Mein Feind, der Baum


Hier ist es die Nachverdichtung, dort die Sicherheit für die Autofahrer und woanders die ab einem bestimmten Stammumfang zuschlagende (in Nürnberg 80 cm) Baumschutzverordnung. Die Gründe, warum derzeit besonders exzessiv gefällt wird, sind vielfältig.

Dass im Winter manches Gehölz zufrückgeschnitten oder entfernt wird, ist an sich nichts Ungewöhnliches. Im Augenblick wird allerdings in Nürnberg und Umgebung in einer Weise abgeholzt, die nicht nur mir unangenehm auffällt.
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Privatradio: Einnahmen statt Talente


„Die Jugend nutzt Hörfunk gerade nicht im Internet, sondern hört Radio überwiegend über UKW“, das sagte der BR-Hörfunkdirektor als Begründung dafür, warum der BR-Klassik-Sender auf DAB+ verfrachtet wurde, um für den Jugendsender Puls Platz zu machen. So ganz hat sich die Einschätzung über technische Affinitäten von jungen und älteren Hörern offenbar nicht durchgesetzt. Auf den Privatradio-Frequenzen geht die BLM nämlich jetzt genau den umgekehrten Weg. Da wurde gerade beschlossen, neben dem Münchner Kanal des Ausbildungssenders AfK, auch dessen Erlanger Ableger ins irgendwie nicht richtig in die Gänge kommende Digitalradio abzuschieben. In Erlangen wird die UKW-Frequenz 106,2 MHz ab 1. September von egoFM bestritten.

„Neue Einnahmen statt neuer Talente“, so lautet das Fazit der afk-Leute. Im Privatradio regiert der Kommerz. Die letzten Feigenblätter scheinen auch noch zu fallen.

Ein großes Nichts wird 10

RESSORT: Lokales ..FOTO: Horst Linke ..MOTIV: Schild "metropolregion nürnberg" auf Frankenschnellweg zw. Fo Süd und Nord Richtung Bamberg

Jubiläen gehören normalerweise zum Langweiligsten im Journalistenleben. Manchmal erinnern sie einen aber auch daran: Ach, den/die gibts auch noch. Zum Beispiel jetzt, da die Metropolregion Nürnberg in Erlangen ihr Zehnjähriges feiert. Groß, mit EU-Geldern und Doppeldeckerbus.

Nicht, dass man in den letzten zehn Jahren gar nichts mitbekommen hätte von dem Konstrukt mit dem blutleeren Namen. Immerhin gibt es an den Autobahnen Zusatzschilder, die einen darauf verweisen, dass der Ort, den man erreichen könnte, falls man die nächste Ausfahrt runter fährt, Mitglied der Metropolregion Nürnberg ist (sogar die Titanic hat sich darüber lustig gemacht). Hin und wieder beglückte uns die Metropolregion auch mit Fingerübungen örtlicher Werbefuzzis. Da gab es anfangs mal den Spruch „Raum für starke Köpfe“. Der hat allerdings eher die Assoziation zu Beton- oder Sturköpfen ausgelöst und offen gelegt, dass hier nach Albrecht Dürer nicht mehr viel los war mit starken Köpfen. Später kam dann der Slogan „Kommen. Staunen. Bleiben“. Doch auch der verweist eigentlich eher auf Wahrnehmungsdefizite der Restwelt. Andere europäische Regionen haben solche Schaut-doch-mal-bei-uns-vorbei-da-gibt-es-auch-was-zu-entdecken-Slogans gar nicht nötig. Die kennt man ohnehin schon. weiter lesen

Gratis-WLAN auch von der Telekom

KabelDeutschland hat vorgelegt, jetzt zieht die Telekom beim kostenlosen Großanbieter-WLAN nach. Am Nürnberger Bahnhof kann sich ab sofort jeder mit Smartphone oder Tablet einloggen. Ich habe es heute ausprobiert (und war lustigerweise nicht der einzige). Es funktioniert beispielsweise auch am Vorplatz vor dem Haupteingang. Allerdings ist der Spaß nach 30 Minuten vorbei. Dann wird man automatisch ausgeloggt und muss 4,95 Euro für eine „Tageskarte“ zahlen, wenn man weitersurfen will.

