Beispiel hatte der Harvard-Professor Viktor Mayer-Schönberger bei seinem Eröffnungsreferat (vulgo: Keynote) zum Thema „Nützliches Vergessen“ auf der re:publica in Berlin erwähnt.
Vergessen, so der Professor, ist eine Eigenschaft, die dem Menschen letztlich den Umgang miteinander erleichtert. Vergessen war in Zeiten als es noch kein Internet gab leicht. Erinnern war ungleich schwerer. Bücher mussten geschrieben, Bilder gemalt werden, damit sich die Nachwelt noch eine Vorstellung von früher machen konnte.
Jetzt bleibt nahezu alles, was irgendwo im Netz veröffentlicht wurde, auf irgendwelchen Servern erhalten.und selbst der Autor bekommt es dort nicht mehr weg.
Mayer-Schönberger will daher ein „Verfallsdatum für Information“ einführen. Die, allerdings relativ wenig genutzte, Suchnmaschine ask.com hat Ähnliches inzwischen bereits eingeführt. Aber auch bei Google, Yahoo oder Amazon sollte nach einer gewissen Zeit der Betroffene wenigstens gefragt werden, ob seine Inhalte gelöscht werden oder für die Nachwelt erhalten werden sollen. „Wenn ich etwas drei Jahre lang im Kleiderschrank hängen und nie angezogen habe, dann kann ich es doch auch wegwerfen ohne etwas zu vermissen“.

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