Der Querschnitt der Bevölkerung: So sieht er aus!

Gestern hat sich der BR-Rundfunkrat neu kostituiert. Offenbar sollte das eher geräuschlos über die Bühne gehen. Sonst, so die Befürchtung, würde nur wieder eine Diskussion über allzugroße Staatsnähe (im Freistaat ist das dann auch CSU-Nähe) vom Zaun gebrochen. Schließlich hat zumindest das ZDF auf diese Vorwürfe zumindest ein bisschen reagiert. Da gilt es also, vorsichtig zu sein. Gerade in Bayern! Wo es auch darum geht, dass die Rundfunkräte auch künftig den Einsatz von BR-Mitarbeitern bei Unionsveranstaltungen – etwa dem Nürnberger CSU-Ball – brav abnicken.

Beim BR wurde der Rundfunkrat ein bisschen aufgestockt. Inzwischen ist mit Hamado Dipama auch ein Ausländer- und Migrantenvertreter dabei. Der hat immerhin dazu beigetragen, dass Cola-Weizen in Bayern jetzt Cola-Weizen heißt. Trotzdem hat es auf der BR-Seite für Dipama nur zu einer Art Phantombild gereicht (siehe oben). Ist auch egal, denn an den Mehrheitsverhälnissen hat sich ohnehin kaum etwas geändert.

Interessant am Rundfunkrat ist auch für Nicht-BR-Konsumenten immer, dass dieser den Querschnitt der Bevölkerung abbilden soll. Nach der aktuellen Besetzung wären demnach nur 28 Prozent der Bayern weiblich.

Hier die Zusammensetzung des neuen BR-Rundfunkrates:
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Parteienfinanzierung via Rundfunkgebühr?


Werden Rundfunkbeiträge zur Parteienfinanzierung verwendet? Der Vorwurf wurde jetzt bei GEZ-Gegnern laut. Hintergrund war eine Erklärung von Alexander Salomon. Landtagsabgeordneter in Baden-Württemberg, wonach er Einkünfte, die er durch seine Aufsichtsratstätigkeiten erhält, an seine Fraktion abführt. Da Salomon auch im Rundfunkrat des Südwestfunks sitzt, wären das auch die dabei kassierten Aufwandsentschädigungen und Sitzungsgelder. Die wiederum kommen aus dem Gebührentopf.

Mit dem Fall habe ich jetzt die Nürnberger Grünen-Landtagsabgeordnete Verena Osgyan konfrontiert. Sie sitzt ebenfalls im Rundfunkrat, und zwar im bayerischen und spendet einen Teil ihrer Bezüge an die Partei. Die Vorwürfe bezeichnet sie dagegen als abwegig.
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Können Journalisten von der GEZ befreit werden?

RESSORT: HA Politik FOTO: HvD MOTIV: Im Zuge der stockenden Tarifverhandlungen sind Journalistinnen und Journalisten mehrerer süddeutscher Verlagshäuser nach Aufruf der beiden Gewerkschaften DJV und DJU/ver.di in den Warnstreik getreten. In Ulm wurde eine große Streikkundgebung veranstaltet, bei der unter anderem Redaktionsmitglieder der Süddeutschen Zeitung, der Nürnberger Nachrichten und ihrer Außenredaktionen und Heimatzeitungen vertreten waren, 28. Juni 2016 Es ist ein bisschen untergegangen, das Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes. Wahrscheinlich wollte keiner Öl ins Feuer gießen. Den Öffentlich-Rechtlichen bläst eh schon der Wind ins Gesicht (gerade erst hier). Wenn nun auch noch jeder, dem sie in irgendeiner Form Konkurrenz machen, auf die Idee käme, die Zahlung der Rundfunkgebühr einzustellen, dann würde es richtig eng.

Moment? Wenn ich in Konkurrenz zum Bayerischen Rundfunk stehe, dann muss ich nicht zahlen? Ja! So heißt es zumindest in der Urteilsbegründung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes. In dem vorliegenden Fall wurde ein Zeitungsverlag (Münchner Merkur) von der Zahlung befreit, der Anteile an einem Privatradio (Charivari) besitzt.

In Konkurrenz zum Bayerischen Rundfunk stehen die Zeitungsverlage übrigens auch was die Verbreitung von News im Netz angeht. Und nicht nur die Verlage: Auch deren jeweiligen Mitarbeiter konkurrieren. Wer holt sich die Klicks und die damit verbundenen Einnahmen? Da wird mit nicht unharten Bandagen gekämpft und allem, was dazu gehört, schließlich schert sich das „Klickvieh“ herzlich wenig darum, wer eine Meldung aufgetan hat.
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Braucht der Rundfunk Fotografen?

afddemo
Das Lob für den aufrechten Widerstand gegen Rechts hätte man beim Bayerischen Rundfunk gerne mitgenommen. Bis heute Mittag war da noch überall unwidersprochen von einem tätlichen Angriff eines Nürnberger AfD-Demonstranten auf einen „BR-Fotografen“ die Rede. Als solcher wurde er unseren Berichterstattern auch vom dreiköpfigen BR-Team vorgestellt.

Sogar der Bayerische Journalistenverband griff – wie viele andere auch – die Meldung auf, um den Vorgang zu verurteilen. Bei Twitter sah das so aus:

brteam
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Eher unlustig: der öffentlich-rechtliche Fasching

ARCHIV - Die Bildkombo aus Archivbildern und einem aktuellen Foto zeigt den bayerischen Finanzminister Markus Söder (CSU) in Veitshöchheim (Unterfranken) bei Prunksitzung des Fränkischen Fastnachtsverband der «Fastnacht in Franken» - als Punk am 10.02.2012, als Musiker der Band Kiss am 25.02.2011, als Zauberer Gandalf aus «Herr der Ringe» am 05.02.2010 (oben, l-r) sowie als «Shrek der tollkühne Held» am 21.02.2014 und als Marilyn Monroe am 01.02.2013 (unten, l-r). Foto: David Ebener/Karl-Josef Hildenbrand/Daniel Karmann dpa (zu dpa "Söder wird Ritter wider den tierischen Ernst" vom 06.07.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++
Hin und wieder sollten wir auch mal ein Auge auf die Parallelwelten haben. Ja, auch auf die russlanddeutsche. Aber vielleicht auch auf eine, die uns Netflix-, Watchever- oder Dschungelcamp-Guckern zunehmend aus dem Blick gerät: den öffentlich-rechtlichen Fasching.

Warum sollte ich mir den Scheiß antun? Das wird sich mancher fragen. Ähnliches fragte sich weiland auch ein Nürnberger SPD-Oberbürgermeister: Prompt wurde Nürnberg sechs Jahre von einem CSUler regiert. Seitdem damals lokale Wahlanalysten den Konnex zwischen Faschingspräsenz und Wahlerfolg ausgemacht haben, ist die hiesige Parteipolitik helaumäßig gut vertreten. Natürlich funktioniert das nur richtig, wenn die Regierungssender das auch unters Wahlvolk bringen. Der Bayerische Rundfunk stellt uns deshalb bei jeder Fastnacht in Franken Politiker vor, die wir sonst nie kennen würden (am Freitag ist es wieder soweit). Manche nutzen das als Sprungbrett ins deutsche Ausland. So hat sich jetzt sogar der Aachener Karneval herausragende Faschingsprofis von uns ausgeliehen. Die machen für ein paar Lacher auf Exoten. weiter lesen