Markus und die Kleingeister

HeimatministeriumklFinanzuminister Markus Söder möchte nicht nur Ministerpräsident in Bayern werden. Er greift auch immer wieder in die Kommunalpolitik seiner Heimatstadt ein. Seine Masche ist dabei: Mit kleinen Geschenken die weitgehend immer noch SPD-dominierte Stadtverwaltung als ein Haufen unromantischer Kniefiesler dastehen lassen. So lief das etwa bei der „Frankenröhre“, die inzwischen auf EU-Gerichtsebene und Umweltverträglichkeitsprüfungs-Fragen abgedriftet ist. Auch beim Sandstrand am Wöhrder See bediente er fränkische Urlaubsträume, während SÖR auf der Gänsekacke sitzengeblieben ist. Beim Flughafen sonnt sich Söder als Namensgeber im Ruhm Dürers, andere durften sich derweil mit den roten Zahlen beschäftigen. Dazu passt auch das hier angesiedelte Heimatministerium: Schöne Fassade, ein paar Schlagzeilen, aber nichts dahinter.

Jetzt kommt der Finanzminister als Weihnachtsmann für die gebeutelten Clubfans daher. Er will deren Traum von einem Max-Morlock-Stadion erfüllen. weiter lesen

Nachruf auf die Nordspange

Impressionen in BuchenbühlUnser OB kann Verhandlungsführung. Auch mit der Presse kann er. Zum Beispiel weiß er, dass die Lokalredakteure irgendwann in die Redaktion müssen, um ihre Berichte zu schreiben. Also lässt man dann den Klinikumschef erst einmal über eine Stunde lang reden, dann kommt noch ein Thema, zu dem jeder was zu sagen hat (Menschenrechte) und danach wird es dann zeitlich schon enger für die VAG-Tariferhöhung, die in phantasiefreier Regelmäßigkeit mit Kosten und Haushaltszwängen begründet wird. Der eigentliche Hammer muss dann erst ausgepackt werden, wenn die Medien – gezwungenermaßen – schon weg sind.

So war das gestern mit der Beerdigung der Nordspange. Im April 2013 hatte ich da schon mal um eine Notschlachtung gebeten. Am Mittwochabend war es war es dann soweit: Die direkte Anbindung des Flughafens an die A3 wurde beerdigt. Das Lieblingsprojekt unseres Kurzzeitlandesvaters Günther Beckstein, der am liebsten noch während seiner Amtszeit den Spaten dafür geschwungen hätte. Ein lokaler Aufreger seit vielen Jahren. Aber auch ein knallblöder Unsinn angesichts der einbrechenden Fluggastzahlen. weiter lesen

Kann mal einer die Nordspange für tot erklären!

München hat seinen Franz-Josef-Strauß-Flughafen. Den Nürnberger Airport könnte man da doch nach dem gleichnamigen Vogel (dann wäre wenigstens der SPD-Bezug vorhanden) benennen. Der Strauß steckt nämlich auch bei Gefahr oder wenn einem Entwicklungen nicht passen, den Kopf in den Sand und verkauft das dann als Krisenstrategie…oder als Denkpause.

Wer nämlich gedacht hat, die Schließung des Air-Berlin-Drehkreuzes würde irgendwelche politische Konsequenzen nach sich ziehen, wundert sich inzwischen nur noch. Nichts dergleichen passiert. Bestenfalls werden allenthalben bekannte Lamenti und die übliche Zahlenjongliererei angeboten. Da ist einmal von einem Verlust von 200.000 Passagieren pro Jahr, ein anderes Mal von 600.000 die Rede. Sei´s drum! Die ehrgeizigen Ziele der Flughafenleitung, auf fünf Millionen Passagiere zu kommen, sind auf jeden Fall erst einmal zerplatzt. Wenn es drei Millionen werden, dann dürfen Krüger & Co noch froh sein.