Anders als KabelDeutschland, das der Stadt Nürnberg vor wenigen Tagen ein ähnliches Angebot reingedrückt hat, kooperiert die Telekom mit der Deutschen Bahn. Auf 100 Bahnhöfen wird der neue Service angeboten. Neben dem Nürnberger Hauptbahnhof ist in der Region auch der Bahnhof in Erlangen dabei. Fürth hat man sich hingegen erst einmal geschenkt. Da ist wohl die Aufenthaltsqualität nicht so prickelnd.

Der Vorteil des Telekom-Angebots: Der Bahnhof ist ein eigenes Biotop, der Kunde kann sich merken, dass er dort WLAN hat. KabelDeutschland bietet in Nürnberg einen Fleckenteppich, für den ich erst die passende Karte parat haben muss, um zu wissen, ob und wo ich mich einloggen kann. Da ist dann so etwas wie Freifunk sympathischer (in Kürze gibts hierzu mehr).

Offenes WLAN: Am Freitag geht´s los

Ab kommenden Freitag soll es auch in Nürnberg offenes WLAN geben. Allerdings kommt nun alles doch anders als das die Stadt geplant hat. Schuld ist Kabel Deutschland.

Zunächst will Kabel Deutschland mit 19 Hotspots loslegen. Dabei werden zunächst vorhandene Verteilerkästen entsprechend umgerüstet. Deren Standorte sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Die Absicht, erst einmal den Bereich zwischen Hauptmarkt und Burg („Blaue Banane“) für die Touristen zu versorgen, ist damit hinfällig.

Hinfällig ist aber auch das Vorhaben der Stadt Nürnberg, die Bayerische Landeszentrale für Neue Medien (BLM) für die Ausschreibung einzuschalten. Es gab nämlich gar keine Ausschreibung. weiter lesen

Reiseportale: Obacht, Wassergüsse!

Nürnberg ist an sich eine sichere Großstadt. Allerdings sollte man nachts den Burggraben und die Luitpoldstraße meiden. Vor allem als „Dame“. Dort drohen nämlich Wassergüsse. Woher ich das weiß? Aus Wikitravel. Das ist eine Art Wikipedia für Reisende. Die deutschsprachige Ausgabe wurde im Oktober 2004 ins Leben gerufen. Auf der Nürnbergseite findet sich, neben vielem durchaus Richtigem, auch der erstaunliche Satz zur Luitpoldstraße:

Damen sollten diese Straße vor allem Nachts meiden, wobei hier meist auch nur mit Pöbeleien oder Wassergüssen gerechnet werden muss.

Mit Merkwürdigkeiten wird aber auch der potenzielle Erlangen-Besucher konfrontiert. weiter lesen

Der Wutbürger sehnt sich nach dem Tod

Wer näher dran ist, beurteilt manches anders. Zum Beispiel die Stadt-Umland-Bahn (StUB). Die könnte schon längst fahren, aber irgendwer steht immer auf der Bremse. Im Zweifelsfall die Erlanger. Und die sind eh rätselhaft.

Immer wieder werden aber Optimisten geboren, die einen neuen StUB-Anlauf unternehmen. Jedes Mal müssen sie Lehrgeld zahlen. Selbst in Vereinen wie der IHK, die nur aufgrund von Zwangsmitgliedschaften eine gewisse Bedeutung haben, keimt da plötzlich Streit auf. Die Erlanger IHK ist sauer auf die mittelfränkische IHK. Letztere hat sich nämlich für die StUB ausgesprochen, erstere hat aber weiterhin Bedenken.

Vielleicht hilft da der Bürger bei der Erklärungssuche. weiter lesen

Erlangen setzt auf Atomkraft

Geld stinkt nicht. In Erlangen schon gleich drei Mal nicht. Deswegen ist es den dortigen Stadträten nicht nur egal, woher die Sponsorengelder für das Poetenfest kommen. Man nimmt sogar lieber das anrüchige Geld von Areva anstatt das Geld der Initiative „Poesie gegen Uranstaub„. Während man bei letzterer nämlich Zweifel hat, ob es sie längerfristig noch gibt, scheint man bei dem Atomkonzern völlig sicher zu sein, dass der auch in ein paar Jahrzehnten noch die Poeten sponsern kann.

Die Poeten? Was das für Poeten sein müssen, die sich erst auf Anfrage völlig überrascht zeigen, wer da ihre Gage bezahlt und die in diesem Wissen jetzt trotzdem kommen. Anyway! Hauptsache der Poet verkauft Bücher. Hauptsache Kultur, Hauptsache Erlangen! Dass sich der 1.FC Nürnberg übrigens von diesem Sponsor trennt, was sagt das dem „Kulturmenschen“? Wahrscheinlich: „Zu viele Kopfbälle mindern die Hirnleistung.“

Hier gehts zum Bericht über den Beschluss der Stadträte im Kulturausschuss.

Sie heißt Neun, war aber die Erste

Da soll noch einmal jemand sagen, bloggen sei eine Männerdomäne und Frauen kämen bei Innovationen erst mit Zeitverzögerung dazu. Lisa Neun ist da der lebende Gegenbeweis. Schon 1999 hat die aus Wien stammende Erlangerin mit Frontpage eine Art Webtagebuch geführt. 2002 sattelte sie dann auf Antville um. „Ab da war es dann um mich geschehen, da wurde ich dann richtige Bloggerin.“

Das war noch zu einer Zeit, da waren Blogs noch längst nicht im Mainstream angekommen, nicht einmal bei den üblichen interessierten Kreisen. „Eigentlich wollte ich Mitte der Neunziger ausprobieren – rein technisch – wie das mit dem Internet so funktioniert. Ich hab damals in so einer Innovationsabteilung gearbeitet, da musste man das.“ Doch was mit Internet machen wollen reicht halt nicht. Man braucht auch Content. „Comics lagen da nahe, ich kritzel nämlich schon seit Jugendzeiten rum.“ …und im Internet konnte man seinen gekritzelten Figuren auch schnell ein bisschen Leben einhauchen.

Blogs in FrankenSeit April 2003 führt Lisa Neun ihr jetziges Blog unter lisaneun.com . Nach einem kurzen Abkehr von den Zeichnungen („Ich fand die einfach zu grottig und peinlich, aber nach und nach bin ich dann wieder auf die Comics gekommen, und mittlerweile mach ich eigentlich kaum mehr was Textuelles.“) ist ihr Blog wieder voll mit sprechenden Männchen. Die stammen bei ihr allerdings nicht vom Affen, sondern vom Delfin ab. Deshalb besitzen sie zum Beispiel keine Oberlippe. Inzwischen malt sie ihre sprechenden Delfine übrigens kaum noch auf Papier, sondern vorzugsweise ohne Umweg über den Scanner mit dem Grafiktablett. weiter lesen

Ein Erlanger "Erfolgsblogger"

Wie man auch als Bewohner Frankens Erfolg mit seinem Blog haben und eine Unmenge von Zugriffen erzielen kann, das beweist gerade ein Buchautor aus Erlangen. Der Mann heißt John Asht und hat es sich in seinem Blog zur Aufgabe gemacht, „die Drahtzieher der Literaturkriminalität im deutschen Internetraum“ zu bekämpfen. Dabei handelt es sich um Leute, die auf Buchmessen oder anderswo kostenlos Bücher einsacken, angeblich um Rezensionen (Asht: „Rezi“) zu schreiben.

Doch was machen diese kriminellen Subjekte? Sie verreißen das Buch.

Das geht natürlich nicht. weiter lesen