Die trösten sich damit, dass sie immerhin jetzt Billigfliegerlandeplatz sind und dass sie das alles schon kommen haben sehen. weiter lesen

Auch Flughafen-Desaster haben viele Väter

Im Schatten des Berliner Flughafendesasters kommen andere Airportkrisen ein bisschen zu kurz. Zum Beispiel die (hier schon mehrfach erwähnte) Nürnberger. Dort wird der Flughafen gerade auf Billigheimerniveau runtergestuft. Während man sich noch vor Jahren im Konzert der mittelgroßen Flughäfen mitspielen sah, heißt die Konkurrenz jetzt Memmingen oder Hahn. Lidl statt Edeka. Ryan-Air darf nun den abgedrifteten Airport anfliegen, dafür kürzt Air Berlin, auf die sich die Nürnberger allzusehr verlassen haben, weitere Flüge. Aktuell kommt folgende Meldung: Die Air-Berlin-Flüge nach Bremen und Osnabrück fallen ganz weg. Dresden, Leipzig und Hannover werden nur noch sporadisch angeflogen. weiter lesen

Dürrer Flughafen Nürnberg (ohne Bindestrich)

Der gute Mann ist tot, deswegen sollte ich eigentlich nicht schlecht über ihn reden. Trotzdem muss es raus: Albrecht Dürer geht mir tierisch auf den Sack. Im Augenblick klammert sich ein Großteil der Nürnberger Öffentlichkeit an seinen großen Sohn., in der Hoffnung irgendwas von seinem Ruhm und seiner Genialität möge auf sie abfallen. Würde Dürer heute in Gostenhof wohnen? Hätte Dürer eine Fanseite bei Facebook? Wäre Dürer Mitglied bei den Piraten? Solche saublöden und in ihrer Irrealität schon fast wieder rührenden Fragen werden da gestellt.

Und jetzt soll er auch noch den siechen Flughafen retten. Weil, das muss man sich auch mal auf der Zunge zergehen lassen, der Name „Nürnberg“ für den in München agierenden Finanzminister Markus Söder nicht zugkräftig genug ist, muss es der gute alte Albrecht richten. Dabei hat sich Söder noch nicht mal Gedanken gemacht, ob der Albrecht überhaupt zum Flughafen passt.
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Veräppelt der Flughafen seine Mitarbeiter?

Es ist schon ein bisschen seltsam: In München wollen sie ihren Flughafen ausbauen und dürfen (eventuell) nicht, in Berlin wollen sie ebenfalls, kriegen es aber nicht hin. In Nürnberg scheinen sie weiterhin alles zu unternehmen, um ihren Airport herunterzuwirtschaften. Anstatt die Gunst der Stunde zu nutzen und in die Lücken zu preschen, die andere – in München, aber auch in Hof oder Berlin – aufmachen, tun die Nürnberger so als ginge sie das alles gar nichts an. Stattdessen üben sie sich im Gesundschrumpfen. Genauer gesagt, sollen das die Mitarbeiter tun. Bei der Geschäftsführung und bei den Aufsichtsräten sind da eher Zweifel angebracht.

Die haben es aber immerhin geschafft, von eigener Planlosigkeit und eigenen Fehlern (z.B. alles auf Air Berlin zu setzen) abzulenken und dafür die Mitarbeiter in Angst und Schrecken zu versetzen. Zum Beispiel durch den angedrohten Verkauf des Flughafen-Tochterunternehmens. Zumindest bei den beiden Gewerkschaften ver.di und dbb knickte man ein. „Das war halt das kleinere Übel“, sagen die Betriebsratsmitglieder in der Tarifkommission und stimmten lieber einem Lohnverzicht von 5,5 Prozent zu (während übrigens gleichzeitig bei einem anderen hiesigen Verkehrsbetrieb 6,3 Prozent mehr ausgehandelt wurden).
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Einkaufen statt fliegen

Es ist schon hart, wenn man die Einnahmen für die Flughafen-Nordspange offensichtlich schon verbucht hat und dann fahren einem nicht nur die üblichen grünen Naturschützer und plötzlich Denkzeit benötigende Sozialdemokraten in die Parade, sondern auch die böse Realität. Auf einmal muss man nämlich erfahren, dass es mit dem gewohnten Aufschwung am Nürnberger Airport vorbei ist. Man bräuchte also eigentlich keine Nordanbindung mehr. Auch das eine oder andere bereits vorhandene Parkhaus oder Verwaltungsgebäude könnte sich als überflüssig erweisen.

Da macht man sich als Bauunternehmer dann schon seine Gedanken. Wie wird das in Zukunft, wenn uns die lukrativen Aufträge durch den Flughafen wegfallen? Wenn kaum einer noch Nürnberg anfliegt? Wenn München sich ein noch größeres Stück vom kleiner werdenden Kuchen schnappt? Und da ist man nun auf die glorreiche Idee gekommen: einkaufen statt fliegen. Aldi oder Lidl suchen immer wieder neue Standorte, genauso wie der eine oder andere Baumarkt und spätestens wenn die mal da sind, werden sie merken, dass die Flughafenstraße zu klein ist um die Kundenströme (wer fährt schon mit der U-Bahn zum Baumarkt) aufzunehmen und die Nordanbindung an die A3 fordern. weiter lesen

Die dummen Kälber von der SPD

Wenn es finanziell enger wird, dann sollte man sparen. Am besten überall ein bisschen. Das heißt aber: den Lebenswandel ändern. Wenn man das nicht tun und weiter mit dem Ferrari durch die Gegend düsen will, muss man halt den Kindern die Fahrräder wegnehmen.

Wie Christian Ude. Er hat zwar keinen Ferrari. Er fährt BMW. Zuletzt einen 750i mit 465 PS. Als Münchner OB weiß er, was er sich und seiner Stadt schuldig ist. Ude ist nämlich ein Siegertyp. Deswegen holen ihn notorische Verlierer gerne, um endlich auch einmal nach oben zu kommen. So wurde er beispielsweise Aufsichtsrat bei 1860 München. Und jetzt soll er den Losern von der bayerischen SPD den Weg zur Sonne weisen.

Doch Ude weiß, wie man mit Verlierern umgehen muss. weiter lesen

Macht heiße Luft den Flughafen wieder flott?

Dafür, dass der Stadtkämmerer noch vor ein paar Tagen beim Nürnberger Flughafen keinerlei Probleme gesehen hatte, sind ist jetzt aber die Aufregung ziemlich groß. Ich unterstelle mal Harald Riedel ist nicht völlig abgehängt vom Informationsfluss und bekommt auch sonst einigermaßen mit, was in der Welt so läuft, zum Beispiel, dass in Berlin der Flughafen Berlin-Brandenburg gebaut wird und die mit Verlusten kämpfende „Air Berlin“ möglicherweise ihr Drehkreuz von Nürnberg in die Stadt, von der sie ihren Namen hat, verlegen könnte. Dann legt das nur einen Schluss nahe: Der Kämmerer wollte nicht, dass solche Dinge in die Öffentlichkeit kommen.

Dies hat nun nicht geklappt. Da muss man freilich nicht bloß vorlauten Medien die Schuld geben. Auch politische Gründe dürften da eine Rolle gespielt haben. Wenn der Freistaat Bayern einerseits einen durch keinerlei Bedarf begründeten Flughafen wie den in Hof massiv bezuschusst und andererseits in München eine dritte Startbahn plant, dann kann man wieder mal die alte Nürnberg-wird-benachteiligt-Platte auflegen und die CSU-Politiker daran erinnern, dass sie auch fränkische Stimmen zur Wiederwahl brauchen. weiter lesen

Adventskalender: Fassade #10

Ey, ihr Leute im weltweiten Netz: Nürnberg hat einen Flughafen! Ja, auch du, Google, bist gemeint! Nürnberg hat einen Flughafen! Und wenn du schon auf einer Straße bist, die Flughafenstraße heißt, dann sollte dir das eigentlich bedeuten: Hier in dieser Stadt gibt es einen Flughafen.

Doch bei StreetView endet die Fahrt am Kreisverkehr, also noch bevor der Flughafenbereich beginnt. Auch beim Nürnberger Airport wunderte man sich, weil man weder einen Verpixelungsantrag gestellt hatte, noch irgendwelche Geheimhaltungsauflagen vorliegen. Ich habe daher Google angeschrieben und von Pressesprecherin Lena Wagner folgende Auskunft erhalten:

Wir haben versucht, alle öffentlichen Straßen in den 20 größten deutschen Städten in Street View verfügbar zu machen. Teilweise haben wir die ein oder andere Straße nicht abgelichtet. Das kann durch verschiedene Umstände zustande kommen wie beispielsweise Straßenarbeiten zu dem Zeitpunkt oder der Fahrer hat sie schlicht vergessen zu befahren.

Ein Baustelle existierte, wie man auf diesem Bild sieht, zum Zeitpunkt der winterlichen Google-Fahrt nicht:
flughf
Folgt also: Der Fahrer hat den Flughafen vergessen! Man fasst es nicht!